> Skigebiet:
1.160-2.260 m
50 Pistenkm
2 EUB, 1 KSB, 3 SB, 5 SL
Pistenplan: https://www.apricaonline.com/files/alle ... 202020.pdf
Tageskarte an diesem Tag 30 €
> Wartezeiten:
keine
> Geschlossen:
Lifte: SL Salina
Pisten: B (Renntraining), D/D1, G, I, L, M (oberer Teil), N (unterer Teil), O, Q, U, V, W, Z
> Nicht mehr ganz aktueller Pistenplan an der Talstation
> Bis auf Anfängerbereich im Tal alle geöffneten Pisten gefahren (Kartenbasis Opentopomap mit Opensnowmap)
> Positives:
+ Skigebiet voller Italo-Trash und Kuriositäten
+ Kurz vor Weihnachten nichts los
+ Lange Waldabfahrten und Höhenunterschied von 1.100 m
+ Interessanter Passort mit erstaunlich vielen, großen Gebäuden
+ (Noch vorhandene) interessante Seilbahn Magnolta
+ Drei lange, kuppelbare Lifte
+ Ausblick Richtung Bergamasker Alpen und Alpenhauptkamm
+ Günstiger Skipasspreis
> Negatives:
- Extrem viele Zweitwohnungen und deshalb an Wochenenden vermutlich überfüllt von den Ballungszentren der Lombardei (und gleichzeitig nur geringe Liftkapazitäten)
- Obere Etagen nur durch fixe Lifte erschlossen
- Viele Pisten stillgelegt und deshalb selbst bei vollständiger Öffnung nur begrenzte Pistenauswahl
- Geringe Höhenlage des Ortes und der unteren Pisten ggf. schwierig im Frühjahr
> Fazit:
Zum Abschluss der Dolomitentour mit 13 besuchten Skigebieten (darunter zehn Neuentdeckungen) wartete noch ein besonderes Highlight: Aprica. Im Gegensatz zu den modernen Skigebieten rund um Kronplatz, Sellaronda und Campiglio gibt es hier noch viel Italo-Trash und eine ruhige, teils absurde Atmosphäre in der Vorweihnachtszeit. Ein spannendes Ende vor der Rückkehr Richtung Norden über den Berninapass.
> Nach der Fahrt von Ponte di Legno (viewtopic.php?f=198&t=65894#p5343472) über Edolo Ankunft auf dem Apricapass auf knapp 1.200 m Höhe. Dort hatte ich ein nettes, aber auch kurioses Vier-Sterne-Hotel reserviert, mit bunt gestalteten Zimmern, die nach Skirennläufern benannt sind.
> Aprica: Viele, viele Gebäude und Zweitwohnungen. Nun unter der Woche und vor den Ferien wie eine große Geisterstadt. Der Ort liegt größtenteils im Sondrio, geht aber fließend in die Provinz Brescia über, wo der Ort San Pietro in Aprica heißt.
> Viele Restaurants und Geschäfte waren noch geschlossen und manche Ortsteile etwas verfallen, deshalb aß ich im Hotel
> Der Ort ist geprägt durch die sehr breite Durchgangsstraße, an der Tankstellen, Supermärkte und viele Geschäfte liegen
> Durfte das Gebäude so hoch gebaut werden, weil es vier Dachgeschosse hat?
> Das Hotel lag fußläufig zur Talstation der zentralen EUB Palabione, mit der ich gegen 8:30 in das Skigebiet startete. Die Skipasskasse dort war auch mehr als kurios: Relativ veraltet mit alten Zetteln und Plakaten und nur ein Verkaufsfenster offen, das eher an einen Kiosk erinnerte. Dahinter eine schon sehr alte Dame in einem chaotischen Büro, die mir den Tagesskipass zu einem günstigen Preis verkaufte und sich freute, dass überhaupt mal jemand da ist. Ansonsten war es eher verlassen.
> Als zweite Sektion schließt eine ziemlich langsame, fixe 4SB an, die ihre besten Tage auch schon längst hinter sich hat (360 Hm, 1.300 m Länge), kurios, da dies eigentlich die zentrale Anlage im oberen Bereich des Skigebietes ist. An der etwas heruntergekommenen Talstation kümmerten sich ein paar Junge Leute mit lauter Musik nebenbei um die Liftabfertigung. Parallel verläuft eine noch ältere DSB als Verstärkung, die allerdings nicht mehr in den Pistenplänen auftaucht.
Durch die schattige Lage und den Nebel war es in diesem langsamen Lift besonders kalt.
> Endlich oberhalb des Nebels (wenn auch weiterhin im Schatten), am SL Dosso Pasò auf gut 2.250 m. Mit gutem Schnee und tollen Aussichten
> Abfahrt zurück zur Bergstation der 4SB. Die interessante, lange schwarze Piste G war leider noch geschlossen
> Auf der roten Piste H mit Blick zum Rifugio Valtellina
> Nette Waldabfahrten hier, auch wenn noch nicht alle genügend Schnee hatten
> Anschließend wechselte ich in den linken Teil, Baradello, in der Provinz Brescia, der mittlerweile nur noch aus einer einzigen Anlage besteht: einer 2.300 m langer 4 KSB mit Mittelstation und beeindruckenden 810 Hm
> Anfängerbereich und heterogene Zweitwohnungsbebauung
> In der sehr langen 4KSB, schon kurios, dass hier alle Lifte durch eine einzige Sesselbahn ersetzt wurden. Außerdem die Hauben beklebt mit Werbung für unterschiedliche Marken und Geschäfte.
