Kreuze in gehäufter Form deuten bei Liftworld darauf hin, dass in der Gegend um Ruhpolding bereits etliche Schlepper und sogar Sesselbahnen ins Jenseits verfrachtet worden sind. Irgendwie hat sich da hinten ein LSAP-Virus eingenistet, dem das kleine Gebiet am Rauschberg zum Opfer gefallen ist, die Lifte an der Steinbergalm, der halbe Bestand am Unternberg und auch weitere Einzelschlepper wie jener an der Blickneralm, der im Tal neben der Rauschbergbahn oder der Otto.
Schneller geht es, wenn man die Überlebenden aufzählt, denn das sind eigentlich nur die beiden Schlepper am Fuße des Unternbergs und der Westernberglift mitten im Ort. In Maiergschwendt surren noch ein paar Seillifte und ob es sich in der Siedlung Labenbach auch um solch ein Konstrukt oder gar um einen richtigen Schlepper gehandelt hat, habe ich leider noch nicht herausfinden können.
Nun – bevor weitere Kreuze bei den Einträgen in Liftworld hinzukommken, wollte ich wenigstens noch die letzten Drei besucht haben....
I - Schlepplifte am Unternberg
Natürlich war das Wetter wieder wie üblich in diesem dunklen Winter – es schneite (wenn auch nur sporadisch), die Wolken hingen tief und ganz kurz konnte man einmal erahnen, dass es die Sonne auch wirklich noch gibt.
Ankunft am 1.000 m langen FIS-Lift, der oben noch vom etwas kürzeren, flachen Kegellift ergänzt wird, der als kleine Entschädigung hierfür aber durch ein verschneites Waldstück verläuft. Am Einstieg des Schleppers scheint man eine SEBA-Stütze eingebaut zu haben.
Das typische 60er-70er-Jahre Talstationshäusl. Der Antrieb scheint schon auf Elektrisch umgestellt worden zu sein.
Die Trasse ist eher langweilig, aber im unteren Teil hat es links und rechts des Lifts ganz nette Hänge.
An der Bergstation angekommen.
Blick zurück...
Zuerst bewegte sich die DSB weiter oben gar nicht und später nur für Fußgänger. Der Skibetrieb an der Piste daneben wurde leider eingestellt.
Am Kegellift – halt recht flach...
Dafür fand ich diese Passage ganz nett.
Oben angelangt...
Kegellift von der Seite aus betrachtet...
Skifahren in Ruhpolding – fast nirgends mehr möglich...
Dabei wäre es an diesem Berg zusammen mit der langen DSB, dem Südhanglift oben und dem abgebauten Weingartenlift weiter östlich des FIS-Lifts sicherlich nicht schnell langweilig geworden. Aber so ist das halt eher eine Sache für zwei Stunden. Wenigstens gibt es links und rechts des unteren Schleppers zwei gute Abfahrten.
Da unten fast am Ende der Piste geschah dann ein Unglück – jemand stürzte und musste später vom Rettungshubschrauber abholt werden. Hoffentlich ist der- oder diejenige wieder gesund auf den Beinen...
Bergidyllenzoom gegenüber...
Unten angekommen...
Wie immer ein kritischer Blick des Liftlers zum Fotografen...
Der Südhanglift oben hatte vom Häusl her die gleiche Antriebsstation – am Berg eben.
Winter 2012/ 13....
Auf der anderen Seite des Schleppers...
Mittags legte ich noch einen Halt an einer Wirtschaft neben der Piste ein.
Vom Tisch aus zoomte ich zur DSB-Trasse, während ich auf mein Essen wartete. Muss das ein Wahnsinns-Schlepper gewesen sein, der da bis 1971 hinauf ging!
Bei der letzten Abfahrt versuchte es die Sonne mal kurz und ließ es sogleich wieder bleiben.
Pfui!
II – Westernberglift
Eigentlich kein besonderer Lift, aber wenn er schon direkt auf dem Weg liegt...
Zoom vom Parkplatz aus...
Weiter rechts gab es früher den Ottolift...
Hier war immer mal wieder Anstehen angesagt – der Westernberglift war recht gut besucht.
Wenigstens eine ungewöhnliche Schlepper-Umlenkstation gibt es hier zu sehen.
Blick auf die Piste....
Na ja … bald zog es mich weiter zum Stemag in Meisau...
Dieses Ding gab es noch zu sehen.
Nicht nur ich knipste die Talstation.
So fuhr ich also dem letzten Ziel entgegen – vorbei am Wolfsberglift in Richtung Inzell gelegen....
III – Sulzberglift in Hammer-Meisau
In Hammer erlebte ich mal wieder so ein kleines Saisonhighlight. Auch wenn ich den Lift schon von einem sommerlichen Abstecher vor zwei Jahren kannte, war ich nun beim Winterbesuch vollkommen positiv überrascht. Ein uralter Stemag weit hinten in einem kleinen Tal, wo sich seit der Adenauer-Ära außer dem Design der geparkten Autos kaum etwas geändert zu haben scheint, dazu Kurzbügel, ein paar nette Abfahrtsvarianten...
Gleich mal hoch gefahren.
Danach geht es flach dahin, ehe man am Waldrand gezwungen wird, los zu lassen. Das fällt dem Schleppliftfan im Allgemeinen recht schwer...
Blick vom Ausstieg. Zwar war das Wetter nun vollends trüb, aber an so einem Prachtexemplar von einem alten Stemaglift kann das meiner Stimmung nichts anhaben.
Zoom zur Piste links des Ausstiegs (von unten gesehen).
Im Hintergrund verläuft die Strasse nach Inzell, wo es früher ja mal ein halbes Dutzend Schlepper gegeben hat.
Hier konnte man ein bisserl Tiefschnee „üben“....
Wieder am Lift angekommen, wo man auf den letzten Metern nochmal einen guten Hang abfahren kann.
Doch ich zückte erst mal noch die Kamera...
Der Liftler dachte wahrscheinlich, ich hätte einen an der Waffel...
Wieder oben...
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Erwischt...
Aber unbehelligt konnte ich noch mal hinauf...
Irgendwo führte ein Weg durch den Wald...
Na also! Irgendwie mag ich solche kleinen Abstecher...
Also hier hinten war es wirklich total urig – einer der besten Einzellifte dieser Saison. Schade, dass es solche Exemplare kaum mehr noch gibt.