Anfahrt: Ettlingen - A8 - kurz vor München - Bad Tölz - Achensee - Wiesing - Mayrhofen - Lanersbach 6:00 wegen 1 Stunde Stau vorm Wiesinger Kreisel
Wetter: Durchgehend sonnig (!), -7°C bis +5°C
Schnee: Im Tal 30 cm, am Berg 90 cm Natur- und Maschinenschnee, Südhänge bis 1600 m ausapernd
Anlagen in Betrieb: Alle
Wartezeiten: 0-3 min
Gefallen: Seit Jahren der erste Skiurlaub mit ausschließlich super Sonnenwetter
Nicht gefallen: Übermäßig viele sichtbar untalentierte Anfänger (= "Purzelvolk") auf Mayrhofener Pisten
Bewertung: 6/6 Punkten
Zum dritten Mal hintereinander verbrachte Familie Harzwinter den Faschingsskiurlaub in Lanersbach im Tuxertal. Normalerweise fordere ich nach dem ersten Wiederholungsbesuch Abwechslung ein, aber dem Nachwuchs und Freunden zuliebe, die dann kurzfristig doch wieder abgesagt haben, ließ ich mich zum Drittbesuch breitschlagen. Immerhin ist die Location für uns nahezu ideal. Die Belohnung: So schönes Wetter ohne einen einzigen bewölkten Tag hatte ich in einem Skiurlaub zuletzt 1996. Das Skigebiet von Mayrhofen/Finkenberg/Lanersbach rund um den Penken ist im Alpinforum hinreichend beschrieben, darum gehe ich hier nur auf Details ein. Teil des Urlaubs waren Ausflüge ins Skigebiet Hochzillertal/Hochfügen, zum Hintertuxer Gletscher und zum Mayrhofener Kleinskigebiet Ahorn. [Edit: Berichtslinks eingefügt.]
Während wir auf der Anreise durch Oberbayern, über den Achenpass und bis hinunter ins Inntal durch tiefsten Winter mit bis zu einem halben Meter Schnee fuhren, nahm die Schneelage erstaunlicherweise ab, je weiter wir ins Zillertal hineinfuhren. In Lanersbach fanden wir dann auf 1300 m an den Südhängen erste schneefreie Flächen vor. Das war optisch doof, hat die Qualität des Skifahrens aber natürlich nicht beeinflusst. An Fasching 2013 lag in Lanersbach sicherlich ein Meter mehr Schnee, an Fasching 2014 allerdings fast ein halber Meter weniger als diesmal.
In Lanersbach wohnt man für den Einstieg ins Zillertal 3000-Teilskigebiet zwischen Eggalm und Horbergkarspitze zentral und halbwegs schneesicher und ist überdies in 20 Skibusminuten in Hintertux. Wer vor 9:30 Uhr an der Rastkogelbahn eintrifft, wird an der alten 4EUB trotz Faschingswoche mit keinerlei Wartezeiten konfrontiert. Selbst im Herzen des Skigebiets rund um das Mayrhofener Horbergtal haben wir mit Ausnahme der Schneekarbahn keine Wartezeiten >3 Minuten erlebt. Das ist in der Faschingswoche in einem Tiroler Großskigebiet alles andere als selbstverständlich.
Am Anreisesamstag lohnte sich nach dem Eintreffen um 14 Uhr der Sprung auf die Piste nicht mehr, zumal wir noch Kleinigkeiten einkaufen und Klein Harzwinter bei der Skischule anmelden mussten. An den vier Skitagen So-Di und Do haben wir uns zwischen Eggalm und Horbergkarspitze ausgetobt. Am Aschermittwoch stand der Erstbesuch des Skigebiets Hochzillertal/Hochfügen auf dem Programm, am Freitag der Hintertuxer Gletscher und am Abreisesamstag das Mayrhofener Kleinskigebiet Ahorn. Wem es im Zillertal langweilig wird, der ist selbst schuld.
