Deshalb ging es von Samstag bis Dienstag nach Saas Fee bzw. auf die Britannia Hütte. Ziel: Skitouren auf dem Allalingletscher.
Getreu nach dem Motto ging es in die Schweiz: "Wir sind nicht zum konsumieren hier - wir genießen die Natur!"
Der Reihe nach.
Samstag ging es bei strömendem Regen in Stuttgart los über Karlsruhe, Freiburg nach Basel, wo sofort die Sonne raus kam. Plötzlich hatte es über 20°C - die Fahrt gestaltete sich angenehmer. Der Kollege kannte noch keine Autoverlad, so fuhren wir zum Lötschberg. Abends in Saas Fee angekommen nach einer Reisezeit von knapp 6 Stunden, machten wir uns auf zur Aprèsski Party. Bier brachten wir weitgehend von Deutschland mit
Schweiz und Aprèsski? Das geht!
Siehe an. Aprèsski ist sogar in Saas Fee möglich. Die Party war nicht schlecht, richtig dreckig!
Sowas habe ich noch nicht gesehen bis jetzt! 0,33er Bier. Pfand wird keins verlangt. Der Schweizer Gast (es waren fast nur Schweizer da) schmeißt die Flasche gerne in die Ecke. Warum wird kein Pfand verlangt? Das konnte uns unser Vermieter im Hotel auch nicht erklären... meinte, die seien halt etwas rückständig. Bier 5 Franken für 0,33l.
Mit der Schneeschaufel wird der Müll zusammen gekehrt.
Blick aus dem Hotel Sonntagmorgen. Kurze Wolkenlücken - leider sollte es wieder anfangen zu regnen bis 2400m. Heute ist der letzte Betriebstag in Saas Fee.
Wir packen unsere Sachen. Das Marschgepäck hat ein ordentliches Gewicht. Schließlich wird auch etwas zu trinken und der Lawinenairbag und die sonstige Ausrüstung mit hoch geschleppt.
Vorbei kommen wir an der ausgemusterten Spielbodenbahn. Wahrscheinlich warten die Gondeln auf die potenten Käufer...
Wir steigen zu Fuß auf. Auf ein Liftticket verzichten wir. Wie schon vor 2-3 Wochen festgestellt, laufen auch am letzten Betriebstag nur noch ausgewählte Anlagen. So läuft der Morenia 6er Sessel erst mal nicht... Naja, interessiert mich nicht mehr dort. Heute geht es drum Sport zu machen! In Saas Fee ist es zudem immer am besten wenn die Anlagen zu sind
Alte Schlepplifte am Felskinn. Wahnsinn wie weit der Gletscher hier zurück gegangen ist. Warum wirds nicht abgebaut? Zu teuer?
Alte Schlepplifte am Felskinn. Wahnsinn wie weit der Gletscher hier zurück gegangen ist. Warum wirds nicht abgebaut? Zu teuer?
Wow! Im Felskinn Tunnel gibt es Strom. Während ich auf den Kollegen wartete wurde das Smartphone geladen. So hielt auch das GPS am Ende 7,5 Stunden durch (!) Vor 2,5 Wochen konnte ich den Aufstieg fast ohne Gepäck in 3 Stunden schaffen (1350 Höhenmeter Differenz).
Der Wind peitscht mittlerweile hässlich. Ich sehne die warme Hütte herbei (die kalt war wie wir feststellen mussten!)
Wir sind scheinbar die letzten! An der Hütte sind alle Skiabstellmöglichkeiten bereits besetzt.
Wir schmelzen draußen Schnee. Auf dieser Höhe hat man ordentlich Durst. Getrunken haben wir auch aufgrund der körperlichen Belastung 5-7 Liter pro Tag. Auf der Hütte kostet 1l kalter Marschtee (am nächsten Morgen ist er das, da man sich den Tee bereits zwischen 17 und 18 Uhr am Vortag abfüllen lassen muss) 5 Franken. Auch alle anderen Getränken sind extrem teuer. Die Hütte verfügt über kein fließend Wasser... Bier 0,5 kostet 7 Franken, das gönnten wir uns dann jeden Abend: 1 Bier. Der Rest wurde geschmolzen mit einer Gaspatrone für 1,50 Euro, draußen vor der Hütte selbstverständlich.
Schneedepot
Um 5.15 klingelt der Wecker. Wir hatten Glück: Die erste Nacht hatten wir ein Zimmer zu zweit (10er Lager!)
Um 5.30 beim Frühstück gab es praktisch keinen Sitzplatz mehr. Ausschließlich Skitourengegner waren eifrig beim Essen - hier gibt es auch Gratisgetränke zum Frühstück für 80 Franken Halbpension. Man muss leider sagen, dass trotz Regen / Schneefall und Kälte in der Nacht die Hütte am Sonntag nicht beheizt wurde (!) 13 Grad im Trockenraum, extreme Feuchtigkeit und auch in den Zimmern keine höheren Temperaturen waren extrem frisch für mein Gefühl. Holz wird wohl auch nicht zum Heizen genutzt. Die Solarkollektoren arbeiteten dann erst am Dienstag wieder so richtig (dann waren auch die Heizköper warm). Folge: Innen überall Schimmel (an jedem Fenster, auch im Essensaal!). Hier gehts gar nicht um den Preis, sondern um eine ziemlich schlechte Hüttenführung. Schließlich geht durch Schimmel vieles kaputt, ganz zu schweigen von der gesundheitlichen Belastung / Gefährdung von Kunden (Touristen, Mietern) und natürlich des Personals!
