Beschneiung soll co-finanziert werden
St. Johann i. T.
Heftige Diskussionen rief ein Vorschlag des St. Johanner Bergbahngeschäftsführers Dr. Ingo Karl hervor, der ja zugleich Seilbahnen-Fachverbands-obmann für Österreich und Fachgruppenobmann für Tirol in der Wirtschaftskammer ist. Er schlägt vor, dass künftig überall auch Tourismuswirtschaft und Gemeinden den Bergbahnen gerade bei der Beschneiung finanziell unter die Arme greifen sollen.
“Wir hatten heuer bei unserer Fachverbandstagung das Kernthema technische Beschneiung am Programm und dabei wollte ich zwei Problemkreise ins Bewusstsein rufen. Erstens haben wir in Tirol den höchsten und teuersten Standard an Kunstschnee vorgeschrieben, nämlich bakteriologische Trinkwasserqualität im Gegensatz zur sonst üblichen Badewasserqualität. Zweitens ist der Schnee für den gesamten Wintertourismus unverzichtbar notwendig, denn ohne Schnee gibt es keine Gäste und es ist nicht einsehbar, warum die Erzeugungskosten von den Bergbahnen alleine getragen werden sollen”, erklärte Dr. Ingo Karl.
Er betonte allerdings, dass dies nicht als harsche Forderung, sondern als “in’s Bewusstsein-Rufen” gedacht war. Dass Gemeinde und TVB Gesellschafter der Bergbahnen sind, ist zwar im Bezirk Kitzbühel üblich, sonst aber eher die Ausnahme. Rund 300.000 m3 Kunstschnee benötigte man im letzten Winter in St. Johann, 1 m3 kostet zwischen 3 bis 5 Euro. “Die klimatischen Verhältnisse fordern immer mehr, dass in wenigen Tagen sehr viel Schnee produziert wird und die Technik arbeitet in dieser Richtung. In Österreich haben wir vergleichsweise billige Schikartenpreise und auch die öffentlichen Förderungen sind im Vergleich mit Frankreich, Italien, Japan, Korea oder den USA, wo oft eine Gesellschaft Berg und Hotellerie betreibt, sehr gering.”
Naturgemäß zeigten die Angesprochenen Toursistiker wenig Begeisterung für diese Forderung, etwa Roman Moser, Geschäftsführer TVB Kössen:
“Das wird sehr kritisch, wenn jeder, der eine touristische Leistung bringt, direkte Zusatzzahlungen will. Man könnte dies auch andersherum betrachten, weil schließlich Hotellier und TVB auch Leute bringen, die die Bergbahn benutzen. Die ganze Liftproblematik ist eine Katastrophe. Gegenrechnungen sind nicht möglich, denn das würde sich auf viele Sportanbieter auswirken. Besser wäre es, diese Unterstützung über den Liftpreis abzuwickeln”.
“Für die Bergbahn Kitzbühel zahlen wir sowieso einen Beitrag. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man die Bahn noch mehr unterstützt, wenn dafür dem TVB mehr Mitspracherecht eingeräumt wird, zum Beispiel bei den Öffnungszeiten”, meinte Lisi Klotz, TVB-Obfrau von Jochberg.
“In den mir bekannten Orten haben sich die Verbände bereits bei den Kosten der Beschneiung mitbeteiligt. Es ist zweifellos wichtig, dass sich die TVBs bei den Bergbahnen engagieren und man kann sich bei normalen Gesprächen immer zusammensetzen, um eine Lösung zu finden. Ich wäre allerdings gegen eine gesetzliche Verankerung für solche Zahlungen”, erklärte Max Salcher, Geschäftsführer der Marketingfirma Skiwelt Wilder Kaiser Brixental. sura
Beschneiung soll co-finanziert werden
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Jay
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Beschneiung soll co-finanziert werden
Ein neuer Artikel aus dem Kitzbüheler Anzeiger zu einem alten Thema:
- skikoenig
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Ja sagt mal, habe ich etwas verpasst?Man könnte dies auch andersherum betrachten, weil schließlich Hotellier und TVB auch Leute bringen...
Die Spinnen,....! Wenn im Skigebiet kein Schnee liegt, dann kommen ja wohl auch keine (kaum) Gäste!
Sag mal, die wollen doch wohl nicht erzählen, dass sich die Bergbahnen bei den Hotels bedanken müssen, dass diese ihre Gäste beherbergen, oder???
Es wird wahrscheinlich so lange diskutiert, bis keine Schnee mehr da ist und die Hotels feststellen, dass die Bergbahnen doch recht wichtig für sie sind! Und dann? Ja dann ist es zu spät!
Ich glaub es ja nicht!
Mein liebster Satz ist aber dieser:
Die ganze Liftproblematik ist eine Katastrophe
- d-florian
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da hast recht! ohne lifte ist kaum was los! da können sich die hotels aber drauf verlassen! warum waren denn diese weihnachtsferien so viele hotels ausgebucht (auch in niedrigeren lagen)???! weil mal schnee lag und alle lifte liefen und somit die gäste kurzentschlossen kamen! die wären sicher net gekommen wenn die lifte zugewesen wären daher bini ch eindeutig dafür dass sich die hotels und gastronomie an beschneiung etc beteiligen sollen wenn die kosten die bergbahn ag nicht tragen kann..
..aber scheiß drauf.. Weltcup ist nur einmal im Jahr....