Es fing schon damit an, dass eine Wetterverschlechterung angekündigt wurde und ich spontan umplanen musste. Also entschied ich mich für Oberjoch, wo ich seit etlichen Jahren nicht mehr gewesen bin und seit wenigen Jahren alte Schlepper durch moderne KSBen ersetzt werden sollen.
Zumindest den Wiedhaglift wollte ich mir nochmal geben – zusammen mit dem Grenzwieslift (beides Doppelanalge/ 2 Parallellifte) ganz interessant. Außerdem wollte ich seit Kindesbeinen schon in Unterjoch mal den Großen Spieserlift fahren, den ich immer nur vom Vorbeifahren kannte.
Sollte danach das Wetter immernoch halten, würde sich Nesselwang anbieten, wo bei meinem Erstbesuch vor ein paar Jahren der interessante Kurvenschlepper „Kronenlift“ nicht lief.
Das Teleobjektiv steckte noch vorm Vortag drauf und so zoomte ich vom Parkplatz gleich mal zum Wiedhaglift hinauf. Ob dort wohl 2015 eine Sesselbahn gebaut wird? Jedenfalls war saisonbedingt sehr viel los, von allen Seiten kamen Autos und Busse angerollt und ich wunderte mich nicht, oft Anstehen zu müssen.
Endlich mal wieder! Der Wiedhaglift ist sicherlich der interessanteste Schlepper in Oberjoch. Zwar läuft der Grenzwiesschlepper noch mit Diesel, ist aber vom Trassenverlauf eher lahm. 2013 bin ich hier im Sommer mal hochgelaufen, weil ich dachte, der Lift würde bald platt gemacht werden. Nie hätte ich gedacht, ihn doch noch mal fahren zu können...
Hier sieht man, wie steil es rauf geht und dabei kann man schon den guten Ausblick aufs Illertal von oben vorausahnen.
Interessante Morgenstimmung – übrigens hatte ich zu dieser ersten Fahrt noch kaum anstehen müssen und auch an der Kasse war es relativ flott vonstatten gegangen.
Schon interessant, wie der Schlepper bis vor die Wand geht...
Das Tele steckte bei der DSLR noch drauf, also gleich mal auf den Alpe-Eck-Lift in Ofterschwang angelegt, den ich bisher immer verpasst habe.... (läuft nur, wenn die Schlange an der 4KSB bis zur B19 geht
Besagte Bahn – bis 1999 ein Schlepper noch – nun ist Gunzesried/ Ofterschwang nicht mehr wieder zu erkennen.
Auch in Bolsterlang war es früher mal urig – hier der WeiherkopfJet....
Dann ging es rüber zum Grenzwieslift, wo die Pisten leider gar nicht so gut waren. Das Bild ist später entstanden, weil der linke Lift schon lief. In der Früh tat dies nur der Rechte, was aber mangels Andrang auch kein Problem darstellte – vorerst.
Hier wird noch mit Diesel gefahren – immer seltener der Fall.
1969 erbaut...
Morgenstimmung bei der ersten Auffahrt.
Der linke Schlepper ging früher bloß bis zur Mitte etwa und wurde in den 80er-Jahren verlängert. Darum gibt es die Doppelstützen nur unten und danach links graue, rechts grüne.
Ausblick vom Ausstiegsbereich der Grenzwieslifte...
Die hinterste Abfahrt ist landschaftlich sehr reizvoll, aber leider waren hier stellenweise Steine auf der Piste. Aber nicht so schlimm wie direkt neben dem Lift.
Bei der zweiten Ankunft hatte sich auf einmal eine große Schlange gebildet und man sah bereits, wie sie am linken Lift begannen, den Betrieb vorzubereiten. (Wer rechnet schon zu dieser Saisonzeit mit Gästen
Als er schließlich lief, verließen zwei, drei andere Typen und ich die Schlange. Doch der Zugang war noch versperrt und bald stand der Lift wieder. Also wieder zurück in die nun noch längere Schlange. Wenig später lief der linke Lift wieder und ein Bediensteter rief herüber, wir könnten uns dort nun anstellen. Also wieder rüber – diesmal mit einer ganzen Horde. Doch genau als wir den Einstieg erreichten, stand der Schlepper wieder. Abwechselnd hebelte mal der eine, mal der andere Mitarbeiter am Lift herum, doch der Zustand blieb der gleiche. Langsam bekam ich – wie die Umstehenden – echt einen dicken Hals! Wieder zurück in die Riesenschlange oder tapfer weiter warten? Nach endlosen Minuten hatten es die tapferen Liftler schließlich geschafft und der Diesel ratterte los. Für 10 Minuten war ich nun mal kein Freund alter Schlepper gewesen
Parkplatz vorm Wiedhaglift. Aber es gibt in Oberjoch noch viel mehr Parkplätze. Aber so ist das halt in der Hauptsaison...
Blick aufs verschneite Oberjoch – unten sieht man die alte Talstation des Gundlifts hinter der Iselerbahn. Bei der musste man zwar nicht so lange anstehen, wie vor allem an den beiden Wiedhagliften, aber dafür war die Piste voll und ausgefahren.
Der Zubringerlift soll ja auch ersetzt werden und ohne Nachzusehen fuhr ich die flache Piste runter. Dabei hätte ich es mir denken können – eine wiedhagmäßige Schlange und dabei nur ein Lift, um sie hochzukarren.
Wenigstens durfte ich so noch ein paar Sonnenstrahlen in Empfang nehmen.
