Wie Chinesen (Winter-)Urlaub machen

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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Arlbergfan
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Wie Chinesen (Winter-)Urlaub machen

Beitrag von Arlbergfan »

Eine Reportage über den sich entwickelnden chinesischen Tourismus, mit großem Anteil auch an der Skigebietsentwicklung. Nur noch bis Mittwoch online - ansehen lohnt sich.

http://tvthek.orf.at/program/Weltjourna ... en/7442359

Diskussionsanregung:

Eine Entwicklung, die mich sowohl fasziniert, als auch erschreckt. Es ist toll, dass ein aufstrebendes Land sich entwickelt und das Skifahren für sich als Freizeitaktivität entdeckt. Es ist aber auch das erste Land, in dem diese Entwicklung nach dem großen Boom in den Alpen/Nordamerika passiert. Ich sehe hier eine komplett andere Entwicklung des Skifahrens, das sich in einem durch 100%ige künstliche Errichtung (Schnee, Skipisten, Hotels, Skiatmosphäre) auszeichnet. Man mag es mit Frankreich vergleichen, allerdings hatte das doch seine eigene Herangehensweise und nicht einfach alles kopiert. Egal wie es ist, es ist nicht aufzuhalten und weder als negativ noch als positiv einzustufen. Ich sehe es einfach als eine nie dagewesene Chance, eine Wirtschaftsmacht, die nicht von anderen Ländern abhängig ist, bei der Entwicklung zu beobachten. Ski heil!
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Ihr könnt gerne auf Instagram vorbeischauen: https://www.instagram.com/powderhuntr

PapaTomba
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Re: Wie Chinesen (Winter-)Urlaub machen

Beitrag von PapaTomba »

Tatsächlich....Davos zum verwechseln ähnlich...
Offen gestanden, ich fürchte mich davor, in den Alpen von Millionen Indern, Russen und Chinesen überrannt zu werden.
Nicht, weil es Inder, Russen und Chinesen sind, sondern weil es eben Millionen, wenn nicht bald eine Milliarde Menschen sjnd, die den internationalen Tourismus fur sich entdecken und dieser auch leistbar ist. Flugpreise und Pauschalreisen zum spotpreis sei dank.
Da ist mir lieber und auch ökologisch sinnvoller, es entstehen Tourismusdestinationen, wie hier die Skigebiete in der Wüste Gobi, in deren näheren Umgebung.
Egoistisch ?....ja, vielleicht.
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Re: Wie Chinesen (Winter-)Urlaub machen

Beitrag von ATV »

Arlbergfan hat geschrieben:Ich sehe hier eine komplett andere Entwicklung des Skifahrens, das sich in einem durch 100%ige künstliche Errichtung (Schnee, Skipisten, Hotels, Skiatmosphäre) auszeichnet
Und wo ist da der Unterschied zwischen Sölden, Ischgl, Arlberg Zillerta und co? :roll:

Der Einzige liegt darin, dass China so gross ist wie ganz Europa und ca 5 solcher Schandflecken besitzt, In den Alpen aber alle 2km :lach:

Ziemlich einseitige Reportage über ein derart riesiges und vielseitiges Land.
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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Re: Wie Chinesen (Winter-)Urlaub machen

Beitrag von Kris »

Hi!


Ich denke ein wesentlicher Unterschied zwischen China und Alpenregionen ist, dass es in Asien keine historisch ausgeprägte Bergkultur gegeben hat, die selbst Schritt für Schritt zum Bergtourismus geführt hat. Aus dieser Bergkultur resultiert dass zunächst -und das ist Wesentlich- die Menschen in den Bergen Tourismus betrieben haben, also die Bergler selbst Fremdenzimmer, Liftanlagen und Skischulen errichteten. Es gab zwar in der Belle Epoque Hotelpalais von Auswärtigen, das Zepter jedoch was zu geschiehen hat verblieb in den Dorfgemeinschaften. Damit geht auch noch heuet einher, dass (manche) Gäste sich einen gewissen Bergcharme erwarten, zB. Almhütten und Dorfcharakter. Die Bergler der Alpen haben damit die Erwartungen ihrer Gäste mitgeprägt.

