Zusatzgebühren für Tagesgäste

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manitou
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Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von manitou »

Ralf321 hat geschrieben: 19.02.2022 - 11:18 Ja bin auch erstaunt. Wieder das Parkhaus vor dem Ort das doch keiner wollte, weils dann alles verschandelt.
Bin gespannt was da rauskommt. Schade Artikel ist heute nicht in der Papierausgabe.
Nur große Diskussion über die Idee Kurtaxe in Oberstaufen für alle.
Das Thema Kurtaxe für Tagestouristen wird in vielen Destinationen hinter den Kulissen diskutiert - und die Diskussion ist berechtigt, denn die Unterhaltung von öffentlicher touristischer Infrastruktur kostet viel Geld. In den Nordsee-Destinationen wollen Tagesgäste primär deren Top-Freizeitattraktion nutzen und das ist der Strand. Also steht an vielen Strandabgängen ein Kurtaxenwächter oder solche laufen den Strand ab und kassieren. Lässt sich relativ easy kontrollieren und alle akzeptieren es.
Nach Oberstdorf kommen viele Tagesgäste wegen Nebelhorn, Breitachklamm oder Skifahren. Insbesondere im Sommer wird dann by the way noch viele weitere Attraktionen ausgeschöpft. Ohne die gute touristische Infrstruktur wäre der Ort nicht so attraktiv und dann hätten sich dort auch nicht die Skigebiete so gut entwickelt. Warum sollen folglich nur die Übernachtungsgäste dafür zahlen und nicht auch die Tagesgäste?

Mich täte daher mal interessieren, was Skifahrer darüber denken, wenn sie als Tagesgast 2,60€ Kurtaxe zusätzlich zum Skipass zahlen sollen?

In Willingen wird seit 15 Jahren darüber gegrübelt, wie man von den Säufern einen Kurbeitrag kassieren kann, denn die verursachen richtig Kosten und die Gemeinde weiss nicht wie sie ausreichend Security finanzieren soll. Man möchte in Willingen jedoch nicht auch die Familien und Wandertagesgäste belasten, die friedlich auf den Ettelsberg zum Wandern wollen.

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Seilbahnjunkie
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Auf den Nordseeinseln gibt es auch schon "Eintrittspreise", das zahlt man einfach beim Fähr- oder Flugticket mit. In Orten wie Oberstdorf oder Oberstaufen stelle ich mir die Umsetzung allerdings weit schwieriger vor. Wo will man da kassieren, wo kontrollieren?
Wäre es nicht sinnvoller die touristische Infrastruktur einfach nicht mehr kostenlos anzubieten? Skifahrer zahlen für die Skipässe, für Loipen muss man vielerorts auch zahlen, Schwimmbäder, Eishallen, etc. verlangen eh Eintritt. Was bleibt denn jetzt noch übrig? Wander- und Radwege, dann verlangt man dafür eben auch noch was.

Ich glaube richtig problematisch ist das nur für Orte die selbst einfach so schön sind, dass massig Touristen nur deshalb kommen. Bekannte Beispiele dafür sind etwa Venedig oder Hallstatt. Aber auch dort nutzen die meisten irgendeine Form von Infrastruktur die man bepreisen kann, allen voran natürlich Parkplätze.
Ralf321
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von Ralf321 »

Hier ist der noch der erste Artikel dazu. Aber wenn ich auch im Nachbarort bei einkaufen eigentlich dann Kurtaxe zahlen soll hört der Spaß auf. Gut das sie noch nicht wissen wie sie es kassieren sollen. Es reicht schon die inzwischen horrenden Parkgebühren mit nurTagestickets wenn man abends mal 2-3 los will. In Pfronten sollen Hunde eine Kurtaxe zahlen. Noch vor einem Jahr hat Oberstaufen gewarnt es soll ja keiner kommen.und Parkplätze und Loipen wurden gesperrt.
Somit her mit dem Zaun rund ums Allgäu und nur mit Eintritt kommt man in den Freizeitpark. Dumm das hier noch ein paar wohnen.
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noisi
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von noisi »

manitou hat geschrieben: 19.02.2022 - 15:56 In den Nordsee-Destinationen wollen Tagesgäste primär deren Top-Freizeitattraktion nutzen und das ist der Strand. Also steht an vielen Strandabgängen ein Kurtaxenwächter oder solche laufen den Strand ab und kassieren. Lässt sich relativ easy kontrollieren und alle akzeptieren es.
Das wird gemacht - etwa in Cuxhaven oder im Wangerland. Falsch ist aber, dass es alle akzeptieren. Um für den Strand abzukassieren ist das Aufstellen von ein paar Mülleimern ausreichend... Selbstredend gibt es dazu an vielen Stellen auch mehr. Trotzdem läuft das bei weitem (und das zurecht) nicht konfliktfrei. Du darfst kostenlos ins Watt, aber nicht an den Strand - und das sag ma den Wegelagerern. Dazu ist alles eingezäunt und das oft auf vielen Kilometern länge - an manchen Orten kannst du nichtmals "kostenlos" das Meer sehen, da ein Deich davor steht. Im Winterhalbjahr und ab dem späten Nachmittag wird nicht mehr kontrolliert - weil es sich nicht lohnt. Es geht nur ums Geld, das merken die Gäste.

Sicher braucht es Regelungen um Tagesgäste angemessen an den Kosten zu beteiligen. Aber das wie ist die Frage. Ich eimpfinde (sehr) hohe Parkgebühren als ein gutes Steuerungsinstrument, denn die legen auch den Fokus in die richtige Richtung - denn hier wird die größte Belastung erzeugt. Wer mit dem ÖPNV kommt bleibt frei.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von Reginleif »

Erfahrungsgemäß führen hohe Parkgebühren bevor ein Umstieg auf den ÖPNV erfolgt doch eher zu einem erheblichen Problem mit "Wildparkern". War das nicht gerade in Garmisch ein riesen Problem dem man erst durch regelmäßige Kontrollen einigermaßen begegnen konnte und die verursachen auch wieder Kosten.

