15.03.2020 | Kleinwalsertal - Sulzsurfen in der Lüchlemulde und Ausklang am Schlößle

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Gleitweggleiter
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15.03.2020 | Kleinwalsertal - Sulzsurfen in der Lüchlemulde und Ausklang am Schlößle

Beitrag von Gleitweggleiter »

Fakten
Anfahrt: München - A95/B12 - Mittelberg in 2:00 und 2:15 retour (üblliches Gestocke bei Fischen)
Pistenverhältnisse: logischerweise sulzig, am W'horn recht abgefahren; am Maisäß guter weicher Pistenfirn; am Schlößle schneller Pistenfirn
Geländeverhältnisse: mittags am W'horn/Muttelberg relativ tiefer Sulz, oben teils etwas bremsig/pappig wegen wenig Neuschnee, daher vermutlich auch vormittags kein richtiger Firn; weiter unten in der Lüchlemulde ziemlich gut fahrbarer Sulz
Wartezeiten: 1 PB am W'horn; 0-1 FBM am Muttelberg, sonst 0
Fahrzeit: 11:15-16:45

Gefahrene Anlagen:
40PB Walmendingerhorn: 1x
4SB Muttelberg: ca. 13x
1SL Maisäß: 5x
1SL Moos: 1x
Förderband Schützabühl: 1x
2SB Zaferna: 1x
2SL Schlößle: 8x
4KSB Heuberg: 1x
2SL Heubergmulde: 1x

Teil I: Sulzsurfen in der Lüchlemulde
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An diesem vorzeitigen letzten Saisontag sollte es dann nochmal ins wunderschöne Kleinwalsertal gehen. Für mich als ausgesprochenen Fan von Firnverhältnissen im freien Schigelände stellte sich natürlich die Frage, ob es denn heute schon soweit sein könnte. Wie der obigen Grafik von der Messtation des LWD Bayern am Fellhorn - sie gilt als repräsentativ für mittlere Lagen im Allgäu - zu entnehmen ist, war die Abstrahlung in der Nacht zwar gut: Frost, klarer Himmel, niedrige Luftfeuchte und wohl auch wenig Wind sorgten für eine Oberflächentemperatur von unter -5 Grad, was grob als Faustregel gilt. Andererseits gab es vorher noch keinen richtigen Strahlungszyklus und zudem wenige Zentimeter Neuschnee, sodass ich nicht unbedingt mit Firn gerechnet habe (wie man sieht, hätte es dann so etwa ab halb 11 aufgefirnt) und daher auch nicht besonders früh gestartet bin - am Muttelberg wollte ich es aber dennoch einfach mal ausprobieren, immerhin gab es am denkwürdigen 31.03.2019 hier ja auch noch nach 12 Uhr (Winterzeit) fantastische Verhältnisse im Offpisten-Bereich, der SW-seitige Haupthang an der DSB war damals sogar immernoch bockelhart gefroren.

Hoch ging es also mit der altehrwürdigen Pendelbahn, deren Kapazität aus gegebenem Anlass auf 16 Personen beschränkt war. Nach 11 Uhr hielt sich der Andrang hier aber auch in Grenzen, sodass keine lange Warteschlange entstand. Oben war die Hauptabfahrt an der DSB schon relativ stark abgefahren, daher ging es gleich weiter zur 4SB Muttelberg, die ja neben den Routen auch einige Offpiste-Hänge erschließt.
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Hier oben am Muttelberg mit Blick zu Mohnenfluh und Braunarl.
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Rückblick auf die präparierte Route "Steilhang": Nun, also klassischen Firn gab es im Gelände nicht. Gerade im oberen Bereich war das dank weniger cm übrig gebliebenem Neuschnee eine recht bremsig-pappige Angelegenheit, weiter unten in Richtung Lüchlemulde wurde es besser, ich brauchte aber ein wenig, um den richtigen Rhytmus und die guten Bereiche im Gelände zu finden.
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Neben dieser (in Auffahrtsrichtung) linken Seite des Liftes habe ich nochmal die rechte Seite ausprobiert, also rund um die präparierte Route "Muttelberg". Hier war das ganze aber nochmal eine Spur bremsiger und auch zerfahrener, dadurch doch mühsam und wenig spassig.
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Daher wieder auf der linken Seite: Start an der Route "Steilhang", die oben gut 30 Grad steil ist. Danach ging's dann etwas nach rechts raus in Richtung Lüchlemulde. Oben im steilen Bereich noch recht hakelig, aber je weiter unten, desto besser ging's eigentlich.
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Blick von oben auf die oberen Hänge
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Hier in einer Variante in der Lüchlemulde. Die Route "Lüchlemulde" war wie üblich im Frühjahr wegen Lawinengefahr schon gesperrt und nicht mehr präpariert. Sie wurde von mir daher auch nicht befahren, aber vom "Steilhang" kann man ganz gut in die unteren, nicht mehr lawinengefährdeten, Bereiche hereinqueren.
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Die Mittagspause erfolgte aus Sicherheitsgründen mit Selbstverpflegung "auf" der tief verschneiten Lüchlealpe, mit Blick zu den vier höchsten Walser Gipfeln (der Höhe nach: Gr. Widderstein - Elfer - Liechelkopf - Geißhorn). Generell ist die Schneelage im hinteren KWT, wie schon den ganzen Winter über, durchschnittlich bis leicht unterdurchschnittlich. Das hatte man einerseits den häufigen NW-Staus zu verdanken, die regelmäßig mal 30cm Neuschnee brachten. Zudem ist das Tal gegenüber den Regenfronten nicht ganz so exponiert wie etwa die vorgeschobenen Hügel im Allgäu, sodass man eigentlich ziemlich gut durch den Winter gekommen ist. Hier oben am Horn hätte man sicherlich noch die eine oder andere Woche durchgehalten.
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Schön kupierte sanfte Hänge in der unteren Lüchlemulde - hinten v.a. der Elferkopf mit seinen gigantischen Steilgrasflanken und das Walser Gaißhorn
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Hier in den flachen Hängen ging es dann sogar ziemlich gut, kam vom Fahrgefühl schon ganz gut an "richtigen" Firn heran, auch wenn das typische Zischgeräusch noch etwas fehlte. Vermutlich gab es hier weiter unten keinen oder weniger Neuschnee, sodass der Pappdeckel fehlte. An der eher geringen Einsinktiefe meiner Spuren erkennt man, dass das jetzt auch wirklich kein Betonschnee oder Haxenbrecher-Sumpf war. Man kann also sagen, hier hat's schon durchaus Spass gemacht.
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Rückblick auf die tollen Genusshänge; hier konnte man gut zur Talstation des 4SB Muttelberg zurück queren.

