Nach einem erlebnisreichen Weltcup-Wochenende am Golm bin ich wie angekündigt ganz gemütlich zu meinem Erstbesuch im Oberengadin weitergezogen.
Vorbei an Chur, Savognin, Bivio und dem Julierpass bin ich in Suvretta eingetroffen und habe mein erstes Abendessen genossen. Lauchcremesuppe, Salat vom Büffet, Kalbsschnitzel Natur mit Blattsalat und Nudeli und zum Abschluss Engadiner Nüsslitorte begleitet von einem geschmeidigen Maienfelder Blauburgunder; das lässt sich gut an. Morgen dann Corviglia⛷.
Corvatsch konnte ich mir vom Hotelzimmer aus schon mal anschauen; alles sehr beeindruckend
Hahnensee wirkt ab der Waldgrenze schon recht schmal; mal sehen, ob ich mir das zutraue
Oh, hab ich gleich mal abbonniert. Schön, dass du uns mitnimmst. Ich fahr ja mittlerweile auch sehr gerne allein, aber eine Woche allein Skifahren - hmm - ich teil halt meine Freude so gern mit. Aber du kannst das ja auch hier machen
icedtea hat geschrieben: 13.03.2022 - 19:39
Nach einem erlebnisreichen Weltcup-Wochenende am Golm
(…)
begleitet von einem geschmeidigen Maienfelder Blauburgunder;
Freu mich auf den weiteren Bericht - Gute Zeit nochmals!
Heute Morgen empfing mich das Zimmerfenster mit dem Blick auf eine Handbreit Neuschnee und leichtem Nebel in höheren Lagen.
Für meine Verhältnisse recht früh stand ich um 8:30 am historischen Sessellift in Suvretta und liftete mit Blick auf beeindruckende Feriendomizile nach oben. Dort direkt weiter mit der Leitner 4KSB nach Munt da San Murezzan; hier hing noch leichter Nebel. Als erste Piste kamen die 4 und die 6 zur Bergstation der Signalbahn unter die Bretter. Unter der teilweise verwehten dünnen Neuschneedecke sah man die berühmte Feinripppräparierung und es ließ sich gut an
Hoch mit Alp Giop und dann rüber nach Marguns. Von dort in den letzten Nebelresten nach Plateau Nair und über die 15 zurück um die hintere Geländekammer zu erkunden. Bis dato wahr ich schon beeindruckt, aber jetzt wurde es richtig schön
Sonnenschein, noch wenig Betrieb und gute Schneeverhältnisse (auch wenn insgesamt nicht wirklich viel liegt) führten mich über Trais Fluors, die 22, Glüna und die 19 nach Fuorcla Grischa. Dort erst mal die 34, da ich die Schilder missdeutete und dann halt noch mal hoch um die 17 durch das Val Schlattein in Angriff zu nehmen. Ein landschaftlicher Traum und easy zu fahren; das machte wirklich Spaß . Über Corviglia ging es dann zum Signalstüble zur Trinkpause. Um kurz vor 11 hatte ich damit schon mehr als 3.000 überaus schöne Höhenmeter erreicht. Den folgenden Abstecher zur Standseilbahn in Chantarella hätte ich mir auch sparen können, aber ich habe diesen Punkt halt abgehakt.
Da ich in der Tat alle möglichen Gesichtsschützer inklusive Buff vergessen hatte und wirklich jeder an der Piz Nair Bahn etwas auf der Nase hatte, verzichtete ich heute auf den Gipfelsturm und legte die Mittagspause bei Gerstensuppe im Signalstübli ein
Von dort ging es wieder mit Alp Giop nach oben, um die Pisten 1 und 2 in Angriff zu nehmen. Vor allem die 1 hat mir sehr zugesagt; kaum Betrieb und noch weitgehend schöner Schnee, abwechslungsreiches Gelände.
Die 2 forderte mich dann durch beginnende Haufenbildung etwas mehr; ging aber auch gut und problemlos . Noch mal mit dem Leitner hoch und wieder rüber nach Marguns. Man merkte jetzt einmal mehr Betrieb und zweitens die starke Sonneneinstrahlung; es wurde weicher und hügeliger und die glatte Unterlage begann durchzukommen. Dennoch erneut Trais Fluors und Glünna; das Eck gefählt mir echt sehr.
Über Corviglia entschied ich mich dann mit Blick auf die Talabfahrt Suvretta, diese vor dem großen Run zu absolvieren. Das war schon recht sulzig, aber noch gut zu fahren.