Andererseits ist halt klar die Frage wie will man was erreichen wenn nicht über den Geldbeutel.
Wobei ich da auch zunehmend das Gefühl habe, dass vielerorts lokal gesehen die Ausgaben einzelner Orte und Gemeinden steigen gerade weil sie Infrastruktur wie kostenlosen ÖPNV oder Radwege bereitstellen. Der Autoverkehr verursacht zwar mit Abstand die höchsten Kosten, bringt dem Staat in Summe aber auch am meisten wieder ein über KFZ Steuer, Mineralölsteuer und CO2 Steuer. Und letztlich unterstützt der Staat einzelne Gemeinden dann ja wieder bei infrastrukturellen Bauprojekten.
Die Ausgaben für ÖPNV und Radverkehr sind in Summe zwar wesentlich geringer, aber der Radfahrer nutzt Radwege und zahlt dem Staat oder der Gemeinde gar nichts und ein kostenloser ÖPNV verursacht auch nur Kosten und bringt keine Einnahmen. Langfristig gesehen entsteht dadurch ein Loch, das man erstmal anderweitig wieder schließen muss. Wenn alle nur noch gratis Rad oder Bus fahren, wer trägt dann wie überhaupt noch irgendwelche Unkosten?

Ich kann also schon irgendwo verstehen, dass man sich das Geld irgendwo her holen muss. Aber ich finde auch man muss dabei höllisch aufpassen, weil man es sich gerade bei den Anwohnern damit auch schnell verscherzen kann. Hätte ich am Meer gebaut und 10 Jahre später kommt plötzlich einer auf die Idee und erhebt eine Steuer, die für mich als Anwohner so wirkt als müsste ich bezahlen um vor die Haustür zu dürfen, wäre das für mich ein klarer Grund der diesen Ort deutlich unattraktiver als Wohnort macht.

Nimmt man Anwohner großzügig außen vor, erfordert das halt wieder ein komplizierteres System weil irgendwie muss ich ja kontrollieren wer Tourist und wer Anwohner ist.

Das ist seit einigen Jahren beispielsweise auf Island ein Grund, warum viele Einheimische den in den letzten Jahren so explodierten Tourismus hassen. Die müssen plötzlich dafür zahlen, dass sie Orte besuchen dürfen die noch vor 5 Jahren für jeden Einheimischen frei zugänglich waren. Mir würde das auch ziemlich auf den Pinsel gehen.
Einfach ist das nicht und ich finde es irgendwo falsch, dass man heute alles lösen will indem man einfach eine Steuer nach der anderen erhebt, auf der anderen Seite kann ichs wie gesagt auch nachvollziehen.
Saison 22/23: Skitage 7: 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Sölden, 1x Hintertuxer Gletscher, 1x See, 1x Ischgl
Saison 21/22: Skitage 6: 1x Ofterschwanger Horn, 1x Ischgl, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Nauders, 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Sölden
Saison 19/20: Skitage 9: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Kappl, 1x See, 1x Nauders, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Diedamskopf, 1x Fellhorn/Kanzelwand
Saison 18/19: Skitage 16: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 3x Davos, 1x Hochzeiger, 2x Sölden, 2x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Thaler Höhe, 1x Arlberg, 1x Iberg, 1x Oberjoch, 1x Brandnertal, 1x Pitztaler Gletscher
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DAB
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von DAB »

Das Problem in Garmisch waren/sind nicht die Parkgebühren, sondern dass die Leute - nachdem die offiziellen (gebührenpflichtigen) Flächen voll waren, wild geparkt haben. Zudem sind beide Seiten teilweise ziemlich eklig im Umgang miteinander. Als Zugereiste Preuße wundert man sich da öfters.


Wenn eine Tagesabgabe behoben wird, wenn Leute das örtliche Schwimmbad oder die Bergbahn nutzen, ist das nichts anderes als doppelt zu kassieren - ich hoffe, dass die Mehrheit der Leute dies nicht mitmacht.
09/10:19Tage:6xTuxerGletscher, 6xZugspitze,7xGAPC
10/11:(19Tage)7xGAPC,5xZugspitze,1x Ehrwalder Alm,1xGrubigstein,5xStubaier Gletscher
11/12:(20Tage)6TuxerGl.,4Gap-C7xZugspitze,2xSt.Anton,1xLech,
12/13:(12Tage):4xZugspitze,8xGAPC
13/14:(22Tage)6xPitz.Gletscher,4xGAPClassic,7x Zugspitze,1xWurmberg,4xRossfeld/Oberau
14/15:22 Tage)6xTuxerGletscher,7xGAP Classic,5xZugspitze,1xEhrwalder Alm, 3xZillertal3000
15/16:22Tage)6xTuxerGletscher,4xZugspitze, 10xGAPC.1xRosshütte,1xEhrwalder Alm
16/17:26Tage10xTuxerGletscher,6x Zugspitze, 9xGAP-C.,1xZillertal3000,
17/18:23Tage6xTuxerGletscher,11xGAP–C.,4xZugspitze,1,5x Ehrw.Alm 0.5xKranzberg
18/19:25Tage:1xPitz.Gletscher,6xHTuxerGletscher, 2xKranzberg,7xGAPC.5xZugspitze,2xWurmberg,2xEhrw.Alm
19/20:19Tage7xTuxerGletscher,1xSnowD.,1xZugspitze,10xGAP-C.
20/217Tage:6Kitzsteinhorn,1Willingen
21/22:29Tage7TuxerGletscher1SnowDome12GAPC2Wurmberg,4Zugspitze3EhrwAlm
22/23:25Tage5xTuxerGletscher1SnowD8Zugspitze11GapC
23/24:2TuxerGletscher7Zugspitz11GapC1EhrAlm
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von Reginleif »