Weil es doch teilweise ziemlich schön war, gibt es eine Sulzabfahrt auch noch auf Video festgehalten:
Direktlink


Teil II: Maisäß
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Nach etwa 10 Fahrten im Bereich der Lüchlemulde (so schlecht war es also wirklich nicht...) und gut 2 Stunden (inkl. Mittagspause) sollte es aber doch noch weiter gehen, also hinab auf die Talabfahrt...
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...und über die Bühlroute hinab zum Maisäß. War eigentlich eine ganz nette und nicht zu harte Buckelpiste; habe diese unpräparierte Route definitiv schon anspruchsvoller erlebt.
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Ein paar Genussfahrten am Maisäß mussten natürlich drin sein. Bis auf den obersten "Steilhang" konnte man hier noch einige frische Pistenraupenspuren vorfinden, in die man ganz entspannte Pistenfirnschwünge setzen konnte. Los ist hier ja ausserhalb von Skikursen regelmässig sehr wenig. Dank der O-Lage war der Schnee hier natürlich ziemlich weich; aber wenn die Piste nicht zerfahren ist, macht das ja nichts.
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Ich wollte aber noch zum Schlößle, also weiter zum Zaferna, der sich schon ziemlich frühlingshaft gibt.

Teil III: Ausklang am Schlößle
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Was kann es denn zum Ausklang der Wintersaison besseres geben, als DEN Kultschlepper im KWT mit seiner genial kupierten Piste, die irgendwie nie langweilig wird?
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Blick über den Schlößle nach Hirschegg
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Schlepperromantik vor Elfer und Zwölfer
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Perfektes Timing - Um diese Jahreszeit hat der Schlössle Sonne bis etwa 16:20 Uhr
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Zoom nach Riezlern
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Die fantastische Piste am Schlößle, in der Nachmittagssonne wird die Kupierung gut herausgearbeitet. Abgefahren war hier natürlich, wie üblich, nichts und dank nordseitig war es nur oberflächlich aufgefirnt, daher das ganze recht flott zu fahren.

Auch diese tolle Abfahrt habe ich mir erlaubt, auf Video festzuhalten:
Direktlink


