Anfahrt: Ettlingen - Stutgart - Ulm - Füssen - Fernpass - Imst - Ötztal ca. 5 h
Wetter: Samstag 7.12. bewölkt bis bedeckt, leichter Schneefall; 8.12. sonnig, geschätzt -8°C bis -3°C
Schnee: Untere Etage ca. 30-40 cm Maschinenschnee mit teilweiser Steineinlage, Gletscher Pulver in undefinierter Höhe. Bis ca. 2800 m kaum Naturschnee.
Anlagen in Betrieb: 7.12. Gletscher wegen Sturms gesperrt, alle wichtigen Anlagen unterhalb geöffnet. 8.12. auch Gletscher geöffnet.
Wartezeiten: 2-5 Minuten
Gefallen: Früher Alpentrip in der Saison mit immerhin 50% Schönwetter; Talabfahrten bereits geöffnet
Nicht gefallen: Viele Steine im Kunstschnee, Anlagenbetriebsinfo fehlerhaft
Wie schon im Vorjahr bot meine Firma den Mitarbeitern für Anfang Dezember 2013 ein Skiwochenende an, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte. Statt erneut ins Pitztal ging's diesmal nach Sölden; übernachtet wurde in Längenfeld. Der Skisamstag war von Wolken dominiert, am Sonntag war Kaiserwetter. In der Kollegengruppe ging es nicht darum, das Skigebiet möglichst vollständig abzufahren, sondern Spaß zu haben - ich war ohnehin schon mal dort. So machten wir am Samstag viele Höhenmeter am Giggijoch und vor allem auf dessen beschneiter und vormittags noch gut präparierter Talabfahrt. Am Sonntag ging es natürlich zum Gletscher. Der Gaislachkogel ging leer aus.
Während am gleichen Wochenende im Allgäu bei geschätzt 40 cm Schnee (Eindruck von der Anfahrt) bereits einige kleinere Skigebiete öffnen konnten, war die Naturschneelage im Ötztal erstaunlich gering. Bei meinem Besuch reichte sie bis ca. 2600 m nur für Dekozwecke, also für einen winterlichen Eindruck. An Off-Piste war bei 15-20 cm Altschneedecke nicht zu denken. Der Skibetrieb unterhalb des Gletschers wurde ausschließlich durch die leistungsfähige Beschneiung ermöglicht. Dennoch gab es im Beschäftigungsgebiet immer wieder Steine in den teils recht vollen Pisten. Am bewölkungsgeprägten Samstag wurde so die schwarze Talabfahrt Giggijoch unser Liebling. Hier gab es bis zum frühen Nachmittag die wenigsten Steine und die wenigsten Skifahrer. Am späteren Nachmittag waren insbesondere die Passagen rund um Hochsölden leider nur noch übel zu fahren. Auch die beschneiten Talabfahrten am Gaislachkogel waren bereits geöffnet - eine enorme technische Leistung für einen schneearmen Dezemberanfang und zweifellos ein guter Service Söldens.
Die leichten Gletscherpisten am Tiefenbachferner waren am Sonntag dagegen auf Pulver hervorragend und mit viel Fahrspaß zu fahren, wen wundert's. Den schattigen, abweisenden Rettenbachferner haben wir nur zum Transfer passiert. Die Gletscherschlepplifte Panorama und Karleskogel (Reststrecke) waren nicht einmal aufgebügelt - warum? Etwas irritiert war ich über den mächtigen Speicherteich am Tiefenbachferner, den es bei meinem letzten Besuch in Sölden 2006 noch nicht gab ... aber was soll's, so ist Sölden halt. Erstaunlich auch, dass bereits die lange Abfahrtsstrecke durchs Rettenbachtal geöffnet war, das hatten wir gar nicht erwartet.
Wirklich gewundert habe ich mich über die teils fehlerhafte Betriebsstatusinfo des Gebiets. Der Söldener Schneebericht meldete für den 7. Dezember das Gletschergebiet bis abends als geöffnet, obwohl es den genzen Tag geschlossen blieb. Wer am Samstag als Tagesgast angereist ist und ein fast komplett geöffnetes Skigebiet erwartet hat, wird sich geärgert haben. Die 4KSB Rosskirpl am Giggijoch wurde als geschlossen gemeldet, war aber in Betrieb. Dito der SCHL Mutkogl am Tiefenbachferner am 8.12.
Für ein schönes, frühes Skierlebnis in den Alpen nehme ich alle beschriebenen Mankos natürlich in Kauf und freue mich über ein gelungenes Skievent im Kollegenkreis. Als Ziel für einen Familienskiurlaub kommt Sölden für mich aber eher nachrangig in Frage.
25 Fotos vom Schönwetter-Sonntag:
Auf geht's! Giggijochbahn, ganze 3 Minuten Wartezeit trotz Schönwetter.
Blick aus der Giggijochbahn ins Tal. Der Eindruck täuscht, es liegt sehr wenig Naturschnee.
Pisten der 4KSBn Hainbachkar und Silberbrünnl. Beschneiungsautobahnen ... in der Saison stark frequentiert.
Im "Golden Gate" zum Gletscher. Abfahrt zur Einzeigerbahn.
Weiter mit der Gondel zum Rettenbachferner. Die Gletscherstraße war erfreulicherweise schon gesperrt.
Wechsel zur EUB Schwarze Schneid. Mit steht hier oben zu viel Infrastruktur herum.
Panorama von der Bergstation Schwarze Schneid. Dolomiten-Zoom.
Pulverschneespaß am Tiefenbachferner.
Tiefenbachferner. Hat auch noch nicht viel Schnee, wie man links an den Felsen sieht.
Panoramablick auf Wildspitze und Pitztaler Gletscher (hinten rechts).
Skigebiet Pitztaler Gletscher im Zoom. Per Firmenskifahrt vor genau einem Jahr besucht.
Viel Platz ganz oben auf dem Tiefenbachferner.
Tiefenbachferner mit SCHL Mutkogl.
EUB am Tiefenbachferner.
Aussichtssteg am Tiefenbachferner. Stört dort nicht wirklich und wird gut angenommen.
Im SCHL Mutkogl. Hier war es sehr windig, was das Foto nicht zeigt.
Infrastruktur Tiefenbachferner.
Rückfahrt über den Rettenbachferner ... eine recht schattige Angelegenheit, dieser Gletscher hat im Hochwinter nur wenig Sonne.
Zurück durchs Rettenbachtal. Die Ziehwegabfahrt war bereits geöffnet.
Pisten am Giggijoch im Nachmittagslicht.
Gelbe Bubbles der 6KSB Giggijoch ... Sölden halt.
Nachmittagsimpression der Giggijochpisten. Auch hier wird es gegen 15 Uhr im Hochwinter schattig.
Artillerie im Gegenlicht an der 4KSB Silberbrünnl.
Talabfahrt bei Hochsölden. Ab hier nachmittags nicht mehr schön zu fahren.
Schlussimpression der Skifahrt.