Landschaftlich war es wie vermutet einfach top! Das Liftpersonal war auch sehr freundlich und zuvorkommend. Die vielen möglichen Pisten sahen zumindest interessant aus.
Leider wurde die Freude am Skifahren durch zu wenig Schnee getrübt, wofür die Verantwortlichen dort nichts konnten. Dafür haben sie gekonnt die guten Laune durch die nicht gerade beste Pistenpräparierung, die schlechte Informationslage im Internet (wenig und dann auch noch teilweise falsch) sowie durch das minimalistische Liftangebot bei hohen Preisen (22 Euro für eine Nachmittagskarte) getrübt. Da haben sich fast alle anderen Skigebiete der Umgebung erheblich mehr ins Zeug gelegt und das bei günstigeren Preisen.
Anfahrt:
Von Bormio aus gings zunächst überwiegend schnellstraßenähnlich durchs Valtelina bis Sondrio, dann mittig durch die Stadt und schließlich im engen Valmalenco knapp 15 km aufwärts, um dann auf 1.000m Höhe Chiesa bzw. Caspoggio zu erreichen.
Die Beschilderung ist ab Sondrio wie so häufig in Italien grottig. In Sondrio fällt sie minimalistisch aus und in Chiesa ist so viel auf den Schildern aufgeführt, dass man die Übersicht beim Vorbeifahren verliert. Das hat mir zwei Stadtrundfahrten beschert, wobei mir Chiesa als Ort sehr positiv in Erinnerung geblieben ist.
Wetter / Pisten:
War es in Sondrio schon recht warm so fühlte es sich dann Dank einer Inversionswetterlage oben in Chiesa fast sommerlich an.
Naturschnee war, wie fast überall in den Alpen wenig vorhanden und Abfahrten nur auf beschneiten Pisten möglich.
Skigebiet(e):
Es gibt zwei Skigebiete.
Ein kleineres, oberhalb von Caspoggio gelegen, hat drei etwa gleich lange Lifte (der Pistenplan täuscht hier) mit einer breit ausgebauten Piste auf einem Bergrücken und etlichen kaum ausgebauten Pisten am Nordhang Richtung Talstation. (Nur noch teilweise als Freeridegebiet zu nutzen (siehe Ende)
Gegenüber auf der anderen Talseite befindet sich das größere Skigebiet rund um die Alpe Palù. Zubringer ist eine eindrucksvolle PB, die eine steile sonnige Bergflanke empor schwebt. Oben stehen dann acht Lifte zur Verfügung, wovon die rund um die Alpe Palù eher (sehr) kurz sind, während die Hauptanlagen Richtung S.Guiseppe im Tal bzw. Sasso Nero jeweils ein Länge von 1 bis 2,5 km haben. Die Pistenlänge beträgt insgesamt für beide Gebiete 36 km, davon ca.1/3 beschneit)
Geöffnet:
Alpe Palú:
PB Flying Eagel (A), Schrägaufzug Inclinato (B), 4SB CimaMotte (D), 4KSB Dosso del Vetti (E) und Zauberteppich (M)
Pisten: 1 schwarz und blau, 2 blau, Verbindungswege 13 und 14
Das Skigebiet Caspoggio war komplett geschlossen.
Pistenplan(nicht wirklich gut):
https://skimap.org/data/4216/1626/1384759794.jpg
Googlemaps ist hier besser...
Und nun die Bilder:
Kurz vor Chiesa, die Landschaft schien schon mal sehr vielversprechend. Oben rechts sieht man schon die Bergstation der PB zum Hauptskigebiet.
Und dann die erste herbe Enttäuschung. Das kleiner der beiden Skigebiet war anders als angekündigt (alle Lifte offen...) geschlossen. Aber davon am Ende mehr. Alle Hoffnung ruhten nun auf dem Hauptskigebiet.
An der Talstation der PB dann die nächste Enttäuschung: Statt wie im Internet angekündigt (alle Lifte und 1/3 der Pisten offen) zeigte die Anzeige hier die Realität. Wenige Lift liefen und von den richtigen Pisten waren nur drei geöffnet. Und dafür soll man den vollen Preis zahlen? OK wenn ich schon mal hier bin.
Die PB und die Landschaft waren hier schon mal beeindruckend. Allein hierfür lohnte es sich schon.
Quadratisch, praktisch, gut oder so ähnlich...
Blick zurück von der Bergstation ins Tal.
Die Vorgängerbahn verlief ein paar hundert Meter weiter westlich und fing mitten im Ort an (hier rechts vom Fluss auf dem kleinen Plateau). Heute sieht man nichts mehr davon.
Links oben sieht man den kleinen Bruder des Skigebietes.
