kleine Empfehlung als Begleitmusik...
Im Sommer 1987 war ich das letzte Mal am Wendelstein – eigentlich der einzige Wanderausflug meiner Kindheit, der in die oberbayrischen Alpen führte, denn ansonsten begnügten sich meine Eltern immer mit Ziel im heimischen Allgäu.
Der Grund für den Abstecher war die Zahnradbahn, die meinen Vater interessierte und so machten wir uns auf den weiten Weg. Ich erinnere mich noch, dass ich mir unter einer „Zahnradbahn“ als 7jähriger nichts Richtiges vorstellen konnte. Ich hatte damals nur einen Begriff von Bügelliften, Doppelsesselbahnen, Tellerliften oder Kabinenbahnen. (ESLs, 3SBen oder auch Pendelbahnen lernte ich erst in den 90en bzw. letztere erstmals am Wendelstein kennen.)
Nun – damals jedenfalls begeisterte mich die Zahnradbahn von Brannenburg herauf gar nicht so besonders. Aber vom Berg oben erkannte man dann einen Schlepplift weiter unten – es muss sich wohl um den Lacherlift gehandelt haben. Das interessierte mich nun schon viel mehr und es sollten fast 26 Jahre vergehen, bis ich den Schlepper endlich mal fahren konnte. Damals gingen wir auch in die Bergstation der Pendelbahn hinein, ohne sie jedoch zu fahren. Es war das erste Mal, dass ich eine solche Seilbahn aus der Nähe zu Gesicht bekam und ich wunderte mich, dass die nur zwei Kabinen hatte und keine Umlenkung wie bei der 4EUB Gasselhöhe (1980-2005) , die mir von klein auf vertraut war.
Premierenfahrt mit der Wendelsteinbahn. Ich hatte zunächst noch überlegt, Berchtesgaden aufzusuchen, doch irgendwie vertrödelte ich beim Frühstück die Zeit und geriet dann auf der A8 in den samstaglichen Verkehrswahnsinn. So entschied ich mich gleich hinterm Kreuz Brunnthal, zum Wendelstein zu fahren. Ich sollte diesen Entschluss keine Sekunde bereuen! Bei meiner Ankunft in Osterhofen lachte die Sonne und ich freute mich auf ein paar urige, gemütliche Stunden in einem typischen oberbayrischen Skigebiet, in dem die Zeit seit den 70ern irgendwie stehen geblieben zu sein scheint, was auch gut so ist...
Unten sieht man die Schiebestrecke am Ende der Talabfahrt. Ein bisserl Sport schadet ja nach über 40 Stunden am Laptop unter der Woche (und weiteren 40 bei Photoshop
2011 hat man die Bahn wohl modernisiert. Die Bergstation sah auch anders aus wie 1987, wie mir später auffallen sollte.
Von der Bahn aus sieht man den kürzeren der beiden Schlepper am Berg oben – Bocksteinlift.
In diesem Winter freut man sich über jeden Sonnenstrahl!
Oben angekommen – ein Gelände wie irgendwie tief in den Alpen, dabei befindet man sich hier noch am Gebirgsrand gewissermaßen. Während die anderen zur Piste marschierten, zog ich erst man die Nikon hervor. Wenigstens durfte ich hier ungestört zoomen. Am Tegelberg oben ist das nicht erlaubt....
Trassenzoom auf die 1970 eröffnete Pendelbahn, die nur eine Stütze hat.
Leider sollte es dann wieder zuzuziehen und die Sonne immer mehr gegen die Wolken verlieren.
Das hat 1987 meiner Erinnerung noch anders hier oben ausgesehen. Mein Gott, ist das lang her. Damals hatte ich noch eine Ur-Oma und in Bayern herrschte der FJS...
Ich wollte kurze Zeit vom Skifahren gar nichts wissen
Da oben am Gipfel wurde ja auch „Wer früher stirbt, ist länger tot“ gedreht, ein wirklich genialer Film...
An die MSB kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Die war 1987 aber bestimmt auch schon da.
Hier hatte ich dann doch mal die Ski angeschnallt und zoomte nochmal zur Kapelle hoch...
Der obere Hang ist gleich mal ein absolutes Sahnestück! Unten sieht man die Trasse der Zahnradbahn. Leider muss man entweder diese oder die Pendelbahn benutzen, um wieder ganz hinauf zu gelangen.
