Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

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Jay
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Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von Jay »


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ski-chrigel
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von ski-chrigel »

Wie sowas passieren kann? Umso mehr als wir zur Zeit das völlig übersteigerte und meist total sinnbefreite Sicherheitsbewusstsein der Amerikaner erleben: viewtopic.php?f=63&t=67046&p=5366376#p5366376
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von MrGaunt »

ski-chrigel hat geschrieben: 30.07.2022 - 03:51 Wie sowas passieren kann?
Nun ja:
Jeffrey McConnell, one of the witnesses, told WVLT that other visitors tried to alert the woman that her safety railing was up.
Auf vielen Videos aus Nordamerika scheint das Theme Sicherheitsbügel eher optional gesehen zu werden, mir schleierhaft warum und in Europa undenkbar.
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ski-chrigel
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von ski-chrigel »

Das passt so überhaupt nicht in das sonst so sicherheitsbewusste Verhalten der Amis. Auf unserer Reise hat es überall Personal, dass die Einhaltung der Sicherheitsregeln strikte kontrolliert. Teil richtig absurd.
Und natürlich wundert es mich auch, wieso man selbst bei offenem Bügel einfach so runterfällt.
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scratch
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von scratch »

Naja "Investigators with the garlinburg police department found later that the woman had jumped to her death"

"If you or someone you know is struggling with suicidal thoughts, you can call the National Suicide Prevention Lifeline at 988 to connect with a trained counselor or visit the National Suicide Prevention Lifeline site."

Ist in meinen Augen eindeutig genug. :nixweiss:
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von hch »

Bügelschließen ist in weiten Teilen der USA optional, und wenn man sie doch schließt wird man gerne einmal angefeindet. Es gibt auch immer noch viele Sessellifte ganz ohne Bügel, auch wenn das inzwischen deutlich weniger geworden sind. Und wenn Bügel dann oft gerne ohne Fußrasten.

Wenn man sich Amerikanische Foren und Kommentare anschaut werden die Sicherheitsbügel auch gerne als "Comfortbars" bezeichnet und sich über sie lustig gemacht, bzw der Effekt kleingeredet, aber dafür gibt es Stürze aus Sesseln recht oft. Wie das mit der sonstigen übertriebenen Sicherheitskultur zusammenpasst ist auch mir völlig unklar.
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von Werna76 »

Möchte dem beipflichten was hch schreibt.
Bügel schließen wird nach meinen 2-Wochen Skiurlaub Erfahrungen in den USA eher als unnötiges Übel betrachtet, man kann sich auch mal nen blöden Spruch anhören wenn man den Bügel schließen will, oder nicht schon 300 Meter vor der Bergstation wieder öffnet (sogar von den Skiguides).
Das in Kombination mit der üblichen Vorgehensweise, sich nach der Stationsausfahrt bei offenem Bügel seitlich nach vorne zu lehnen um sich die Stöcke unter den Hintern zu schieben, passt dann wirklich gar nicht mehr mit dem üblichen Sicherheitswahn in den USA zusammen.
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von valdebagnes »

ist halt einfach eine ambivalente Gesellschaft. Auf der einen Seite wird vor der Gefährlichkeit eines heißen Kaffeebechers mit allen Mitteln gewarnt und im Laden nebenan kannst du halbautomatische Waffen kaufen.
Prüdes Land mit den höchsten Produktionsanteil Hardcorepornos.
Wenn wunder es da schon, das man am Lift wahrscheinlich einen Warnhinweis hat, das auf dem glatten Schnee ausrutschen kann, aber die Nutzung eines Sicherheitsbügels als Angriff auf die nationale Freiheit betrachtet.
Mich mal nicht…
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Kris
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von Kris »

"Safety is a business, not a burden" - aus der Formel kann man viel ableiten, denn das US-Rechtssystem baut genau darauf auf. Unseres in der EU übrigens ebenso. Da ist im Prinzip kein Unterschied. Sicherheit soll Gewinne ermöglichen statt als eine (finanzielle) Last angesehen zu werden.

Bspw, nach alter Sicherheitsphilosophie: Wenn ein Skigebietsbetreiber irgendwie seine Skipiste selber baut, so ist für diesen jede Sicherheitsmassnahme lästig, da Kosten generierend. Ein kleines Band mit Fähnchen reicht daher aus, um einen Skifahrer vor einem Graben o.dgl. zu warnen. So ging das ja auch in den Alpen bis in die 1980er.
Wer verdient?
- Der Hersteller der Seile mit den Fähnchen dran. Er kann man noch gelbe Toko-Werbung dranhängen, dann kann der das Fähnchenband günstiger abgeben, und Toko meint etwas zu gewinnen damit. Das wars.
"Skifahrer, passe deine Fahrweise deinem Können und den Bedingungen an" - derartiges stand ja weiser-weise seit sehr vielen Jahren in den FIS Regeln.

