Eigendlich wollte ich an Neujahr nur kurz nach Forcora auf die Ski. Die Infos zum Status dieses Skiliftes waren aber wiedersprüchlich.Jedenfalls ist der Lift nun definitiv LASP wegen dem Vita technica oder wie auch immer dieser Käse heisst. Dann halt weiter das Valle Veddasca hoch in die Schweiz. Ja richtig gelesen, der hinterste Teil des Valle Veddasca mit der Ortschaft Indemini, gehört zur Schweiz.
Die Geschichte dieser abgelegensten Ortschaft der Schweiz reicht weit zurück in die alte Eidgenossenschaft, diese waren der Ansicht bei Ihren Ennetbirgischen Feldzüge zwischen 1403 und 1515 der Ansicht, der Hügelzug zwischen Lago Maggiore und Lugano sei strategisch wichtig und knöpften den Herzögen von Mailand den hintersten Teil des Valle Veddasca und damit die Gemeinde Indemini ab.
Lange Zeit war die Ortschaft nur vom italienischen Luino mehr schlecht als recht erreichbar. Der karte Hügelzug bot lediglich einfachste Landwirtschaft. Mit dem ersten Weltkrieg wurde das Hügelgebiet wieder strategisch interessant. aus dieser Zeit stammt auch die Strassentechnische anbindung Indeminis an den Rest der Schweiz.
Von Vira auf rund 200müM wurde von der Armee eine Passstrasse auf die 1395m hohe Alpe di Neggia geschlagen und auf der Rückseite ins Valle Veddasca nach Indemini. Die steile einspurige Bergstrasse besitzt 256 Kurven und überwindet 1200 Höhenmeter. Währdend dem zweiten Weltkrieg wurde auf der Passhöhe eine grosse Batterie Minenwerfer errichtet um damit die Seestrassen nach Locarno, Luino die Passtrasse über den Generi aber auch die ersten italienischen Städte.
Für die Bevölkerung reichte die Landwirtschaft in dieser Zeit nicht mehr aus zum überleben. Die Ortschaft war von grosser Abwanderung betroffen. In der Winterzeit war der Zigarettenschmuggel der grösste Wirtschaftsfaktor in dieser Region. Die Ortschaft drohte auszusterben. Eine Lösung des Problemes wurde im sanften Tourismus gefunden. Diverse Wohnhäuse wurden zu Ferienhäusern umgebaut. Eine Postautolinie verbindet mind. 3mal am Tag Indemini mit dem Rest der Welt. Heute sprechen rund 50% der Einwohner Deutsch. Das ist mehr als in der deutschsprachigen Gemeinde Bosco Gurin.
Schon in den 50er Jahren wurde auf der Alpe di Neggia ein einfacher Skilift aufgestellt.
1974 kam ein zweiter Skilift dazu. Beide Anlagen bestehen heute noch.
Das Skigebiet befindet sich direkt auf der Passhöhe wo diverse Parkplätze vorhanden sind. Es besteht aus einem alte Pedrazzini Schlepplift (Handschuhfresser mit Stützen) und einem neueren aber nicht minder trashigen WSO Tellerlift. Beide Anlagen erschliessen relativ einfache Pisten, bei Neuschnee aber auch ein paar tolle wenn auch kurze Tiefschneehänge.
Der Tellerlift ist rund 500m lang macht 200 Höhenmeter. Etwas schade, der Hang währe bei der Bergstation noch nicht fertig. um ihn zu befahren muss man aber zu Fuss gehen.
Auf der Passhöhe befindet sich ebenfalls ein Refugio mit Grillspezialitäten.
Dank der momentan hervorragenden Schneelage im Tessin sind die Pisten in absolut Steinfreiem Zustand. Wer sich nicht über die kurzen Pisten, den Italotrash mit schweizer Qualität und die Oldschool Präparierung nervt, kann hier ganz entspannt ein paar Stunden sich austoben. Anstehen sowieso Fehlanzeige.
Herzlichen Dank an alle diejenigen die sich bei grottigen Verhätnissen mit all den anderen Menschenmassen auf den Grashügeln in AT abrackern und mir so einen entspannten Tag im Pulverschnee gönnen.
Erstaunlich, seit meinem letzten Besuch hat es plötzlich auch Autos hier mit Deutschen Kennzeichen.
Pistenplan: zeichne ich nachher noch.
Video:
Album: http://www.stahlseil.ch/gallery/main.ph ... mId=382674