Tauplitzalm, Februar 1989

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gerrit
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Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von gerrit »

Tauplitzalm, Februar 1989

Heute geht unsere Reise zurück ins Jahr 1989. Zusammen mit einigen Freunden haben wir im Februar eine Selbstversorgerhütte auf der Tauplitzalm gemietet. Damals gab es in dem Gebiet noch keine einzige Schneekanone und auch das Liftfahren war wesentlich beschaulicher als heute. Vom Ort Tauplitz zog ein langsamer Einersessellift mit Zwischenstation auf das Almplateau, vor allem bei kaltem Wetter wurde einem rasch klar, warum dieser Lift auch den Beinamen "Tiefkühltransporter" trug. Auch der Lift zum Lawinenstein-Vorgipfel war noch ein Einersessellift, der aber durch einen extrem steilen Schlepplift aus der Krallerseemulde gedoppelt wurde. Der Schneiderkogel hatte auch noch keine Vierersesselbahn, sondern einen ebenfalls ziemlich steilen Schlepplift, ein Schlepplift bediente damals auch den oberen Teil des Geländes, das jetzt durch die EUB Mitterstein erschlossen ist. Unverändert seit damals laufen noch die beiden Gipfellifte, der Lärchkogellift und der Tauplitzseelift. Der Großseelift war damals noch ein Einzelschlepper mit Gitterportalmasten, östlich der Trasse verlief die legendäre Fischer-Teststrecke, auf der die Laufeigenschaften der Rennschi nach Schussfahrt neben dem Lift durch Lichtschranken auf dem zugefrorenen und schneebedeckten Großsee erhoben wurden. Umgebaut wurde später auch der Hollhaushanglift, der früher bis zum Hollhaus führte und dort einen Totpunktausstieg hatte. Verschwunden sind ein kurzer Übungslift auf der Lopernalm und der ebenfalls sehr steile Ramsangerlift östlich des heutigen Mitterstein-Schigeländes noch weiter hinunter zu einer Kehre der Mautstraße. Zu diesem Zeitpunkt schon stillgelegt war der weiter im Osten abseits gelegene Trawenglift.

Unsere Hütte befindet sich am Almplateau etwas unterhalb der ESL-Bergstation.

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Im Hintergrund kann man den von Tauplitz heraufführenden ESL gut erkennen.

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Der Blick nach Osten entspricht weitgehend dem heutigen Zustand.

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Der Blick nach Westen in etwa von der Bergstation des Großseelifts zeigt die Veränderungen, rechts der Schneiderkogel, mittig der Lawinenstein.

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Gut zu erkennen der Lawinenstein-ESL und der steile Krallerseelift

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Ebenfalls sehr steil der Schneiderkogellift

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Blick vom Schneiderkogel zum Lawinenstein,

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zum Lärchkogellift,

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und zum Großseelift

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Gipfellifte I und II, links die Bergstation des Mittersteinlifts

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Bergstation des Lawinenstein-ESL
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Gipfellift II, hier sieht es auch heute so aus.

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Blick vom Lawinensteingipfel nach Nordwesten, im Tal der zugefrorene Grundlsee

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Leider habe ich kein Bild vom Ramsangerlift gemacht und auch nicht vom Verlauf des Mittersteinlifts.
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hch
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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von hch »

1989 war ich 5 Jahre alt und mit meinen Eltern auch auf einer Hütte auf der Tauplitz. Ich kann mich eigentlich nur an die Anreise mit Pistenraupe sowie an den extrem langsamen 1er-Sessel mit Zwischenstation erinnern, und wie mir trotz Decken immer nur kalt war.

Edit: wenn ich nachdenke kann ich mich auch an eine Speed-Strecke erinnern, wo laut meinem Vater versucht wurde neue Geschwindigkeitsrekorde zu erreichen. Oder war das die von dir erwähnte Fischer-Teststrecke?
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gerrit
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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von gerrit »

hch hat geschrieben: 13.04.2020 - 19:52 1989 war ich 5 Jahre alt und mit meinen Eltern auch auf einer Hütte auf der Tauplitz. Ich kann mich eigentlich nur an die Anreise mit Pistenraupe sowie an den extrem langsamen 1er-Sessel mit Zwischenstation erinnern, und wie mir trotz Decken immer nur kalt war.