Schade, dass die nicht hier oben noch eine Sesselbahn gebaut haben! Dann hätte man vielleicht auch noch Skibetrieb, wenn unten nichts mehr geht und man die Pendelbahn braucht, um ins Tal zurückzukommen. (Die Schlepper führen ja nicht bis ganz rauf.) Aber wahrscheinlich dürfte aufgrund der sonnenzugewandten Hanglage der Schnee im März eh schnell weg sein, oder?
Mit der Oberleitung der Zahnradbahn und den Felsmassiven im Hintergrund sah das hier oben eher aus wie mitten in der Schweiz als in Oberbayern.
Die Bahn hatte letztes Jahr ihren 100. Geburtstag...
Nach der Unterführung muss man erst mal Schuss fahren, ehe man dort unten einen weiteren Durchlass passiert, um auf die andere Bergseite zu gelangen. Ich blieb jedoch erst mal stehen, knipste und genoss den Ausblick. Ich konnte mir sowieso Zeit lassen, da ich den ganzen Tag am Wendelstein verbringen wollte. Dazu die Sonne! Aber es soll ja am Wochenende schönes Wetter geben...
Wenn es doch nur so geblieben wäre! Aber bei dem guten Schnee kann man sich auch bei geschlossener Wolkendecke vergnügen...
Denn später sollte es am Gipfel oben so aussehen... (Aber wenigstens war unten bei den Schleppern dann eine bessere Sicht.)
Viele Tiefschneefahrer waren hier unterwegs, doch ich blieb meistens auf der Piste. Auf dem Naturschnee dort ließ es sich wirklich ausgezeichnet fahren – außer an einer Stelle der Talabfahrt zur Pendelbahn waren die Verhältnisse 1A.
Später waren ein paar Leute mehr unterwegs, aber man musste dann höchstens zwei Minuten mal am Lacherlift anstehen, während der Bocksteinlift weniger Leute anzog.
(Den Schlepper kann man im Hintergrund auch schon sehen.)
Zuerst ging es zum Bocksteinlift, dessen Umlenkung unter der Pendelbahntrasse steht.
(lt. Liftworld 1968 erbaut)
Fährt elektrisch...
Es gibt längere Schlepper, aber die Pisten daneben konnte man herrlich hintunterheizen...
Zoom zum Lacherlift am Nachbarhang – der geht schon steiler ab und ist auch länger. Lt. Liftworld soll der sogar schon 1951 erbaut worden sein. Ich hätte jetzt eher auch so auf 1962-1970 getippt.
Hinweisschilder braucht man hier nicht so sehr wie in der Skiwelt...
Im Bocksteinlift...
Hatte ich schon von oben gesehen...
Na, da braucht man nicht bis nach Tirol reinfahren, wenn es hier so einen guten Schnee hat – 1 Stunde von der Tiefgarage entfernt. (Gut - am Samstag hat es wg. der A8 länger gedauert.)
Ich hatte an jenem Samstag ausgiebig Zeit zu knipsen.
Dann wollte ich doch mal den steilen Schlepper weiter drüben fahren! Den hatte ich ja wohl 1987 vom Berg oben aus gesehen. Wegen der Wolken konnte ich das am Samstag neulich nicht 1:1 nachvollziehen. Aber der Bocksteinlift liegt in einem Gelände gleich unterhalb eines Felsmassivs – den dürfte man von oben nicht sehen.
Die Talstation – hörte sich leider nicht nach dem erwarteten Dieselgeschepper an...
Einfach schön...
Vom Lacherlift war ich total positiv überrascht – ist länger u. steiler als ich gedacht hätte. Dazu die Abfahrt – echt klasse....
Da hinten geht es dann zur Zahnradbahn hinunter.
Hier kann man es laufen lassen – es folgt ein flaches Stück bis zur Talstation und schon geht es wieder hinauf im steilen Lift oder rüber zur Talabfahrt nach Osterhofen...
...oder nochmals zum guten, alten Bocksteinlift....
Die Sonne verlor ihren Aufstand und ich düste gen Osterhofen...
Die Talfabfahrt ist eine schöne Raserstrecke, da sie oft quer den Hang verläuft und man Geschwindigkeit braucht, um in den Flachstücken nicht anschieben zu müssen. Dazu dann weitere Flachstücke, die man einfach ohne Bogen runtersausen kann...
Ein letztes Bild – ich erblickte weiter unten die Kabine, die gerade in die Talstation schwebte und sah zu, dass ich sie noch erwischte. Wenn die Kabine gerade beim Bocksteinlift vorbeischwebt und man zügig runter fährt, dann kann man sie gleich wieder hinauf.
