Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

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Chlosterdörfler
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Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von Chlosterdörfler »

Die beiden Täler vom Vellemaggia-Leventina sollen mit einer Seilbahn verbunden werden. Auch ein Strassentunnel wurde geprüft, aber verworfen.
Von Ambrì geht es hinauf zum Kamm des Pizzo Massari, der die Wasserscheide zwischen Leventina und Vallemaggia bildet, und dann hinunter ins Zentrum von Fusio. Oder andersherum. In einigen Jahren werden also Alta Vallemaggia (Lavizzara) und Leventina durch eine Seilbahn verbunden sein, eine der längsten der Welt (geschätzte 7,5 km) und sicherlich eine der spektakulärsten.

(Siehe auch Kartenausschnitt im Medienlink).

Quelle: https://www.cdt.ch/news/ticino/una-funi ... gia-291142
abgerufen am 14.10.2022
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molotov
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von molotov »

hoffentlich keine Tal Tal Verbindung sondern mit Aussteigemöglichkeit oben?
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ATV
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von ATV »

Es gab mal eine Bahn von Rodi bis Fusio. Die Reste davon stehen noch immer in der Landschaft rum.
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
Chlosterdörfler
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von Chlosterdörfler »

Pendelbahn gemäss Studie vom Kanton Tessien als beste Lösung vorgeschlagen.
Das Departement für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (DT) gibt bekannt, dass die Machbarkeitsstudie und die Chancenbewertung für die Verbindung Alta Vallemaggia - Leventina, die vom DT im Jahr 2019 initiiert und im vergangenen Juni abgeschlossen wurden, heute (18.10.2022) in Bellinzona den Medien vorgestellt wurden.

Aus den Schlussfolgerungen der Studien geht hervor, dass eine neue Verbindung zwischen dem Alta Vallemaggia und dem Valle Leventina technisch, räumlich und ökologisch machbar ist, und zwar mit einer Strassenlösung (einseitiger Grattunnel), aber vor allem mit einer Seilbahnlösung: eine direkte Verbindung zwischen Fusio und der SBB-Station Ambrì-Piotta. Letzteres wird als sinnvoll erachtet, da es eines der wesentlichen Elemente für eine sozioökonomische Wiederbelebung des Alta Vallemaggia darstellt.
Darüber hinaus wird es im breiteren Kontext des Obertessins und des Gotthards als notwendig erachtet, die bereits durchgeführten und geplanten Maßnahmen zur wirtschaftlichen Wiederbelebung der Regionen oberes Vallemaggia und Leventina effektiver zu gestalten, ihre Wirkung zu verstärken und ihr anerkanntes Entwicklungspotenzial zu erhöhen.

Auf dieser Grundlage beschloss der Staatsrat in seiner wöchentlichen Sitzung, die formale Konsolidierung einer direkten Seilbahnverbindung zwischen Fusio und Ambrì durch das entsprechende Planungsverfahren und die Aufnahme des Projekts in den kantonalen Richtplan voranzutreiben sowie die Projektorganisation durch die Formulierung von Zielen und die Ausarbeitung eines Zeitplans für deren Umsetzung zu definieren.

Eine neue Verbindung zwischen dem oberen Vallemaggia und der Leventina mit einer Seilbahn zwischen Fusio und der SBB-Station Ambrì-Piotta - deren Baukosten auf rund 33 Millionen Franken (mit einer Marge von +/- 30 %) geschätzt werden - hat in der Tat einen innovativen und nachhaltigen Charakter sowie die Merkmale einer Achse, die für den öffentlichen Verkehr bestimmt ist und auch touristische Zwecke erfüllt.

Am Treffen mit den Medien nahmen der Staatsratspräsident und Direktor der DT, Claudio Zali, der Leiter des Bereichs strategische Arbeiten und Präsident der allgemeinen Projektleitung, Thomas Bühler, die Mitglieder der Behördendelegation und die Bürgermeister von Lavizzara, Gabriele Dazio, Quinto, Aris Tenconi und Airolo, Oscar Wolfisberg, teil.

