Nachfolgend eine kleinere Reportage - Teil 1 - eines wundervollen, zweitägigen Ski-Kurzabstechers ins frühlingshafte Walliser Seitental Val d'Anniviers, kurz vor Ostern. Wen es interessiert: Bericht Teil 2 -- über Grimentz und in Zinal -- von unserem Val-d'Anniviers-Besuch von Mitte April 2014, siehe auch hier:
Wen es interessiert: Bericht Teil 2 -- über Grimentz und in Zinal -- von unserem Val-d'Anniviers-Besuch von Mitte April 2014, siehe auch hier:
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Am 15. und 16. April ging es bei absolutem Traumwetter nach langer, sehr laaaanger Zeit endlich wieder einmal ins Val d'Anniviers. Den ersten Tag zum Skifahren verbrachten wir in Chandolin/St. Luc --- Tag 2 dann in Grimentz und Zinal. Es war alles in allem sehr schön und hat riesigen Spass gemacht.
Schneebedingungen: Es ist Frühling (welch' Wunder!), wenn auch nicht gerade temperaturmässig, aber die intensive Sonneneinstrahlung verfehlt ihre Wirkung jedenfalls keineswegs. Von bretterhart über firnig, etwas pulvrig (nur an ganz wenigen Orten) bis sulzig und Nass-Pampe war alles mit dabei. Am Besten waren die Verhältnisse in St. Luc, und das ziemlich eindeutig. In Zinal war die Piste Chamois leider zu, oben wäre sie noch problemlos fahrbar gewesen, aber unten war es dann mehrheitlich aper. Ebenso bereits dicht war der Bereich Illhorn in Chandolin, leider…
Mir persönlich hat das Gebiet St. Luc/Chandolin am meisten zugesagt, sowohl was das Pisten- und Anlagenangebot, die unterschiedlichsten Panoramablicke als auch die Ambiance im Skigebiet generell betrifft. Danach kommt Grimentz, am Schluss meiner Rangliste figuriert Zinal. Während es in St. Luc/Chandolin in Sachen Leute bei unserem Besuch sehr ruhig und gemütlich war, war in Grimentz und in Zinal ordentlich was los - allerdings völlig im Rahmen. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass Grimentz und Zinal bei Pulverschnee ihre Karten sicherlich besser ausspielen können, als dies bei unserem jetzigen Besuch der Fall war.
Für mich ist der Unterschied zwischen den 4 VdA-Skiorten (St. Luc, Chandolin, Grimentz und Zinal // VdA-Nummer 5 Vercorin lasse ich extra aussen vor) eklatant.
Ich hätte im Vorfeld dieser beiden Besuchstage wirklich nicht gedacht, dass der Vergleich zwischen St. Luc und Chandolin, das ich von früheren Besuchen Anfang der 1990er-Jahre her kannte und Grimentz (wo ich vor langer Zeit einmal war, mich aber mittlerweile null daran erinnern kann) sowie Zinal, wo ich bis dato noch nie war, mehr als 20 Jahre später derart krass zugunsten von St. Luc/Chandolin ausfällt, das hat mich ehrlich gesagt schon bass erstaunt!
In St. Luc hat mir praktisch alles super-gut gefallen. Erstens waren wir quasi alleine unterwegs, und dennoch war alles offen. Zweitens war die Schneequalität um Welten besser als in Grimentz/Zinal. Dritttens strahlt dieses Gebiet eine urchige Gemütlichkeit aus, die sowohl Grimentz als auch Zinal deutlich abgeht. Das mag früher anders gewesen sein, 2014 ist das aber in meinen Augen so. Skigebiet von St. Luc: Klar, die Schwierigkeitsgrade der Pisten sind meistens dieselben, irgendwo der Grossteil zwischen blau und rot, steile Pisten sind fehl am Platz. Was hingegen SEHR gefällt, sind die teilweise geniale Trassierung der Pisten, das weitläufige Gelände, die schönen Geländekammern (Pas de Boef, Bella Tola, Ombrintze), die kurligen Stangenschlepper inhochalpiner Steinwüste sowie das grandiose Panorama. Die Rundumsicht von St. Luc bzw. von Chandolin ist schlicht und einfach fantastisch - vom Tiefblick ins grüne Rhonetal ins Unter- und Oberwallis über die Walliser- und Berner Alpen sowie den Mont-Blanc ist alles mit dabei. Das ist ziemlich einmalig.
Zum Skigebiet von Chandolin (ist ja mit St. Luc verbunden) halte ich Folgendes fest: Dieses ist zwar klein, nichtsdestotrotz aber very oho! In Chandolin gibt es neben netten Carvingpisten endlich auch steile Pisten und tolle Varianten (entlang der Sesselbahn Rotzé). Leider hatten wir bei unserem Besuch Mitte April 2014 jedoch das Pech, dass im Gebietsteil Chandolin sowohl der geniale Stagenschlepper-Skilift Illhorn II (den ebenso grossartigen Skilift Illhorn I gibt es ja leider nicht mehr) und der Stangenschlepper Le Crêt ihren Betrieb bereits eingestellt hatten (dessen Ende erfolgte 2012).
Kurzfazit: In Grimentz hat es zwar ohne jeden Zweifel ein paar interessante und schöne Pisten, zudem abwechslungsreiche Geländekammern und einen halbwegs nach wie vor spannenden Anlagenmix, dennoch hat mich das Gebiet nicht annähernd dermassen begeistert, wie immer wieder in anderen Berichten nachzulesen ist/war. Klar, das Skigebiet per se bietet etwas, aber irgendwie ähneln sich die Pisten doch stark. Für mein Empfinden ziemlich übel war es an der KSB "Tsarva" - man hatte den Eindruck, dass dort mehr als die Hälfte Grimentz-Besucher, einschliesslich halb Belgien die Hänge runterrutscht. Klarstellung: Dieses Statement richtet sich in keinster Weise gegen Belgier; belgische Gäste kommen seit mehr als 50 Jahren in Scharen ins Val d'Anniviers, hat also eine grosse Tradition.
Last but not least Zinal: Das Skigebiet von Zinal figuriert für mich - in Bezug auf die Pisten - am Schluss der Val d'Anniviers-Tabelle. Das Skigebiet ist mir zu langweilig - die einzigen beiden Ausnahmen in Zinal: Combe Durand sowie die Piste Chamois. Wobei ich die Piste Chamois leider nicht selber beurteilen kann, da sie bei unserem Besuch geschlossen war. Combe Durand hingegen war grosses Kino, wenn auch im unteren Teil eine Wasserschlacht. Was ich explizit nicht beurteilen kann, sind die Freeride-Möglichkeiten in Zinal. Die scheinen mit mehr als nur vielversprechend zu sein. Bei meinem Besuch war es aber schlicht zu gefährlich, aufgrund der heftigen Sonneneinstrahlung/Wärme und der daraus resultierenden Nassschneelawinen auch nur ansatzweise sich frei im Gelände zu bewegen. Die Talabfahrt nach Zinal mussten wir aus Zeitgründen leider sein lassen - ich hätte sie wohl auch nicht sauber hingekriegt, am Schluss war ich mit der Kondition ziemlich am Ende meines Lateins...