So viele weiße Flecken habe ich diese Saison in Tirol nicht mehr, aber das Zillertal gehört dazu. Deshalb folgen in den nächsten Tage Berichte über die dortigen Skigebiete. Der Anfang macht dabei das Skigebiet Hochzillertal in Kaltenbach.
Das Skigebiet erfüllt eigentlich alle Kriterien eines Industrieskigebiets perfekt. Nicht dass das unbedingt schlimm ist, aber hier ist es schon etwas arg. Es gibt eigentlich auch keine Nische, die nicht in Massenabfertigung optimiert ist. Das angeschlossene Hochfügener Skigebiet ist da nicht ganz so weit "ausgebaut".
Der Auftakt macht die Parkanlage mit dem riesigen Parkhaus und den riesigen Parkplätzen, auf denen man sich irgendwie schon sehr komisch vorkommt. Eigentlich wollte ich dann erstmal aufs Klo, wenn die Bahnen um 7:30 öffnen erwarte ich, dass ich dann auch zu dieser Zeit mal ein dringendes Geschäft erledigen kann, 4h Autofahrt lassen grüßen. Man steht aber vor verschlossenen Türen, gut, dass einige Busse herumstehen, hinter die man mal schnell gehen kann, aber Service sieht anders aus. Aber das passt ins "Konzept" des Skigebiets. Dann geht die Massenabfertigung weiter, mit 2 paralellen Hochleistungsgondeln werden die Leute hinaufgeschaufelt, die sich dann oben in einem eigentlich recht kleinen Skigebiet an den vielen nebeneinander liegenden Bahnen vergnügen dürfen. Die Pisten sind natürlich möglichst stark planiert. Essen wollte ich in den Fresstempeln erst gar nicht ausprobieren.
Das Wetter war traumhaft, quasi keine Wolken am Himmel, einfach nur strahlender Sonnenschein. Die Temperaturen waren relativ hoch. Die Pisten wurden aber nicht weich oder sulzig, sondern blieben hart. Eigentlich war ich deshalb sogar etwas enttäuscht, denn eigentlich freute ich mich auf Frühjahrsski per excellence, aber daraus wurde nur in den unteren Teilen der Talabfahrten was. Los war viel, der Parkplatz war voll. Vor allem waren viele Osteuropäer und "Preußen" im Gebiet. Wartezeiten an den Bahnen hielten sich aber in Grenzen, waren aber dennoch eigentlich 5-6 Fahrbetriebsmittel. Auf den Pisten war es auf der Kaltenbacher Seite auf Grund der "ausgeklügelten" Liftanordnung natürlich eher weniger leer. In Hochfügen war es deutlich ruhiger, am Zillertal Shuttle gab es dort die einzigen nennenswerten Wartezeiten mit ebenfalls ca. 5-6 FBM Wartezeit. Der große Betrieb sorgte dafür, dass die Pisten am Ende auch ziemlich abgerutscht und teilweise verbuckelt waren.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Zu Beginn leider nicht chronologisch.

Am Schnee-Express und co. Dieser Hang hier wird immerhin von 2mal 8KSB, einer DSB und einem SL erschlossen. Auch hin der Hochsaison sind so also leere Pisten garantiert. Das Bild wurde ziemliche früh aufgenommen, daher noch viel Platz, was sich aber noch änderte. Ich bin mal gespannt, wann der Schultz erkennt, dass das Gebiet nicht größer wird, wenn er die x-te KSB an ein und den selben Hang stellt.
Generell besteht das Kaltenbacher Gebiet, ausgenommen Verbindung nach Hochfügen und Talabfahrten gerade mal aus 3 Hängen (Schnee-Express, Sonnen-Jet und Neuhüttenbahn) mit mehreren Varianten.

Öfelerbahn, dahinter Kristall-Express und Panoramalift

In der Mizunbahn, die auch nur den unteren Teil des Sonnenjets doppelt.

Zum Thema Pistenpräparation. Natürlich ist die Präparation im Frühjahr meistens eher unterdurschnittlich. Auf der Kaltenbacher Seite viel aber auf, dass eigentlich jede Piste knollig und schlagig war. Höhepunkt der Schlampigkeit sind meiner Meinung nach die Absätze zwischen den Raupenspuren.
Auf der Talabfahrt war es teilweise schon grenzwertig. Knollen in Größe von Skischuhen auf der Piste herumliegen zu lassen gehört sich nicht. Der oben abgebildete lag an einer gut übersichtlichen Stelle, daher kein Problem, aber nach der Straßenquerung waren auf rund 20m mittig hinter einer Kuppe nur solche Knollen zu finden, zum Glück konnte ich gerade noch ausweichen, hätte auch leicht schiefgehen können. Mit Raupen, Schild und Fräse sollte man sowas eigentlich in den Griff kriegen. Aber wenn der Schultz dafür aber wahrscheinlich lieber billige ungelernte Saisonarbeiter, die früher Panzerfahrer in der Ostukraine waren und jetzt wegen des Waffenstillstands eine "Anschlussverwendung" brauchen einsetzt, schaut es halt danach aus wie auf dem Schlachtfeld. Sarkasmus off

Im Sonnenjet gegen 8:00

Auf der Talabfahrt. Im oberen Teil noch genügend Schnee, unten heraus wird es in absehbarer Zeit eng werden, wenn weiterhin reger Betrieb herrscht.