Edit: wenn ich nachdenke kann ich mich auch an eine Speed-Strecke erinnern, wo laut meinem Vater versucht wurde neue Geschwindigkeitsrekorde zu erreichen. Oder war das die von dir erwähnte Fischer-Teststrecke?
Mein erster Besuch der Tauplitzalm hat 1971 stattgefunden, da war ich 6 Jahre alt, wir haben im Berghotel an der Bergstation des ESL gewohnt und wurden auch von der hoteleigenen Pistenraupe vom Parkplatz abgeholt. Dort habe ich meinen ersten Schikurs gemacht und ich kann mich jedenfalls noch an Fahrten am Tauplitzseelift und am Lärchkogellift erinnern, damals beide Kurzbügler (mit Holzbügeln), da wir Kinder nicht alleine fahren konnten, hat uns die Schilehrerin immer irgendwelchen Erwachsenen "aufgedrängt", die uns dann zwischen ihren Schiern mitgenommen haben. Tellerlifte oder Förderbänder gab es damals noch nicht, wobei der Schiunterricht ohnehin überwiegend ohne Liftbenützung abgelaufen ist, wir sind einfach einen der kleinen Hügel hinaufgetreppelt und dann wirder hinuntergefahren.
Die Speed-Strecke war mit Sicherheit die Fischer-Teststrecke, wobei es da nicht um absolute Rekorde ging, dafür wäre die Trasse nicht steil genug gewesen, sondern einfach um Gleittests für die Rennschi.
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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von gerrit »

Zur Ergänzung verlinke ich hier noch Bilder, die ich bereits 2005 in "Historisches aus dem Salzkammergut" gepostet habe.

Beginnen wir mit einem Prospekt von etwa 1970, zunächst das Panorama (ihr müsst entschuldigen, aber das hab ich leider irgendwann später etwas „ergänzt“. Interessant ist für mich vor allem, dass die Talabfahrt nach Tauplitz ab der Mittelstation auf der anderen Seite des Sessellifts eingezeichnet ist, als sie eigentlich verläuft. Auch der Schlepper im Tal (Grafenwiesenlift) ist falsch eingezeichnet.

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Hier gibt’s Impressionen von der Tauplitzalm, links oben der Traweng-Lift (vor Jahren abgebaut) ganz im Osten, nördlich des Linzerhauses bzw. östlich der Grazer Hütte, rechts oben der Schneiderkogellift (mittlerweile 4-SB), in der Mitte links, das Berghotel, in dem ich 1971 logiert habe, rechts der alte Lawinensteinlift, unten links der Tauplitzseelift (noch existent als Tellerlift), unten rechts der Lärchkogellift (ebenfalls noch existent).

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Ebenso hier, im oberen Bild sieht man den mittlerweile nicht mehr existenten Tallift (Hofbauerwiesenlift) in Tauplitz, der auf der gegenüberliegenden Seite gelegen ist, im Hintergrund kann man etwas rechts der Bildmitte die Schneise des Sessellifts erkennen.

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Hier sieht man nun den Sessellift vom Tal (die 2. Sektion), die Skifahrer auf der rechten Seite befinden sich im Gebiet unterhalb des Trawengs, also zwischen dem LSAP-Lift Trawenglift und dem Großsee, damals war es auch für Normalskifahrer noch durchaus üblich, im freien Skigelände ohne Lift kleinere Aufstiege zu machen. Die Berge im Hintergrund sind rechts der Schneiderkogel mit dem steilen aber befahrbaren Abhang zum Großsee und in der Mitte der Lawinensteinm der sonnenbeschienene Hang links der Schattengrenze ist der Bereich des abgebauten Krallerseelifts.

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Dieses Panorama stammt etwa aus 1980, die Talabfahrt ist immer noch falsch eingezeichnet, oben sind der Schartenlift, der Krallerseelift, die beiden Gipfellifte und der Mittersteinlift dazugekommen. Der Hofbauerwiesenlift im Tal existiert noch. Im Bereich der Talabfahrt nach Mitterndorf wurde rechts ein Lift neu gebaut.

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Auf Bildern im gleichen Prospekt sieht man den untersten Bereich der alten Einsesselbahn von Tauplitz (links oben), den unteren Bereich des Lawinensteinlifts und den alten Hollhaushanglift (rechts oben) und nochmals die Bilder vom Hofbauerwiesenlift und der Flugschanze am Kulm.