Das sehe ich eben auch so. Es geht in vielen Bereichen um nichts anderes als eine weitere Rechtfertigung um die Preise zu erhöhen. Man will einfach mehr kassieren und verkauft das unter dem Deckmantel einer zusätzlichen Abgabe im Sinne von XYZ. :roll:
Saison 22/23: Skitage 7: 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Sölden, 1x Hintertuxer Gletscher, 1x See, 1x Ischgl
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Saison 19/20: Skitage 9: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Kappl, 1x See, 1x Nauders, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Diedamskopf, 1x Fellhorn/Kanzelwand
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Ich habe vor einigen Jahren im April mal einen sehr schönen Tagesausflug nach Wangeroge gemacht, und dabei natürlich ganz selbstverständlich und ohne mich zu beschweren meinen "Eintritt" bezahlt.
Das war vor der Saison, und da habe ich mal ganz eindrucksvoll gesehen, wie aufwendig so ein einfacher Strand eigentlich ist. Strömung und (Sturm-)Fluten waschen den Sand nämlich mit der Zeit weg und spühlen ihn and Ende der Insel. Der muss dann am Anfang der Saison wieder aufwendig mit LKW zurückgeholt werden, sonst ist nach ein paar Jahren kein Strand mehr da. Dass das Kosten verursacht die refinanziert werden wollen ist doch klar.
Dazu kommt dann noch, dass ein sehr großer Teil unserer Mitbürger einfach nicht in der Lage ist, seinen Müll wieder mitzunehmen. Da kommt dann auch wieder die Parallele zum Skifahren, nicht nur, dass dort das gleiche Phänomen zu beobachten ist, man geht das auf Stränden mit Spezialfahrzeugen an, die unter anderem auch von Käsbohrer kommen. Auch die gibt es nicht gratis.

Auch der Unterhalt von Wanderwegen kostet z.B. Geld, die sind nicht einfach so da. Und nein, das finanziert man nicht, wenn man auf der Hütte ein "überteuertes" Bier trinkt.

Was den kostenlosen ÖV angeht, den gibt es nicht. Der ist entweder ans Skifahren geknüpft, und dann bezahlt man den schon lange mit dem Skipass mit, oder er ist an die Gästekarte gekoppelt, dann bezahlt man ihn mit der Übernachtung. Nur in wenigen Fällen ist der Busverkehr an keine der beiden Bedingungen geknüpft, aber dann geht man vor Ort in der Regel davon aus, dass die Nutzungeh nur von einer der beiden Gruppen erfolgt und eine Kontrolle zu aufwendig ist.
Nimmt man jetzt mal einen Wanderbus her, dann gibt es prinzipiell drei Arten von Fahrgästen abzudecken.
  • Leute die Im Einzugsbereich des Busses übernachten. Die zahlen dafür entweder Ortstaxe, oder sie sind Einwohner und zahlen Steuern vor Ort.
  • Tagesgäste die mit dem Auto anreisen, bei denen rechnet man das eben in die Parkgebühren ein.
  • Tagesgäste die mit dem ÖV anreisen, dafür integriert man das Bzssystem in den ÖV und bekommt seinen Anteil. Das ist allerdings gerade in Bayern oft noch ein Fremdwort.
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Klemme
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von Klemme »

Da mir die Diskussion etwas autolastig erscheint, möchte ich für die anderen doch mal etwas die Lanze brechen:

Der Anspruch, ich fahre mit meinem Wagen, meist alleine (wer von euch hat immer jeden Platz im 2-Tonnen-SUV voll besetzt?) in Bergregionen und die dort müssen da dann froh sein, bzw. schon alle Ortschaften auf dem Weg dahin, dass Abgase, Platzprobleme, Stau, Bodenverdichtung, Unfallgefahr, Lärm etc. direkt ihre Lebensgrundlage angreifen - den verstehe ich nicht. Jede mitteleuropäische Bergdestination ist bequem und hochfrequent mit öffentlichen Verkehrsmitteln, jede größere mit bequemen Zügen, erreichbar. Das Auto ist immer und für alle die schlechteste und teuerste Lösung.

Ein paar entkräftende Argumente:

- Instandhaltung von Wanderwegen, Stränden etc. werden üblicherweisen über Kurtaxen finanziert, nicht Parkplatzgebühren. Letztere sind oft gesetzliche Lenkungsmaßnahmen um Verkehr zu reduzieren - das ist kein Geschäft und auch keine Abzocke einer Bergbahngesellschaft, die dürfen oft nicht anders.

- Radfahrer bezahlen sehr wohl allgemeine Steuern, mit denen Straßen finaziert werden. Die diversen Steuern für Autofahrer finanziern nur ein Bruchteil der Infrastruktur. Jeder Radfahrer spart aber der Gesellschaft viel ein. Gesundheit, Platz, Infrastruktur etc. Jede Investition in Radinfrastruktur kommt also mehrfach zurück und wird nicht etwa wie hier vermutet als "Zusatzkosten" dem Autofahrer belastet, im Gegenteil.

- Es gibt genut Destinationen, die ein gutes Verkehrsmanagement vormachen. Autofreie Orte, Park+Ride, Shuttlesysteme (Bahn, Seilbahn, U-Bahn Serfaus etc.), Verekhrslenkung, Anreize zur Anreise per Bahn wie güstige Tickets (siehe SBB Schweiz, Nachtzüge ÖBB etc.) und vieles mehr können die unsinnige Anreise mit Autos reduzieren.

Was möglich ist:

Gepäck kann man günstig Tür-zu-Tür verschicken mit Bahntickets, niemand macht eine Woche Skiurlaub so spontan, dass ihm das nicht möglich wäre. Tagesausflüge können auf dieser Ebene mit Storagesystemen, Vor-Ort-Miete oder guten Gepäckflächen und einfachen Umstiegen in Zügen attraktiv gemacht werden. In der Schweiz, Italien, Frankreich etc. entsehen zurzeit gerade viele tolle neue multimodale Bahnhöfe (Grindelwald, Davos, Fiesch, Zermatt, Sion-Nendaz, Verbier, Arosa, Klosters, Andermatt, Wengen, Leysin, Kronplatz, Vierschach, Marilleva, Magland und viele mehr - das sind nur die aktuell gerade fertiggestllten oder im Bau befindlichen, viele andere Orte haben bereits solche Bahnhöfe), wo direkt vom Zug in die Seilbahn gestiegen werden kann. In Frankreich ist es üblich, das TGV und Eurostar-Züge die großen Destinationen direkt von London und Paris aus anfahren und die letzte Meile wird auch dort durch ÖPVN bzw. Seilbahnen gelöst (LesArcs, FuniFlaine, Chamonix). Und diese Züge sind oft viel toller, als das der Deutsche so kennt: Pünkltich, mit Loungewagen, Niederflureinstiegen, Kaffeeautomatten, Panoramadächern, Restaurants, Platz für Fahrräder und Koffer sowie spezielle Ski-Regale, Bahnsteigkanten direkt am Gondeleinstieg, Einstiegsbahnhöfe oder gar Zugpersonal verkaufen direkt Skipässe etc. An den Talstationen findet man Schließfächer, Umkleiden, Duschen und andere Annehmlichkeiten für Tagesgäste. Wer will, kann in bequemer Straßenkleidung und Turnschuhen ohne Stress an- und abreisen. Keine Staus, keine sumpfigen Parkplätze und lange Anmärsche vom Wagen bis zur Seilbahn, alles wettergeschützt und beheizt.

Digitalisierung hat ein großes Potential, man stelle sich eine App vor, in der ein Klick reicht und es wird der Sitzplatz im Zug, der Transfer, Gepäck, Locker an der Talstation, die Tageskarte, Mietmaterial, das Essen etc. gebucht und zeigt alle Fahrpläne, Daten etc. direkt geobasiert an. Die Shuheizung im Schließfach beginnt abgestimmt auf den Fahrplan die Skischuhe vorzuheizen usw. Man kann Alternativen zum Auto sehr bequem machen, wenn man will.

Das Narrativ vom geschröpften Autoopfer finde ich schwach. Das Auto verursacht nunmal die höchsten Kosten, auch für die, welche nicht mit dem Auto anreisen: https://vision-mobility.de/news/t3-stud ... 28356.html

Wir wissen, dass wir gerade radikal umdenken müssen und Alternativen nicht nice to have sind, sondern überlebenswichtig für uns alle. Jedes Parkhaus, jede ausgebaute Straße, jedes teure Umfahrungsprojekt lockt noch mehr Autofahrer an. Garmisch z.B. tut trotzdem noch genau das - und der Steuerzahler investiert noch Unsummen in diesen Blödsinn, anstatt bereits die unsausweichlichen Atlernativen zu fördern und entwickeln. Die Umfahrungen, die Autobahn, der Größere Abstand zwischen Bahnhof DB und Zugspitzbahn, die lausigen Zughaltestellen Hausberg und Kreuzeck... das ist Steinzeit. Elektroautos werden weder Verkehr, Lärm oder Parkdruck lösen und verursachen immer noch zu viel CO2 im Vergleich zu den in halb Europa gut etablierten Alternativen in Winterdestinationen. Gratis Parkplätze sind ausserdem kein Menschenrecht und überall viel teurer als in Deutschland. Wer sich diesen Luxus auf Kosten anderer weiter leisten will, der soll halt dafür auch die wahren Kosten tragen in Zukunft.
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noisi
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von noisi »

Julian96 hat geschrieben: 20.02.2022 - 10:15 Erfahrungsgemäß führen hohe Parkgebühren bevor ein Umstieg auf den ÖPNV erfolgt doch eher zu einem erheblichen Problem mit "Wildparkern". War das nicht gerade in Garmisch ein riesen Problem dem man erst durch regelmäßige Kontrollen einigermaßen begegnen konnte und die verursachen auch wieder Kosten.
Wildparken lässt sich eindämmen - mal ehrlich wo kann man das in erreichbarer Nähe eines Skigebietes, den Seilbahnen und den Pisten? Wer läuft denn mit Sack und Pack mehrere hundert Meter oder mehr wegen ein paar Euros?
Ganz klar ist das Auto das Problem. Es braucht selbst Platz (so etwa 12m² pro Fahrzeug inkl. Raum zum manövrieren), sehr viel mehr Platz zum Fahren und und und.... In schmalen Tälern in denen jeder m² wertvoll ist. Das Kosten-Märchen wurde ja im Beitrag darüber schön entkräftet. Wie viele Fahrräder müssen wohl über eine Straße fahren bis sie so beschädigt ist, dass sie nicht mehr befahrbar ist?
Aber das ist OT.
Für mich bleibt die Parkgebühr die einzig mögliche Lenkungsmöglichkeit (und ich fahre oft selbst mit dem Auto).
Seilbahnjunkie hat geschrieben: 20.02.2022 - 13:10 Ich habe vor einigen Jahren im April mal einen sehr schönen Tagesausflug nach Wangeroge gemacht, und dabei natürlich ganz selbstverständlich und ohne mich zu beschweren meinen "Eintritt" bezahlt.
Das war vor der Saison, und da habe ich mal ganz eindrucksvoll gesehen, wie aufwendig so ein einfacher Strand eigentlich ist. Strömung und (Sturm-)Fluten waschen den Sand nämlich mit der Zeit weg und spühlen ihn and Ende der Insel.
Das ist ein ganz natürlicher Vorgang. Die Inseln sind nicht lagestabil und wandern von West nach Ost. Die Gebäude und Ortsschaften natürlich mitnichten. Das alte Dorf Wangerooge lag im Westen der Insel, das Fundament des alten Leuchtturms ist bei Niedrigwasser noch zu sehen.
Die Strandwiederherstellung hat zwar auch etwas mit dem Tourismus zu tun, ist aber vor allem eins - Küstenschutz (+Sicherung der Wasserversorgung). Den trägt vor allem auch die Allgemeinheit mit.
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von DAB »

Die Situation auf den Nord- und Ostfriesischen Inseln ist komplett anders als in bei dem hier diskutierten Beispiel aus dem Allgäu. Hier soll ich für den Besuch eines Schwimmbades und einer Seilbahn eine EXTRA-Gebühr als Tagesgast zahlen. An den Strand komme ich auf den meisten Inseln nicht ohne Gebühr bzw. zahle ich nicht 2x, um ihn besuchen zu können...