Epilog: Rückfahrt nach Mittelberg
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Nach einigen Fahrten am Kultschlepper ging es wieder zurück nach Mittelberg - wenn man etwa um 16:20 Uhr die 4KSB Heuberg nimmt, reicht das locker um noch die Auffahrt mit dem 2SL Heubergmulde zu schaffen. Hier mit Blick über die Heubergmulde.
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Am Gleitweg nach Mittelberg. Immer wieder genial: Elfer und Zwölfer, recht anspruchsvolle Ziele für den Steilgrasgeher (also im Sommer natürlich..)
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Rückkehr nach Mittelberg
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Zoom zum 1SL Wildental. Teils kam etwas Gras durch, wäre sonst aber sicher noch ganz gut gegangen. War aber bereits nicht mehr in Betrieb (war am letzten Mittelberger Saisontag 2019 aber auch so), sonst hätte ich mir auch überlegt dort hinzufahren statt zum Schlößle. Bin dort bisher erst mal eine Stunde bei Schneefall gefahren; der Schönwetterbesuch findet dann eben 2021 statt...
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Die Einfahrt nach Mittelberg, immer wieder ein besonderer Moment
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Zurück an der PB-Talstation.
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Am Mooslift sassen die Leute noch entspannt draussen; Apres-Ski gibt es hier aber (zum Glück) nicht.
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Wieder zurück am Parkplatz mit Blick zum Maisäss. Das war es dann mit der Wintersaison, die aufgrund der Umstände zu Ende ging, als der schönste Teil - die Firnsaison - gerade erst begann. Hoffen wir auf eine baldige Beruhigung der Lage und dass in einigen Wochen wieder Bergtouren möglich sind, womöglich ja doch nochmal Sommerschnee am Hintertuxer...
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Re: 15.03.2020 | Kleinwalsertal - Sulzsurfen in der Lüchlemulde und Ausklang am Schlößle

Beitrag von Kreon100 »

Shit! Shit! Shit!!!, Bekomme ich da Lust auf Firnschnee :sauer: :sauer: :sauer: :lach:

Jetzt beginnt ja eigentlich erst die schönste Zeit und ich habe nicht einen Tag von Firnschnee gehabt. Naja, nächste Saison wird es wieder was geben. Schöner Bericht, danke.
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Re: 15.03.2020 | Kleinwalsertal - Sulzsurfen in der Lüchlemulde und Ausklang am Schlößle

Beitrag von Gleitweggleiter »

Danke für Deinen Kommentar. Schön, dass sich hier noch ein weiterer Firnfahrer outet; sonst gibt hier ja klar die Powder-Fraktion den Ton an - aber so haben wir halt auch mehr Platz im Gelände ;)

Der klassische Zisch- bzw. Butterfirn, auf dem man völlig mühelos dahinschwebt, war es ja wie gesagt bei mir noch nicht. Aber trotzdem auch im etwas tieferen Sulz ziemlich spassig und jedenfalls für mich noch 100 Mal schöner als im Winter auf einer harten (Kunstschnee-) Piste herumzukratzen. Sicherlich gab es dann die letzten Tage absolut astreine 1A-Firnverhältnisse und es wären noch einige schöne Firntage gekommen aber es hilft ja nichts und man kann jetzt nur noch nach vorne schauen. Als Bergsteiger freue ich mich dann halt schonmal auf den Bergsommer, sofern sich das alles in den nächsten Wochen etwas beruhigt
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Re: 15.03.2020 | Kleinwalsertal - Sulzsurfen in der Lüchlemulde und Ausklang am Schlößle

Beitrag von Jojo »

Nein, ich meine, dass wir hier deutlich mehr Firnschnee-Fans haben als gedacht!
Der Bundesgesundheitsminister warnt:
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Re: 15.03.2020 | Kleinwalsertal - Sulzsurfen in der Lüchlemulde und Ausklang am Schlößle

Beitrag von Ralf321 »

Klar ist Powder besser aber irgendwie fehlt das sulzsurfen schon diesmal, hatte es zwar an meinem letzten Tag etwas. Aber wie gern würde ich das das die nächsten Monate machen. So nun sofasurfen..... und mal sehen wann wieder los geht, egal ob Wasser, Powder ,oder sulz. 🏂
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Re: 15.03.2020 | Kleinwalsertal - Sulzsurfen in der Lüchlemulde und Ausklang am Schlößle

Beitrag von Kreon100 »

Gleitweggleiter hat geschrieben: 21.03.2020 - 09:46 Danke für Deinen Kommentar. Schön, dass sich hier noch ein weiterer Firnfahrer outet; sonst gibt hier ja klar die Powder-Fraktion den Ton an - aber so haben wir halt auch mehr Platz im Gelände ;)

Der klassische Zisch- bzw. Butterfirn, auf dem man völlig mühelos dahinschwebt, war es ja wie gesagt bei mir noch nicht. Aber trotzdem auch im etwas tieferen Sulz ziemlich spassig und jedenfalls für mich noch 100 Mal schöner als im Winter auf einer harten (Kunstschnee-) Piste herumzukratzen. Sicherlich gab es dann die letzten Tage absolut astreine 1A-Firnverhältnisse und es wären noch einige schöne Firntage gekommen aber es hilft ja nichts und man kann jetzt nur noch nach vorne schauen. Als Bergsteiger freue ich mich dann halt schonmal auf den Bergsommer, sofern sich das alles in den nächsten Wochen etwas beruhigt
Ja, ich hatte dazu mal einen Thread gemacht, gibt dfoch so einige, die das schätzen:

viewtopic.php?f=7&t=59356&hilit=Firn
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