Die direkte Seilbahnverbindung Fusio - Ambrì
Die ermittelte Lösung sieht eine direkte Seilbahnverbindung zwischen Fusio und Ambrì vor, die 8,1 km lang und ganzjährig in Betrieb ist. Die Fahrzeit wird auf 18 Minuten geschätzt, bei einer Beförderungskapazität von etwa 200 Personen pro Stunde und Richtung, einem Höhenunterschied von etwa 1.600 Metern, sieben Pylonen und einer Höchstgeschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde. Die Kabinenkapazität beträgt 60 Sitzplätze (12 sitzend, 48 stehend) oder 60 Stehplätze und 12 Fahrräder (oder Kombinationen).

Frühere Studien
Die ersten Studien über eine Verbindung zwischen dem Alta Vallemaggia und der Leventina stammen aus den 1960er Jahren; die 1963 von den Gebrüdern Guscetti aus Ambrì vorgelegte Studie sah den Bau eines 2,7 km langen Strassentunnels zwischen den Dörfern Campo sotto (Val Sambuco) und Pian Taiou (Alpe di Prato) unter dem Sassello-Pass vor. Eine Studie des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) ging 2016 vom Bau eines 7,8 Kilometer langen Strassentunnels zwischen Fusio und Rodi/Prato Leventina aus. Der nachfolgende Masterplan für das Obere Maggiatal aus dem Jahr 2017 enthält neben den oben genannten Vorschlägen, insbesondere eine Reihe möglicher Alternativen wie Tunnel für Zweiräder und/oder öffentliche Verkehrssysteme, einschliesslich innovativer Systeme, sowie Seilbahnlösungen.

2019: Beginn der Opportunity-Studie
Am 30. April 2019 ermächtigte der Staatsrat das DT mit einem Kredit von 350'000 Franken, eine Machbarkeitsstudie und eine Chancenbewertung durchzuführen, um das Potenzial und mögliche nachhaltige Lösungen (Kosten-Nutzen-Analyse) für eine Verbindung zwischen dem oberen Vallemaggia und der Leventina zu ermitteln und die technische Machbarkeit unter Berücksichtigung der territorialen/ökologischen Aspekte zu prüfen. Die Studie wurde von zwei Entscheidungsgruppen begleitet: einer politisch-strategischen (Delegation von Befugnissen) und einer technisch-operativen (allgemeine Projektleitung).

Die politisch-technische Begleitung
Die Behördendelegation (DA) setzt sich zusammen aus der Bauabteilung (Präsidium), den Bürgermeistern der Gemeinden Lavizzara, Quinto und Airolo, den Präsidenten der regionalen Entwicklungsagentur von Locarnese und Vallemaggia (ERS-LVM), der regionalen Entwicklungsagentur von Bellinzona und den Tälern (ERS-BV), der Interkommunalen Verkehrskommission von Locarnese und Vallemaggia (CIT) und der regionalen Verkehrskommission der Region Drei Täler (CRT-3V). Die allgemeine Projektleitung (DGP) setzt sich aus Vertretern der kantonalen Departemente (DT und DFE), den Direktoren der beiden beteiligten regionalen Entwicklungsagenturen, Planern und Fachleuten zusammen.

Methodik
Die Machbarkeitsstudie wurde in zwei Phasen durchgeführt: Identifizierung möglicher Varianten technischer Lösungen (abgeschlossen im Juni 2020) und eingehende Analyse plausibler technischer Lösungen (abgeschlossen im November 2021). Anschliessend und bis Juni 2022 wurde die sozioökonomische Nachhaltigkeitsanalyse (Chancenbewertung) durchgeführt. In der ersten Phase wurden drei Familien von technischen Lösungen untersucht: Basistunnel (Strasse und Schiene), Seilbahnen (ganzjährig und saisonal) und Passkorridore mit Firsttunneln (saisonale oder ganzjährige Verbindungen für langsame Mobilität, Fahrzeugverkehr, öffentlichen Verkehr oder kombinierte Lösungen). Die Auswahl ergab zwei mögliche Lösungskategorien: Seilbahnen und - für die Familie der Passkorridore - eine Strassenverbindung entlang der Sassello-Route.