Auch wenn man die Pisten rund um den Penken vorwärts und rückwärts kennt (mit Ausnahme der Talroute Hippach), hat uns das Skifahren dort wieder viel Spaß gemacht, besonders auf der Panoramaabfahrt der 150er Tux, am Devil‘s Run der Schneekarbahn und sogar auf der Harakiri, weil oft leer. Wegen des schönen Wetters hatten wir teilweise den Eindruck, an Ostern unterwegs zu sein statt an Fasching. Die Präparation war mit Ausnahme der Eggalm prima. Dort waren die westseitig gelegenen Hauptabfahrten wohl wegen der Lanzenbeschneiung nachmittags zu Eis gefahren, und dem Beilspitzlift kappt man per Nicht-Präparierung seiner Abfahrt die Benutzerzahlen, wahrscheinlich um ihn demnächst stilllegen zu können. Die schwarze Katzenmoosabfahrt am Penkenjoch ist unsere Lieblingsabfahrt im Verbundskigebiet. Zu meinem Entsetzen war sie (wie schon an Fasching 2014) mangels Beschneiung offiziell gesperrt, ließ sich aber zumindest an den ersten Tagen der Faschingswoche noch anstandslos und mit Genuss fahren. Dagegen musste ich mir die voll südseitig gelegene, direkte Talroute von der Bergstation Rastkogelbahn über die Schönebenalmen nach Vorderlanersbach wegen zu schwacher Schneelage und aperer Flächen erneut abschminken. Auch der direkte Stich von der Talabfahrts-Verzweigung am Christlerhof über den finalen Steilhang überm Talboden zu unserer unterhalb gelegenen Unterkunft war wegen des abgetauten Südhangs nicht möglich; wir mussten stets die Ziehweg-Abfahrten zu den Talstationen und anschließend den Skibus benutzen.
Wie schon im Vorjahr besuchten wir die unterhaltsame Skishow der Skischulen, die jeden Montagabend am Lanersbacher Übungshang Hinteranger stattfindet. Erstmalig haben wir uns in Lanersbach einen Rodelnachmittag gegönnt. Da man von Lanersbach zum Gerlosstein mit seiner Flutlichtrodelbahn rund 20 Minuten fahren muss, fuhren wir stattdessen per Gruppentaxi hinauf zur Höllensteinhütte über unserem Ort. Die Fahrt kostet 35 Euro, für uns drei waren es anteilig noch 20 Euro. Das ist landschaftlich etwas völlig anderes, denn die Hütte liegt in einem Almboden, dem Loschboden, unter eindrucksvollen, steilen Felswänden. Der Blick ins Skigebiet wird allerdings durch einen Höhenrücken verdeckt. Die Rodelbahn von der Höllensteinhütte nach Lanersbach ist ca. 4 Kilometer lang und überwindet 440 Höhenmeter. Mit Auffahrt, Einkehr, Umschauen und Rodelabfahrt ist man gute zwei Stunden beschäftigt. Angeblich wird das Abendangebot der Höllensteinhütte mit abschließender nächtlicher Abfahrt auf der schwach beleuchteten Rodelstrecke gut genutzt; spätnachmittags waren wir dort fast allein.
Fazit: Für Vielskifahrer mit Familie sind der Standort Lanersbach und das Verbundskigebiet Mayrhofen/Penken/Eggalm eine gute und an Fasching einigermaßen schneesichere Wahl. Die Ausflugsmöglichkeiten im Rahmen des Zillertal-Skipasses runden das Angebot ab, so dass keine Langeweile aufkommen kann. Wer dann immer noch nicht genug gesehen hat, besucht wie wir einen Platz abseits der Pisten und geht rodeln oder schneeschuhlaufen.
60 subjektiv ausgewählte Fotos ohne Systematik und ohne vollständige Präsentation des Skigebiets:
Die Südhänge unter der Rastkogelbahn direkt oberhalb Lanersbach. Die wollte ich eigentlich als Talabfahrtsroute benutzen wie 2013. Leider war die Schneedecke wegen der vorangegangenen, tagelangen Sonneneinstrahlung keine 5 cm mehr dick, was am ersten Skitag für ein langes Gesicht meinerseits sorgte.
Lämmerbichlabfahrt am Rastkogel morgens um 9 Uhr vor Eintreffen des Großteils der Skigäste.
Hauptabfahrt der Horbergjochbahn am Rastkogel. Hier ist auch bei Andrang genug Platz.
Abfahrt 66 als Fortsetzung der Panoramaabfahrt vom Horbergjoch ins Mayrhofener Horbergtal. Bis kurz nach 10 Uhr ist die noch so schön leer, später meistens nicht mehr. Dann benutzt man die benachbarte schwarze Variante, vor der die Masse der Skifahrer Respekt zu haben scheint - aber Harakiri wollen sie alle fahren.
Gerentabfahrt von der Horbergkarspitze. Keine Ahnung, warum man seinerzeit zugelassen hat, dass das Planungsunternehmen ILS den Speicherteich so unsensibel mitten auf die Piste geknallt hat.
Blick aus dem Bereich Unterbergalm ins Skigebiet von Zell am Ziller mit der markanten Schneise der Sportabfahrt am rechten Bildrand.
Harakiri- und Nordhangabfahrt im Horbergtal. Das einzige wirklich steile Stück der Harakiri ist das Schattenstück rechts unterhalb der Lawinenverbauungen. Wir hatten Glück und erwischten dort ein Zeitfenster ohne nachfolgende oder vorab gestürzte Skifahrer, die dort die eigentliche Gefahr darstellen.