Die Bergstation. M.M.n. ein Traum moderner Architektur und atemberaubend gelegen:
Der Schrägaufzug (Inclinato), der als Rückbringer für Fußgänger (und Skifahrer) von der AlpePalù zur PB dient:
Rechts neben dem Schrägaufzug geht es über die kurze Piste 13 zur AlpePalú. Von rechts kommend die geschlossene Piste "5 blau" mit Bergstation der kurzen 4SB DelDosso (F)
AlpePalú, die Drehscheibe im Skigebiet:
V.l.n.r.: Talstation des Schrägaufzuges (Flachbau unter den Bäumen), Bergstation der ehemaligen PB und die Bergstation der geschlossenen 4KSB von S.Guiseppe dessen Piste aber so weit einsehbar tiptop gewalzt war.
Die Talstation der ehemaligen Ovovia zum CimaMotta, heute von der Skischule und als Skidepot genutzt.
Blick von der Alpe Richtung Cima Motta mit 4SB CimaMotta (links) und Piste "1 schwarz".
Rechts davon "Fun-Berg" DelDosso" mit geschlossener 4SB, Buckelpiste "5 schwarze" (hier gerade ein "Acker") und Funpark.
Lift D, CimaMotta mit links Piste 1 blau und rechts 1 schwarz
Bergstation: 4KSB vom Scerscen, ehem. Ovovia, 4SB von AlpePalu
Blick von der PB auf die obere Hälfte der 4SB, das war schon insgesamt beeindruckend.
Blick von CimaMotta gen Westen auf die Alpe
Die dazugehörigen beiden Abfahrten waren teilweise recht eisig, knollig bzw. uneben planiert. Die Schwierigkeitsgrade waren m.M.n. statt schwarz, rot und blau eigentlich alle irgendwie rot. Aber dann hätte man Ihnen ja auch nicht alle die gleiche Nummer geben können.
Wäre der Schnee schön gewesen hätte ich auf beiden richtig Spass gehabt.
Zunächst die schwarze 1 (Nana):
Die Piste 1 blau zweigt nach wenigen hundert Metern von der "schwarzen" ab:
Die Piste 2 blau zur 4KSB Scerscen zweigt recht bald von der blauen 1 ab. Sie verläuft im weiten Bogen zur Talstation der 4KSB.
Alle Pisten hier orientieren sich abgewand von der AlpePalu Richtung Berninagruppe (Nord-Ost).
An der Talstation des hintersten Liftes Bocchel del Torno vorbei. Auch der hätte laufen können.
Seine Hauptpiste (hinter den Bäumen) war genügend beschneit und präpariert.
Torno mit Piste und Lift in ganzer Länge vom Sessellift aus
Zurück zur Piste 2, hier die Einfahrt der roten 2 in die blaue 2
Der weitere Verlauf der an der betonierten Talstation des Vorgängerschleppliftes vorbeiführt.
Die heutige Piste geht noch etliche hundert Meter weiter und läd zum carven ein. Hier war der Schnee am besten.
Die Talstation der 4KSB zum CimaMotta und dahinter die Piste 2 schwarz.
Nach einem kurzen Steilen Stück kommt die Zwischenebene...
...mit Links der schwarzen 2...
...und rechts der roten 2...
Und was ist denn da rechts vom Lift? Sprungschanze?
Es ist eine Brücke des Vorgängerschlepplift. Formschön und für die Ewigkeit gebaut.
Die Bergstation von heute.
Und die Bergstation des ehemaligen SL dahinter.
Zum Schluss ein Blick zurück zu den östlichen Ausläufern der Berninagruppe
Und jetzt noch kurz zum kleinen Bruder, das Skigebiet von Caspoggio.
Wie schon oben erwähnt war es geschlossen obwohl alle Lifte offen sein sollte. Der Talbereich sieht etwas altmodisch aus, aber verspricht auch bei optimalen Bedingungen Entspannung und schöne unmodellierte Pisten.
Zwei schnelle Photos aus dem Auto heraus: Die untere 2SB sowie die Enden der blauen und schwarzen Talabfahrt
Blick vom CimaMotta herab:
Alles recht "altmodisch" aus mit Ausnahme der oberen Bergrückenpiste, auf der sich auch eine 4SB mit Mittelausstieg für Anfänger befindet. Leider hat man die 4SB am oberen Ende um gut 400m gegenüber dem oberen Vorgängerlift gekürzt. (ganz links bei der Fernaufnahme). Allerdings liegt die ehemalige Bergstation genau in der Flucht der heutigen 4SB. Zufall oder Absicht?
Hinweis: Der Bericht wurde akutalisiert, da alle Bilderlinks nicht mehr funktionierten. Textaktualisierungen sind kursiv geschrieben. Das stillgelegte Skigebiet Caspoggio wurde von der gleichnamigen Gemeinde gekauft und wird an Wochenende und in der Hauptsaison mit den beiden unteren Sesselliften wieder betrieben für Freerider, Rodler, Wanderer, Sehkunden und Mountenbiker. Ob Betrieb ist vorher auf Facebook schauen!
https://www.sondrioevalmalenco.it/it/se ... -s-antonio
https://www.facebook.com/Sendy-bar-rist ... 570780542/