In der zweiten Phase wurden drei Seilbahnvarianten und eine Studie über die Varianten der gewählten Strassenverbindung untersucht. Die anschliessende eingehende Analyse führte zur Identifizierung von zwei technischen Lösungen, die im Hinblick auf die territorialen und ökologischen Auswirkungen als realisierbar angesehen wurden: die direkte Seilbahnverbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Fusio und Ambrì und die Strassenverbindung mit einem unidirektionalen Bergtunnel zwischen Fusio und Airolo, mit einer Zufahrtsstrasse entlang des Sambuco-Sees (Portal in Cortino) und unter Umgehung von Nante (Portal in Costone).
Der Vergleich zwischen den beiden technischen Lösungen, die sich in der zweiten Phase herauskristallisierten, führte zu der Entscheidung, sich auf die direkte Seilbahnlösung Fusio - Ambrì als öffentliches Verkehrsmittel zu konzentrieren, und zwar aufgrund des politisch-institutionellen Konsenses, der geringeren Auswirkungen und Restrisiken für die Umwelt sowie der möglichen Umsetzung der vorgeschlagenen wirtschaftlichen Nebeneffekte.
Quellen:
Presseerklärung 18. Oktober 2022
Abteilung für Raumplanung Kanton Tessin
Hier gibt es die Bilder dazu: https://www4.ti.ch/area-media/comunicat ... 8e59f8bc16

Im Pdf. auf Italisch sind zwei Seilbahntrassen Varianten aufgeführt sowie die Strassentunnel Lösung.
zum Dok: https://www3.ti.ch/COMUNICAZIONI/212829 ... %20FIN.pdf

Abgerufen am 19.10.2022
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von Schneegott »

Das heisst aber es gibt keine Zwischenstationen, was gross verschenktes Potential ist.
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von Drahtseil »

Straßentunnel ohne Chance:
Seit Jahrzehnten im Gespräch war auch ein Autotunnel zwischen der Leventina und dem Lavizzara. Damit wäre das obere Maggiatal sogar ganzjährig und innert kürzester Zeit von Ambri-Piotta aus mit Auto oder Postauto erreichbar. Allerdings gehen Schätzungen davon aus, dass ein solcher Tunnel weit über 100 Millionen Franken kosten würde. Deshalb kommt ein Tunnel für die Tessiner Kantonsregierung definitiv nicht infrage. Ausserdem wollen die Menschen in der Leventina auf keinen Fall einen Tunnel ins Maggiatal. Sie leiden schon jetzt massiv unter dem Nord-Süd-Transitverkehr.
https://www.srf.ch/news/schweiz/ambri-m ... att-tunnel
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von Chlosterdörfler »

Es gibt auch Kritik am Seilbahn-Projekt vom VCS.
Wenig Freude am Seilbahnprojekt zeigt die Tessiner Sektion des VCS (Verkehrsclub der Schweiz). Er findet, dass die Geldmittel der öffentlichen Hand, welche für die Anbindung des Maggiatals an den öffentlichen Verkehr ausgegeben wird, woanders besser eingesetzt seien. Die Vollkosten für den Betrieb (Seilbahn, Postauto-Anschlüsse) werden mit rund zwei Millionen Franken pro Jahr veranschlagt – minus die Einnahmen der verkauften Billette.

Die Argumentation: Eine so hohe Subvention durch öffentliche Gelder könnte beispielsweise mit einem Ausbauprojekt des ÖV in einer städtischen Agglomeration irgendwo in der Schweiz viel mehr Menschen etwas bringen, als den wenigen Menschen im Maggiatal, so der VCS.
Wenn ich im Tessin wohnen würde, hätte ich vom VCS eine Wertschöpfung Alternative für das Maggiatal verlangt.

