
Meine Frau und ich haben jetzt gerade vom 5. bis 8. Dezember frei. Die Überlegung, trotz zweifelhafter Schneelage einen kurzen Schiurlaub zu buchen, hat sich wegen Erkrankung meiner Frau erübrigt.
Das hinderte mich jedoch nicht daran, einen Tag auf meinen beiden Bretteln zu verbringen, während meine Frau sich zu Hause hustend und schnupfend schonte.
Doch wohin sollte mein Ausflug gehen? Das aktuelle Pistenangebot und die zu erwartende Schneesituation im Großraum Wien überzeugten mich nicht wirklich. Ich beschloss also eine etwas längere Anreise in Kauf zu nehmen. Für mich kamen dann zur Auswahl:
4 Berge Schischaukel, Turracher Höhe oder Kreischberg.
Für die vier Berge sprach das größte Angebot.
Für die Turracher Höhe sprach mein Interesse an der neuen Schafalm
Für den Kreischberg sprach die (von den Dreien) kürzeste Anreise und das aktuell günstige Tageskartenangebot (35,-), sowie die Tatsache, dass ich dort von der Pistenpflege noch nie enttäuscht wurde.
So startete ich um 5:45 Uhr am Morgen in Wien mein Auto und fuhr los. Am Knoten Sankt Michael entschied ich mich gegen die vier Berge und als ich dann beim Kreischberg das Schneeband ins Tal erblickte, zog es mich dort hin und ich entschied mich gegen ein Weiterfahren zur Turrach.
Um 8:25 Uhr blickte ich vom Parkplatz auf die Piste (Die Uhr vor Ort zeigte noch die Sommerzeit)

Etwas später bin ich der erste Fahrgast der Saison auf der 4SB Schopfart.


Die Abfahrt dort war einfach Traumhaft. Griffiges Kunstschneeband ohne Spurunebenheiten, Knollen oder Eisklumpen. Das alles für mich allein, so dass ich auch gleich der zweite Fahrgast der Saison auf der Schopfartbahn war. Alle anderen Gäste fuhren gleich mit der Gondel auf den Berg.


Danach entdeckten auch andere Gäste den genialen Hang im Tal und ich wechselte mit der Gondelbahn auf den Berg und fuhr gleich weiter zur 10er Gondel Riegleralm.

Dort fuhr ich zuerst die Piste 5 ins Rosenkranztal.

Was hier auf dem Bild wie eine schöne griffige Piste aussieht, war in Wahrheit sehr knollig. Andere Schigäste mit denen ich eine Gondel teilte beschrieben den Zustand mit dem Begriff „Kugellager“, eine Bezeichnung, die es ziemlich genau auf den Punkt bringt.
Damit komme ich zu den Fakten (Lift- und Pistenstatus, sowie Zustand):
Außer der Rosenkranzhöhe war das gesamte Schigebiet erreichbar.
Das heißt: Es waren alle Anlagen geöffnet, außer dem Sessellift und dem Schlepplift auf die Rosenkranzhöhe, sowie einigen Parallelanlagen, deren Betrieb wegen des geringen Besucherandrangs unnötig war. (DSB Ochsenberg, Sunshine-Schlepplifte)
Wartezeiten gab es keine.
Im Bereich der geöffneten Anlagen waren auch alle Hauptpisten geöffnet. Die Ausnahme bildeten die Pisten 3 und 4, wo nur eine Variante hergerichtet war (oben 3 unten 4), sowie die Piste 7, die noch geschlossen blieb. Ebenso waren auch einige Schiwegvarianten noch zu, die aber bei dem verbleibenden großen Angebot nicht fehlten.
Vom Pistenzustand war ich in Summe dann doch eher enttäuscht. Das lag aber eher an meiner hohen Erwartungshaltung und dem zuletzt doch deutlich zu warmen Wetter, als an mangelndem Einsatz des Pisten-Teams am Kreischberg. Letztendlich schneit man auch dort nur mit Wasser.
Den perfekten Teppich hatte ich nur am Morgen, bei meinen beiden Abfahrten an der Schopfartbahn. Im restlichen Schigebiet traf ich auf eher unruhige Pisten, die aber das Vergnügen kaum trübten. Wirklich schlecht allerdings waren einige Pisten wegen der harten Knollen (Kugellager). Das waren wie bereits erwähnt die blaue 5 ins Rosenkranztal, sowie die blaue 2 am Ochsenberg (2. Sektion Kreischbergbahn) und die schwarze 16 an der Sixpack-Bahn.
Am Besten hat mir folgende Kombination gefallen: Von der Bergstation Riegleralm über rote 18, blaue 13 und schwarze 1 bis ins Tal. Dort war der Schnee sehr gut zu fahren.
Doch nun wieder zu den Bildern, am Besten gleich von meiner Lieblingsvariante:
Start bei der Bergstation Riegleralm:

