Anfahrt: Ettlingen - Gaggenau - Kaltenbronn - Enztal - Enzklösterle 0:52 h
Wetter: Bewölkt, kurzfristig auflockernd, nach Skischluss Regen, +2°C
Schnee: 5-15 cm Nassschnee
Anlagen in Betrieb: Beide SCHL am Hirschkopf. Alter Hang nicht befahrbar.
Wartezeit: Keine
Gefallen: Seit langem mal wieder am besten Skihang des Nordschwarzwalds gefahren
Bewertung: 4 von 6 Mittelgebirgspunkten (nur wegen Schneemangels)
Web: http://www.skizentrum-enzkloesterle.de/
Manchmal finde ich Fasching prima. Und das, obwohl ich zu der Spezies gehöre, die Karnevalsaktivitäten jeglicher Art am liebsten mit Zwangskonsum der 48-Stunden-Version von "Mainz bleibt Mainz" ahnden würde. Das weiß Frau Harzwinter und nimmt mir den unumgänglichen Teil karnevalistischer Kinderbelustigung ab. "Kannst ja in der Zeit Ski fahren gehen."
Zwar waren wir gerade erst am Vortag im Südschwarzwald gewesen, aber es stand noch ein Besuch in Enzklösterle auf dem Programm, jenem klimamäßig arg gebeutelten, schönsten Skigebiet des Nordschwarzwalds mit zwei alten Leitner-Schleppliften, das auf nur 650-880 m Höhe liegt. Auf dieser Höhenlage im Nordostschwarzwald bekommt das Skigebiet mehr Tauwetter, aber weniger Niederschläge ab als die Schwarzwaldhochstraße. Im Januar 2010 war ich zuletzt dort gewesen. Gerade mal drei oder vier Betriebstage hatte man dort kurz vor Weihnachten gehabt. Davor und danach keinen bis zu diesem Wochenende. Und in der Folgewoche stand schon wieder Tauwetter an. Also nix wie hin, wenn es denn mal geht. Für meinen Besuch am Sonntagnachmittag war für den Nachmittag in Enzklösterle eigentlich schon Regen angesagt. Da es bis zum Mittag zuhause trocken blieb, fuhr ich ohne Prüfung des Regenradars trotzdem. Und das war gut so.
Das Skigebiet von Enzklösterle am Hirschkopf bietet nicht nur den schönsten Nordschwarzwälder Skihang, sondern ist auch mein regionales Lieblingsskigebiet für Schlechtwetter. Der Grund: Zumindest bis Ende Januar scheint die Sonne sowieso wenig auf den ostseitig ausgerichteten Skihang, und Aussicht gibt's auch keine; man sieht auf wenige Waldbuckel - Enztaler Universaltopographie halt. Beim Eintreffen am Skihang erschreckte mich die arg geringe Schneehöhe schon ein wenig. Ob das wohl klappt? Zwar schauten sowohl in der Liftspur als auch auf der Piste reichlich Grasspitzen und etwas Erde aus der dünnen Nassschneedecke, aber dem Skispaß konnte das keinen Abbruch tun. Der Pistenchef hatte das beste aus der Schneesituation herausgeholt und die Steilstücke und Wegkanten beschneit. Ergebnis war eine griffige Piste, auf der man es unter Umgehung allzu braun gewordener Flecken gut krachen lassen konnte. Danke ans Hirschkopflifte-Team für diese Leistung! Neben dem 900 m langen Hauptlift war sogar der ca. 400 m lange Übungslift mit seinen original Leitner Kurzbügeln in Betrieb. Den habe ich zuletzt 2005 laufen sehen. Und es kam sogar ab und zu die Sonne zum Vorschein, wer hätte das gedacht. Ich fuhr bis 16:35 Uhr, der angekündigte Regen setzte um 16:45 Uhr ein. Glück gehabt. Das waren schöne Skistunden in Enzklösterle.
Nun hoffe ich, dass sich im Nordschwarzwald nach überstandenem Tauwetter der nächsten Tage in Richtung Faschingsferien doch noch eine anständige Schneedecke einstellt, damit Skigebiete wie die Hirschkopflifte davon profitieren können. Verdient haben sie es allemal.
Fotos:
Rückblick zum Parkplatz, von dem aus man 5 Minuten Fußmarsch zu den Hirschkopfliften zurücklegen muss.
Typische Leitner-Konstruktion des talseitigen Umlenkung des großen Lifts.
Trasse des "großen" Hirschkopflifts. Schön steil ... Tauwetterbedingt kam teilweise der Rindenmulch durch, mit dem man die Trasse in weiser Voraussicht belegt hatte.
Trasse des "großen" Hirschkopflifts. Schwerer Leitner. Mit 230 m Höhenunterschied für ein Mittelgebirge eine respektable Anlage.
Oberstes Trassenstück großer Hirschkopflift.
Einer der steileren Hangabschnitte am Hirschkopf. Hier wird mit Beschneiung nachgeholfen.
Die zweite Schneekanone steht im unteren Pistenbereich. Weiter oben steht in Pistenmitte die Kanone für den Steilhang.
Regen erwartet, Sonne bekommen.
Ausstieg großer Hirschkopflift. Auf 880 m hatte das Tauwetter noch nicht so zugeschlagen.
Schöne Piste am Hirschkopf, nicht so eintönig und nicht so kurz wie an der Schwarzwaldhochstraße.
Hirschkopfpiste. Leider hat der große Lift nur diese eine Abfahrt.
Kassen- und Verpflegungsgebäude im Tal.
Talstationsbereich Übungslift, ebenfalls von Leitner.
Übungslift am Hirschkopf. Den habe ich zum ersten Mal seit 2005 wieder laufen sehen. Die grauen Portalstützen heben sich vom Wald kaum ab.
Blick aus dem Umfahrungsweg der Pistensteilstücke über den "Alten Hang" hinunter nach Enzklösterle. Entgegen einer zeitweise im Forum geführten Diskussion stand hier nie ein Skilift.