Gestern waren wir - zum ersten Mal in dieser Skisaison - am Nassfeld. Dort gibt es ja inzwischen einen fast - Vollbetrieb was die Bahnen betrifft und immerhin offiziell '20 von 35 Pisten'. Vor allem schien uns aber gestern das Nassfeld die beste Auswahl was die Wetterprognose betrifft. In diesem Punkt wurden wir auch nicht enttäuscht, den ganzen Tag gab es Sonne pur
In Betrieb sind alle Hauptanlagen ausser der 4SB FIS, leider an vielen Anlagen nur je eine Piste offen. Es war schon einiges los, anstehen mussten wir aber noch nicht bzw. minimal (1 Minute bei der Bergfahrt mit dem Millenium - Express). Im Gegensatz zu den meisten kärntner Skigebieten wo grossteils Locals und Slowenen zu hören sind, ist Nassfeld schon wesentlich internationaler, von Holländern, (Nord)deutschen, bis Tschechen und Rumänen ist alles dabei.
Zum Schneezustand mehr bei den Fotos, generell waren die beiden vergangenen Tage aber ein 'worst - case - Szenario': am Montag Tauwetter mit extremen Plusgraden, gestern Nordwind mit (leichten) Minusgraden der noch die letzten Reste vom weichen Schnee von den oberen Pistenabschnitten verweht hat = harte, tlw. sogar betonharte Pisten.
Standardfoto von der Madritschen -das muss sein
Begonnen haben wir den Skitag auf der sonnigen und relativ flachen Madritschen - Piste. Schon bei der ersten Fahrt konnten wir merken, dass es eher eine harte Angelegenheit sein wird, zudem auch recht voll. Am Lift mussten wir zwar nur minimal anstehen (3 - 4 Sessel), da aber nur eine Piste offen ist und selbst diese tlw. nicht in voller Breite, wurde diese für meinen Geschmack eben zu voll (bestimmt wird jemand aufschrein dass es nichts im Vergleich zu Ischgl oder Hochzillertal ist, aber ich habe eben eine andere Messlatte):
Weiter zum ebenfalls sonnigen Trögl, hier sind oben und unten beide Pistenabfahrten offen, sonnig, eine Spur weniger los als auf der Madritschen. Einer der besseren Skigebietsteile des Tages:
Auch die Sonnleitn war gegen 11 angenehm, vor allem im ersten Steilhang guter griffiger Maschinenschnee, unten raus dann eisiger. Und absolut nichts los, tlw. war nur jeder 3. Sessel besetzt
Nun geht es auf die Mössern, die Neuigkeiten der Saison (= total neu gebaute Beschneiungsanlage an der rechten Piste) zu testen:
Eindruck: total gelungene Investition, der Schnee schien mit etwas besser (weniger eisig) zu sein als auf den meisten anderen Pisten, vor allem stehen aber jetzt auf der Mössern beide Pisten in voller Breite zur Verfügung, das alleine sorgt für bessere Pistenverhältnisse im Vergleich z. B. zur Madritschen. Auch linke Piste war nett, wenn auch etwas voller:
Nun geht es zum Rudnigsattel:
Piste in voller Breite, oben tlw. windverblasen und entsprechend hart, unten besser. Leider in dieser Jahreszeit sehr schattig, vor allem unten.
Nun aber zum Trogkofel, der ist erst seit wenigen Tagen offen. Von unten sieht es nicht schlecht aus:
Leider war der Anschein falsch, Trogkofel war gestern schlecht zu fahren, die Piste wurde ein wenig mit der Brechstange geöffnet. Oben gibt es etliche Knollen + ein paar Steine:
... weiter unten wo mit uralten Lanzen beschneit wird, noch mehr Knollen, und im Mittelteil am Restaurant vorbei noch sehr schmal und entsprechend abgefahren. Einmal war genug:
Zweikofel war wesentlich besser, Piste in voller Breite (anders geht kaum, ist soweiso schon schmal genug
An wenigen Stellen hat es sogar ein wenig aufgefirnt:
Und nun die Talabfahrt testen:
Um es kurz zu fassen: es war eine der eisigsten Abfahrten die ich in den letzten Jahren gefahren bin
Fazit: brauchbar, aber momentan bitte mit guten Kanten (ich weiss, nach 2 oder 3 Tagen Beschneiung kann es wieder ganz anders aussehen). Trogkofel am besten meiden, Talabfahrt nur für Erfahrene. Ach ja, wenn man die Talabfahrt runterrutscht und die Idee hat in der Zwischenstation Gmanberg einzusteigen: geht nicht, der kurze Pistenabschnitt von der Hauptabfahrt zur Zwischenstation ist noch nicht beschneit. Aber wie gesagt, bei der Zwischenstation hat man das schlimmste fast schon überstanden
Und noch mein Apell an Betreiber: die Schneeanlage gehört ASAP erneuert. Die war Ende der 90er wirklich eine der besten alpenweit, inzwischen ist aber eine gewisse Stagnation erkennbar. Für das Wetter können die Betreiber nichts, aber wenn da wegen zu schwacher Beschneiung an einer 6KSB nur eine 20 - 30 m breite Piste zur Verfügung steht statt zwei 50 - 70 m breite, wird der Schnee bestimmt noch schneller abgerutscht. Richtig gute Beschneiung gibt es nur an der Mössernbahn und am Rudnigsattel, tlw. noch am Trögl, und im unteren Abschnitt der Talabfahrt - und dort waren IMO auch die besten Pisten! Ich hoffe der Ausbau geht in den kommenden Jahren in diese Richtung.