Nach neuer Sicherheitsphilosphie? Die Skipiste muss zahlreichen Normen entsprechen, diese müssen auch abgenommen werden. Die Haftung reicht sehr weit, eventuelle Schadensersatzforderungen können absurd hoch werden. Es verdienen neu jetzt daran:
- professionelle Planungsbüros für den Pistenbau (in Kenntnis zahlreicher Normen).
- Hersteller von Fangnetzsystemen, wie kennen wir die Dinger insbes. aus Italien auch 4 Meter hoch, mit orangefarben Polstermatten davor
- Zertifizierungsstellen, die all dies erstmals Zertifizieren, d.h. compliance zu Normen feststellen ("Konformitätsnachweise")
- Prüfstellen/Kommissionen, die Skiabfahrten periodisch überprüfen
- Ausbildungsstellen, die für obiges Leute ausbilden
- Rechtberatungsgesellschaften, um im Schadensfall in dem komplexen Regelwerk zurechtzufinden um derart Geldmittel in die eine oder andere Richtung fliessen zu lassen.
- Versicherungen bzw. deren Zusammenschlüsse/Vertretungen, die wachsam zu den nötigen Normenwerken "viel" beitragen "dürfen".
- ... und wohl viele weitere.


Das ist mit "Safety is a business, not a burden" gemeint....

Anders Bspw. dazu wären die Begründungen für die ab Juli vorgeschriebenen Assistenz- und Überwachungssysteme in neuen Autoserien in der EU. Spannendes Thema wie ich finde.

Es wäre jedenfalls interessant, im Detail die Unterschiede bzgl. modernem Sicherheitsregelwerk und der zugrundeliegenden Ziele zwischen dem Nordamerikanischen System und jenen in EU zu kennen.

Mag es sein, dass im Nordamerikanischen System Haftungsausschluss möglich ist (zB. durch "Vertragsabschluss" implizit beim Skipasskauf)?
Das würde ein sorgloses Betreiben (und Fahren) von Sesselbahnen ohne Schließbügel/Fussraster jedenfalls erklären ...
Ich fand zB. selbst im relativen Massenskigebiet Whistler/Bkackcomb vor Abgründen entlang von Pisten gerade mal ein oben beschriebenes Schnurband vor....

In der EU hingegen muss der Betreiber, auch für den größten Deppen (einer aus einer Million) stets Vorsorge tragen, mit uns allen bekannten daraus resultierenden Verunstaltungen?
Zuletzt geändert von Kris am 30.07.2022 - 20:10, insgesamt 1-mal geändert.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<

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Werna76
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von Werna76 »

^^
Limitation of Liability. You understand and agree that to the maximum extent permitted under applicabLe law, in no event will ANY OF THE Vail Resorts PARTIES be liable under any theory of liability (whether in contract, tort, statutory, or otherwise) for any direct, indirect, incidental, special, consequential, personal injury/wrongful death, punitive, or exemplary damages
Some jurisdictions do not allow the limitation or exclusion of liability for incidental or consequential damages. Accordingly, some of the above limitations and disclaimers may not apply to you. To the extent that we may not, as a matter of applicable law, limit our liabilities, the extent of liability of Vail Resorts or the Vail Resorts Parties will be the minimum permitted under such applicable law. We disclaim any warranties to the maximum extent permitted under applicable law.
=
Regel 1: Der Ticketinhaber ist immer selbst Schuld.
Regel 2: Sollte der Ticketinhaber einmal nicht selbst Schuld sein, tritt automatisch Regel Nr. 1 in Kraft.

Quelle: https://www.epicpass.com/policies.aspx?tc_1=2
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Kris
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Re: Frau stirbt nach Fall von US-amerikanischen Sessellift

Beitrag von Kris »

Werna76 hat geschrieben: 30.07.2022 - 20:09 ^^
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Quelle: https://www.epicpass.com/policies.aspx?tc_1=2
:-) Das geht schon mal in die erwähnt Richtung. Allerdings stimmt deine Zweistufen-Interpretation meiner Meinung nach so nicht ganz. Denn in den Policies heisst es ja sich selber (=Vail) benachteiligend "...to the maximum extent permitted under applicable law". Dies meint im Schluss, wenn ich es richtig verstehe: "Soweit es das Gesetz zulässt, haften wir nicht für egal was dir passieren möge".
Das ist ein feines Detail.
Weiter unten dann "... will be the minimum permitted under such applicable law": "Falls wir denn doch haftbar sein sollten, bekommt Du allenfalls das gesetzlich minimalst mögliche von uns".

Glaube der Disclaimer bezieht sich eher auf eventuelle Absurditäten wie "Mein Anorak wurde nass wg. Schneinebel aus Schneekanone, ich habe mich somit verkühlt und fordere xyz$". Fällt hingegen ein Sessel runter und es ist Vails verschulden, so haften sie sehr wohl....

Das beantwortet aber immer noch nicht die Frage, weshalb Pisten nicht mit hohen Fangnetzen beglückt werden müssen, oder es Sessel ohne Schliessbügel/Fussraster gibt...
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