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In einem etwas jüngeren Regionalprospekt (Tauplitz u. Loser), ich schätze auf 1. Hälfte 80-Jahre, finden sich Ramsangerlift und Lopernalmlift, die beide nur ein relativ kurzes Leben hatten. Der Trawenglift ist noch eingetragen, ebenso je 2 Tallifte in Tauplitz und Mitterndorf.

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Nun gibt’s noch ein Panorama aus 89, auch noch mit Trawenglift (der müsste dann aber eigentlich bei meinem Aufenthalt 1989 noch in Betrieb gewesen sein :gruebel:) und Hofbauerwiesenlift, dafür sind die Lifte in Mitterndorf verschwunden, was aber ein Kartenfehler sein dürfte, weil auf der gleichen Karte aus 96 sind sie wieder drauf, ebenso in einer Karte aus 2000.

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gerrit
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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von gerrit »

1990 war ich im Februar wieder auf der Tauplitzalm, gewohnt haben wir damals in der bewirtschafteten Grazer Hütte, und davon habe ich zwei Bilder gefunden, auf denen der Trawenglift noch zu sehen ist.

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Der Winter 1989/1990 zeichnete sich übrigens durch extreme Schneearmut aus, die Pisten waren extrem steinig, Gipfellifte und Mittersteinlift waren gar nicht in Betrieb, die Trasse des Schneiderkogellifts war nur bis zur Hälfte befahrbar. Wir waren deshalb gar nicht so viel Schifahren, sondern haben mit unseren Langlaufschiern Querfeldeintouren in den Gräben bzw. über die Seen (Steirersee, Schwarzsee) nach Osten gemacht und sind dann mit Wanderschuhen auf den Almkogel marschiert.

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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von hch »

Ich glaube auf der Grazer Hütte waren wir damals auch - der Studienfreund meines Vaters mit dem wir dort waren und auch sonst öfter im Urlaub war nämlich Alter Herr beim ATV Graz.
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starli
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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von starli »

Tja .. würden in AT mehr Skigebiete noch so aussehen wie 1989, würd ich wohl öfters einen Skitag in AT einlegen ;)
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Greithner
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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von Greithner »

Einen kleinen Plan fertigte ich jetzt an. Er beinhaltet das Skigebiet wie es um die späten 80 ger Jahre aussah. Die Lifte sind in Türkis und Pisten, die es jetzt nicht mehr gibt wurden mit roten Linien ergänzt.
Einzige Ausnahme die Mittersteinabfahrt, welche 2010 komplett Neu gestaltet wurde.
tauplitzalm.jpg
Eine kleine Anekdote noch von mir und auch eine kleine Berichtigung. Die zweite Sektion Tauplitz ist Baujahr 1993. Die erste Sektion wurde 1995 erbaut. Die ober Sektion hat noch älter DS Klemmen, die untere die neueren Torsion DT Klemmen. Ich selber bin im Jahre 1994 geboren und fuhr laut Aussage meines Father noch die erste Sektion. Erinnern kann ich mich dazu nicht mehr, doch irgendwo da muss die Begeisterung angefangen haben.

Ich starte nun auf der rechten Seite, am Trawenglift. Die Anlage selber war nichts besonders. Startete auf einer Höhe von rund 1610 und fuhr bis 1650 Metern. Baujahr der Anlage müsste um ca. 1968 gewesen sein. Damals war die Skiausrüstung noch nicht so starr wie heute und so machte es wohl Sinn so weit hinten einen Schlepplift zu bauen. Mein Father war auch für ein paar Jahre an der Anlage. Die Anlage war auch sehr oft wegen technischen Problemen geschlossen. Anscheinend wurden dafür nicht die richtigen Ersatzteile eingebaut oder welche, die nicht der Qualität entsprachen. Schuld waren trotzdem immer sie, obwohl man klar erkannte, Original ist was anderes. Die Anlage kannte ich noch, da man diese sehr lange stehen lies. Als man dann Anfang der Zweitausender Pistengeräte mit Winde bekam testete man diese an den Stützen, die man zum Teil heftig verbog. 3 Stützen müsste die Anlage gehabt haben und mit der zweiten Spielte man sich. Irgendwo um 2002 schliff man die Anlage endgültig.

Um zur Anlage zu gelangen, musste man den unteren Skiweg nehmen, welcher mehrheitlich bergauf führte. Zurück kam man sehr gut mit dem oberen Skiweg. Auch bediente der Lift zumindest eine vollwertige Piste.

