Erst schneite es ewig nicht und als der Winter endlich Einzug hielt, sorgten schneebedeckte Strassen für eine Verlängerung der Wartezeit. Doch am Neujahrstag war endlich Wetterbesserung angesagt. Ich entschied mich für Oberaudorf, wohin ich es im Winter noch nie geschafft hatte und das immerhin nur eine gute Autostunde entfernt liegt.
Das erste Mal in meinem Leben schaffte ich es endlich, im Neujahr Ski fahren zu gehen und rechnete mit vollkommen leeren Pisten. Hielt der wenige Verkehr auf der A8 und A93 diese Hoffnung noch aufrecht, musste ich vor Ort feststellen, dass etliche andere Leute es bereits aus den Federn geschafft hatten – vermutlich bedrängt von ihren Kindern, die sicherlich das tolle Winterwetter nicht versäumen wollten.
Hier sieht man die 4KSB Hocheckbahn rausziehen, die man 2002 als 4SB erbaut und 2006 entsprechend umgerüstet hat – bei einer Streckenlänge von 1.455 m sicherlich besser. Vor 2002 stand hier auf gleicher Trasse ein ESL, den man 1960 erbaut hat.
Schon interessant, dass die das Skigebiet hier ausgebaut und nicht abgebaut haben – die Talstation liegt immerhin nur auf 500 m ! Allerdings hat das alte Hocheckgebiet anstatt drei Schleppern doppelt so viele gehabt – doch der Kessellift, der Trissllift und der Lechenlift wurden leider nach und nach abgetragen. Vom Lechenlift müsste noch die Talstation und die erste Stütze vor sich hin vegetieren.
Endlich im Lift, endlich wieder Ski fahren – nach fast 10 Monaten Abstinenz war das kaum noch auszuhalten
Premierenfahrt in der Hocheckbahn, nachdem ich ca. 200 x bereits an ihr vorbeifahren bin.
Oben geht es idyllisch an den Häusern vorbei. Der untere Abschnitt bis zur Mittelstation, die im Sommer als Ausstieg für die Rodler dient, hatte noch im Nebel gelegen.
Oben kündigte sich die Sonne an und sorgte für eine interessante Wetterstimmung an jenem kalten Neujahrsmorgen.
Einer von den drei Schleppliften im Skigebiet Hocheck – der Südhanglift, 500m lang und 1963 erbaut.
Ach, wie habe ich Schleppliftfahren vermisst!
Seitenblick – wie gesagt hatte es eine ganz nette Wetterstimmung. Aber leider tat sich die Sonne schwer, in diesen Morgenstunden herauszukommen. Doch das war mir egal. Es hatte einen super Schnee und das Anstehen hielt sich doch einigermaßen in Grenzen, weil die meisten am Idealhanglift mit ihren Kindern übten oder gleich zur Hocheckbahn wieder runter brausten.
Irgendwie ein netter Abschnitt da am Haus vorbei.
An der Bergstation...
Der kurze Idealhanglift, der 1962 von PHB errichtet wurde...
Dann das erste kleine Saisonhighlight – der Finkenlift...
Hier war gar nichts los (mann muss ja auch ein wenig anschieben, um rüber zu kommen...), der Schnee super und dazu die schöne Wetterstimmung – da ging es erst ein paar mal rauf und runter. Trotz nur 350 m Liftlänge ganz passabel.
Bergstation unterhalb des Ausstiegs – habe ich so auch noch nicht gesehen.
Irgendwo hier müsste doch der Lechenlift heraufgekommen sein? 2008 stand der Antrieb (von hier aus nicht einsehbar) noch, aber oben war nichts mehr da. Schade – früher hatte es hier drei Sektionen an Schleppliften und nur der oberste hat überlebt (der unterste war der Trissllift). So hätte man bis nach Bad Trissl eine ganz gute Abfahrtslänge gehabt. Aber aufgrund der geringen Höhenlage war das wohl nur was an absoluten Hochwintertagen.
Immer wieder nett, einen dieser Oldtimer zu erleben. In Grasgehren gestern hat es dann mit dem nächsten alten Leitner geklappt.
Besser als auf eisigen Kunstschneeautobahnen runterrutschen.
An der Bergstation noch zum Abschluss eingefangen, ehe es wieder auf die Talabfahrt ging.
Nach gut zwei Stunden wechselte ich weiter und fuhr nach Österreich ins Thierseetal rüber. Am Nachmittag ging es aber wieder zurück nach Bayern und obwohl ich es eigentlich nicht geplant hatte, steuerte ich den Wagen spontan über die Innbrücke Richtung Kössen rüber, um in Sebi auf eine kurvige, aber idyllisch gelegene Bergstrecke zu wechseln. Einige Minuten später errichte ich Sachrang, wo noch ein alter Stemag-Kurzbügler namens Kaiserblicklift seine Runden dreht...
Ich kaufter mir ne 10er-Karte, aber ich sollte nur drei Mal fahren, denn es standen wirklich sehr viele Leute an. Aber die restlichen Fahrten kann man sicherlich auch mal auf dem Rückweg von der Kampenwand auf den Kopf hauen, die immerzu einen Besuch wert ist.
Der Kaiserblicklift am späten Nachmittag des Neujahrstags 2015...
Netter Lift – auch wenn der Andrang groß war. Hätten's in Sachrang halt nicht alle anderen Schlepper (außer diversen Seilliften) abreißen sollen...
Die Abendstimmung war recht fotogen und entschädigte fürs lange Anstehen.
Nochmal...
Anstatt gleich wieder runter zu fahren, genoß ich noch den Tagesausklang und knipste ein wenig umher.
Sachrang in der Dämmerung...
Gegenüber schien noch die Sonne...
Es hatte es sich doch noch gelohnt, den Abstecher nach Sachrang zu wagen. Auch wenn drei Wechsel an einem Skitag eigentlich zu viel des Guten sind (im Thierseetal war ich in beiden Gebieten). Froh, endlich wieder auf den Ski gestanden zu haben und ein paar für mich neue (Kleinst-) Skigebiete kennengelernt zu haben, ging es zurück nach München.