Seilbahner proben Aufstand
Salzburgs Seilbahner proben den Aufstand. Sie verlangen, dass wieder Neuerschließungen möglich werden. Nur dann überlebe die Branche.
HEINZ BAYERSALzburg (SN). Die strengen Seilbahnrichtlinien in Salzburg geraten unter Beschuss. Sie lassen keine Neuerschließungen zu. Helmut Stöckl sprach im Namen der Branche am Mittwoch Klartext: "Wir erwarten, dass die Richtlinien im Lauf der kommenden Legislaturperiode geändert und überarbeitet werden. Es gibt immer mehr Kooperationen zwischen Luftunternehmen." Ein De-facto-Baustopp verhindere diese Zusammenschlüsse. Sie wären aber aus wirtschaftlichen Gründen notwendiger denn je. Seine Forderung formulierte Helmut Stöckl, der Sprecher der Salzburger Seilbahnwirtschaft, am Mittwoch in Kaprun. Die Branche traf sich im Alpincenter am Kitzsteinhorn zu ihrer Jahrestagung. Der Ort wurde bewusst gewählt: "Aus Solidarität zu den Kollegen der Gletscherbahnen."
Nicht nur Stöckl nannte die Dinge beim Namen. Auch Sepp Vorderegger, der Vorsitzende der Sparte Transport und Verkehr, schenkte der Landespolitik reinen Wein ein: "Dass wir in Salzburg alle Listmasten grün anstreichen müssen, werte ich als Faschingsscherz. Solche Bestimmungen und ein wild wuchernder Dschungel aus Zuständigkeiten und langatmigen Verfahren vergällen den Unternehmern jede Investition. Das muss sich endlich ändern."
Die zu Ende gehende Wintersaison bescherte den Seilbahnern völlig unterschiedliche Ergebnisse. Während in den Hochlagen die Ergebnisse des Vorjahres knapp gehalten werden konnten, legten die Skiorte in mittleren und tiefen Lagen kräftig zu. Stöckl: "Zwischen fünf und zwanzig Prozent." Mit Tagesgästen gab es durch viele Schlechtwettertage Probleme. Auch an den Wochenenden liefen die Geschäfte nicht nach Wunsch.
Kein offizielles Thema aber der Aufreger des Tages war die Neuigkeit, dass der Verbund seine 45-Prozent-Anteile an den Gletscherbahnen Kaprun verkaufen will. Die SN berichteten exklusiv. Als möglicher neuer Partner war die Salzburg AG im Gespräch. Doch deren Vorstand Arno Gasteiger ließ die SN wissen: "Es gibt von unserer Seite kein aktuelles Interesse."
Offenbar liegen die Preisvorstellungen zu weit auseinander.
12 Millionen oder 18 Millionen Euro wert? Die Salzburg AG dürfte bei ihren Überlegungen von einem Kaufpreis in der Größenordnung zwischen 12 und 15 Millionen Euro ausgehen (Betriebswert: 25 Mill. Euro und davon 45 Prozent), der Verbund von 18 Millionen Euro (Betriebswert 40 Mill. Euro). FPÖ-Landesparteiobmann Schnell forderte am Mittwoch eine "Salzburger Lösung für die Gletscherbahnen. Die Salzburg AG solle die Anteile kaufen". AK-Präsident Pichler stellte fest: "Die beste Lösung wäre, wenn der Verbund im Boot bleibt. Wenn verkauft wird, dann an die Salzburg AG oder an ein Salzburger Konsortium. Wir wollen keinen Aktionär, der irgendwo sitzt und nur aus finanziellen Überlegungen ein Aktienpaket kauft."
© SN.
Auszug aus den Richtlinien zur Skierschließung in Salzburg: 1.1Die Neuerschließung von weiteren Naturräumen für Skigebiete sowie Gletschern für den Pistenskilauf wird abgelehnt. 1.2 Der Modernisierung und Komfortverbesserung bestehender Aufstiegshilfen, der Ergänzung, Erweiterung, Abrundung, Anbindung oder Verbindung bestehender Skigebiete kann unter bestimmten Voraussetzungen zugestimmt werden. 1.4 Vorhaben im Sinne 1.2 für Skierschließungen können sein: Optimierung des Skigebietes ; Neuorganisation der Anlagen; Erhöhung der Sicherheit; Verbesserung des Fahrkomforts; Verkürzung langer Wartezeiten und schnellere direkte Erreichbarkeit des Hauptskigebietes; Sinnvolle Verbindung und Anbindung von bestehenden Skigebieten.
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Salzburgs Seilbahner verlangen Neuerschließungen
- miki
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Auch in ORF-online gibt es was zu diesem Thema: http://salzburg.orf.at/oesterreich.orf? ... &id=318119
Explizit wird genannt:
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Explizit wird genannt:
Das erfreulichste:Konkreter Anlass für den Streit: Ein Zusammenschluss der Skigebiete Zell am See und Saalbach wäre geplant - ebenso eine Verbindung zwischen den Skizentren Flachau und Flachauwinkl.
Die hochqualifizierten Kommentare dazu besser nicht lesen, ich habe es getan und es tut mir leid, schlecht für meine NervenDie Landesregierung hat in ihrem Arbeitsprogramm die Änderung der Richtlinien bereits fixiert.
- Howy
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Und die Gasteiner träumen immer noch von der Schareck-Seilbahn zum Mölltaler Gletscher! Wär schön, wenn es die mal gäbe..
Surf mal vorbei: Viele Fotos aus Thailand, Laos, Cambodia und Myanmar --> http://www.hschmid.net
Ob Flugzeug oder Seilbahn - Am liebsten fliegen!
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