Nach drei Tagen in Großskigebieten suchte ich heute nach etwas Abwechslung und Entspannung. Nur rund 15min von meiner Unterkunft entfernt liegt Bergün, sodass ich entschied, dieses Skigebiet einmal neu kennen zu lernen.
Da ich keine Lust auf ein Versetzen des Autos untertags hatte, parkte ich in Bergün zentral am Schulhaus. Sonntags fallen hier noch nicht einmal Parkgebühren an. Von dort waren es ca. 200m zu Fuß zum Tellerlift Tect und auch am Ende des Skitags ist nur ein kurzer Fußweg vom Ende eines Wanderwegs bei der Kirche zurück zu legen.
An der Kasse am Tellerlift Tect waren sie durch meine GraubündenCard etwas verwundert, es kommt wohl nicht so oft vor, dass sich jemand mit einer GraubündenCard dorthin verirrt. Ein Anruf bei der Kasse an der DSB sorgte dann für Klarheit und ich bekam eine Freikarte ausgestellt, welche mit einem Plastikbändchen an der Skijacke befestigt wurde. Die Liftler kontrollierten die Tickets somit auf Sicht. Gegen Ende des Skitages hat sich bei mir aber dieses Plastikbändchen unmerklich verabschiedet und somit bin ich mind. 1 Mal unwissentlich „schwarz“ gefahren. Der Liftler kannte mich aber wohl noch und hat ohnehin nicht nach einem Ticket gefragt.
Die beiden Skilifte im Ort sind für Anfänger bestens geeignet. Ich fuhr einige Runden am SL Zinols, wo es schöne Pisten hat, auf denen man entspannt dahingleiten konnte.
Über einen Wanderweg querte ich dann nach ca. 1h rüber in Richtung DSB. Nachdem man eine Brücke überquert hat sind es aber noch mühsame 200m auf einer Loipe leicht bergauf bis zum Parkplatz an der DSB.
Im Darlux-Gebiet war anlagenseitig alles geöffnet. Die schwarze Abfahrt an der 2. Sektion war (wieder) geschlossen. Die Pisten waren mäßig präpariert. Es gab einige Schläge und Versätze. Sehr gut präpariert war die Talabfahrt bis zur ersten Bahnunterführung. Auf diese Abfahrt verirrten sich kaum Menschen.
An der 2. Sektion läd die rote Abfahrt nicht für Wiederholungsfahrten ein. Der SL zu oberst bietet 4 sehr schöne Varianten, wovon aber die äußeren beiden doch etwas steinig waren. Ich fuhr daher zumeist das Kanonenrohr und Foppa, die wirklich sehr viel Spaß machten.
Andrang? Fehlanzeige!
Das Wetter war heute bis in den Mittag hinein noch einmal echt gut. Überwiegend schien die Sonne, nur ab und an kamen ein paar milchige Wolken auf, die aber nicht störten.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:

Blick auf Bergün von der Brücke, die zu den beiden Skiliften führt

Die Abfahrt am Tellerlift Tects ist wirklich schön und war auch sehr gut präpariert, ist jedoch naturgemäß sehr kurz

Der Skilift Zinols erschließt drei sehr nette Varianten, auf denen man ruhig dahingleiten kann und man auch ab und an mal einen kleinen Sprung über eine Kante wagen kann.

Blick nach oben am SL Zinols

Etwas umständlich und wohl eher halblegal erreicht man die unscheinbare Talstation der DSB Darlux, die vor einem kleinen Viadukt der Albulabahn liegt

Blick zurück in Richtung Dorf entlang der Loipe, auf der man doch ein paar Meter mit etwas mehr Arbeit als üblich beim Alpinskifahren zurücklegen muss

Oben angekommen probierte ich zuerst die menschenleere Talabfahrt aus. Eine coole Abfahrt mit netten Hängen und vielen Kurven. Interessanterweise schrieb ich gestern zur Furtschellas genau das Gegenteil, nämlich, dass mir das dort nicht gefallen hat. Aufgrund des besonderen Flairs in Bergün (Bahnquerungen, etc.) dürften die beiden Abfahrten aber wohl auch kaum wirklich vergleichbar sein

Fortverlauf der Talabfahrt

Bahnquerung Nummer eins. Hier kommt man aufrecht durch. Bei Bahnquerung Nummer drei würde es aufrecht für mich aber eng

Nach der gerade gezeigten Bahnquerung 1 folgt die Talabfahrt ein Stück der Rodelbahn und zweigt dann später unpräpariert zu dieser Bahnquerung 2 ab. Nach der Brücke empfiehlt es sich aber nicht der offiziellen Markierung zu folgen, sondern sich links zu einem unscheinbaren Durchlass durch die Bahn zu halten, denn so erreicht man die Talstation ohne Bergaufpassage. Die Alternativroute ist aber durchaus anspruchsvoll bei so harten Schneebedingungen wie heute.

Bergstation der 2. DSB-Sektion bei der Alp Darlux

Das eigentliche Hauptgebiet in Bergün wird dann oberhalb der DSB-Kette von diesem Schlepplift erschlossen, an dem es vier Varianten gibt

Ausblick an der Bergstation des SL

Auf der Kanonenrohr-Piste. Leider war die Präparation der Pisten gerade im unteren Teil etwas holprig, sodass man beim Carven doch ziemlich aufpassen musste, keinen groben Fehler zu begehen. Schade, denn das trübte den Spaß doch merklich. Aber so hatte man immerhin einen Grund, mal auf den Kurzschwung zu wechseln

Außenrum-Abfahrt mit Blick ins Albula-Tal.
Weiter unten auf der Piste wurde ich von einem kleinen Steinfeld überrascht, dem ich gerade noch so halbwegs ausweichen konnte

Von der blauen Abfahrt hat man auch einen sehr schönen Ausblick in die Albula-Alpen

Rückblick auf der blauen Abfahrt, auf der es auch einige Steine hatte

Blaue Abfahrt in Richtung Alp Darlux

Die wegen Schneemangels geschlossene schwarze Abfahrt fuhr ich dennoch. Der aperen Stelle konnte man Offpiste ausweichen. Die Piste ist wirklich knackig steil und anspruchsvoll.

Die Foppa-Abfahrt war heute die beste Abfahrt des Tages. Hier gab es einige Wiederholungsfahrten
Anschließend machte ich an der Talabfahrt noch eine Wiederholungsfahrt und machte dann angesichts der zunehmenden Bewölkung und der noch anstehenden Rückfahrt gegen 13:30 Uhr für heute Schluss.
Fazit:
Bergün hat mich positiv überrascht. Das Skigebiet ist vielseitig, wo man es, vor allem in Kombination mit dem Schlitten, locker einen vollen Tag verbringen kann. Vor allem die Talabfahrt hat einen besonderen Flair, da diese auch so herrlich eingebettet in das UNESCO-Welterbe Albulabahn verläuft.
Hoffentlich kommt noch etwas Schnee, dass die Steine vollends verschwinden und die knackige schwarze Abfahrt geöffnet werden kann.