Zum Schluss ein paar Impressionen; Tagesfazit folgt später nach dem Abendessen. Aber das wird positiv
Ein hochklassiger Skitag muss wieder mit einem guten Essen begangen werden
Zwiebelsuppe, Salat, eine perfekt gegarte Lammhüfte orientalischer Art mit Balsamicosauce, Cous-Cous und Rosenkohl (letzterer für meinen Geschmack zu bissfest) und "Montblanc" zum Dessert. Begleitet von einem gehaltvollen Syrah du Valais und einem Fabula Grappa. Nette Kombi.
6.160hm zwischen 8:30 und 14 Uhr mit Pause sprechen bei mir schon fast für sich. Das Pistenangebot hier sagt mir voll zu; für mich fast immer perfekte Neigung, oft kupiert, aber nicht übertrieben und meist megabreit
Auch die blauen Verbindungen sind oft mehr als nur Ziehwege; Höhenlage und Gelände ermöglichen es. Über die Anlagen kann ich (wenn auch oft älter) nicht meckern; sie sind alle problemlos gelaufen. Wartezeiten gab es an den Beschäftigungsanlagen keine. Besonders gefallen hat mir der Bereich Trais Fluors/Glünna/Fuorcla Grischa; großes Landschaftskino. Auch schön der Bereich um Randolins. Im Zentrum merkt man, dass es sich ein wenig ballt, aber die Pisten sind meist so breit, das es dennoch nicht ungemütlich wird.
Die Standseilbahn ist technisch vielleicht interessant, aber den Abstecher hätte ich mir auch sparen können; aber das ist meckern auf hohem Niveau .
Nach dem ersten Tag ist das "Überzeugungspotential" auf ähnlichem Level wie Flims/Laax/Falera in Vollbetrieb, also hoch. Morgen nach der Windvorhersage gemäß Empfehlung nochmal Corviglia und übermorgen dann Corvatsch; ich bereues es keinen Meter hierher gekommen zu sein
Tolle Bilder, erinnern mich an eine traumhafte Woche vor genau einem Jahr. Viel Spaß weiterhin.
Wenn es zeitlich passt, fahr auch mal zur Diavolezza, lohnt sich.
Anreise dorthin am besten mit der Bahn,traumhafte Gegend
Du wirst auch den Corvatsch lieben... Fahr aber wirklich auch mal auf die Diavolezza und am besten mit der Bahn.
Der Hotelshuttle fährt dich bestimmt gerne zum Bahnhof nach St. Moritz. Haben wir letzten März jedenfalls so gemacht.
Die Bahnfahrt ist schon ein Traum.
Danke allerseits; heute bin ich erstmal froh, wenn ich heil runterkomme. Außer Piz Nair und Lej de la Pesch null Sicht und ein Vorwärtstasten von grünen zu roten Stecken
Edit: Den Café Mélange auf Piz Nair will ich nicht
verschweigen; die Piste da runter war ok, wenn auch recht dreckig. Habe heute dann nach einem Kampf über Val Schlattein und Glüna nach Marguns aber relativ schnell aufgegeben und mal einen Abstecher ins Dorf gemacht.
Neben dem Saharasand fand ich den Kontrast zwischen mondän und glänzend einerseits und Verfall andererseits (Extrembeispiel mitten im Zentrum) auffallend
Zuletzt geändert von icedtea am 15.03.2022 - 15:48, insgesamt 2-mal geändert.
911er hat geschrieben: 15.03.2022 - 11:07
Du wirst auch den Corvatsch lieben... Fahr aber wirklich auch mal auf die Diavolezza und am besten mit der Bahn.
Der Hotelshuttle fährt dich bestimmt gerne zum Bahnhof nach St. Moritz. Haben wir letzten März jedenfalls so gemacht.
Die Bahnfahrt ist schon ein Traum.
Das Hotel ist eh spitze.
kaum ist man ein paar Tage nicht im Forum, schon verpasst man etwas...
das oben von 911er wollte ich Dir auch noch schreiben...
noch viel Spass, ab morgen konmt die Sonne wieder...
der Titel des Berichts ist ja schon gut... icedtea alleine im Oberengadin...
ist ja schon fast so wie 'Kevin allein in New York'..
wenn dir die Tage ein Hütte im Gebiet gut gefällt, kannst du die ja mal erwähnen.
Ich mach ja am Samstag sicher die ein oder andere Pause.
Gruß Dennis
Heute fand ich Glünetta recht nett; Piz Nair oben ist alleine wegen der Aussicht ein Erlebnis, habe dort aber nicht gegessen. Ich werde weiter berichten
Hallo, Danke für deine Berichte. Da kommt Vorfreude auf! Ich werde vom 19.-26.3. im Engadin sein (in Sils). Leider verpassen wir uns demnach, sonst hätte man sich ja auch mal treffen können.
