Anfahrt: Ettlingen - A8 - Ulm - A7 - Kempten - Oberstdorf ca. 2:25 h wegen viel Nebels.
Wetter: Sonnig, -12 bis -2°C.
Schnee: 40 cm Neuschnee auf 10 cm kompakter oder gar keiner Unterlage.
Anlagen geöffnet: Alle.
Wartezeit: Für mich keine. Söllereckbahn mittags geschätzt 30 min.
Pisten geöffnet: Alle außer Talabfahrtsvariante.
Gefallen: Endlich Deutschlands längsten Schlepplift gefahren - überfällig, falls er wirklich 2015 durch eine Sesselbahn ersetzt werden sollte.
Nicht gefallen: Missratener Präparationsversuch der Höllwies-Abfahrten. Fortsetzung des Ausflugs am Nachmittag schief gelaufen.
Neujahr ist bei mit traditionell ein Skitag, so auch 2015. Das Wetter passte, und ich musste mich nur zwischen Vogesen und Allgäu entscheiden. Im Allgäu war seit langem endlich wieder der Höllwieslift am Oberstdorfer Söllereck, Deutschlands längster Schlepplift, mit beiden Abfahrten geöffnet, wenn auch offiziell als unpräparierte Skiroute. Da das Oberstdorfer Gemeindeblatt Ende 2014 verkündet hatte, der Höllwieslift werde im Sommer 2015 endgültig durch eine Sesselbahn ersetzt, wollte diese Chance genutzt werden, denn ich war noch nie dort. Für den Nachmittag bot sich ein Besuch an den Buronliften Wertach an, wo endlich wieder der Blesselift, die obere der beiden Anlagen, in Betrieb war - auch dort war ich noch nie. Trotz des sonnigen Wetters war von vorn herein klar, dass es wegen der Nordausrichtung der Skihänge ein schattiger Skitag werden würde. Egal, der Besuch der Gebiete war mir wichtiger, zumal ich erst ein Jahr zuvor den Neujahrsskitag nach dem "Follow the Sun"-Prinzip am Oberstdorfer Fellhorn und Nebelhorn verbracht hatte.
Um 9:10 Uhr war der Parkplatz der Söllereckbahn schon merklich belegt, aber Wartezeiten gab es an Seilbahn und Liften noch nicht. Auf Empfehlung der Gondelmitfahrer begab ich mich ich zuerst auf die Talabfahrt, weil davon auszugehen war, dass die EUB mit Eintreffen der Skischulen (an Neujahr ausnahmsweise erst ab 11:15 Uhr) voll werden würde. Das Söllereck bot das reinste Winterwonderland mit Pulverschnee in bayrisch weiß-blau. Nach der zweiten Bergfahrt ging es zunächst zum Schrattenwanglift, der den höchsten Punkt des kleinen Skigebiets mit schönem Blick auf Ifen, Illertal und Grünten erschließt, und anschließend endlich zum Höllwieslift. Die beiden schmalen, steilen, untrassierten, welligen Waldabfahrten der 2000 m langen Anlage haben mir hervorragend gefallen. Toll, dass es so etwas noch gibt. Dumm nur, dass sich der Pistenchef nach den Neuschneefällen des Vortags zu einem Präparationsversuch entschlossen hatte. Die Pistenraupe hatte reichlich Dreck und Steine auf die beiden Abfahrten des Höllwieslifts verteilt, die umfahren werden mussten und den herausfordernden Skigenuss etwas trübten. Trotzdem bin ich froh, den Lift und seine Abfahrten im Originalzustand erlebt zu haben. Falls 2015 dort wirklich ein Sessellift gebaut wird, werden die Abfahrten sicherlich totgebulldozert werden.
Zwischen den Höllwies-Abfahrten nahm ich der Abwechslung halber noch den kurzen Ochsenhöfle-Hang samt Lift mit. Zum Wannenköpfle-Übungslift nahe der Talstation der EUB Söllereck bin ich nicht gekommen, weil er keine direkte Pistenanbindung ans restliche Skigebiet hat. Gut fotografieren kann man ihn von der Söllereck-Talabfahrt aus auch nicht. Insgesamt hat mich das Skigebiet Söllereck in Obersdorf sehr ans Skigebiet von Steibis erinnert: Das Gebiet wird von einer EUB, ein paar kurzen Schleppern, einer blauen Hauptabfahrt und viel Familienausrichtung dominiert. Nur zum anspruchsvollen Höllwieslift kann Steibis kein Pendant aufbieten.
Nach vier Stunden Skifahren und deutlich weicheren Knien verließ ich das Söllereck gegen 13:30 Uhr und begab mich in Richtung Buronlifte Wertach an der Kreisgrenze zum Ostallgäu. Die Anfahrt ab Söllereck dauerte dank schleichender Autofahrer 45 Minuten - ich hatte weniger erwartet. Dort angekommen, sanken die Mundwinkel nach unten. Der Parkplatz war voll, am Tallift stand eine große Warteschlange, und - der Lift stand.