Lanersbach mit Eggalm-Gebiet, gesehen vom Penkenjoch.
Schwarze Katzenmoos-Abfahrt vom Penkenjoch. Offiziell war sie wegen (homöopathischer) Schneeprobleme gesperrt, aber sie ist auch ohne Sperrung meistens so leer. Wie man hinten links im Bild sieht, hing auf dem Hintertuxer Gletscher an den ersten beiden Tagen der Faschingswoche die Föhnmauer des schlechten Wetters der Alpensüdseite.
Übles Gewusel auf den Abfahrten im Kessel des Mayrhofener Horbergtals, wenn man mal einen ungünstigen Zeitpunkt erwischte.
Die Pendelbahn 150er Tux ist einfach nur eine gelungene und ansehnliche Anlage.
Hier stehe ich oberhalb Vorderlanersbach auf dem Ziehwegteil der Talabfahrt zur Eggalmbahn und überlege, ob ich wie schon an Fasching 2013 den direkten Stich hinunter zu unserer Unterkunft an der Brücke nehmen soll.
Morgendlicher Blick aus der Unterkunft nach Vorderlanersbach. Unterhalb der kleinen Funkantenne auf dem Grat in Bildmitte befindet sich übrigens das stillgelegte Tagebau-Magnesitbergwerk Schrofenalm, das bis 1976 existierte und von Vorderlanersbach mit einer eigenen Pendelbahn erreichbar war.
Morgendlicher Blick vom Horbergjoch ins Skigebiet Eggalm. Wie man sieht, werden alle Abfahrten präpariert - nur nicht die des Beilspitzlifts unterhalb der prägenden Grüblspitze. So macht man sich gezielt einen Skigebietsteil kaputt.
Lämmerbichl-Abfahrt am Rastkogel am Morgen. Die neue KSB im Sommer 2013 höher hinaufzuziehen als ihre Vorgänger-DSB, war eine hervorragende Entscheidung. So ist der Beschäftigungsnutzen viel höher als vorher.
Blick von der Eggalm zum Olperer und dem Skigebiet Hintertuxer Gletscher.
Olperer und Bergstation der 10EUB Gefrorene Wand.
Skischulgewusel morgens um 10 an der Bergstation der Rastkogelbahn.
Blick von den Abfahrten am Rastkogel ins Tuxertal auf Lanersbach und den Hintertuxer Gletscher.
Die Vogelau, das Bindeglied zwischen Rastkogel- und Eggalmgebiet. Im Restaurant Vogelnest kann man wegen der geschützten Lage auch an kühlen oder windigen Tagen draußen sitzen.
Blick von der Eggalm auf Pisten und Liftanlagen des Rastkogelgebiets.
Tafel an der Bergstation des Beilspitzlifts auf der Eggalm.
Bergstation 6KSB Eggalm Nord.
Bergstation Eggalmbahn und Restaurant Eggalm. Die markante Pyramide auf der anderen Talseite oberhalb des Bergstationsgebäudes ist der Höllenstein, im darunter liegenden Talboden befindet sich verdeckt die Höllensteinhütte, Ziel unseres Rodelausflugs.
Beilspitzabfahrt auf der Eggalm. Sieht hier viel besser befahrbar aus, als sie (mangels Präparation) war.
Talabfahrt von der Eggalm. Nach Überquerung der Straße gabelt sie sich am Christlerhof in Ziehwege zur Rastkogel- und zur Eggalmbahn.
Talabfahrts-Ziehweg zur Rastkogelbahn. Die Talabfahrt über die Eggalm ist wohl das Unattraktivste, was das Rastkogel-Gebiet zu bieten hat. Übrigens sieht man auf diesem Bild knapp rechts oberhalb des vordersten Steckens des Fangzauns das Talstationsgebäude der ehemaligen Schrofenalm-Bahn in Vorderlanersbach.
Talstation 4EUB Rastkogelbahn in Vorderlanersbach. Mittlerweile ist das mit Baujahr 1990 die älteste Anlage im Rastkogelgebiet.
Rastkogelbahn mit Freeride-Spuren auf der Trasse aus schneereicheren Tagen.
Lämmerbichl-Abfahrt am Rastkogel am Nachmittag. Auch landschaftlich eine schöne Sache.
Blick vom Lanersbacher Lämmerbichl durchs Tuxertal zum Hintertuxer Gletscher und Olperer. Unten links die Bergstation der Rastkogelbahn.
Die von fast überall aus dem Rastkogel- und Penkenskigebiet einsehbare Ahornspitze über Mayrhofen mit ihrem kleinen Skigebiet.