Quelle: Link von oben
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von ThomasK »

Ich denke, dass eine Zwischenstation auf dem Berggrat in 2500 m Höhe in jedem Fall als Synergieeffekt genutzt werden sollte. Allerdings würde ich keine Skipisten anlegen, sondern die Station nur für Wanderer und Bergsteiger öffnen.

Zu fragen ist auch, ob eine Pendelbahn sinnvoll ist; Rodi-Fiesso ist kein ITF-Knoten. Die Züge fahren im Stundentakt und die Taktminuten sind Richtung Süden 09 und Richtung Norden 49.

https://www.xn--v-info-vxa.ch/sites/def ... df/631.pdf

Da die Fahrzeit der Pendelbahn 18 Minuten betrüge, würde das bedeuten, dass man nicht alle 4 Anschlussrelationen (von und nach Airolo bzw. von und nach Lugano) gleichzeitig bedienen kann.

Da zudem auch in Richtung Süden das Postauto allenfalls auf einen Stundentakt verdichtet würde und das Postauto im Süden Anschlüsse sicherstellen muss, kann die gesamte Transportkette nur mit einer Umlaufbahn optimiert werden.

Ich würde daher eher eine Tri Line (eine EUB kommt wegen des Geländes sowieso nicht in Frage) für sinnvoll erachten und die einzelnen 12er-Kabinen alle 3 Minuten fahren lassen. Insgesamt käme man dann bei 7 m/s und Durchlaufbetrieb auf dem Berggrat auf eine Kabinenumlaufszeit von ca. 48 Minuten, sodass bei einem 3-Minuten-Takt 16 Kabinen im Umlauf wären. Mit 2 Reservekabinen käme man dann auf 18 Kabinen und könnte die Garagierungshalle auf ca. 20 Kabinen auslegen. Die Garagierungshalle wäre dann von der Größe her sehr überschaubar.

Dann könnten alle Verkehrsrelationen optimal bedient werden. Die Pendelbahn schafft das nicht.
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ATV
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von ATV »

Chlosterdörfler hat geschrieben: 20.03.2024 - 19:58 Wenn ich im Tessin wohnen würde, hätte ich vom VCS eine Wertschöpfung Alternative für das Maggiatal verlangt.

Quelle: Link von oben
Die Frage würde ich mich hüten zu stellen. Die Gäbe es problemlos und würde zudem das Energieproblem der ganzen Schweiz nachhaltig lindern. :lach:
Bild
ThomasK hat geschrieben: 29.03.2024 - 02:01 Ich würde daher eher eine Tri Line (eine EUB kommt wegen des Geländes sowieso nicht in Frage) für sinnvoll erachten und die einzelnen 12er-Kabinen alle 3 Minuten fahren lassen. Insgesamt käme man dann bei 7 m/s und Durchlaufbetrieb auf dem Berggrat auf eine Kabinenumlaufszeit von ca. 48 Minuten, sodass bei einem 3-Minuten-Takt 16 Kabinen im Umlauf wären. Mit 2 Reservekabinen käme man dann auf 18 Kabinen und könnte die Garagierungshalle auf ca. 20 Kabinen auslegen. Die Garagierungshalle wäre dann von der Größe her sehr überschaubar.
Hmm ja ne ist klar.

Ich will ja nicht wissen, von was du Nachts träumst....

Das hier ist Fusio:
Lavizzara_Fusio_panorama.jpg
Lavizzara_Fusio_panorama.jpg (226.78 KiB) 1517 mal betrachtet
Von Alessandro Vecchi - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.p ... d=16267208
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... norama.jpg

Hier leben Heute genau 50 Leute, 1 Mensch pro Quadratkilometer Davon sind 20 Erwärbstätig. 10 in der Landwirschaft, 2 im Öffentlichen Sektor, 2 beim lokalen Kraftwerk 1 in der Gastronomie bleiben noch 5 Personen die zum arbeiten den Ort verlassen.