Sonnenjet + Mizunbahn

Einfahrtstützen Sonnenjet, macht heute seinem Namen alle Ehre

Seitenblick aus dem Sonnenjet Richtung (geschlossener) Krössbichlbahn

Ausblick Richtung Süden. Ziemlich mittig das Hintertuxer Gletscherskigebiet

Industrieflair der Zubringerbahnen mit Hochspannungsleitung

Sonnenjet

Kristallexpress in Höhe der Liftkreuzung mit dem Panoramalift

Raupe in Lauerstellung

Blick auf die Talabfahrt. Auffällig bei den Zubringerbahnen und v. a. auch den Verbindungsbahnen war der extrem schlechte optische Zustand der Fahrbetriebsmittel. Überall Löcher im Bezug, verkratzte Scheiben, etc.

Seitenblick aus dem Sonnenjet. Auch aufgenommen kurz nach 8:00

Schneeexpress mit Funpark, der auch von einigen, die es drauf hatten, genutzt wurde

Der Weg von der Zentralstation ins Gebiet

Am Kristall-Express

Auf der Talabfahrt

Zoom zum Olperer. Davor die Bergstation der 150er Tux im Skigebiet Rastkogel

Was auf den Bergen nicht so alles rum steht. Spinne an der Bergstation Kristall-Express

Neuhüttenbahn. Hier bleib es recht ruhig und leer

Blick ins grüne Zillertal von der Bergstation der Neuhüttenbahn

Und das dann mal noch etwas gezoomt

Einfahrtstützen Neuhüttenbahn

Quasi der Gebietsüberlick von Kaltenbach, es fehlt dazu gar nicht mal so viel

Blick zu den Verbindungsliften zwischen Kaltenbach und Hochfügen

Im Topjet. Liebe Bergbahnen, bitte ganz dringend in "Super Double Bubble Star Space Express Jet" unbenennen

Piste am Zillertal Shuttle. Erschließt schöne lange und anspruchsvolle Pisten

In der Holzalmbahn. In Hochfügen jetzt doch ruhiger

Blick von einer Piste an der Holzalmbahn

Am Hochfügen 2000 4er.

Am Pfaffenbühel II. Schön, dass hier noch "normale" Lifte stehen. Der Lift erschließt dazu einen schönen steileren Hang.
Die älteren Anlagen lassen aber das Hochfügener Gebiet etwas verplant wirken

Sonne und Schnee, schee

Blick auf das Hoteldorf Hochfügen. Natürlich keine Augenweide, aber immerhin nicht ständig im Blickfeld wie Kühtai

Wedelhütte vor den Zillertalern

Und nochmal etwas gezoomt

Leere schwarze Piste am Wedel-Express. Die Massen quälten sich über die rote Piste. Am Topjet gab es dann Wartezeiten, die umging ich aber dadurch, dass ich einfach solange Wedel-Express fuhr, bis die Schlange erträglich war

Die Talabfahrt trat ich dann über die Skiroute Aschau an. Auf das Gewusel auf der Kaltenbacher Talabfahrt hatte ich keine Lust und mit der Gondel ins Tal fahren will ich auch nur im absoluten Notfall oder wenn es eben keine Abfahrt gibt

Auf der Aschauer Abfahrt hatte man seine Ruhe und auch noch recht gute Bedingungen. Warum man die Abfahrt als Route auszeichnet erschließt sich mir nicht so recht, denn die Abfahrt ist präpariert und sogar beschneit.

Talroute kurz vor Aschau. Von dort ging es dann mit dem Bus zurück nach Kaltenbach. Der Blick dort auf die Talabfahrt verriet, dass man alles richtig gemacht hat. Man konnte dort gut das pure Chaos erkennen.
Fazit:
Eigentlich ein ganz netter Skitag, nicht mehr und nicht weniger. Das Wetter war halt top und so macht es Spaß, Ski zufahrern. Leider waren gerade der Andrang und die Pistenpräparation doch ein Dorn im Auge, auch wenn ich da zugegebenermaßen oftmals einen sehr hohen Anspruch habe. Wenn dann noch so eine Übererschließung wie in Kaltenbach dazu kommt, kann ich mir aber so manchen blöden Kommentar nicht verkneifen
Kaltenbach ist halt ein pures Industrieskigebiet, in der Hochsaison ist das dort wohl die Hölle auf Erden. Hochfügen ist doch angenehmer, daher werde ich wohl im Rahmen meines Aufenthalts im Zillertal nochmal direkt in Hochfügen einsteigen, da mir dort auch noch einige Abfahrten fehlen und ggf. nochmal schnell rüber nach Kaltenbach schauen. Wenn weniger los ist, kann man in dem Skigebiet wahnsinnig viel bolzen, man hat einen großen Höhenunterschied und lange Abfahrten, was ein großes Plus des Gebietes ist.