Detailzoom ins Mayrhofener Höhenskigebiet Ahorn. Schön ist die Schneise der neuen Ebenwald-Sesselbahn zu erkennen, die den oberen Teil der Talabfahrt und damit die meisten Pistenkilometer im Höhengebiet erschließt.
Talabfahrts-Ziehweg zur Eggalmbahn. Lanersbach ist trotz Zugehörigkeit zu einem Zillertaler Massenskigebiet überschaubar und sogar ein wenig authentisch geblieben. Links oben der Höllenstein.
Skishow der Tuxer Skischulen am Montagabend am Hinterangerlift in Lanersbach. Neben Freestyle-Akrobatik, die sich im Halbdunkel leider nicht bildlich festhalten ließ, gibt es allerhand Lichteffekte, ...
... Fackelabfahrt, ...
... Pyro-Darbietungen und ...
... natürlich ein Feuerwerk - für den kleinen Ort eine erstaunlich umfangreiche Darbietung.
Panoramaabfahrt von der Wanglspitze ins Horbergtal. Feine Sache.
Talstation PB 150er Tux im Horbergtal, wenn die Mayrhofener Massen vormittags ins Lanersbacher Rastkogelgebiet wechseln. Bei einer reinen Fahrzeit von 3,6 Minuten in der 150er Kabine sieht das nach annähernd 30 Minuten Wartezeit aus.
Obere Sektion Finkenberger Almbahn mit Pisten und Blick in den Zemmgrund, der zum Bergsteigerdorf Ginzling führt, wo die Touren auf die Berge des Zillertaler Hauptkamms starten.
Hasenmulden-Schlepplifte am Penken, zusammen mit Beilspitzlift, dem langweiligen Lämmerbichl-Übungsschlepper, Penkenkuli und Mittertretlift die letzten Vertreter ihrer Art im Skigebiet.
Schöne Abfahrt des Penkenexpress auf Mayrhofener Seite.
Penken-Kombibahn und Infrastruktur auf der Penkenkuppe. Die Abfahrt der Kombibahn ist weniger lohnend als die des Express.
Blick aus der Rastkogelbahn gegen Ende der Faschingswoche. Der tägliche Sonnenschein hat auf den Südhängen ganze Arbeit geleistet.
Rodelabstecher mit dem Taxi hinauf zur Höllensteinhütte über Lanersbach. Hier auf dem Loschboden, einer Almfläche, steht man plötzlich vor einer ganz anderen Szenerie als gegenüber im Skigebiet. Die Felskulisse ist dramatischer, als es das Bild herzugeben vermag.
Info zur Rodelbahn Höllensteinhütte.
Die recht große Höllensteinhütte mit gemütlicher Gastronomie.
In der Dämmerung begaben wir uns auf die Rodelschlitten. Die 4 km lange Rodelbahn ist beleuchtet, wenn auch nur sehr spärlich.
Ein kurzes Rodelbahn-Teilstück ist Teil des Tuxer Straßennetzes und wird darum geräumt. Zum Wochenanfang war das Teilstück noch schneebedeckt, wurde uns mitgeteilt, aber auch hier hatte die tagelange Sonneneinstrahlung dem Schnee den Garaus gemacht. Nach einer Straßenkurve geht es dann auf einem schneebedeckten Fußweg weiter bis hinunter zum Lanersbacher Eisstadion.
Zoom von der Panoramaabfahrt der PB 150er Tux zur Infrastruktur auf dem Penkenjoch mit den Stützen der Katzenmoosbahn.
Aussichtspunkt an der Panoramaabfahrt der PB 150er Tux. Blick durchs komplette Horbergtal, Drehscheibe des Mayrhofener Skizirkus.
Zoom vom Aussichtspunkt zur Horbergkarspitze mit den Bergstationen von Schneekar- und Gerentbahn und der Pyramide der Schneekarhütte.
Hier ist sie - die Schneekarhütte. Angeblich wurde der Bau zur Saison 2014/15 noch einmal erweitert.
Und weil's so schön ist, noch einmal die über einen Grat geführte Panoramaabfahrt.
Bei der Rückfahrt von der Gerentabfahrt zu den Liftstationen im Horbergtal kommt man bei Schiastl's Sunnalm vorbei - ein wunderbarer Einkehrplatz, aber leider auch entsprechend bekannt und besucht.
Schwarze Abfahrt "Devil's Run" der Schneekarbahn, mittags toll zu fahren, weil leer.
Die Devil's Run von oben bis (fast ganz) unten.
4 EUB Rastkogelbahn vor der Einfahrt in die Bergstation, mittlerweile 25 Jahre alt. Wie lange die wohl noch macht?
Finale auf der Lämmerbichlabfahrt am Rastkogel, die auf den Ziehweg in die Vogelau und weiter zur Talabfahrt über die Eggalm führt.