Nimmt man noch den ganzen Bereich Lavizzara hinzu, Fläche:187,53km2 kommt man auf genau 489 Personen. sind 3 pro Quadratpilometer.
Und umfasst folgende Orte:
6692 Brontallo
6692 Menzonio
6694 Prato-Sornico
6695 Peccia
6695 Sornico
6696 Broglio
6696 Fusio
Vom gesamten Gemeindeareal von über 187 km² sind mehr als die Hälfte, nämlich 53,9 %, unproduktive Flächen (meist Gebirge und Seen). Weitere 30,2 % sind von Wald und Gehölz bedeckt. Nur 15,2 % der Gemeindefläche können landwirtschaftlich genutzt werden; überwiegend sind dies Hochalpen, welche nur Viehzucht (Schafe, Ziegen und Kühe) zulassen. Das restliche Gebiet von 0,7 % ist Siedlungsfläche
https://de.wikipedia.org/wiki/Lavizzara

Davon sind 43% Erwärbstätig wenn nicht noch weniger. Die Bahn würde demnach zwischen 200 und 250 Personen zugute kommen.

Andere Seite, Leventina. Rodi-Fiesso hat gar keinen Bahnhof mehr. Der Nächste Bahnhof in Ambri ist 5km entfernt.
Der Zug von Ambri nach Locarno hat 1h28min.
Der Bus von Fusio am A. der Welt hat 1h37min bis Locarno.

Das macht 9min länger. Würde man mit dem Helikopter von Fusio nach Ambri fliegen schafft man das vermutlich in 9min. Damit wäre man bei Gleichstand. Die Seilbahn soll +24min haben.
Damit würde man mit dem Bus bis Bellinzona kommen von Fusio aus. Richtung Süden also keinerlei Zeitgewinn.

Richtung Norden:
Aktuell Fusio-Zürich die schnellste Verbindung: 4 h 53 min über die Panoramastrecke. Mit GBT -1h sinds 3h 53
Ambri-Piotta nach Zürich sinds 2h 7min.
Da holt man für die 50 Nasen in Fusio 1h 46min - 24min Seilbahn raus auf dem Weg nach Zürich. Sehr nachhaltig, denn wenn die 50 Nasen mal in Zürich sind wollen sie kaum mehr zurück.
Bei den restlichen Dörfern im Lavizzara sieht die Rechnung wieder schlechter aus, denn sie haben min 15-30min bis Fusio.

Touristisch bringt die Bahn auch nichts. Auf dem Passo del Campolungo gibt es gar nichts ausser den Überresten der ehemaligen Seilbahn Rodi-Fiesso-Sambucco. Im Umkreis von2km gibts keinerlei Einkehrmöglichkeit. Das nächste Restaurant ist am Tremorgio und das ist schon per Seilbahn erschlossen. Die nächste SAC Hütte Leit. 1,2km entfernt. 200 Höhenmeter runter und 150 Höhenmeter wieder rauf.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... 101017.jpg

Wenn du wirklich deine Trilines, welches ich für ein Seilbahnsystem halte das wie Welt nicht braucht, auslasten willst, wäre es sinnvoll eine dritte und vietre Sektion anzuhängen um von Fusio sowie Rodi aus das Skigebiet von Mogno und Prato-Leventina zu verbinden.
https://mognofreetime.ch/
https://www.sciliftprato.ch/

Sa das wäre die Perfekte Lösung:
https://map.geo.admin.ch/?lang=de&topic ... .31&zoom=8

Mal im ernst, das ist doch alles Humbug.
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.

ThomasK
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von ThomasK »

ATV hat geschrieben: 29.03.2024 - 09:46 (...)

Hmm ja ne ist klar.

Ich will ja nicht wissen, von was du Nachts träumst....

(...)

Mal im ernst, das ist doch alles Humbug.

Deine Argumentation ist gleich aus mehreren Gründen falsch.