Der Tauplitzseelift ist mit Baujahr 1963 eine der ältesten Anlagen. Eigentlich sollte der Lift schon nicht mehr Existenz sein. Es gab einen Schaden und so wollte man die Anlage abreißen lassen. Die Anlage gibt es nur noch, da sich die Almgenossenschaft quer legte. Alle Besitzer der Hütten sind in dieser und der Genossenschaft gehört unter anderem auch der Großsee, welche die Bergbahnen für die Beschneiung dringend benötigt. So machte die Bergbahn den Lift wieder flott. Zuerst hatte dieser Kurzbügeln wie damals üblich, dann normale Schleppbügeln und jetzt ist er ein Tellerlift.

Der Großseelift war zu der Zeit ein Gitterportalmastenlift von Doppelmayr. Die Bergstation war etwas weiter links, die Talstation müsste in etwa an der gleichen Stelle gewesen sein.
Zuerst zu den beiden rechten Pisten. Die obere vom Berghotel war damals etwas höher. Die heutige Piste von der Bergstation Tauplitz 2 gab es noch nicht. Die untere Piste war der Rückbringer vom Tauplitzseelift. Diese war früher flacher und schiebelastiger ab der Mitte weg von dieser. Um noch zurück zu kommen zu der Piste vom Berghotel runter zum Großsee. Damals war die Bergstation von der Tauplitz 2 weiter vorne und höher. Sie war dort, wo jetzt der Terrasse des Berghotels ist, bevor das Berghotel erbaut wurde und ging weiter nach hinten. Der Umbau müsste in den frühen 70 gern geschehen sein. Auch am Großseelift links gab es noch eine kurze blaue Piste, die ich selber noch miterlebt habe.

Der Lärchkogellift fuhr damals im Uhrzeigersinn hoch und erschloss rechts noch eine kurze steile Piste.

Der Schneiderkogellift startete damals gegenüber vom Lärchkogellift. Er war besonders im oberen Streckenabschnitt verdammt steil und mit Kurzbügeln noch dazu. Die Pisten verliefen damals etwas anders als heute und es gab davon mehr Varianten. Die linkesten wurden noch bis Mitte der 2000 er regelmäßig präpariert, als es die neue Schneiderkogelbahn schon gab. Die rechte davon verlief nicht so direkt wie die heutige schwarze, die direkt gerade runter führt. Auch auf der rechten Seite verlief die Piste noch etwas anders und vor allem an der Bergstation gab es diesen knick nach hinten noch nicht mit der Spitzkurve, sondern direkt gerade runter.

Weiter links vom Schneiderkogellift haben wir den Schartenlift. Direkt links davon gab es noch eine schmale rote Piste, welche heutige nicht mehr präpariert wird und auch aus dem Pistenplan verschwand. Auch gab es von dessen Bergstation eine Verbingspiste zum Krallerseelift. Die Lawinensteinbahn war regelmäßig überfüllt und so konnte man den Schartenlift und den Krallerseelift nehmen, um die absurden Wartezeiten an der Lawinensteinbahn zu entgehen. Auch war die Anlage damals wichtig um ohne zu schieben zum Lärchkogellift oder Schneiderkogellift zu gelangen, um so weiter zum Großseelift zu kommen, zur Bergstation der zweiten Sektion.

Gegenüber davon gab es noch einen sehr kurzen Hollhauslift. Dieser war wichtig, um zu den Talabfahrten zu gelangen. Auch musste man so zur Talstation der Lawinensteinbahn nicht aufsteigen. Wie Gerrit erwähnte, hatte dieser nach einem extremst kurzen steilen Schlussstück noch einen Totpunkt ausstieg. Während man gerade über die Kante kam, war das Gehänge schon an der Seilscheibe und der Bügel müsste schnell an den Angestellten in die Hand überreicht werden. Zudem fuhr der Lift im Uhrzeigersinn und der Ausstieg konnte in beiden Seiten verlassen werden. Also musste man nach rechts schauen, nicht im Schleppseil hängen zu bleiben. Rechts musste man, um zur Lawinensteinbahn zu gelangen, links zu den Talabfahrten wenn ich mich recht entsinne. Ich meine den Skiweg von der Lawinensteinpiste gab es erst ab dem Bau des Sechsersessels zu den Talabfahrten.