Die Anlage sei wegen technischen Defekts vorübergehend ausgefallen, erklärte der Kassenmann, und vorerst wollte er mir deshalb keine Liftkarte verkaufen. Die Reparatur würde ca. 30 Minuten dauern. Na gut, ob ich an den zwei Liften zwei oder anderthalb Stunden fahren würde, war mir egal. Also bekämpfte ich zunächst an der heillos überlasteten Imbissstation der Buronlifte den Weizenbierüberschuss der EU. Als nach ca. 40 Minuten immer noch nichts passiert war, entschied ich mich knurrend zur Weiterfahrt und trug das Skiequipment unverrichteter Dinge zurück auf den Parkplatz. Am Auto angekommen, setzte sich der Tallift natürlich in Bewegung. Also wieder zurück - schließlich wollte ich an der zweiten Sektion, der Blesse, Ski fahren. Dummerweise war es an der Kasse inzwischen voll geworden - die Stundenkartengäste bekamen ihr Geld zurück. Und so kam es, wie es kommen musste: Nach 10 min Kassenschlange blieb der Tallift wieder stehen, und ein paar Minuten später erklärten die Buronlifte den Betrieb der Anlage für den Tag für beendet. Ein Besucher erklärte, aus dem Antrieb an der Bergstation seien Rauchwolken gequollen, es sei angeblich ein Hydraulikschlauch geplatzt. Bis ich wieder am Auto war, war es 15:20 Uhr, und die Weiterfahrt ins benachbarte Nesselwang lohnte sich somit auch nicht mehr, weil die Alpspitzbahnen schon um 16 Uhr schließen, um für den Flutlichtbetrieb zu präparieren. Pech gehabt. Egal - es verbleiben die Impressionen eines schönen Hochwintertags in weiß-blau.
55 Fotos:
Talstation Söllerckbahn. Vom Parkplatz aus wird man teilweise per Förderband dorthin gebracht.
Die EUB Söllereck erschließt ein bewaldetes, flaches Bergstück.
Kurz vor der EUB-Bergstation. Habe bei Fotografieren leider das Eis auf der Kabinenscheibe niocht bemerkt.
Piste Schrattenwanglift.
Blick aus dem Ausstieg des Schrattenwanglifts auf die Infrastruktur am Söllereck. Unten das vordere Kleinwalsertal. Hinten wahrscheinlich das Riedbergerhorn.
Blick vom Schrattenwanglift zum Ifen ...
... mit Zoom auf die Bergstation der KSB.
Talabfahrt Söllereck. Hinten der Grünten.
Grünten-Süpdseite im Zoom.
Blick aus der Söllereck-Kabine zum Schrattenwanglift und Ifen.
Höllwies-Abfahrt 6.
Höllwies-Abfahrt 6.
Höllwies-Abfahrt 6.
Höllwies-Abfahrt 6.
Höllwies-Abfahrt 6.
Talstation Höllwieslift.
Yo!
Einstieg Höllwieslift.
Trasse Höllwieslift.
Trasse Höllwieslift.
Zwischeneinstieg Höllwieslift, heute nicht erforderlich.
Zwischeneinstieg Höllwieslift.
Trasse Höllwieslift.
Zwischendurch mal wieder auf der Söllereck-Talabfahrt.
Schlusshang Piste Schrattenwanglift.
Talstation Schrattenwanglift.
Ausstieg Schrattenwanglift.
Blick vom Söllereck zum Nebelhorn ...
... mit Zoom zur Bergstation Höfatsblick, Edmund-Probst-Haus und der DSB Sonngehren.
Nebelhorn-Gipfel mit Aufbauten und Kabine der Pendelbahn. Man beachte die Spur des neunmalklugen Boarders unterhalb des Fangnetzes ...
Sonne auf der Söllereck-Talabfahrt.
EUB-Kabine.
Piste Ochsenhöfle-Lift.
Im Ochsenhöfle-Lift.
Höllwies-Abfahrt 5.
Höllwies-Abfahrt 5. Winterlich-idyllischer geht's nicht.
Trasse Höllwieslift.
Trasse Höllwieslift.
Höllwies-Abfahrt 6.
Höllwies-Abfahrt 6.
Blick von der Höllwiesabfahrt zur Heini-Klopfer-Skiflugschanze. Ganz so schief steht sie in Wirklichkeit aber nicht.
Höllwies-Abfahrt 6.
Auslauf Höllwies-Abfahrt 6 mit Parkplatz.
Zwischendurch nochmal auf der Abfahrt des Ochsenköpfle-Lifts.
Höllwies-Abfahrt 6. Hat mir besser gefallen als die 5.
Höllwies-Abfahrt 6.
Höllwies-Abfahrt 6.
Trasse Höllwieslift. Immer wieder fährt der Lift an tief verschneiten Holzhüttchen vorbei.
Söllereck-Talabfahrt mittags in der Sonne. Hinten wieder der Grünten.
Schmales Teilstück der Söllereck-Talabfahrt.
Und zum Abschluss ...
... bzw. zum Abgewöhnen die mächtige Warteschlange an der Talstation der Söllereckbahn, in der ich gottseidank nicht stehen musste. Puh!
Weiter zu den Buronliften Wertach, dem ausgefallenen Teil des Neujahrs-Skitages.
Buronlifte Wertach am Neujahrsnachmittag - der Tallift ist defekt.
Skilift Blesse, die obere Sektion. Der läuft. Da wäre ich jetzt gern.
Außenrestauration der Buronlifte Wertach. Schön, aber wegen des Liftdefekts überfüllt.