In der Bahn – weiter hinten schweift der Blick auf ein Bilderbuchdorf bzw. genauer gesagt eine Siedlung von Bauernhöfen und einer urigen Kapelle. Leider waren die Scheiben trotz geschlossener Skischuhe meinerseits immer recht schnell beschlagen
In der Wirtschaft oben – es hatte noch wenig Betrieb um halb 12 – gönnte ich mir erst mal was Feines. Verdammt, ich hab heute noch nicht zu Abend gegessen und kann mir dieses Bild gar nicht anschauen...
Zurück an der Piste begegnete ich beim Skianschnallen einer Clique Alpendohlen. Dieser Kerl wagte es, sich vor mir aufzubauen und mich anzuschnorren. Doch ich hatte nichts dabei...
Vielleicht brauchte er aber auch nur ein Passfoto für den Flug in die USA...
Ach ja, davor hab ich mir noch die MSB beim Vorbeigehen aus der Nähe angeschaut...
Die dürften den März nicht überleben...
Da sollte ich später auch noch durchfahren. Aber nicht auf Skiern...
Alte Stütze des Bocksteinlifts. Heuss?
Später nochmals...
An der Bergstation des Lacherlifts – nun ging es auf die andere Seite hinunter zur Abfahrt in Richtung Brannenburg.
Hier geht es los – an den Schleppern hingen Tafeln aus, welche die Abfahrtzeiten des Zuges an der Mitteralm anzeigten. (Alle 30 min fährt ein Zug.) Es sollte sich herausstellen, dass die Abfahrt nur bis dorthin geöffnet war. Weiter bis Loipl war ausdrücklich geschlossen. Lt. einem Einheimischen kann man anscheinend sogar bis Brannenburg abfahren.
Hier oben hätten's ruhig 1970 noch einen blauen Leitnerschlepper hinstellen können!
Ab hier war dann gar nichts präpariert – aber bei dem Schnee wunderbar zu fahren.
Auch hier unten hätte sich noch ein Kurzbügler gut gemacht...
Ich hatte keine Ahnung, wie lang die Abfahrt ist. Doch gleich nach diesem Hang kam schon die Haltestelle neben einer urigen Almhütte ins Blickfeld. Gerne wäre ich noch weiter runter, doch das „Gesperrt“-Schild zu missachten wäre pure Dummheit gewesen. Gerade als Ortsfremder.
Das nächste mal kehre ich dort mittags ein!
Skifahren und Zahnradbahn gab es bei mir so direkt auch noch nie.
Das hatte was, muss ich sagen. Die Fahrt zieht sich dann aber hin und die Waggons waren sehr gut geheizt...
Dort hinten kommt die Piste über die Gleise rüber...
Zum Gipfel zurück...
Nette Nachmittagsstimmung am Lacherlift...
Ein bisserl später... Also noch mal runter nach Osterhofen zur Pendelbahn.
In diesem Stück war es etwas steinig...
Nochmal Schwung holen, ein paar Kratzer einfangen und man gleitet über die Wiesen am Dorfrand der Talstation entgegen – unterbrochen von einem schmalen Durchlass unter den Bahngleisen...
Einmal noch ging es hinauf – ich wollte oben am Berg eine Cola vor der Heimfahrt trinken.
Blick zur Trasse mit der einzigen Stütze...
Wenig später...
Am Lacherlift wanderte ein Tourengeher den Berg empor und ich flitzte nochmals den Hang am Bocksteinlift hinab, ehe es zur letzten Abfahrt des Tages ging.
Unten angekommen – nur noch unter der Bahn in der Unterführung durch und über eine flache Wiese neben der Pendelbahn, dann war auch dieser Tag ohne Unfall überstanden.
Noch vor der Unterführung fiel mir dieses Holzhäusl auf. Hmmm....
Da könnte doch...aber ich glaube, da war nie ein Lift. Dürfte auch wegen der sonnenzugewandten Lage im Tal unten kein sehr guter Hang gewesen sein.
Hoch über Osterhofen thront die eine Stütze....
Nochmals ein Blick zur Pendelbahn, wo gerade eine der beiden Kabinen in Richtung Gipfel schwebte – über die Bahngleise und den Verbau darüber hinweg...
Nun – die 30 € für die Tageskarte hatten sich gelohnt – ich hatte einen wundervollen Skitag verbracht und werde hoffentlich nächste Saison mal wieder hier her zurückkehren...