Was also tun? Lust habe ich an diesem wunderschönen Tag auf einen sonnigen Klettersteig - und zwar idealerweise einen, den ich im Sommer aufgrund des langen Zustiegs - mangels Saisonkarte - eher nicht gehen würde. Zur Auswahl stehen natürlich diverse niedriggelegene Gebiete - aber irgendwie zieht's mich doch ins Hochgebirge. Dabei kommt mir in den Sinn, dass ich schon über 10 Jahre nicht mehr am Dachsteingletscher war - also schnell Webcams gecheckt und gesehen, dass zumindest der Klettersteig zum Hohen Gjaidstein noch/wieder (weitgehend) schneefrei sein dürfte (alle anderen Klettersteige oben hingegen eher nicht mehr begehbar). Allerdings sehe ich auch, dass - trotz eingestelltem Liftbetrieb - sogar die Abfahrt am Schladmingerlift präpariert ist - und vor ein paar Tagen hatte ich zudem bereits einen Instagram-Beitrag bzgl. einer Skitour zur Dachsteinwarte gesehen. Beides zusammen ergibt immerhin zwischen 250 und 300 Höhenmeter - und vor allem die Skiwanderung am Hallstätter Gletscher dürfte auch landschaftlich sehr reizvoll sein.
Also habe ich mich kurzerhand dafür entschieden, die Saisonkarte ausgiebig zu nützen und an diesem Tag Klettersteig und Skitour miteinander zu kombinieren.
Ich starte zunächst auf Tourenskiern - die Abfahrt am Schladmingergletscher sieht überraschenderweise sehr gut aus, vermutlich besser als so manche andernorts geöffnete Gletscherpiste:
Die Abfahrt geht bis zur Talstation runter sehr gut - sie ist hart-griffig, steinfrei und hätte wohl auch problemlos genug Schnee für Skibetrieb. Nachfolgende Bilder der Lifttrasse zeigt aber, wie groß die Probleme hier sind und warum es heuer keinen Skibetrieb gibt:
Vom Ausstieg der DSB Mitterstein runter ist der Höhenunterschied enorm:
Nach der kurzen Abfahrt steige ich in direkter Linie wieder auf - und mache mich auf den zweiten Teil meiner Tour heute. Der Weg zur Dachsteinwarte ist gut frequentiert - egal ob mit Wanderschuhen, Schneeschuhen oder Tourenskiern:
Umfangreiche Spalten unmittelbar neben der gesicherten Spur würden jegliche Abfahrt abseits der Raupenspur lebensgefährlich werden lassen:
Ich fahre daher natürlich auf der präparierten Spur ab, deponiere meine Skitourenausrüstung und steige noch über den leichten Klettersteig auf den Hohen Gjaidstein.
Blick von dort auf die Langlaufloipe:
Hallstätter Gletscher:
Noch ein Blick vom Hohen Gjaidstein runter zum Schladmingerlift:
An diesem Tag bin ich zwar nicht der Einzige auf Tourenskiern, insgesamt überwiegen aber Langläufer - und vor allem auch Spaziergeher bzw. Ausflugsgäste. Die Bahn ist bestens frequentiert - geschätzt waren wohl durchaus über 1000 Gäste am Berg.
Offiziell ist zwar noch nicht entschieden, dass der Skibetrieb nicht mehr aufgenommen wird. Die Abschmelzung ist aber derart massiv, dass ich persönlich davon ausgehe, dass der Liftbetrieb am Dachsteingletscher Geschichte ist. Die Südwandbahn soll aber - unabhängig von der Entscheidung zu den Gletscherliften - auch in der Wintersaison zu den bisher üblichen Betriebszeiten laufen.
Und wer weiß - wenn die Pendelbahn auch im Winter weiterhin in Betrieb ist, aber die Lifte abgebaut sind, ergeben sich damit auch ganz neue Chancen bzw. wird das Gebiet für andere, "sanfte" Sportarten interessanter - ganz ohne störender Liftinfrastruktur, inmitten einer einzigartigen Naturlandschaft.