Huch! Um 6.00 springen alle in die Skier, los gehts in Richtung Strahlhorn. Montag soll das Wetter bis 12.00 halten, danach sollen Quellwolken, in der Nacht dann Schneefall folgen...
Der Hohlaubgletscher wird überquert, anschließend auf dem Allalingletscher in Richtung Fluchthorn (knapp 3800) und Strahlhorn (knapp 4200) aufgestiegen.
Wir warteten am Montag bis alle weg waren...
Die Sonne schien, Zeit für uns an einem frischen Aprilmorgen zu starten.
Herrlich die Natur! Wir mussten uns heute erst mal an die Höhe gewöhnen, deshalb machten wir eine Skitour mit knapp 700 Höhenmetern. Dazu geht es erst mal 120 Höhenmeter von der Britannia in Richtung Gletscher (und am Ende wieder rauf!)
Blick zurück zur Hütte
Bei herrlichem Wetter steigen wir auf dem Allalingletscher in der Spur von 30-50 Tourengehern auf...
Am Rand der Spur sehen wir enorme Spalten. Keiner der Tourengeher geht angeseilt bis zum Adlerpass. (Ausnahme: eine Gruppe von 4-5 Personen)
Die meisten scheinen ihr Ziel gegen 12.00 schon erreicht zu haben... Blick zum Strahlhorn.
Aufstieg. Die Höhe spürt man schon.
Strahlhorn.
Gletscherspalten am mächtigen Allalingletscher. Auf 3500m kehrten wir um und fuhren wieder bis 2900m ab. Schließlich folgte der Gegenanstieg zur Britannia bis auf 3030m. Leider verschlechterte sich das Wetter wieder... wir schmolzen unser nächstes Trinkdepot für den Dienstag.
Strom gibts nur unten an einer Steckerleiste. Die Smartphoneladegeräte geben alles.
Das Lager ist voll diese Nacht. Die Hütte praktisch ausgebucht!
Dazu kommen alle Neuankömmlinge aufgrund des Schneefalls durchnässt an. Heizung wieder keine: Grenzwertig!!
Die Nacht war unruhig, zu viele Personen in einem zu engen Raum, zumindest für mich!
Morgens stand ich deshalb bereits vor 5 Uhr auf - hier waren schon enorm viele Leute im Waschraum (ohne vernünftig fließend Wasser) und auch an den zwei Herrentoiletten war schon Stau (7 Minuten). Zur Hauptzeit waren es dann über 20 Minuten (!)
Punkt 6 gingen wir aus der Hütte und machten uns auf den Weg - der Horde nach...
Morgens ist das Licht bekanntlich am schönsten!
Auf dem Allalingletscher
Auf dem Allalingletscher
Auf dem Allalingletscher
Auf dem Allalingletscher
herrliches ruhiges Winterwetter.
Auf dem Weg zum Adlerpass.
s. o.
s. o.
Am Adlerpass.
Die ersten riesen Spalten direkt im Aufstiegsgebiet tauchen auf...
Die Profis seilen jetzt an, Zeit für uns umzukehren, es war sowieso schon gegen 11.30, so dass wir uns in Richtung Britannia aufmachten.
Unsere Aufstiegsbilanz: gut 1000 Höhenmeter bis über den Adlerpass hinaus, anschließend 150 Gegenansteig zur Britannia plus Anstieg ins Skigebiet. Kurz: Es reichte!
Blick zurück in Richtung Britannia
Zoom Britannia! Ca. 10km entfernt
Zoom Adlerpass-Aufstieg in Richtung Strahlhorn.
Zoom Hohsaas
Mittags erreichten wir gegen 13.00 Uhr bei herrlichem Wetter (endlich!) die Britannia. Unseren Rucksack holten wir aus dem (endlich) mal geheizten Trockenraum, so dass wir uns gegen 14.00 Uhr auf den Weg ins Tal machten.
Blick zurück ins Hochtourengebiet.
Mit dem gesamten Gepäck machten wir uns wieder auf den Weg zurück in Richtung Skigebiet Saas Fee. Dazu müssen wieder 50 Höhenmeter überwunden werden bis zum Egginerjoch.
Abfahrt mit Neuschneeauflage auf dem Egginer. Blick zum Felskinn, auch hier sind Spuren zu sehen. Das Skigebiet ist bereits geschlossen...
Die höchsten Berge der Schweiz!
Neuschnee / unverspurt bis Saas Fee, bzw. bis 2300m exzellente Qualität!
Skiservice im Garten gestern bei 22 Grad. Der Winter scheint vorbei (Hochtourengebiete ausgenommen
Fazit: Wahnsinn die Natur, körperlich anstrengend aufgrund der Höhe aber sehr beeindruckend! Saas Fee: immer wenn das Skigebiet geschlossen ist (insbesondere bei Neuschnee, frühem Saisonschluss
Hütte: Note 4. (Preis-Leistung stimmt nicht: unbeheizt, feucht, klamm, eng, ungemütlich)