Es geht über die Piste 18.

Zuletzt geht es über die 1 ins Tal.

Nun einige Bilder von der 6er-Sesselbahn:
Zunächst die Sonne über der Bergstation.


Über diese Piste geht es zur Talstation.


Hier fährt man in den knolligen Steilhang ein.

Beide Pisten, von der Talstation aus fotografiert.

Bergfahrt mit der 6KSB:



Blick zurück:

Bilder von den blauen Pisten bei den Sunshineliften:
Am ersten Hang war nur die 3 (links) geöffnet.

Dann musste man nach links auf die 4 wechseln.

Dort passierte man den neuen Snowpark.

Auch im unteren Bereich musste man links auf der 4 bleiben, der Snowpark geht dann rechts weiter.

Weiter Richtung Tal kam man hier auf die blaue 2, die sich (wie schon erwähnt) durch eisige Knollen negativ bemerkbar machte.

Nun zu einigen kleinen Neuerungen im Schigebiet:
Der Zustieg zur Riegleralmbahn ist nicht mehr vorne, wie bisher…

…sondern auf der Rückseite durch die Garagierungshalle.

Bei der Talstation der Kreischbergbahn gibt es einen zusätzlichen Zugang (neues Drehkreuz).

Auch bei der Schirmbar wurde angebaut. Das Häuschen links vor dem Schirm ist neu.

Das Blau-Orange-Design, das die zuletzt gebauten Bahnen schon seit ihrem Bau haben (Riegleralm und Sixpack), wurde nun auch teilweise in die bestehenden Anlagen übernommen. Hier die Bergstation der Kreischbergbahn im neuen Blau-Orange-Design.

Beim Durchschauen der Bilder ist mir auch beim Kreischi-Schlepplift das Blau-Orange-Design aufgefallen. Ich glaube, dass das auch dort neu ist.

Der Vollständigkeit halber bin ich auch diesen Lift gefahren.

Abschließend noch ein paar Worte zum Wetter: Wie man auf den Bildern erkennen kann, war es sehr sonnig. Ein paar Wölkchen blieben bedeutungslos. Es war auch windstill. Am kältesten war es am Morgen im Tal bei -2°C am Berg erreichte die Temperatur am Nachmittag +10°C.

Fazit: Es war ein gelungener Schitag, wenn der auch der Pistenzustand an manchen Stellen deutlich unter den Erwartungen blieb. Ob ich das richtige Ziel gewählt habe weiß ich nicht, da auch die anderen Schigebiete unter schwierigsten Bedingungen schöne Pisten herzaubern müssen.
Wenn ich swobis aktuelles Statement zur Turracher Höhe lese, dann war es dort wohl kaum besser als am Kreischberg. Und auch von den 4 Bergen konnte ich zuletzt nicht nur Positives lesen.
Im Vergleich zum Vorjahr ist es auf jeden Fall überall besser. Denn letztes Jahr konnte am zweiten Advent-Wochenende nur die Reiteralm mit einer Piste (mit Schnee aus dem Depot vom Vorjahr) dienen, Kreischberg und Turrach hatten gar keinen Schibetrieb.