Kommen wir zuerst zum Krallerseelift. Dieser war als Verstärker zur Lawinensteinbahn erbaut und im erstem Streckenabschnitt verdammt Steil. Auch war es ein Diesel mit dem Antrieb in dem Gebäude, was rechts unten noch zu sehen ist. Der Einstieg war sehr weit vorne, kurz bevor es nach oben ging. Auch im oberen Streckenabschnitt war er tückisch. Zwischen den Stützen war der Abstand zum Seil extremst hoch und so wurden hier besonders die leichteren Fahrgäste immer mal wieder herausgehoben. Einschließlich meiner Wenigkeit. Ich hasste ihn! :lol: Aber er hatte seine Vorteile. So gab es eine kurze Verbindungspiste von der der Lawinensteinpiste um so nicht wieder den Schartenlift fahren zu müssen und er kam höher hinaus und musste nicht wie bei der Bergstation der Lawinensteinbahn etwas hoch stapfen. Schnell war er auch. Bei viel Schnee mussten oft die zwei Niederhalte am Einstieg vom Schnee befreit werden, diese waren nicht selten gänzlich vom Schnee verschluckt.

Die Lawinensteinbahn erbaut 1957 von Girak hatte einst seine Talstation noch etwas weiter vorne. Damals war die Talstation bei der Stütze zwei, jedoch wurde diese später etwas nach unten versetzt. Auch die Bergstation war wie beschrieben etwas vor dem Grat der Kriemandlhöhe gebaut und so musste man hier etwas aufsteigen, wollte man zum Gipfellift 1 gelangen.

Der Gipfellift 1 verlief weiter links, direkt neben dem Skiweg zum Seillift und besaß auf der rechten Seite noch eine blaue Piste. Vor 2001 gab es auch den kurzen Seillift noch nicht.

Dann ab zum Kurvenlift. Von diesen hat ein wunderbares Video von Dachstein überlebt. Dessen Talstation war auf einer Höhe von 1515 Metern und die Bergstation auf 1900 Metern über dem Meer bei einer länge von knapp über einen Kilometern. Nach der Zwirbelkurve bestand die Möglichkeit auszusteigen. Er bediente auch die perfekte Länge der kleinen Süd, die rechts vom Schlepper ist. Nun muss man die Straße überqueren und weiter zur neuen Talstation der Mittersteinbahn abfahren.

Der Ramsangerlift wurde rund 1982 neu aufgestellt. Es war eine Gebrauchtanlage von Obertauern und verdammt schnell. Er war nur etwas langsamer als der Hochälpelelift in Bödele. Die Talstation stand auf 1315 Metern und die Bergstation auf 1675 Metern auf einer Länge von ca. einen Kilometern. Zwei Pisten gab es, wovon die direktere oben flach, im Mittelteil sehr Steil und im unteren wieder flacher wurde. Auch gab es noch eine Umfahrung den Strommasten entlang. Diese verlief kurz vor der Talstation des Kurvenliftes nach links unten hinüber. Auch war der Rückbringer von der großen Süd, die von der Bergstation des Gipfelliftes 2 startet und in der Mitte des Ramsangerliftes von links nach rechts die Trasse überquerte. Der Ramsangerlift war aber nur selten geöffnet, da die direkte Piste extremst viel Schnee benötigte. Auch bei mehr als einen meter Naturschnee gab es immer wieder Felsbrocken oder Steine. 2007 kam dann Kyrill. Er riss Rollenbaterien ab, beschädigte Stützen und Technik. Ich kann mich erinnern wie die Seile von den Bäumen begraben wurden, vom Neuschnee eingeschneit. Das gab der Anlage den Rest und sie wurde nicht mehr wieder aufgebaut.

Auf der Loipernalm gab es noch einen weiteren kurzen Tellerschlepper. Auch diese Anlage bin ich des Öfteren gefahren. Er hatte kurze Teller und die Bergstation war etwas oberhalb und blöd zu erreichen. Ich fuhr meist die kleine Süd und querte so zu ihm um sich das Aufsteigen zu ersparen. Diese Anlage wurde wohl auch spätestens um 2007 stillgelegt.

Somit ist das Almgelände wie es um 1990 war, vervollständigt sein. Im Tals von Tauplitz und vor allem Bad Mitterndorf gab es noch insgesamt Fünf weitere Tallifte.

