Homepage: http://www.haideralm.it/
Pistenplan: http://ski.intermaps.com/reschenpass/sk ... -Haideralm und http://www.skiresort.de/uploads/tx_mgsk ... lm_221.jpg
Anfahrt: Nauders - Reschen - St. Valentin ca. 15 min
Wetter: Anfangs heiter, später Eintrübung, nach Betriebsschluss einsetzender Sprühregen, Tal +4°C, Berg -1°C
Schnee: 0 cm im Tal, bis 10 cm unter 2000 m, bis 50 cm über 2000 m. Abfahrten technisch beschneit, kompakt mit Pulverauflage
Anlagen geöffnet: Alle außer SCHL Seeboden (= höchstgelegene Anlage)
Wartezeiten: Keine - Skigebiet ziemlich leer
Gefallen: Leeres Kleinskigebiet, gute Beschneiungsqualität, Panoramablick ins Ortlermassiv
Nicht gefallen: Einziger Skilift mit ausreichend Naturschnee außer Betrieb; Beschäftigungsgebiet besteht aus für Alpenverhältnisse zu kurzen Hängen
Bewertung: 4 von 6 Punkten
Vom 3.-6. Januar 2015 waren wir mit Freunden in Nauders auf der Nordtiroler Seite des Reschenpasses zum Skifahren - unser erster Test einer Aldi-Reise.
Lag in Nauders noch etwas Schnee im Tal, so war der Talboden von Reschen und St. Valentin fast komplett abgetaut. Die Talabfahrt der Haideralm führte als weißer Streifen über die braune Wiese oberhalb der Talstation der 6EUB von Leitner aus dem Jahr 1995. Die Bergfahrt wird mit der Hauptbeschäftigungsanlage, der nur 800 m langen Leitner-3SB Haideralm, fortgesetzt, die 1990 einen Schlepplift ersetzte. Zur Linken bedient der keine 600 m lange Panoramalift von 1972 einen netten Hang, zur rechten interessiert der 200 m kurze Übungsschlepper Valatsch ausschließlich Anfänger. Oberhalb der Bergstation der 3SB befindet sich der SCHL Seeboden mit rund 650 m Länge.
Die wenigen geöffneten Abfahrten - also schwarze Abfahrt Haideralm, Abfahrt Panoramalift und Talabfahrt - waren bei meinem Besuch auf Kunstschnee sehr gut zu befahren - Lob ans Pistenteam! Dass der SCHL Seeboden trotz guten Naturschnees bei meinem Besuch nicht aufgebügelt war, scheint um Weihnachten/Neujahr auf der Haideralm leider normal zu sein (siehe unten verlinkter Bericht von Martin_D hier im Forum).
Fazit: Nach dem Besuch kann ich nachvollziehen, warum die Haideralm ein Attraktivitätsproblem hat. Natürlich sind es einerseits die relativ alten Anlagen, die den Mainstream-Skifahrer im Jahr 2015 abschrecken. Einen anderen Punkt finde ich aber gravierender: Verglichen mit anderen Skigebieten besteht das Beschäftigungsgebiet oberhalb der 6EUB-Bergstation nur aus Anlagen und Abfahrten mit Mittelgebirgslänge. Eine Sesselbahn mit 800 m und zwei Schlepper mit 600 m Länge findet die Gästezielgruppe auch im Sauerland oder im Schwarzwald und wird dafür nicht an den Alpenhauptkamm reisen. Darüber hinaus kann man bei den Schwierigkeitsgraden aller Haideralm-Pisten einen Grad abziehen. Die überzogenen Schwierigkeitsgrade vergraulen die wichtige Zielgruppe der Anfänger- oder Gelegenheitsskifahrer, die so gern Südtirol besuchen.
Wie kann das Skigebiet Haideralm überleben? Nach 20 Jahren Pause sollte in Anlagenerneuerung und eine kleine Erweiterung des Skigebiets investiert werden, um zum Mindeststandard aufzuschließen. Die 3SB sollte durch eine moderne 4SB ersetzt werden - nicht unbedingt kuppelbar, aber sie sollte weiter in Richtung Piz Rasass hinaufgezogen werden, so dass die Anlage eine Länge von >1500 m bekommt. Auch der Seebodenlift nutzt das Geländepotenzial nicht - es sollte möglich sein, einen Lift mit Piste in Richtung Haiderscharte zu bauen. Der Panoramalift kann als Schlepplift bestehen bleiben, man sollte aber über eine zusätzliche beschneite Abfahrt auf der Südseite nachdenken, damit die Gäste das Panorama des Ortlermassivs, das Alleinstellungsmerkmal des Gebiets, auch beim Fahren genießen können und nicht nur ein paar Sekunden lang beim Liftausstieg.
Fotos ...
gibt's zu diesem Bericht ausnahmsweise keine von mir. Durch einen Festplattenfehler meines Notebooks beim Kopieren der Bilder von der Speicherkarte wurden die 199 JPEG-Dateien zwar zunächst im lokalen Zielordner angezeigt, weshalb ich die Speicherkarte leerte. Tatsächlich wurden sie aber ins Nichts kopiert. Angeschaut habe ich mir alle Fotos zeitmangelbedingt erst zuhause nach Beendigung unseres Kurz-Skiurlaubs. Da war der Haideralm-Fotoordner leer und die Speicherkarte der Digicam von den Fotos der Folge-Skitage überschrieben. Fünf verschiedene Data Recovery-Programme vermochten auf der Speicherkarte die Skifotos vom 3. Januar nicht wiederherzustellen, obwohl deren File-Einträge sämtlich vorhanden waren. So etwas Merkwürdiges ist mir in 15 Jahren Digitalfotografie noch nie passiert.
Darum ersatzweise der Verweis auf die Haideralm-Fotos der Berichte von Martin_D vom 29.12.2011 und von Jens und Kaldini vom 8.4.2007, die den bei meinem Besuch vorgefundenen Verhältnissen am nächsten kommen.