Und so ging es dann Sonntags bei blauem Himmel ins 17 km entfernte Vent, dass mit seinen vier Liften in drei separaten "Kleinstskigebieten" eine gelungene Abwechslung war: ruhig, erholsam, schöne Pisten in schöner Landschaft und auch gutes Essen.
Nur die stürmischen und eisigen Bedingungen oben am Berg und die Lauferei zwischen den einzelnen Skigebieten nervten ein wenig.
Ort:
Vent, auf 1900m gelegen, ist einer der wenigen kaum verbauten Orte im Ötztal, klein, übersichtlich, hübsch (und abseits) gelegen und sehr ruhig.
Skigebiete:
Im Ort gibt es zwei Talschlepplifte mit sehr schönen, allerdings auch recht kurzen blauen bzw. blau-roten Pisten.
Beide liegen leider separat und sind nur durch etwas nervige Fusswege inkl. kleiner Anstiege zu erreichen.
Das Hauptskigebiet geht im hochalpinen Gelände bis auf 2646 Meter. Ein 2er Sessellift bringt die Skifahrer ins Skigebiet. Die dazugehörige Talabfahrt ist eine eher mäßig interessante, rote, serpentinenartige Talabfahrt.
Oben angekommen erwarten einen ein wunderbares Panorama, eine gut geführte Almhütte mit gutem Essen und eine im Januar frisch eröffnete, aus Leogang übernommene 6KSB, die einen schönen, überbreiten präparierten Hang mit Varianten und eine Panoramaziehwegpiste erschließt.
https://www.vent.at/de/winter/skigebiet-vent.html
Pisten:
Der Zustand der Pisten war den ganzen Tag über sehr gut bis gut, nachmittags sulzten die Pisten im Tal etwas auf.
Geöffnet:
Alles. Ochsenkopflift hat Mittagspause von 12-14 Uhr.
Wetter:
Frühlingshaftes sonniges Wetter mit stürmischen Winden ganz oben.
Skipass:
Es gibt einen nicht ganz günstigen lokalen Skipass (Tageskarte 38 Euro ). Der Ötztal Superskipass gilt auch.
Wartezeiten:
(Fast) Null.
Fazit:
Nur zum Skifahren kommt man hier nicht her. Das lohnt den Weg nicht. Wer aber zur Abwechslung ein kleines, ruhiges Skigebiet mit tollem Bergpanorama mag ist hier bei schönem (!) Wetter gut aufgehoben. Hier kann man die Seele baumeln lassen.
Die "Eroberung" beider Talschlepplifte erfordert aber schon etwas Enthusiasmus, damit man die etwas längeren und steileren Fußwege für diese Kleinode in Kauf nimmt.
Und nun die Bilder:
Wie meist fing ich den Skitag mit leichten Pisten an.
Der Gampenlift, ein kurzer Übungslift gegenüber bzw. hinter der 2er Sesselbahn, bot sich da direkt an. Nach dem kurzen Weg über Bachbrücke und einem Anstieg erübrigte sich dann auch das Aufwärmen. Links vom Lift wurde jede nur erdenkliche Möglichkeit zum Skifahren perfekt präpariert wodurch sich jede Menge Varianten zum Fahren und Üben boten. Toll gemacht!
Schräg gegenüber, links und rechts neben der Kirche gab es noch zwei Skikindergartenbereiche. Man gibt sich hier Mühe aus dem wenigen möglichst viel zu machen.
Direkt gegenüber gings eine knappe Stunden später dann den Berg rauf, ins...
"Hauptskigebiet"
Mit der Doppelsesselbahn Wildspitz gings dann gemütlich über einen von der Sonne verwöhnten Hang vom Dorf rauf ins Gebiet. Unten noch wohlig warm wurde es oben kalt und sehr ungemütlich.
Der stürmische Wind schaukelte die Sessel kurz vor der Bergstation gut auf. Die dazugehörige rote Talabfahrt ist nur mäßig interessant.
Der Lift endet auf dem Stablein. Das Restaurant hier oben ist zu empfehlen mit seinem bodenständigem, sehr leckerem Essen zu fairen Preisen und mit einem gewissen Extra an Kreativität. Hierher verzog ich mich später zum Auftauen.
Die einzigen Hauptbeschäftigungsanlage des Gebietes ist die 6KSB Wildes Mannle, mit der es weiter rauf geht. Der lief flot und verdammt windstabil. Die Sessel schaukelten nicht ein bisschen obwohl es hier richtig stark stürmte und man man nach ein paar Fahrten durchgefroren war. Die Anlage ist ein echter Gewinn hier, zumal der überbreite und gut präparierte Hang zum Fahren einlud.
Insbesondere von dem etwas abseits liegenden Panoramziehweg (3a) hatte man einen sehr guten und schönen Blick auf die Talleitspitze. Rechts am Talende liegt der Schnalstaler Gletscher.
Ich will mich mal hier des Werbespruchs von Vent bedienen: "Das Beste kommt zum Schluss", der
Ochsenkopflift.
Der Spruch ist hier zwar generell etwas übertrieben und doch nicht ganz falsch: Toller Lift samt sehr schönen Pisten, aber abseits gelegen und mühsam zu erreichen.
Und nach einer Stunde dort Skifahren reicht es mir dann auch. Ob sich der etwa 500 Meter lange Weg lohnt muss jeder selber entscheiden.
Wegweiser zum Lift habe ich keine gesehen obwohl der Lift ein wenig Werbung bzw. Hinweisschilder gebrauchen könnte.
Denn wer hinter der großen Dorfbrücke den unscheinbaren Abzweig nach rechts Richtung Lift verpasst lernt zwar wie ich den Ort kennen bekommt aber über eine kleine Schlucht hinweg nur eine Sichtverbindung zum Lift.
Erst nachmittags gab es die ersten Skispuren im frisch gewalzten Schnee...
Zu guter Letzt nochmals ein Blick vom Ochsenkopflift auf das ganze Hauptskigebiet mit seinen beiden Sesselliften.
Auch wenn es sich ein wenig wie in einer Wellnessoase angefühlt hatte reichte es nach ein paar Stunden und es ging per Bus zurück ins Gewusel von Sölden.