
Die acht-monatige Durststrecke ist vorbei. Ich startete in die Schisaison 18/19. Am 31. März war mein letzter Schitag. Es sollte bis zum 1. Dezember dauern, bis ich nun endlich wieder Schifahren konnte.
Fernab der Gletscher wäre ein Schitag dazwischen allerdings nur mit größerem Reiseaufwand möglich gewesen. Nun ist es aber sogar wieder im Großraum Wien möglich, Spuren in den Schnee zu ziehen.
Mit dem gewählten Ziel, dem Arabichl-Schilift auf der Steyersberger Schwaig bei Kirchberg am Wechsel ist Wintersport sogar auf 100% Naturschnee möglich.
Winterfeeling kam schon am Morgen beim Losfahren in Wien auf. Auf der Südautobahn war Schnee auf der Fahrbahn.

Auf der Autobahn ging es bis Edlitz, von dort nach Kirchberg am Wechsel und weiter auf einer Bergstraße bis auf 1360m, auf die Steyersberger Schwaig. Hier oben war tiefster Winter.

Erster Blick auf die Piste…

…und zur Talstation des Schlepplifts.

Dieser Lift führt auf 1510m Höhe und erschließt sechs Pisten. Eine davon, die Sonnenabfahrt, war nicht geöffnet. Hier hat im oberen Bereich der Wind den Schnee verweht.
Damit ist auch schon der Lift- und Pistenstatus erklärt: Die Einzelanlage war geöffnet. Außer der Sonnenabfahrt waren auch alle Pisten geöffnet. Wartezeiten gab es keine. (max 1FBM)
Pistenzustand: Man war auf 100% Naturschnee unterwegs. Leider fehlt noch eine Kompakte Schnee-Unterlage. Bei der ersten Präparierung dürfte die Pistenraupe immer wieder die Wiese erwischt haben, jedenfalls gab es an vielen Stellen sehr viel Dreck (Gräser, Erdklumpen, Steinchen,…) auf der Piste. Diese konnten aber die Freude am Schifahren kaum trüben. Man war auf griffigem, pulvrigem Naturschnee unterwegs. Auf Grund der geringen Schneeauflage merkte man, dass man auf einer Almwiese unterwegs war, die nicht für den Wintersport planiert wurde.
Ganz allgemein muss man sagen, dass in Niederösterreich an einem ersten Dezember, Schifahren auf reinem Naturschnee eine Sensation ist. In Zeiten des Klimawandels wird so ein Ereignis wohl immer seltener werden.
Bergfahrt mit dem Schlepplift.

Die beste Piste war jene, direkt neben dem Lift. Auf ihr gab es fast keinen Dreck.

Ein paar Bergfahrten später kämpfte sich die Sonne durch die Wolkendecke.

Damit komme ich zum Wetter:
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war es bewölkt. Zeitweise schneite es leicht. Zeitweise kämpfte sich die Sonne durch. Leichter Wind war spürbar. Die Bodensicht war trotz Bewölkung und Schneefall gut.
Nun fahren wir die Waldabfahrt. Blick hinauf…

…und hinunter.

Der Steilhang, den man auch umfahren kann, wenn man auf der Waldabfahrt bleibt, wurde nicht präpariert und benötigt auch noch etwas Schnee. Gefahren bin ich ihn trotzdem.

Etwas mehr Sonne auf der Piste neben dem Lift.


Der benachbarte Sonnwendstein war meist in den Wolken versteckt. Nur kurz konnte man den Sender erahnen.

Nochmals der Schilift: Talstation…

…und Bergstation.

Eine Kleinigkeit war etwas seltsam:
Der Arabichl wirbt mit 100% Naturschnee. Wir waren auch sicher nur auf Naturschnee unterwegs. Dennoch stehen diese Geräte dort herum.

Auch einen kleinen Schneiteich gibt es oberhalb der beiden Kanonen.

Das reicht sicher nicht für eine flächendeckende Beschneiung aus. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man damit kritische Stellen auf der Piste ausbessern kann, wenn die Temperaturen es zulassen.
Abschließend noch ein Bild vom oberen Pistenabschnitt.

Es war 12:30 Uhr geworden. Nach 3,5 Stunden war die Gültigkeit unserer Vormittagskarte vorbei und mehr Zeit braucht man auf diesem kurzen Hang nun wirklich nicht verbringen. Wir gingen noch in den Gasthof auf der Steyersberger Schwaig, der sehr gut besucht war. Schließlich waren nicht nur Schifahrer vor Ort. Man konnte auch zahlreiche Langläufer antreffen, schließlich ist hier auch einer der Ausgangspunkte zur Wechsel-Panoramaloipe. Außerdem sah man auch sonstige Ausflügler, die zu Fuß oder mit Zipflbob unterwegs waren.
Dementsprechend lange dauerte es im Gasthof, bis unsere Bestellung aufgenommen wurde, unsere Getränke gebracht wurden (erst die falschen, nach Reklamation die tatsächlich bestellten) und die Suppen serviert wurden. Um 14:00 Uhr warteten wir noch immer auf unsere Hauptspeise und mussten erfahren, dass man in der Küche noch nicht damit begonnen hatte. Daraufhin stornierten wir unsere Bestellung und aßen erst zu Hause. Schade, bisher hatten wir mit dem Gasthof sehr gute Erfahrungen. Wir hatten ihn aber auch noch nie so voll erlebt.
Fazit: Nettes persönliches billiges Saison-Opening auf 100% Naturschnee. Luft nach oben ist aber vorhanden.