Der Tag fing so idyllisch an – auf der Strasse war kaum Verkehr und ich wunderte mich schon, weder am Mittleren Ring noch auf der A 8 nennenswerte Blechlawinen zu erleben. Bei schönstem Sonnenschein und gut erholt dank der freien Tage an Weihnachten fuhr ich ins Chiemgau.
Vor Reit im Winkl hing dann noch der Nebel und es herrschten etwas glatte Straßenverhältnisse. Auf dem Weg hinter zum Parkplatz an den Benz-Ecklliften war ich um den gefrorenem Boden wieder froh, denn im Matsch wollte ich da nicht über die Feldwege rutschen.
Blick zum Benz-Eck-Tellerlift, einem Leitnerschlepper von 1982.
Die erste Kohorte rückte schon an. Ich musste mir noch ein Parkticket ziehen, das aber beim Kartenkauf angerechnet wird.
Wegen des Nebels blieb die Knipse anfangs noch weitestgehend in der Jacke...
Nach einer Tellerliftfahrt wechselte ich hinüber zum Benz-Eck-Lift 1, den man 1964 erbaut und 2003 oben etwas verlängert hat.
Nachträglich eingebaute Stütze.
Außer zwei Schrat.... äh Kindern
Nochmals das Verlängerungsstück...
Zoom zum Walmberg, wo man nun sämtliche Stützen des abgebauten ESL weggeschafft zu haben scheint. Wahrscheinlich tat die Hanglage auch ihr übriges, dass sich der Schibetrieb dort nicht gehalten hat. Aber wenigstens konnte man hier in den ausklingenden 2000ern noch ein paar schöne LSAP-Ruinen-Bilder knipsen.
Langsam lichtete sich der Nebel und immer mehr Leute kamen. Nun stand auch der Liftler draußen, aber er ließ mich ungestört knipsen.
Oberbayrische Lifteidylle an der Talstation – besonders der Holzbügel aus der guten, alten Zeit war natürlich interessant.
Die Ecke da hinten im Wald mit dem Kurzbügler hat was – ideal für einen Zwischenstopp.
Nach etlichen Abfahrten nahm ich mir am Schluss nochmals den Tellerlift vor.
Nebelstimmung am Leitner...
Die Piste hier ist natürlich total flach – ein ideales Übungsrevier. Aber wegen der Abfahrt bin ich ja gewiss nicht an diesem Lift gefahren.
Genug vom Benz-Eck – ich rutschte zum Auto zurück, packte meine Schi zusammen und machte mich zur Winklmoosalm auf, wo ich schon seit 2009 nicht mehr Schi gefahren bin.
An jenem 30.12.2013 lief oben auch der Rossalm-Kurzbügler, was natürlich trotz Ferienzeit ein Besuch wert war, denn unter der Woche außerhalb der Hauptsaison dürfte der analog dem Gelbhansekopflift, dem Mitterkaserlift oder auch dem Ifen-Kurvenlift stillstehen. Darüber hinaus wollte ich nun auch mal mit der neuen EUB (neben der Wankbahn sicherlich die längste Deutschlands) fahren und der altehrwürdigen Kammerköhrbahn an der Steinplatte vor ihrem Ersatz nochmals einen Besuch abstatten.
Ich wunderte mich auf der Straße in Richtung Schigebiet schon, als mir sehr viele Autos mit Skisärgen auf den Dächen ENTGEGEN kamen. Ich Depp hätte es mir gleich denken können – hinter der nächsten Kurve standen sie schon und im Stopp and Go quälte sich die Blechlawine schließlich eine Ewigkeit lang Richtung Seegatterl. Indes stieg die Sonne am blauen Himmel höher und ich saß fest. Der Parkplatz an der Winklmoosbahn war schon überfüllt und dahinter versuchten die Leute, irgendwie im Wald oder am Straßenrand zu parken. Ich fuhr ein Stück weiter und hoffte auf einen Wiesenplatz, doch auch der war schon belegt. Kurz überlegte ich nach einem U-Turn, mich auch an den Rand der Bundesstrasse zu stellen, doch als die Polizei weiter vorne schon die Leute ermahnte, ihre Autos zu entfernen, startete ich lieber Richtung Waidring durch, um es dort zu versuchen.
Also wieder nach Reit im Winkl zurück zockeln, dann weiter nach Kössen und die Landstraße bis Waidring. (Natürlich mit Schleicher, der selbstverständlich an der Loferer Strasse auch nach links abbog
Bei diesem Anblick musste ich mich kurz zusammenreißen, nicht auszusteigen und meinem Ärger im wahrsten Sinne Luft zu machen. Aber ein leerer Reifen (oder auch gleich alle vier) wären meines Erachtens eine gerechte Strafe für diese Einparkheldentat gewesen.
Weiter vorne kam dann ein Ehepaar entgegengelaufen, die zu ihrem Auto wollten. Na also! Doch sie erzählten mir, dass man an der Seilbahn keine Leute mehr hinauf ließe. Oben sei eh der absolute Massenauflauf und ich würde da nichts verpassen. (Aber der Kurzbügler....)