Alte Bergstation – vmtl. noch vom Vorgänger? Der Lift wurde 1981 erbaut und ersetzte einen älteren Schlepper.
Den Idealhanglift schmähte ich aus persönlichen Gründen – 1989 beim Skikurs sind wir JEDEN TAG NUR DEN IDALHANGLIFT gefahren – die anderen Schratzen wollten nicht mit den steilen „Ankerliften“ fahren und die Skilehrerin fand, da läge viel zu wenig Schnee. (Gut, der Iselerlift stand damals nur, aber Gund- und Wiedhaglift liefen.) Na, wenigstens am letzten Tag hat es für eine Gundlift-Fahrt gereicht und es sollte meine letzte bleiben.
Einmal noch rüber zum Schwandenlift, auch so ein 60er-Jahre Schlepper wie der Idealhang- und der Grenzwieslift. Der ehemalige Gundlift und auch die Kombianlage Iselerlift (ESL/SL) waren aus der gleichen Dekade. Der Wiedhaglift ist ja „nur“ von 1984. (Hat einen alten Gittermastenlift ersetzt.) Der Zubringerlift ist lt. LSAP-Forum bereits die dritte Generation und bald wird die vierte folgen.
Hoch überm Illertal...
Auch hier musste man natürlich anstehen, aber die Sonne half einem, das zu verkraften.
Herrlich...
Nach dem Aussteigen aus der Iselerbahn...links der Schwandenlift und rechts der Zubringerlift. Die Piste war so voll, dass ich gleich wieder zum Wiedhaglift rüber fuhr, wo aber immer noch eine elend lange Schlange wartete. Dann sah ich, dass der rechte Schlepper still stand und anscheinend einen Defekt hatte (alle Bügel waren leer). Ganz toll!
Den nächsten Schlag ins Gesicht erlebte ich im Wiedhagstüberl, wo ich mir als Trostpflaster eine Currywurst mit Pommes gönnen wollte. Die Pommes waren wirklich in Ordnung, aber ich durfte die beschissenste Currywurst meines Lebens erleben – man hatte einfach ein Würstchen aus dem Glas aus dem Supermarkt heiß gemacht und mit einer orangen, geschmackfreien Soße überschüttet. Aber so weiß ich jetzt wenigstens, wie man so was kocht
Hier nochmal ein Trassenbild von den beiden Wiedhagliften...
Ich ging wieder zum Auto zurück und beschloss, gleich nach Unterjoch zu fahren. Von Oberjoch hatte ich irgendwie genug.
Dort war weniger los. Man muss halt sein Auto auf der anderen Seite der B310 parken, unten durch laufen und drüber wieder hoch. Aber dann ist man wenigstens aufgewärmt. Die Talstation des kleinen Lifts liegt etwas weiter unten, so dass ich hier erst mal hochgefahren bin. Positive Überraschung: Ein Kurzbügler...
Das Tagesticket von Oberjoch gilt hier übrigens auch (33,50 EUR).
Der „Große Spieserlift“ - Anfang der 1960er erbauter Gittermastenlift, knapp 1 km lang...
Anfang der 80er auf Langbügel umgebaut...
Ein Kleinstskigebiet, aber den längeren Schlepper wollte ich wie gesagt schon immer mal fahren und gestern bot sich das für den Rückweg direkt an.
Endlich hat es mal geklappt – nach gut einem viertel Jahrhundert, als ich auf dem Weg in den doofen „Idealhanglift“-Skikurs auf der Bundesstrasse immer vorbeigefahren bin, die Nase ans Busfenster gedrückt...
Ganz netter Verlauf. Die Pisten ebenso – aber leider auch hier viele, viele Steine...
Wo will der denn hin?
Der Himmel hatte nun zugezogen und es wurde dunkler – der Wetterumbruch stand bevor, doch wenigstens noch kein Regen. Aufgrund er gestiegenen Temperaturen war der Schnee nun weich und schwer geworden.
Wenigstens sind meine Ski nach 7 Jahren eh schon recht fertig...
Gittermaststützenparade im Wald...
Kein Vergleich zu Oberjoch! Im Hintergrund rechts der Sorgschrofen, wo sich das Skigebiet von Jungholz befindet. (Auf der linken Seite allerdings; über das Gipfelkreuz ist Jungholz mit dem Rest von Tirol verbunden.)
Nach der zweiten Auffahrt mal noch das Tele drangeschraubt – Zoom zum LSAP Hotzenlift direkt in Unterjoch.
Zoom zum Sonnenhanglift...
Leider verwackelt – Zoom zum Neunerköpfle oberhalb von Tannheim.
Zoom zur Bergstation der Sorgschrofenlifte / Skigebiet Jungholz.
Zoom zur B310...
Die üblichen Liftemotive...
Zoom zum kleinen Spieserlift, dem Kurzbügler nebenan...
So kurz nach 14 Uhr beschloss ich, noch nach Nesselwang zu wechseln, aber am Parkplatz begann es dann zu regnen. So beschloss ich, es bleiben zu lassen und lieber gleich nach Hause zu fahren.
Auf der Landstrasse nach MOD prasselte der Regen nur so herunter, die Temperatur ging bis auf +1 Grad zurück und ich bereute meinen Abbruchbeschluss nicht, auch wenn ich noch gerne in Nesselwang ein paar Schwünge am Kronenlift gezogen hätte. Na - wenigstens gab es kein Blitzeis, tröstete ich mich später.