Was auch noch aufkam. Die Talstation der ersten Sektion startete schon immer von der heutigen Lage aus. Um zum Grafenwiesenlift zu gelangen, muss man mit dem Auto hoch fahren. Für Skikurse gibt es oft einen Bus der hoch und runter fährt. Der Grafenwiesenlift ist mit Baujahr 1964 auch schon älteren Semester. Die beiden alten Einersessellifte wurden 1954 erbaut.


Bis Anfang 2000 gab es noch einen weiteren Betreiber. Die Familie Hierzegger. Diese hatte auch den ersten konzessionierten Skilift Österreich. Es war ein Pendelschlepplift der von dessen Gasthaus gerade hoch zum Grat des Schneiderkogel führte. Auch der Großseelift war einst ein solcher und auch am Steirersee gab es eine solche Anlage. Des weiteren eine vom Großsee hoch zum Naturfreundehaus. Es gab hier einen, aber Bilder oder sonstige Daten sind nicht vorhanden. Auch in Richtung zum Linzerhaus soll es eine solche Anlage gegeben haben.

Doch später mehr. Ich muss jetzt noch etwas mehr Recherchieren und fand schon sehr gute Berichte und Bilder. Es geht weiter mit der Familie Hierzegger und der Pendelschleppern, der Mautstraße und was die Bad Mitterndorfer sonst noch so vorhatten und vielleicht weiter mit den Dorfliften.
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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von Harzwinter »

Interessante Informationen sind das, die erklären, warum das Skigebiet Tauplitzalm heute so ist, wie es ist. Dahinter steckt viel Recherchearbeit - vielen Dank Greithner!
Gern wäre ich Ramsangerlift, Mitterstein-Kurvenlift und vor allem den Krallerseelift gefahren, aber was nicht ist, ist nun mal nicht. Schade, dass der Skihang des Ramsangerlifts nach dem Windbruch komplett entfallen ist.
Nun freue ich mich auf die Fortsetzung der Hintergrundinformationen zur Tauplitzalm. :ja:

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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von gerrit »

@ Greithner: aus nicht nachvollziehbarem Grund habe ich erst heute Deine umfangreichen Zusatzinformationen gesehen, von denen mir viele komplett neu waren! Vielen herzlichen Dank! Weißt Du, wo am Steirersee dieser Pendellift gestanden hat? Von den Hütten zurück zum Plateau? (Wäre auch heute noch nett, wenn man müde von einer Schitour dort ankommt..... :wink: ) Du hast weitere Rechercheergebnisse bzw. Bilder in Aussicht gestellt, gibt es da noch etwas?
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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von Greithner »

gerrit hat geschrieben: 28.11.2023 - 12:07 @ Greithner: aus nicht nachvollziehbarem Grund habe ich erst heute Deine umfangreichen Zusatzinformationen gesehen, von denen mir viele komplett neu waren! Vielen herzlichen Dank! Weißt Du, wo am Steirersee dieser Pendellift gestanden hat? Von den Hütten zurück zum Plateau? (Wäre auch heute noch nett, wenn man müde von einer Schitour dort ankommt..... :wink: ) Du hast weitere Rechercheergebnisse bzw. Bilder in Aussicht gestellt, gibt es da noch etwas?
Nichts passiert, antworte auch nicht immer gleich. :wink:

Wann genau was kommt, weiß ich selber noch nicht genau. Es hängt damit zusammen, ob noch jemand Infos zu der Standseilbahn hat. Ich befürchte aber, es wird eine Archivkramerei sein.

Es hatte schon einen Sinn, wieso die Gipfellifte vor dem Mittersteinlift gebaut wurden. Doch dazu in den Weihnachtsferien mehr...
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Re: Tauplitzalm, Februar 1989

Beitrag von vovo »

Das sind so schöne Bilder...die alten Analogkameras und natürlich die alten Liftanlagen. Ich kenne von der Tauplitzalm nur den separaten Spechtenseelift. Den Rest muss ich mir mal irgendwann noch anschauen. Das mit der Schneearmut 1989/90 weiß ich noch. 1990/91 war es glaube ich auch so. Spielen im Schnee war damals im Alpenvorland nur selten möglich - kein Vergleich an die Winter bis 1988 oder 1987.
Kürzlich reaktivierte Berichte:
Kühtai 2011
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