Also dann eben St. Johann – dort wollte ich sowieso mal wieder hin nach zwei verlorenen Stunden würden mir noch drei zum Schifahren verbleiben.
Aber auch das unten noch im Nebel liegende Schigebiet in St. Johann war überaus gut besucht – trotz der geringen Höhen- und damit schlechten Schneelage herrschte großer Andrang. Aber es liefen fast alle Lifte wenigstens.
Am Parkplatz fand ich noch in der letzten Ecke einen Flecken, wo ich meinen Renault endlich abstellen konnte. An der Kasse gab es dann als krönenden Abschluss noch eins drauf. Als ich oben ankam waren nur zwei Leute vor den Verkaufstresen – als ich vom gekacheltem Raum zurückkehrte, auf einmal eine ganze Schlange. Ich musste schon bitter lachen – der 30.12.2013 war wirklich ein verzwickter Tag!
Natürlich waren dann unmittelbar vor mir wieder welche an der Reihe, die nicht einfach nur so einen Skipass käuflich erwerben wollten.
(„Ich hab meine Sechstageskarte verloren, können Sie mir ne neue geben?...Warum net, ich hab sie aber hier gekauft?... Den Beleg? Den hab ich auch verloren...Kreditkarte? Ne, so was hab ich net, ich zahl immer in bar...Was, da müssen Sie erst den Geschäftsführer sprechen? Na gut, dann warten mir halt...)
Ich glaube, ich hatte ich hatte noch nie so eine gesunde Gesichtsfarbe, aber ein Schiunfall oder Autounfall oder treffender Meteoritenblock vom Himmel oben wären schlimmer gewesen, also immer positiv denken....
Wenigstens stieß die Sonne hier gut durch und trotz der vielen Leute und ausgefahrenen Pisten waren es dank der Retro-Lifte noch drei interessante Stunden. 2010 beim Erstbesuch hatte alles in dichtem Nebel gelegen und so sah ich das Gebiet nun in völlig neuem Licht – wenn man mal vom Eichenhoflift 1 absah, der aus der Suppe leider nicht vollständig herauskommen konnte. (DSB Hochfeld 1 unten genauso.)
Die 1987 erbaute Harschbichl-EUB, die hier auf der 2. Sektion eine Pendelbahn ersetzt hat (sicher ganz toll an Spitzentagen), welcher wiederum 1971 ein ESL zum Opfer gefallen ist.
Oben war es noch super zum Fahren, doch ab der Kurve des Eichenhoflifts II wurde es bucklig und eisig dazu.
Dafür waren wegen der Schlepper und schlechten Schneelage kaum Leute unterwegs. Die Abfahrt ins Tal zum Ier Eichenhoflift sollte sich aber als etwas kriminell erweisen – nichts für neue Schi. Aber was macht man nicht alles für seine Lieblingslifte... (unten lief dann sogar der Kurzbügler am Bauernhof
Das Regenwasser der Vortage war gefroren und der Landeanflug zum Schlepplift jedes Mal eine kleine Zirkusaktion...
Hat aber irgendwie Spaß gemacht – mal was anderes als immergerade Pistenautobahnen an KSBen...
Schon als Jugendlicher bin ich am Hauser Kaibling oder der Planai immer gern zu Ostern an den unteren Schleppern Gumpenberg bzw. Fastenberg herumgesaust, wenn dort meistens nur noch ein paar Schneebänder oder eben ausgedehnte Sulzfelder vorherrschten und man auf der Schlepptrasse auch mal Stroh vorgeworfen bekam, um nicht im Grünen zu rutschen. Dafür fuhr dort immer fast niemand und ich freute mich natürlich auf jede Schlepperfahrt.
Bei der ersten Auffahrt stand die Sonne genau über der Trasse.
Bei der zweiten Abfahrt ging es dann mal noch rüber zum Thannlift. Zwar lag auch hier der Schnee nicht gerade meterhoch, aber dafür gab es einen Privat-Kurzbügler ganz für mich...
Später, als die Sonne sichtbar weiter gewandert war.
Immer noch eine nette Nebelstimmung am Eichenhoflift 1
Wie früher oft zu Ostern an den eben beschriebenen Schleppern am Hauser Kaibling oder der Planai. Das mit dem Heu war aber an der Reiteralm. Da hatte es zu Beginn der Karwoche 1991 nur ganz wenig Schnee und am Reiteralmlift 2 rutschte man zwischen den hauchdünnen Schneebändern auch über Stroh. Einen Tag später wurde dann die Abfahrt geschlossen und an der Eiskarhütte ein Zwischeneinstieg geschaffen, um zum Reiteralmlift III zu gelangen, an dem sich dann alles tummelte. (Selbst am Muldenlift ging nichts mehr und die Abfahrt zur DSB Gasselhöhe war unten nicht mehr so ganz jugendfrei.)
Kurvenlift Eichenhof 2 – 2010 schneite es hier bei meinem Erstbesuch so stark, dass man kaum noch knipsen konnte.
Im Schatten war es recht eisig und die Schleppspur spiegelglatt.
