Ausbau der Bahn hat sich gelohnt

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Jay
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Ausbau der Bahn hat sich gelohnt

Beitrag von Jay »

Aus dem Tagblatt ein ganz interessanter Artikel:
Ausbau der Bahn hat sich gelohnt
Die neue Bergbahn Alt St. Johann - Alp Sellamatt ist auf Erfolgskurs
alt st. johann. Während andere über die desolate Situation in den mittelgrossen Schweizer Skigebieten klagen, machen die Sportanlagen Alt St. Johann - Sellamatt AG (SAS) vor, dass es auch anders geht: die stetige Modernisierung und der Ausbau der Anlagen haben sich gelohnt.

Nach den in einem Artikel in der NZZ aufgestellten Kriterien, darf die SAS sich unter die «Musterknaben» der Schweizer Bergbahnunternehmen einreihen. Der Beitrag in der Neuen Zürcher Zeitung vom 15. März beschäftigte sich mit der Frage, ob sich ein Investment in Bergbahnen-Aktien überhaupt lohnen kann. Solche Fragen müssen sich Anleger vermehrt stellen, treten doch im Rahmen verschiedener Erneuerungs- und Ausbauprojekte einige regionale Bergbahnen mit Kapitalerhöhungen an die Öffentlichkeit. So liegt gegenwärtig auch eine entsprechende Transaktion der Sportanlagen Alt St.Johann-Sellamatt AG zur Zeichnung auf. Dank mutiger Strategie und umsichtiger Betriebsführung scheint gerade diese Gesellschaft erfreulicherweise den Sprung in den exklusiven Kreis der profitablen Bergbahnunternehmen zu schaffen.

Wann sind Bergbahnen gesund?
Unter dem Titel «Schlüsselzahlen müssen stimmen» legt der NZZ-Analytiker dar, wann sich ein Investment in eine Bergbahn lohnen könne. Er stützt sich dabei auf einen Zahlenkranz, welchen das Bundesamt für Verkehr bei der Vergabe von Konzessionen für Neubau- und Ersatz- investitionen von Bergbahnen benutzt. Auch der Verband Seilbahnen Schweiz nennt diese Faktoren als Indizien für die finanzielle Gesundheit einer Bergbahn. Im Wesentlichen lassen sie sich auf drei Punkte verdichten: Der Cashflow muss mindestens 5 Prozent des Gesamtkapitals oder 20 Prozent des Umsatzes erreichen, der Betriebsgewinn (Ebita) muss 25 Prozent des Umsatzes betragen und das Eigenkapital sollte 30 Prozent des Gesamtkapitals ausmachen. Nach Aussagen der leitenden Organe wird Sportanlagen Alt St. Johann - Sellamatt AG diesen Voraussetzungen aufgrund der Zahlen der ersten sechs Monate mehr als gerecht. In der ersten Wintersaison (Dezember '03 bis April '04) hat die hochmoderne Bahn ihre Frequenzen gegenüber dem Vorjahr vervierfacht. Vor diesem Hintergrund erhoffen sich die Alt St. Johanner auch eine klare Steigerung der bisher schon ansprechenden Sommerfrequenzen und so dürften sich die positiven Ergebnisse auch beim definitiven Abschluss des Geschäftsjahres Ende November '04 bestätigen.

«Musterknabe» SAS AG
Richtigerweise betont der Autor des Artikels, dass es nicht von der Grösse eines Unternehmens abhängt, ob es diese Zahlen erreicht. «Kleine und mittelgrosse Gesellschaften, die ihre Kosten gut im Griff haben und sich an eine klar definierte Kundengruppe wenden, können diese Kriterien genau so erfüllen wie grosse Unternehmen.» Diese Faktoren scheinen die Strategen und Betreiber der Bergbahn auf die Sellamatt richtig erkannt zu haben.

Dabei kommt ihnen die geografische Lage der Bahn als Erste der drei Obertoggenburger Anlagen (von Zürich kommend) zugute. Auch ist sie mit der Kombination von Sesseln und Gondeln in einer Bahn offensichtlich die komfortabelste, welche die unterschiedlichsten Bedürfnisse eines breiten Gästesegments abdeckt. Schlussendlich ist sie auch der schnellste Zubringer ins Obertoggenburger Erholungs-, Freizeit- und Skigebiet (in sechs Minuten von 900 auf 1400m).

Der Analyst weist auch auf den wichtigen Umstand hin, dass jene Bergbahnen im Vorteil sind, die nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer einen ansprechenden Umsatzanteil erwirtschaften. Im Falle von Alt St.Johann ist auch dieser Faktor erfüllt. Nicht von ungefähr wurde beim Ausbau der Bahn bewusst die in der Schweiz einmalige Kombination von Sesseln und Gondeln gewählt. Damit wird das Transportmittel unabhängiger von Witterung und Jahreszeit. Die einzeln einkuppelbaren Fahrzeuge lassen auch eine rationelle Abstimmung auf die effektiven Bedürfnisse zu, wie überhaupt die gesamte, vom bekannten Bahnbauer Garaventa erstellte Anlage äusserst wirtschaftlich betrieben werden kann. Das einmalige Wandergebiet am Fusse der Churfirsten hat mit der Erschliessung durch eine komfortable Sessel/Gondelbahn eindeutig an Attraktivität gewonnen.

Umfeld muss stimmen
Eine Bergbahn darf nie isoliert betrachtet werden, sondern müsse vielmehr im Kontext des sie umgebenden Tourismusangebots beurteilt werden, betont der Autor der Neuen Zürcher Zeitung. «Die Zeiten, wo eine Skiregion vor allem an ihren Bergbahnen gemessen wurde, sind vorbei. Die Hotellerie und die Res- taurants müssen mit dem Angebot der Bergbahnen abgestimmt und auf die Kundenzielgruppe ausgerichtet werden. Der Tagestourismus ist häufig zu instabil um die finanzielle Basis einer Bergbahnen-Unternehmung zu sichern.» Auch in diesem Bereich wurden mit neuen, attraktiven Angeboten im Toggenburg punktuell Verbesserungen erzielt. Im Sinne einer regionalen und qualitativen Abstimmung des Gesamtangebotes kann aber noch vieles getan werden. Mit den in den vergangenen Jahren getätigten, beachtlichen Investitionen in die Zukunft könnte sich das Toggenburg bald in den illustren Kreis der bekannten, innovativen Schweizer Tourismusregionen einreihen. Einen guten Schritt in diese Richtung hat die SAS AG jedenfalls getan. (pd)

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