Allerdings: Die Lösung für das Allgäu ist ganz einfach:

Tageskarte zum Preis xy.
Rabatt für Einheimische und Gästekarteninhaber...

Schon habe ich meine Verteuerung für Tagesgäste erreicht.
09/10:19Tage:6xTuxerGletscher, 6xZugspitze,7xGAPC
10/11:(19Tage)7xGAPC,5xZugspitze,1x Ehrwalder Alm,1xGrubigstein,5xStubaier Gletscher
11/12:(20Tage)6TuxerGl.,4Gap-C7xZugspitze,2xSt.Anton,1xLech,
12/13:(12Tage):4xZugspitze,8xGAPC
13/14:(22Tage)6xPitz.Gletscher,4xGAPClassic,7x Zugspitze,1xWurmberg,4xRossfeld/Oberau
14/15:22 Tage)6xTuxerGletscher,7xGAP Classic,5xZugspitze,1xEhrwalder Alm, 3xZillertal3000
15/16:22Tage)6xTuxerGletscher,4xZugspitze, 10xGAPC.1xRosshütte,1xEhrwalder Alm
16/17:26Tage10xTuxerGletscher,6x Zugspitze, 9xGAP-C.,1xZillertal3000,
17/18:23Tage6xTuxerGletscher,11xGAP–C.,4xZugspitze,1,5x Ehrw.Alm 0.5xKranzberg
18/19:25Tage:1xPitz.Gletscher,6xHTuxerGletscher, 2xKranzberg,7xGAPC.5xZugspitze,2xWurmberg,2xEhrw.Alm
19/20:19Tage7xTuxerGletscher,1xSnowD.,1xZugspitze,10xGAP-C.
20/217Tage:6Kitzsteinhorn,1Willingen
21/22:29Tage7TuxerGletscher1SnowDome12GAPC2Wurmberg,4Zugspitze3EhrwAlm
22/23:25Tage5xTuxerGletscher1SnowD8Zugspitze11GapC
23/24:2TuxerGletscher7Zugspitz11GapC1EhrAlm
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von Klemme »

Wieso eine EXTRA-Gebühr? Parken ist eine eigene Dienstleistung. Schwimmen und Skifahren sind eine andere, separate. Jeder zahlt, was er benutzt. Ich als Schwimmer und Skifahrer ohne Auto möchte nicht Parkplätze für bequeme Klimaverschmutzer mitfinanzieren. Oft sind diese Dinge sogar betrieblich getrennt. Beispiel: Die Tiefgarage unter dem Thermalbad in Scuol im Engadin wird von einer privaten, externen Parkhausfirma betrieben. In vielen Skiorten sind Parkgaragen und Parkplätze Eigentum von Gemeinden oder privaten Gesellschaften, die nix mit den Seilbahnen zu tun haben, obwohl sie in die Talstation integriert sind.

Natürlich sind Autofahrer verwöhnt, da manche Einkaufzentren und andere Freizeiteinrichtungen Parkplätze umsonst anbieten und das alle anderen ohne Auto quersubventionieren müssen. Doch auch in urbanen Gebieten ist es üblich, dass Gemeinden lenkende Vorgaben machen und neue Einkaufzentren etc. gar nicht mehr Parkplätze gratis anbieten dürfen und oft sogar an die Baugenehmigung geknüpft öffentlichen Verkehr mitfinanzieren müssen, z.B. Buslinien jährlich alimentieren oder den Bau von U-Bhahn/Stadtbahn-Haltestellen selber zahlen.
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von DAB »

Klemme hat geschrieben: 20.02.2022 - 16:49 Wieso eine EXTRA-Gebühr? Parken ist eine eigene Dienstleistung. Schwimmen und Skifahren sind eine andere, separate. Jeder zahlt, was er benutzt. Ich als Schwimmer und Skifahrer ohne Auto möchte nicht Parkplätze für bequeme Klimaverschmutzer mitfinanzieren. Oft sind diese Dinge sogar betrieblich getrennt. Beispiel: Die Tiefgarage unter dem Thermalbad in Scuol im Engadin wird von einer privaten, externen Parkhausfirma betrieben. In vielen Skiorten sind Parkgaragen und Parkplätze Eigentum von Gemeinden oder privaten Gesellschaften, die nix mit den Seilbahnen zu tun haben, obwohl sie in die Talstation integriert sind.

Natürlich sind Autofahrer verwöhnt, da manche Einkaufzentren und andere Freizeiteinrichtungen Parkplätze umsonst anbieten und das alle anderen ohne Auto quersubventionieren müssen. Doch auch in urbanen Gebieten ist es üblich, dass Gemeinden lenkende Vorgaben machen und neue Einkaufzentren etc. gar nicht mehr Parkplätze gratis anbieten dürfen und oft sogar an die Baugenehmigung geknüpft öffentlichen Verkehr mitfinanzieren müssen, z.B. Buslinien jährlich alimentieren oder den Bau von U-Bhahn/Stadtbahn-Haltestellen selber zahlen.
Vielleicht liest du nochmal, um was es hier geht! Nicht um Autos, sondern um Tagesgäste!