Als Engadin-Liebhaber finde ich gerade immer spannend, was den Erstbesuchern gut und weniger gut gefällt. Daher habe ich die Schilderung deines ersten Tages extra sogar auf der Karte mit den Pistennummern mitverfolgt. (Die meisten Pisten kenne ich eher bei ihrem Namen, weniger mit der Nummer, aber egal.)
Du hast recht: zur Standseilbahn runter zu fahren, lohnt sich eigentlich nur, wenn die Olympia-Piste geöffnet ist. Leider ist das in den letzten Jahren nur sehr selten der Fall. Die Talabfahrt zu Celerina kannst du aber ruhig mal mitnehmen, die geht ganz nett durch den Wald. (Vermeide es aber am frühen Vormittag, wenn möglicherweise noch viele Leute in Celerina starten; da könnte dann Andrang an der EUB sein.)
Gerade als Genießer und Lanschaftsfahrer glaube ich, dass dir auch Corvatsch gut gefallen wird. Mach auf jeden Fall auch einen Exkurs in die sehr ruhige Furtschellas-Ecke (mit Talfahrt), und nimm am Gipfel auch mal die Variante mit Roseg (3) und Fuorcla (2). Diejenigen hier im Forum, die mehr aufs eigentliche Fahren aus sind, werden die zwar die Standard (1) bevorzugen, aber landschaftlich ist das Hintenrum auf jeden Fall den Umweg (und vielleicht sogar ein bisschen Schieben) wert.
Nachdem, was du in Corviglia so gefahren ist, sollte auch der Rückweg über Hanensee gut möglich sein (wobei es laut sr99 im oberen Bereich einige Steine geben könnte).
Viel Spaß noch. Das Wetter sollte ab Morgen ja wieder besser sein
So, jetzt noch der obligatorische Abendessens-Bericht
Weißwein-Suppe, Salat, Poulet-Geschnetzeltes mit Risotto und Schokopudding mit schwarzen Johannisbeeren. Bis jetzt der beste Tag; das Poulet wahr sehr lecker gewürzt, das Risotto schön schlotzig, Weißwein ist eh mein Ding und der Schokopudding war optisch und geschmacklich sehr lecker. Dazu ein Petite Arvine aus Salgesch im Wallis, der mit seiner Frucht sehr gut passte und ein Corvatsch-Whisky, der offensichtlich wirklich dort oben destilliert wird. Alles sehr lecker
@LGH: Danke für deinen Kommentar und die Empfehlungen (die ich versuche zu beherzigen ) und schade, dass wir uns verpassen
Das mit den Steinen auf der Hahnensee hatte ich gestern von einem Liftmitfahrer auch gehört, wobei gestern komplett und heute im oberen Teil die Raupe nach leichten Schneefällen fuhr; vielleicht ist es ja jetzt besser. Ich werde sehen wie Wetter, Sicht und mein Skigefühl morgen aussehen und berichten
LGH hat geschrieben: 15.03.2022 - 19:22
Du hast recht: zur Standseilbahn runter zu fahren, lohnt sich eigentlich nur, wenn die Olympia-Piste geöffnet ist. Leider ist das in den letzten Jahren nur sehr selten der Fall. Die Talabfahrt zu Celerina kannst du aber ruhig mal mitnehmen, die geht ganz nett durch den Wald. (Vermeide es aber am frühen Vormittag, wenn möglicherweise noch viele Leute in Celerina starten; da könnte dann Andrang an der EUB sein.)
Gerade als Genießer und Lanschaftsfahrer glaube ich, dass dir auch Corvatsch gut gefallen wird. Mach auf jeden Fall auch einen Exkurs in die sehr ruhige Furtschellas-Ecke (mit Talfahrt), und nimm am Gipfel auch mal die Variante mit Roseg (3) und Fuorcla (2). Diejenigen hier im Forum, die mehr aufs eigentliche Fahren aus sind, werden die zwar die Standard (1) bevorzugen, aber landschaftlich ist das Hintenrum auf jeden Fall den Umweg (und vielleicht sogar ein bisschen Schieben) wert.
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Dies kann ich gerne beitreten. Leider waren Olympia, Fuorcla, Roseg UND Hahnensee zu als wir in Januar dort waren.
Zu Hahnensee: meine Freundin mit der wir immer dort sind, fahrt nicht gerne schwarze Pisten. Hahnensee macht sie gerne.
Heute war Corvatsch/Furtschellas angesagt, leider ein wenig spät, weil der erste Hotelbus zur Bushaltestelle schon ausgebucht war. Daher Start in die Gondel in Surlej erst um 09:41 Uhr
Von der Mittelstation ging es dann über die Chastelets zur Curtinella Talstation. Die Piste war um 10 schon recht knollig, aber ansonsten durchaus nach meinem Geschmack. Drüben ging es dann erst an der DSB entlang zum Tellerlift, der nach Furtschellas verbindet; DSB und Tellerlift als Verbindung von Gebietsteilen.
