Zuerst war am frühen Morgen in Flims noch gar nicht an Skifahren zu denken. Eigentlich hatten wir das Thema abgehakt, Flims hatte wiederum nur Foppa und bis Curnius in Betrieb bei satten 50 CHF. Dann doch lieber Wellness und den Tag zum Arbeiten ein wenig nutzen. Doch dann hatte der ski-chrigel intuitiv auf den Webcams und die interaktive Karte der Lenzerheide geschaut. Bingo! Die Sicht sah sehr passabel aus und die Anzahl an geöffneten Liftanlagen ebenfalls. Also ab nach Churwalden.
Unterwegs regnete es nicht allzu wenig. Insbesondere auf der A13 zwischen Reichenau und Chur-Süd kamen Zweifel auf, ob wir besser die Aktion hätte sein lassen. Am Parkplatz in Churwalden angekommen regnete es zwar immer noch, aber längst nicht mehr so intensiv.
An der Kasse hatte ich unter Stress doch das Tagesticket auf anraten gekauft, statt der 4 Stunden-Karte, was eigentlich auch gereicht hätte. Schade, 16 CHF zuviel ausgegeben, aber die Bergbahnen von der Lenzerheide können ja jeden Franken gut nutzen.
In der Porsche-Gondel hoch zur Alp Stätz ging der Regen ab zirka 1400 Meter dann endlich in Schnee über. Am Gondelausstieg mussten wir jedoch nassen Schnee feststellen. Die ersten Abfahrten am Stätzertäli (4-KSB) und Stätzerhorn (6-KSB) waren nicht gerade das Gelbe vom Ei. Ski-chrigel musste sich sogar durch den schweren Schnee kämpfen. Der Holländer ging mit seinen breiteren Skiern fröhlich hinterher, aber konnte ebenfalls wenig sehen im White-Out.
Nach einer kurzen Pause in der Alp Lavoz Hütte, dachten wir noch, dass wir heute eine absolute Fehlinvestition gemacht hätten. Doch mit ein bisschen Widerwillen haben wir uns weiter zum Pedra-Grossa-Lift gekämpft. Im unteren Bereich waren die Pisten offenbar ein ganzes Stück besser als im oberen. Ob im oberen Bereich wirklich noch präpariert wurde?!
Auf alle Fälle musste ich auf den Skipisten beim Pedra-Grossa-Lift feststellen, dass keiner den ski-chrigel überholen darf. Das ist ein naturwissenschaftliches Gesetz. Beide Versuche endeten in einen fatalen Sturz, da der Schnee am Rande der Pisten unglaublich bremsig war. Ich wurde jeweils von '100 auf 0' ausgebremst. Beim zweiten Mal verlor ich sogar noch mein Ski im Tiefschnee und Chrigel war schon längst unten. Eins ist klar: Am ski-chrigel darf keiner vorbei.
Weiter gings zum Tgantieni 3-KSB. Wie der Pedra-Grosse 4-KSB hat auch diese Bahn bekanntlich keine Hauben, doch der Niederschlag hatte plötzlich aufgehört und wir sahen sogar die Sonne durch die graue Suppe durchkommen. Nach der ersten Fahrt wurde gleich noch eine Fahrt mit der Tgantieni-Bahn angehängt. Zwar sind die Pisten nicht gerade interessant, aber wenigstens in vernünftigen Zustand und mit guter Sicht.
Nach zwei Fahrten mit der Tgantieni 3-KSB ging es weiter mit der zweiten Sektion hoch zum Piz Scalottas. Einmal durch die Nebelwand kam dann die Sonne raus, hatten wir einen grandiosen Ausblick über die Lenzerheide und bis nach Savognin. "Die Wetterberichte kann man mal wieder rauchen" meinte ski-chrigel. Nix von Sonne wurde vorhergesagt. Und schlimmer noch: Regen bis in den Talboden wurde für Graubünden erst am späteren Nachmittag vorhergesagt, obwohl es seit 10 Uhr schon regnete. In Flims, sowie in Churwalden und auf der Lenzerheide.
Doch nun mit sonnigen Aussichten und zum Teil blauer Himmel, genossen wir die rote 40 Abfahrt am Alp Fops vorbei. Der Tag war gerettet und natürlich mussten bei ski-chrigel sofort alle Freunde mit sonnige Fotos über WhatsApp versorgt werden. :p
Da die rote 40 dermassen genial war mit der Möglichkeit um die letzten frischen Spuren zu setzen, wiederholten wir dies gleich nochmal. Sofort kam der Gedanke auf, nachher auch die Talseite nochmal zu wechseln. Die Tageskarte wäre in dem Fall doch nicht so schlecht gewesen, denn die 4 Stunden wären dann schon rum...
Egal, es musste doch anders kommen. Zurück in der Pedra-Grossa 4-KSB fing es wieder an zu schneien. Um einfacher rüber zu kommen nahmen wir den 2-SL Gertrud, doch die rote 51 war leider wegen Lawinengefahr geschlossen. Mühe für nix, da oben alles wieder nebelig und nass war.
Über einen langen blauen Ziehweg (52) kämpften wir uns zum Valbella 2-SL. Unten angekommen intensivierte sich der Schneefall erheblich und wir entschlossen uns, nicht mehr die Talseite zu wechseln, sondern direkt nach Churwalden runter zu fahren. Oben angekommen waren wir beide bereits wie Yetis eingeschneit.
Die Talabfahrt nach Churwalden war sehr bremsig, insbesondere dort wo der Schnee in Regen überging. Es machte einfach keinen Spass mehr. Komplett durchnässt kamen wir am Auto an und fuhren in strömendem Regen zurück nach Flims.
Trotzdem, diese zwei Abfahrten bei herrlicher Sicht und Sonne mit ein paar frischen Spuren in unverspurtem Schnee machten den bisher schlechtesten Skitag der Saison (für mich und für ski-chrigel), doch noch ein wenig gut. Ein herrliches Nachtessen mit guter Unterhaltung im Parlatsch rundeten den Tag ab.