Bye the way: Ohne die böse bösen Autos und deren solvente Kunden, wären wohl die meisten Skigebiete in den Alpen pleite...bzw. sehr sparsam ausgebaut!
09/10:19Tage:6xTuxerGletscher, 6xZugspitze,7xGAPC
10/11:(19Tage)7xGAPC,5xZugspitze,1x Ehrwalder Alm,1xGrubigstein,5xStubaier Gletscher
11/12:(20Tage)6TuxerGl.,4Gap-C7xZugspitze,2xSt.Anton,1xLech,
12/13:(12Tage):4xZugspitze,8xGAPC
13/14:(22Tage)6xPitz.Gletscher,4xGAPClassic,7x Zugspitze,1xWurmberg,4xRossfeld/Oberau
14/15:22 Tage)6xTuxerGletscher,7xGAP Classic,5xZugspitze,1xEhrwalder Alm, 3xZillertal3000
15/16:22Tage)6xTuxerGletscher,4xZugspitze, 10xGAPC.1xRosshütte,1xEhrwalder Alm
16/17:26Tage10xTuxerGletscher,6x Zugspitze, 9xGAP-C.,1xZillertal3000,
17/18:23Tage6xTuxerGletscher,11xGAP–C.,4xZugspitze,1,5x Ehrw.Alm 0.5xKranzberg
18/19:25Tage:1xPitz.Gletscher,6xHTuxerGletscher, 2xKranzberg,7xGAPC.5xZugspitze,2xWurmberg,2xEhrw.Alm
19/20:19Tage7xTuxerGletscher,1xSnowD.,1xZugspitze,10xGAP-C.
20/217Tage:6Kitzsteinhorn,1Willingen
21/22:29Tage7TuxerGletscher1SnowDome12GAPC2Wurmberg,4Zugspitze3EhrwAlm
22/23:25Tage5xTuxerGletscher1SnowD8Zugspitze11GapC
23/24:2TuxerGletscher7Zugspitz11GapC1EhrAlm
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Klemme
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von Klemme »

Ok, sorry für wenn ich mich vertan habe. Aber ob jetzt parken, Skibergsteigen auf Pisten, Strände - Infrastruktur ist nicht umsonst, also soll der Nutzer dafür zahlen.

Zu den Autos: Ja, Skigebiete sind genauso wie Autos das Sinnbild des Wirtschaftswunders. Skifahren ist ein purer Luxus und bis heute eine der teuersten und infrastrukturell aufwendigsten Sportarten, die es gibt. Für Alpenbewohner (die historisch gar noch nicht so lange dort wohnten) ist es aber oft die einzige Einkommensquelle und Daseinsberechtigung. Jetzt ist das Wirtschaftswunder vorbei und wir haben Alternativen bei der Mobilität entwickelt bzw. wir kehren wieder zurück, zu dem was vor dem Auto bereits in den Alpen war: Eisenbahnen, Fahrräder, natrurnaher Tourismus. Skifahren muss ökologischer werden, vor allem bei der Anreise. Immer weniger können sich Skifahren leisten, es ist nicht mehr der Breitensport der Siebziger, es ist ein absolutes Luxusprodukt geworden. Das war vor allem eine Entwicklung der Wirtschaftskrisen nach der Jahrtausendwende. Wer nicht mehr in der Maße wachsen kann, der wächst bei der Marge und das geht nur mit sehr reichen Gästen. St.Moritz hat in den letzten 20 Jahren 30% der Übernachtungen verloren, nicht aber den Umsatz. Doch die Bergbahnen leiden vor Ort, denn immer weniger dieser Gäste wollen ausschliesslich Ski fahren. Diese Entwicklung trifft viele andere Gebiete auch, sie investieren in Diversifizierung, z.B. Bäder usw. Auch der Klimawandel treibt sie dazu. Autos haben den Wohlstand gebracht, in zu erhalten geht aber nur ohne Auto bzw. mit viel, viel weniger. Viele Boomer argumentieren in Diskussionen rund ums Klima bzw. Generationenkonflikte mit "wir haben diese Infrastruktur und diese moderne Welt überhaupt erschaffen". Ja, aber die Umwelt, die Lebensgrundlage für alles eben auch krass zerstört. Und das Wirtschaftswunder haben wir in Europa vor allem dem Marshallplan zu verdanken, und billigem Öl. Beides vorbei.

Fazit: Probleme wie in Oberstdorf sind Sinnbild und Kulmination für eine Entwicklung, die irgendwann aus dem Ruder gelaufen ist und jetzt im Kleinen wie im Großen Bedrohung geworden ist. Veränderung kostet. Und dann bezahlt man eben halt CO2-Steuer beim Benzin, das Verkehrsmanagement vor Ort, den Eintritt für Infrastruktur, welche sich nicht mehr durch extremes Wachstum gratis anbieten lässt und man bezahlt auch für Schneekanonen im Ticketpreis heute viel mehr als damals fürs Skifahren (inflationsbereinigt). Jetzt kommt die Quittung fürs auf Pump leben. Ein bisschen trifft es noch die Verursachergeneration, aber in Hauptsache müssen die Schäden, Folgen und Probleme dieses Lifestyles vor allem unsere Kinder bezahlen. Und da wiederum die weniger Begüterten bzw. die, welche nicht erben. Für diese ist jetzt schon Skifahren zu teuer geworden. Wie im letzten Post erwähnt, gibt es genug Destinationen, die die Transformation gut schaffen und auch finanzieren - mit Gästen, die ein Bewusstsein haben und auch gerne ihren Beitrag leisten. Man könnte ja auch den Trend zum Skibergsteigen und weniger Infrastruktur begrüßen und ein Geschäft draus machen. Viele Destinationen wenden sich aus genanntem Problemmix immer mehr vom Maßentagestourismus ab und kämpfen um Aufenthaltsgäste. Vielleicht werden wir bald wieder 14 Tage in die Sommerfrische in die Berge fahren, wie in der Belle Epoque, anstatt jedes Wochenende mit Flieger, Autos usw. über große Strecken nur für ein paar Stunden zu verreisen. Das ist für die Alpenbewohner wie auch für Klima, Verkehr und vielleicht auch die Besucher sinnvoller.