Wie auch immer; Furtschellas hat mir gut gefallen. Von dort runter ging es direkt auf die Talabfahrt mit dem knackigen Starthang, der aber wie der Rest noch nicht viele Ski gesehen hatte. Das hat mir auch im Anschluss richtig gut gefallen; für meine Verhältnisse teilweise anspruchsvoll, aber in dem Zustand bei der Sicht einfach.
Von dort wieder nach oben und in die 4KSB-Furtschellas und die Muntanella wieder runter; aus Versehen über den schwarzen Abschnitt . Aber erneut alles gut; die Geländekammer dort gefällt mir gut, was sich bei der Abfahrt nach Rabgiusa bestätigte. Dort Trinkpause.
Über die besagte DSB wieder zurück zum Corvatsch-Sektor über die 12 zur Surlej-4KSB und in die Gipfel-Sektion der Corvatschbahn.
Der Saharadunst beeinträchtigte die Aussicht leider weiterhin erheblich, so dass ich mich auf den Weg nach Fuorcla Surlej machte. Das Steilstück von der 3 bis zum Abzweig der 2 dorthin war für mich schon anspruchsvoll, genau wie der recht steile Ziehweg vor der Hütte. Dort machte ich dann Mittagspause. Eine Skifahrerin, die ihr 3/4 geöffnetes Dekollete aus dem Skianzug war (nein, es gibt kein Foto) blockierte mit dem Runterfallen von Gläsern erst mal den eh nicht schnellen Betrieb an der SB-Theke, aber die Hirschsalziz war lecker und es gab noch eine Hubschrauberlandung zu bewundern; zwei Handwerker und ein paar Getränkekisten wurden ausgeladen und Leergut nahm den Weg zurück ins Tal.
Das Rechts-Links-Wellenbahnsteilstück nach der Hütte nahm mir dann neben diversen lokalen Hinweisen auf Steine und "Ist zurecht Schwarz" Hinweisen den Mut für Hahnensee alleine, zumal ich langsam meine Knie bemerkte. Ich weiß, das ich hierzu Kommentare bekommen werde und auch schon habe; aber "Vorsicht ist besser als Nachsicht".
Über Mandra, Surlej und die Talabfahrt ging es also nach Surlej und von dort mit dem Bus zur Signalbahn. Dort noch einmal Salastrains und Schlusseinkehr im Signalstübli, in dem der ein oder andere Starter der Altersklassenrennen auf der Corviglia einkehrte. Die fuhren gestern auch nicht mehr als ich.
Die Talabfahrt sparte ich mir und kehrte mit dem Hotel-Shuttle zurück ins Hotel.
Abendessen wieder lecker, wobei das "osteuropäische" Rindsgulasch besser schmeckte, als es aussah , aber der heutige Pinot Noir mir zuviel Holz hatte.
Corvatsch/Furtschellas ist glaube ich grundsätzlich anspruchsvoller als Corviglia, aber bei guten Bedingungen auch für mich weitgehend mit Spaß zu fahren. Saharadunst, Wärme und überraschend viel Betrieb sowie ausnahmsweise auch die Anlagen setzen es aber für mich hinter Corviglia, auch wenn es landschaftlich schöner ist. Dreimal Pendelbahn, diverse Schlepper und DSBs und alte Anlagen fast durchgängig entsprechen nicht meiner Vorstellung eines modernen Skugebiets, ohne, dass ich da an Ischgl etc. denke. Fahre ich dort trotzdem wieder? Wahrscheinlich ja, weil schön ist es .
Morgen Diavolezza/Lagalb
p.s . Ramseier Suure Most ist Klassen schlechter als Möhl oder der aus Beckenried
DSB und Tellerlift als Verbindung von Gebietsteilen
Die DSB kannst Du auslassen und von der Furtschellas-KSB direkt zur Alp Surlej fahren.
Und einen Tellerlift als Skigebietsverbindung gibt es zB. auch am Pizol.
Dass Du beim Hahnensee kneiftest, löst bei mir irgendwie ein Déjà-vue mit dem Urdenfürggli aus… Schade.
Schön, dass es dir wieder gefallen hat. Bei blauem Himmel hätte es dir aber sicher noch besser gefallen.
Hmm… wenn du von den Pendelbahnen am Corvatsch schon etwas genervt warst, bin ich jedoch skeptisch, ob Diavolezza Lagalb dir zusagt. So ein ganzer Tag mit fast ausschließlich Pendelbahn fahren, kratzt auch bei mir manchmal schon leicht am Limit. Bei einer Woche mit durchgängig gutem Wetter mache ich es gerne wegen der tollen Landschaft einen Tag lang, aber abends sage ich mir dann auch: schön war’s, aber das reicht jetzt