Zum einen argumentierst du mit dem zu niedrigen Verkehrsaufkommen. Darüber kann man zwar diskutieren, aber dann musst du dich an Bellinzona wenden und nicht an mich, denn die Idee hier überhaupt eine Seilbahn zu bauen, kommt nicht von mir, sondern vom Kanton Tessin.

Ich habe den Beschluss des Kantons lediglich zum Anlass genommen, bezogen auf den Planungsfall Pendelbahn eine Tri Line mit Zwischenstation auf dem Bergrücken als Alternative zu betrachten. Anlass für die Tri Line Überlegungen von mir waren die Umsteigerelationen.

Der Beschluss des Kantons die 60-PB Pendelbahn Fusio - Rodi-Fiesso zu bauen, gilt somit zum einen diese Relation als Planungsnullfall und zum anderen als ÖV.

Nach den Zeitungsberichten soll die 60-PB bei 18 Minuten Fahrzeit offenbar alle 30 Minuten zwischen 5.00 Uhr und 23.00 Uhr fahren, also 37 Fahren pro Tag. Dies bedeutet eine Leistung von 120 pphd, sodass der Kanton offenbar von einigem Mehrverkehr ausgeht.

Entscheidungstheoretisch bedeutet dies, da der Kanton Tessin den Bau der 60-PB als ÖV-Destination ansieht, dass für die Variante Tri Linie mit Zwischenstation auf dem Gipfelgrat lediglich die GRENZkosten anzusetzen sind, also die Preisdifferenz Tri Line - Pendelbahn bzw. der Unterhalts- und Betriebsaufwand Tri Line - Pendelbahn.

Energetisch ist bei dieser Trasse die Pendelbahn gegenüber der Tri Line eindeutig im Nachteil, weil zuerst beide Kabinen gleichzeitig bergauf fahren und dann beide Kabinen gleichzeitig bergab.

Geht man davon aus, dass die PB alle 30 Minuten fährt und eine Fahrt bei 10 m/s 18 Minuten benötigt und die Tri-Line mit 7 m/s andauernd fährt, dann dürfte der Stromverbrauch für beide Anlagen etwa gleich sein. Überschlagsmäßig gehe ich davon aus, dass die Tri Line bei gleicher Leistung etwa 30 % weniger Strom als eine EUB benötigt.

Ich stand schon mehrere Male im Betriebsraum der 100-PB Trockener Steg - Kleinmatterhorn. Das ist absolut beeindruckend, wie die Leistung des Motors schwankt wenn beide Kabinen gleichzeitig bergab fahren (Gegensteigung an der Stütze 3 = 38 % und Steigung vor der Bergstation 90 %) bzw. gleichzeitig bergauf. Da schwankt bei voller Besetzung beider Kabinen die Leistung zwischen -500 kW und +1500 kW, also um volle 2 MW!

In der Gesamtbetrachtung dürfte es zwischen einer Pendelbahn und einer Tri Line energetisch gesehen auf ein Remis hinauslaufen.

Mit dem Auro-System sollte ein Mitarbeiter pro Schicht die Anlage bedienen können. Bei 18 Kabinen sind zudem 144 Rollen zu unterhalten; bei der Pendelbahn wären es vsl. 2 * 16 = 32 Rollen.

Die Stützenanzahl dürfte zwischen Pendelbahn und Tri Line gleich sein; da der Seildurchhang bei der Pendelbahn etwas höher ist, wären die Pendelbahnstützen wahrscheinlich ein paar Meter höher.

Mit der Zwischenstation schätze ich, dass der Unterhalt der Tri Line gegenüber einer 60-PB pro Jahr ca. 200000 Franken höher wäre.

Was die zusätzlichen Fahrgäste durch eine Zwischenstation auf dem Bergrücken anbetrifft ist eine Prognose ziemlich schwierig; ich denke, dass etwa 50000 Fahrgäste pro Jahr zusätzlich realistisch sein dürften, vielleicht sogar mehr, denn wo bekommt man im Hochgebirge schon einen ÖV-Tarif?