Immer wieder erstaunt mich dieses Kurvensystem. Mein erster Kurvenlift war, glaube ich, der alte Doppelschlepper am Dachsteingletscher.
Unterhalb der Steilpassage.
Eichenhoflift 1 noch immer im Nebel versunken...
Kennt ja jeder...
Dann zur ewig langen Girak-DSB Jodlalm.
Hat wie ihre Schwester auf der anderen Seite der Kitzbühler Horns mal eine neue Umlenkstation erhalten.
Seitenblick beim Anstehen.
Netter Trassenverlauf – erst in eine Senke runter, dann steil durch den Wald hinauf...
Blick zurück...
Die Zwischeneinstiegsstelle sah ich nirgends, 2010 hat es sie noch gegeben.
Das passiert, wenn man mit ner DSLR im Sessellift knipst und sich dann auch noch erwischen lässt
Aber auf den restlichen Bildern schaut er wieder nach vorne – das mit dem Flirtblick des Vordermanns ist mir übrigens erst zu Hause beim Bildbearbeiten am PC aufgefallen.
Sicherlich bezog er das gezoomte Objektiv aus sich und seine weibliche Begleitung, aber mich interessierte ganz ehrlich nur diese schöne, alte Girak-Sesselbahn.
1981 hätten wir Alpinforumsleser das sicherlich als hässliche, moderne 0815-Retrostation betrachtet.
Eine letzte Runde Eichenhoflifte...
Recht versteckt – der Antrieb des 1er Schleppers vom Tal herauf.
Kunstschneevergnügen am 2er...
Dass der Eichenhoflift 1 bei der dünnen Schneelage überhaupt lief, verdankte ich sicherlich auch nur der Hochsaison...
Nebelstimmung weiter unten im Flachstück.
Das einzige Steilstück des Eichenhoflifts 1
Dann ging es noch rüber zur 80er-Jahre-4KSB Penzing, die mitten im Wald startet.
Da hat man in den 80ern ganz schön aufgerüstet hier...
(1987 6EUB Harschbichl für die untere Standseilbahn, die über das Hochfeld zur Angereralm führte und eben für die Pendelbahn oben, dann 1988 diese 4KSB für einen nur halb so langen ESL und am Hochfeld die 3SB anstelle eines Schleppers.)
Links die sicherlich bekannte LSAP-Bergstation des ESL Bauernpenzing, der 2001 von einer EUB weiter oben ersetzt wurde. Bis 1988 war das auch gleichzeitig die Talstation der 2. Sektion (ESL)
Blick von oben auf die alte Station.
Da kam der ESL bis 2001 herauf...
In der Sonne war es herrlich, aber im Schatten kroch dann die Kälte hoch.
Dann noch zwei Fahrten an den Hochfeld-Sesselbahnen. An der oberen Piste war die Hölle los – aber alle fuhren zur EUB weiter und die Piste zur DSB war fast leer...
Ach, ich mag diese alten Sessel einfach zu gern...leider fast ausgestorben nun.
Unten herrschte wie bei meinem Erstbesuch der Nebel vor...
Aber ab hier hatte es dafür eine recht interessante Abendstimmung mit dem Sonnenlift, den Nebelschwaden, dazu der langsame Schwebeflug im alten Giraksessel. Hat man den Wald da oben eigentlich gelichtet? 2010 waren da, glaube ich, mehr Bäume um die Lifttrasse herum.
Der 30.12.2013 ging nun in den Abend über, die Sonne verschwand langsam und der Nebel übernahm die Macht...
Zwar keine 600m lang, aber ich mag diese Bahn dennoch.
Dann schwebte ich noch allein in der 3SB weiter – am Boden unten sieht man noch recht deutlich, dass man hier früher im Schlepper nach oben gezogen worden ist. Hat den noch jemand erlebt? Mich würde auch mal der Hirschberglift oben interessieren, der früher hier die dritte Sektion war und ersatzlos abgebaut wurde.
Nach der letzten Auffahrt um 16 Uhr mit der 3SB stellte ich mich erst mal hin und genoss noch den abendlichen Ausblick. Durch diese Suppe da unten musste ich dann noch nach Hause fahren – aber ab Kössen lichtete sich der Nebel.
Die letzten Gäste der 3SB an jenem Tag...
Kaiser-Zoom
Das war es nun mit Schifahren, Liften und Touren anno 2013 – erst im neuen Jahr sollte der Wahnsinn
Zoom in Richtung Brandstadl / Skiwelt Scheffau.
Unten sieht man den Rannhartlift – neben dem gekürzten Schmiedalmschlepper einer der letzten seiner Art dort oben...
An der Talstation der Harschbichlbahn sollte ich bei der Kartenrückkage feststellen, dass der Tauwiesenlift am Fuße der EUB Bauernpenzing DOCH in Betrieb gewesen ist. (2010 nämlich nicht.) Neiiin! Aber gut – vielleicht in der nächsten Saison – solange noch Retro vorherrscht, fahre ich immer wieder gerne nach St. Johann zurück...