Zum Verständnis: ich habe viele Jahre in großen alpinen Destinationen gelebt und gearbeitet. Dabei war ich für Bergbahnen, Eisebahnen, Skischulen, Sportgeschäfte, Tourismusorganisationen, Dienstleister usw. tätig. Dazu habe ich über 50 Skigebiete weltweit besucht und dabei habe ich viele verschiedene Businessmodelle, Herangehensweisen, Kulturen, Denkweisen und Problemlösungen studieren dürfen. Praktisch alle Verkehrsprobleme sind hausgemacht und es gibt einfach Lösungen, die man nur kopieren muss. Warum es nicht gemacht wird, liegt an der Bildung, konservativer Politik und Profitgier. Nachhaltigkeit im Denken und Wirtschaften haben viele nicht professionell gelernt. Weder Bergbahnen, örtliche Geschäfte noch Bürgermeister etc. Speziell im deutschen Sprachraum ist der alpine Tourismus besonders föderalistisch und ausgesprochen politisch liberal. So lange es boomte, spielten Bildung oder sinnvolle Strukturen keine Rolle - jetzt fehlen sie dafür brutal. Das ist gesamtgesellschaftlich mit dem tiefen Abiturschnitt und dem ausgeprägen Fachkräftemangel im DACH-Raum zu beobachten. Es fehlen vor allem Beratungsangebote bzw. Beratungsfirmen, die der alpinen Branche entwicklungstechnisch zur Seite stehen - sonst geht es immer so weiter und immer schneller in den Abrgrund. Verkehrsprobleme, falsche Ortsplanung, falsche Investitionen am Berg, verpasste Digitalisierung oder Klimaanpassung, fehlende Zusammenarbeit vor Ort. Man muss dabei auch den Mut haben einige Gäste zu verlieren - man muss nicht jeden haben, nicht für jeden sein. Je mehr Profil, desto mehr ökonomische Qualität. Je mehr ökonomische Qualität, desto mehr Nachhaltigkeit. Je mehr Nachhaltigkeit, je weniger Risiken. Je weniger Risiken, je besser und stabiler die Umsätze.
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von Riederalp »

Mal an alle Poster hier: Was Ihr hier so alles schreibt über Strände & Co, hat nicht mehr viel mit Oberstdorf zu tun, sondern ist eine ganz allgemeine Diskussion. Schaut Euch dazu mal die Forum-Regeln an. Darin heißt es, dass nur aktuelle Neuigkeiten aus dem Gebiet gepostet werden dürfen. Danke.
Zuletzt geändert von TPD am 21.02.2022 - 10:19, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Deswegen wird die Diskussion abgetrennt
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Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von Spezialwidde »

manitou hat geschrieben: 19.02.2022 - 15:56

Mich täte daher mal interessieren, was Skifahrer darüber denken, wenn sie als Tagesgast 2,60€ Kurtaxe zusätzlich zum Skipass zahlen sollen?

Es ist da doch wie überall, wirklich fair ist so etwas nie. Das ist die Kurtaxe für Übernachtungsgäste auch nicht. Der eine gammelt den ganzen Urlaub in der Wellnessabteilung und zahlt für den mit der halt exzessiv alle touristischen Angebote nutzt. Es ist halt, genau wie bei allgemeinen Steuern oder Krankenkassenbeiträgen, immer eine Mischkalkulation. Ich zahle zum Beispiel im BW gerne die 2 Euro Fufzig und kann dafür kostenlos die Bus und Bahnverbindungen nutzen was für mich sehr viel bequemer ist als mich mit dem Auto auf den überfüllten Parkplatz zu quälen. Die Parkgebühren waren da auch nicht billiger gewesen, die paar Kröten machen den Kohl jedenfalls auch nicht fett. Ist ja nicht mal ein Bier auf der Hütten wert :lach:
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Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von Ralf321 »

Spezialwidde hat geschrieben: 21.02.2022 - 09:01
manitou hat geschrieben: 19.02.2022 - 15:56

Mich täte daher mal interessieren, was Skifahrer darüber denken, wenn sie als Tagesgast 2,60€ Kurtaxe zusätzlich zum Skipass zahlen sollen?

Es ist da doch wie überall, wirklich fair ist so etwas nie. Das ist die Kurtaxe für Übernachtungsgäste auch nicht. Der eine gammelt den ganzen Urlaub in der Wellnessabteilung und zahlt für den mit der halt exzessiv alle touristischen Angebote nutzt. Es ist halt, genau wie bei allgemeinen Steuern oder Krankenkassenbeiträgen, immer eine Mischkalkulation. Ich zahle zum Beispiel im BW gerne die 2 Euro Fufzig und kann dafür kostenlos die Bus und Bahnverbindungen nutzen was für mich sehr viel bequemer ist als mich mit dem Auto auf den überfüllten Parkplatz zu quälen. Die Parkgebühren waren da auch nicht billiger gewesen, die paar Kröten machen den Kohl jedenfalls auch nicht fett. Ist ja nicht mal ein Bier auf der Hütten wert :lach:
Naja als Übernachtungsgast hast du ja dann noch die XY Card dabei mit Vergünstigungen bei Bergbahnen, Parkplatzen (was ne Ironie) ÖPNV usw. DAs bekommt der TAgesgast nicht, oder kommt die direkt aus dem Parkscheinauomaten in Zukunft?

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Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von Spezialwidde »

Ralf321 hat geschrieben: 21.02.2022 - 10:11 DAs bekommt der TAgesgast nicht, oder kommt die direkt aus dem Parkscheinauomaten in Zukunft?
Sowas funktioniert heutzutage per App oder für die die kein Smartphone besitzen mit entsprechendem Barcode, der auf dem Ticket abgedruckt ist (genau wie es mit der bekannten Gästekarte aus Pappe auch funktioniert) und in Bus/Bahn und bestimmten Einrichtungen eingescannt werden kann. Man muss sich halt drum kümmern und es auch abrufen. Das tun halt die wenigsten Tagesgäste weil sie eh mit einem festen Ziel kommen und drumherum nichts wahrnehmen wollen. Ja, klar man zahlt zwangsweise für was das man nicht nutzt, aber hey, da reg ich mich über die GEZ mehr auf...
Zuletzt geändert von Spezialwidde am 21.02.2022 - 11:25, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von NeusserGletscher »

Im Gegensatz zu Mehrtagesgästen haben Tagestouristen eine geringere Chance, abseits der Einrichtungen, für deren Nutzung sie eh schon zahlen (Parkplatz, Skiticket, etc) die tollen Kureinrichtungen zu nutzen. Eigentlich ist es genau umgekehrt: Abgesehen von An- und Abfahrt belasten Tagesgäste kaum den Ort. Sie erwarten kein Platzkonzert, keine Heilquellen, keine öffentliche Bücherei, keinerlei kulturelle Veranstaltungen. Sie bringen Geld in die Kassen, ohne dass dafür ein Hotel mehr gebaut werden und damit zusätzlich Fläche versiegelt werden muss. Ich denke, die Kosten / Nutzen Rechnung müsste man unter diesem Aspekt erst einmal aufstellen.