In Asien geschieht Planung von sonstwo aus (oft genug von Consultingbüros in AT und CH), Investoren kommen aus Städten u.U. tausende Kilometer entfernt. Keiner von diesen Leuten ist mit dem Gebiet tatsächlich verwurzelt, hat die Bergnatur (sei es die schönen, als auch die ehemals schwierigen Seiten) von Kind bis in das Erwachsensein selbst durchlebt. Der Berg bekommt in Asien erst seinen Wert, wenn er so gut also möglich erschlossen ist. Einzelne Bauern vor Ort werden woanders hingesiedelt oder sind derart fern der Modernität, dass sie diese nicht mitgestalten können (Gegenbeispiel dazu zB. die Silvretta Bergbahnen, die von lokalen Hoteliers/Gewerbetreibenden vormals Bauern noch heute geführt werden!).

Das Ergebnis ist einerseits die kompromisslose Ausrichtung auf "modernen" aber Orientierungslosen Komfort, anderseits wird dem Landschaftsbild per se nicht mal ein Minimum an Schutzwürdigkeit zugestanden. Resultat ist zB., dass Pisten gerne von ganz oben bis ganz unten mit Fangzäunen umstellt werden, und planierter (=langweiliger) nicht mehr sein können.

Auch gibt es kein Minimum an tolerierbarem "Alpinem Risiko". Während es bei uns noch eine Diskussion wert ist, ob man einem Skifahrer zumuten kann, nicht gegen einen Baum zu fahren, wird dort jegliche Gefahrenquelle konsequent weggeräumt. Natur hat dort keine Sonderstellung gegenüber der Stadt, denn es sind die Städter selbst, die Definieren, was zu sein hat und was nicht. In den Alpen herrschtbisweilen noch eine lange und auch politisch noch tief verwurzelte historische Tradition, die sich auch heute noch in Einstellung und Verhalten am bzw. gegenüber dem Berg markant niederschlägt. Tw. auch juristisch (zB. Granatenstellung, Tolerierung von Naturrisiken, ...).

Aber keine Angst, der kulturelle Graben zwischen Alpinen und Asiatischen Skigebieten wird nicht grösser, im Ggt., auch wir sind am besten Wege, bald zwischen Einkaufszentrum und Skigebiet keinen Unterschied mehr erkennen zu können (bezogen auf Raumwirkungen, in denen man sich tatsächlich jeweils bewegt).

Vor 20 Jahren schüttelte ich ungläubig den Kopf ob der immensen Menschenmassen, die auf japanische und Südkoreanische Skipisten ausgeschüttet werden. Bilder fanden sich ab und an in der Presse mit erläuternder Bildunterschrift. Einige Skigebiete bei uns schaffen das jetzt auch bzw arbeiten hart dran. So ist die Zweitelung der Talstation im Zuge der neuen 3S Bahn im Stubaital in eine "untere" und "obere" Talstation nichts anderes als ein "Double Embarquement" um zwei Grossparkplätze zeitgleich mit Autos befüllen zu können, damit sich derart der morgendliche Parkplatzstau auf der Zufahrtsstrasse etwas mildert. Crazy oder?

Die gute Nachricht für die Stubaier: Der unnötige Nörgler das bin ich, denn die investition in das Parkplatz-Double-Embarquement wird sich lohnen: Skigebeite in Südkorea oder neu jetzt auch bald in China werden dzt. noch ein stück dichter befüllt, die Gäste kommen also freudig daher! :-)
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Wie Chinesen (Winter-)Urlaub machen

Beitrag von Rüganer »

Sehr empfehlenswerte Reisereportage über China und seine Bergwelt, besonders im 2. Teil.

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Danke Schweiz und Bulgarien !
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Re: Wie Chinesen (Winter-)Urlaub machen

Beitrag von BSpy »

Im ersten Film wird von geplanten 1 Mio Skigäste im Jahr gesprochen.
Was ist ein vergleichbarer Ort (Anzahl Skigäste) in den Alpen?
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gamblealpin
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Re: Wie Chinesen (Winter-)Urlaub machen

Beitrag von gamblealpin »

Ischgl hat 10.000 Gästebetten. Bei Annahme von 4 Monaten Saison mit 30 Tagen ergibt das schon 1.2 Mio Skipässe. Das Einzugsgebiet ist aber deutlich größer in der kompletten Silvretta Arena, das werden andere sicherlich auch schaffen. Oder liege ich falsch?
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