Kurz zu den Hard Facts:
- Wetter: Schön, kalt, ca. -5 Grad
- Schnee: Reichlich im ganzen Gebiet, ca. 30-130cm je nach Standort
- Anreise: Mit Mobility ab Bern ca. 50 Minuten
- Alle Anlagen in Betrieb ausser Pony-Lift und WSO-Teller-Schlepper Gîte des Communs
Schwarzsee (besucht im Januar, Bilder hier - leider habe ich die kürzlich ersetzten Brändle-Lifte Kaiseregg verpasst) schafft es wegen zu neuer Anlagen nicht in den illustren Katalog der Vintage-Ski-Stationen aus meiner Blogserie, La Berra wird auch nur noch kurze Zeit drin figurieren – darum war es allerhöchste Eisen… öh, Seilbahn für einen Besuch im Freiburger Skigebiet.
La Berra ist skilifthistorisch ein absolut heisses Pflaster: Hier zog sage und schreibe schon anno 1935 der erste Skilift Menschen den Berg hoch – und damit praktisch zeitgleich mit dem ersten bekannten Bügelskilift im mondänen Davos, dem Bolgenlift. Beda Hefti baute hier seinen vermutlich ersten Gurtenlift.
Noch bis Ende dieser Saison 2012/13 lassen sich zudem weitere traumhafte Anlagen fahren, die in den 1970ern entstanden sind: Die Highlights sind eine fixgeklemmte Städeli-Sesselbahn (wegen eines Erdrutsches später verkürzt, die Strecke bis Gîte du Commun übernimmt heute ein Poma-Tellerlift)…
… sowie der steile Küpfer-Skilift “Gormanda”, der bis fast auf den Gipfel hoch führt und Anfang letzte Woche durch einen perfekten Rauhreif-Zauberwald führte:
Beide Anlagen sollen in diesem Sommer abgebrochen und durch eine Kombi-Anlage (Sessel/Gondeln) ersetzt werden. Gewisse Stimmen munkelten letzte Woche zwar, dass das Geld fehle – spätestens 2014 läuft allerdings die Konzession der WSO-Sesselbahn aus und ein Ersatz muss her. Wer La Berra im alten Zustand erleben möchte, muss es also bald tun.
Dazu kommen Dinge, die andernorts Aufsehen erregen würden, hier aber in der Masse der wunderbaren Nostlgie-Liftsubstanz untergehen: Eine Bachmannkurve sowie zwei schöne kleine leichte Städeli-Skilifte im Gebiet Aillères.
Auch wer nicht auf altes, ratterndes Eisen steht, bekommt hier – nebst perfekten Waldabfahrten – wunderbare Aussichten: Auf der einen Seite das Genferseebecken, hinter dem Lac de Gruyère und dem Gibloux mit seiner markanten Antenne der Jura… der Blick schweift weiter zur Stadt Freiburg, hinter dem Neuenburger See thront wie immer der Chasseral, das erstaunlicherweise zum Greifen nahe Guggershörnli lässt erahnen, dass dahinter irgendwo Bern liegen muss (weiter hinten grüsst die unvermeidliche Gösgener Dampffahne), es folgen die Alpen vom Pilatus über die Berner und Waadtländer Alpen (mit Einblicke tief ins Wallis und zuvor ins Gantrischgebiet), der Mont Blanc – und mit den Freiburgen Alpen rund um den Moléson mit dem Greyerzerland schliesst sich der Kreis. Umwerfend!
Am Schluss des Skitages lohnt es sich, bis zum Triangulationspunkt auf dem La-Berra-Gipfel hochzusteigen, wie es Pilatus und ich keuchend taten – und auf der Heimfahrt natürlich eine deftige Ladung Doppelrahm mit Meringues sowie Greyerzerkäse in einer lokalen Käserei mitlaufen zu lassen.
Mehr eigene Bilder vom 18. Februar hat es hier, und wenn Pilatus seine Ladung aufschaltet, lässt er es uns sicher hier wissen.
Und natürlich kennen wir auch den Film-Modus unseres iPhones – hier ist “La Berra à l’ancienne” in HD:
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