Stellt man einen Vergleich mit der Rittnerseilbahn Bozen - Oberbozen an, die jährlich mehr als eine Million Fahrgäste aufweist, dann sollten 5 % davon, also 50000 Fahrgäste pro Jahr, bei einem Zusatzhalt auf dem Bergrücken zwischen Fusio und Rodi-Fiesso realistisch sein.

Zudem ist deine Argumentation mit der Zwischenstation auf dem Bergrücken ist alleine schon deshalb falsch, weil man dies problemlos auch bei der Pendelbahn machen kann. Auf dem Bergrücken muss sowieso eine Fachwerkstütze errichtet werden und die minimalen Mehraufwendungen für eine Gittertreppe nebst ausklappbarer Plattform liegen bezogen auf die Gesamtinvestition ungefähr bei einem Tausendstel.

Die von dir angegebenen Entfernungen zu den Berghütten sind für die Bergwanderer ohnehin kein Problem. Ganz abgesehen davon, dass der, der dort auf dem Bergrücken aussteigt, ohnehin wandern will.

Du übersiehst ferner, dass man mit einem neuen Angebot in der Verkehrsplanung neuen Verkehr induziert, d.h. bei der Berechnung der Verkehrsprognose ist nicht nur der aktuell bestehende Verkehrsstrom zu berücksichtigen, sondern auch die Neuverkehre, die erst durch den Bau der Seilbahn entstehen.

______________


Wir werden sehen, wie sich die Diskussion weiterentwickelt, aber ich finde es großartig vom Kanton Tessin, dass er sich für so ein Projekt starkmacht.

Ich hätte - genauso wie der Kanton Tessin - den Einwohnern von Fusio klargemacht: Entweder ihr seid für die Seilbahn oder ihr bekommt gar nichts, denn solche Spinnereien wie einen Straßentunnel werden wir keinesfalls unterstützen, ganz abgesehen davon, dass der Straßentunnel schon deshalb nicht gebaut würde, weil die Einwohner von Rodi-Fiesso diese Spinnereien mit einer Volksabstimmung zu Fall bringen würden. Als ob die mit der Gotthard Autobahn und der Gotthardstraße nicht schon genug Straßenverkehr um die Ohren hätten.

Ich bleibe dabei: Wenn man dort eine Pendelbahn baut, dann unbedingt mit einem Zwischenausstieg auf dem Bergrücken. Wenn man zudem die beiden Talstationen geschickt platziert, dann begegnen sich zudem beide Kabinen auf dem Bergrücken, sodass man bei der Pendelbahn nur einen Zwischenhalt pro Fahrt benötigt. Das ist dann das Modell 80-PB Mörel - Riederalp.

Will man zusätzlich eine optimale Umsteigesituation in Rodi-Fiesso schaffen, dann baut man eine Tri Line. Das ist eine politische Entscheidung, was einem diese optimalen Anschlüsse in alle Richtungen wert sind.

Ich persönlich würde es machen und dafür auch ggf. Mittel vom Straßenbau auf den ÖV umschichten.
Kakadu
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Re: Tessin Seilbahn Verbindung Vallemaggia-Leventina

Beitrag von Kakadu »

Ich frage mich, wieso die nicht die frühere Trasse des Stauseebaus von Rodi über den Passo Campolungo in die Planung einbeziehen. Die Strecke Luftlinie ist in etwa gleich, muß aber weniger hoch drüber – und ist erst noch in einem Tal weniger exponiert. Und derzeit besteht ja schon eine Bahn von Rodi zum Tremorgo-See.
:argue: . . . . . . . . . :nixweiss: . . . . . . . . . :gruebel: . . . . . . . . . :verweis:

... es kann sein, dass ich nicht alle eMail-Benachrichtigungen erhalte, die bei abonnierten Threads oder PN-Eingängen ausgelöst werden sollten; direkt an mich adressierte eMails müßten aber ankommen ...
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