Aber eigentlich geht es ja vermutlich weniger um Heilquellen als um Einnahmequellen. :wink:
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Re: Neues in Oberstdorf/Kleinwalsertal

Beitrag von sheridan »

Klemme hat geschrieben: 20.02.2022 - 14:34 Das Auto ist immer und für alle die schlechteste und teuerste Lösung.
Da bist du mit deiner Meinung aber ziemlich alleine. Für die meisten ist das Auto die beste Lösung. Wenn es anders wäre, dann wären die Parkplätze ja leer.
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Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von sheridan »

manitou hat geschrieben: 19.02.2022 - 15:56 Mich täte daher mal interessieren, was Skifahrer darüber denken, wenn sie als Tagesgast 2,60€ Kurtaxe zusätzlich zum Skipass zahlen sollen?
Ich addiere das dann zum Preis der Tageskarte und den Parkkosten und fahre am Ende dort hin, wo das Preis-Leistungsverhältnis am besten ist. Ist ja nicht so, dass es einen Mangel an alternativen Skigebieten geben würde.
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Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von jens.f »

manitou hat geschrieben: 19.02.2022 - 15:56 Mich täte daher mal interessieren, was Skifahrer darüber denken, wenn sie als Tagesgast 2,60€ Kurtaxe zusätzlich zum Skipass zahlen sollen?
Ist doch oft schon der Fall - teilweise umgekehrt, d.h. mit Gäste-Karte gibt es Rabatt - aber das kommt aufs gleiche Hinaus.

Beispiel:
Ischgl:
Tageskarte mit Gästekarte: 55,00
Tageskarte ohne Gästekarte: 59,50
Klar, die Tageskarte mit Gästekarte gilt nur Ischgl und nicht im gesamten Tal - aber es wird einen Tagesgast kaum Interessieren, das er auch in Kappl, Gältur oder See fahren könnte...

Stubaitaler Gletscher:
Tarife ohne Gästekarten sind um 10 % höher als Tarife mit einer Tiroler Gästekarte!
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Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von Theo »

Zur ursprünglichen Frage von manitou:
So lange ich nicht berechtigt bin von der Organisation wo die Kurtaxe erhält in irgend einer Form eine Leistung dafür zu erhalten bin ich selbstverständlich NICHT bereit denen etwas zu bezahlen.

Die hier erwähnten Unterschiede ( mit oder ohne Gästekarte ) haben einen ganz anderen Hintergrund. Es gab Orte wo nach der Einführung einer Gästekarte einen überdurchschnittlichen Übernachtungsanstieg hatten weil plötzlich alle Beherberger korrekt abrechnen mussten.
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Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von judyclt »

Zu Willingen:
Alkotests. Ergebnis in € = Tagesbeitrag :mrgreen: . Passt bestimmt gut zu den entstehenden Kosten (Kotze, Müll, Randale usw.)

Autos:
Sind oft und gerade mit mehreren zusammen oder der Familie die bequemste Wahl. Verursachen aber wie bereits beschrieben im Gesamtergebnis die mit Abstand höchsten Belastungen aller Art. Also muss man dafür zahlen. Ist nur gerecht. Und das sage ich als idR mit dem Auto Anreisender.
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Re: Zusatzgebühren für Tagesgäste

Beitrag von jens.f »

judyclt hat geschrieben: 21.02.2022 - 19:31 Autos:
Sind oft und gerade mit mehreren zusammen oder der Familie die bequemste Wahl. Verursachen aber wie bereits beschrieben im Gesamtergebnis die mit Abstand höchsten Belastungen aller Art. Also muss man dafür zahlen. Ist nur gerecht. Und das sage ich als idR mit dem Auto Anreisender.
Naja, wenn man mal genau nachrechnet, stimmt das Zumindest bei einem voll besetzten Auto nicht unbedingt.
Ein sparsamer Diesel kommt mit 5l pro 100km aus. Macht bei 5 Personen 1l pro 100km
Laut z.B.:
https://www.fernbusse.de/fernbus/umwelt/
Braucht ein Bus bei 60% Auslastung 1,4 Liter pro 100km pro Passagier

Aber zumindest die Zubringer-Bussen in den Skigebieten haben keine 60% - morgens fährt der Bus voll zur Gondel, aber leer zurück in der Ort.
Abends umgekehrt: Der Bus fährt leer zur Gondel, aber voll wieder zurück.
Also maximal 50% Auslastung.
Da aber der Bus nicht immer voll ist - und schon gar nicht die ganze Strecke - werden - zumindest bei der Ortsbussen - noch nichtmal 50% erreicht.
Wenn ich also mit einem sparsamen Diesel und vollbesetztem Auto von der Unterkunft zur Station fahre und das Auto dann dort tagsüber stehen lassen, verbrauche ich also sogar weniger Sprit, als wenn ich den Bus nehme.
Dazu kommt auch noch, das Bus/Bahn oftmals Umwege fahren, die zurückgelegte Strecke also länger ist - was ja auch wieder den Schadstoff-Ausstoß erhöht.

Bei Bussen von z.B. Tagestouren, die tagsüber am Lift stehenbleiben, ist die Rechnung natürlich etwas anders.

Fazit: Natürlich sind Autos generell die größten Umweltverschmutzer - gerade wenn wie so oft nur 1-2 Personen im Auto sitzen bzw. das Auto eine Rennmaschine mit viel zu viel PS oder ein SUV ist.
Man sollte sich also hüten, hier zu Pauschalieren - ein sinnvoll dimensioniertes und ausgelastetes Auto ist nicht unbedingt schlechter, solange es - aus welchen Gründen auch immer - eh vorhanden ist und man jetzt also nicht noch Produktion/Entsorgung etc. mit einrechnen muß.

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