> Über Waldabfahrten zurück in den mittleren Teil
> Auf der Talabfahrt M, vorbei an alten Liftrelikten
> Wenn die ganzen Zweitwohnungen in diesem weitläufigen Ort mal besucht sind und alle Hotels belegt, dann reicht die Kapazität von zwei älteren EUB, einer KSB und zwei SB als Hauptliftanlagen doch niemals aus?
> Talstation Palabione auf 1.180 m mit dem sehr kuriosen Turm
> Zum Glück reichte der Schnee zumindest für jeweils eine Talabfahrt in allen drei Teilgebieten
> Mittelstationsbereich mit Talstation der 4SB Quadrifoglio und dem Ristoro Pasò mit gutem Mittagessen
> Ein zweites Mal hinaus aus dem Nebel, durch die hohe und schattige Lage war es hier aber auch nicht weniger kalt
> Leere, kurvige Piste mit ganz gutem Schnee
> Rückseitiges Panorama in die Bergamasker Alpen
> Durch den Nebel und Wald ging es weiter in den rechten Gebietsteil
> Hier wurde der obere Teil durch die alte DSB Piana Galli erschlossen, die in diesem Sommer durch eine neue 4SB ersetzt wurde
> Besonders kuriose Situation an der Talstation: Hier musste man erst ein Stück aufsteigen und anschließend zum Sesseleinstig vorrücken. Und dann erwartete einen ein alter Mann mit mindestens genauso alten Aprica-Klamotten, der den Sessel zum Einsteigen etwas anhielt, in Form einer Choreographie: Er hielt den schweren Sessel mit seinem Handschuh fest, um sich anschließend schwungvoll um die eigene Achse zu drehen. Immer und immer wieder drehte er sich und es sah jedes Mal exakt gleich aus. Vermutlich hilft er genau mit dieser Bewegung schon seit Jahrzehnten in den Sessel (wobei der Lift nun ja ersetzt wurde…). Passend dazu lief ältere Musik, vermutlich aus den 70er/80ern.
> Bergstation auf 2.060 m. Wozu extra Schilder kaufen, wenn man es auch einfach an die Hütte schreiben kann?
> Piste schön leer und mit tollem, unzerfahrenen Schnee. Aufgrund des doch sehr langsamen Liftes blieb es erstmal bei einer Wiederholung
> Denn weiter unten wartete ja noch ein großes Highlight, die 6EUB Magnolta (660 Hm, 2.050 m Länge)
> Die schwarze Talabfahrt hatte zum Glück gerade schon genug Schnee
> Wohnungsdichte von Aprica
> Talstation Magnolta am Ortsrand
> Langgestreckter Passort, rechts die Talabfahrt des mittleren Gebietsteils
> Gewaltiger Kabinenabstand an diesem Tag, aber auch vollkommen ausreichend, da ich hier fast alleine war. > Ein paar Kabinen dezent in pink gehalten. Die Talstation eine große Halle.
> Blick auf die gute Talabfahrt, wobei der Schnee doch noch etwas hart und unruhig war.
> Der obere Teil ist durch einen ziemlich neuen Tellerlift gedoppelt, an dem ein Trainingskurs gesteckt war (allerdings nur eine Hand voll Rennkids)
> Die besondere Anlage fuhr ich insgesamt viermal sowie einmal den SL
> Zum Glück nahm ich an diesem Tag die kurzen Skier, passten sie so quer in die Kabine. Die Köcher draußen nur für sehr schmale Skier geeignet. Außerdem schloss die Tür natürlich immer nicht richtig und rappelte es ganz ordentlich bei jeder Stützenüberfahrt. Erinnerte stark an die Vallons-EUB in Val d’Isère. Zum Glück gibt’s in der Mitte eine Stange zum Festhalten.
> Bergstation
> Nette Abfahrt J im oberen Teil
> Langsam löste sich der Nebel auf und die Sonne kam durch
> Relativ leere Bar an der Bergstation (nur ein paar Rennkids und Rentner). Die Liegestühle laden noch nicht wirklich zum Sonnenbaden ein.
> Zurück im mittleren Bereich auf der Piste H, die Beschneiung lief bei den kalten Temperaturen an vielen Stellen.
> Ein zweites Mal in den linken Gebietsteil Baradello. Da die Piste U noch geschlossen war, musste man zunächst zwingend an der Mittelstation einsteigen, um anschließend über die lange Piste S bis ins Tal zu gelangen. Wenn die Pisten O, U, V und W geöffnet sind, gibt es hier sicherlich ein paar nette, sportliche Abfahrten (sowie noch zahlreiche Trassen von stillgelegten Pisten). An diesem Tag beschränkte sich der Gebietsteil auf die breiten, langen blauen Ziehwegpisten.
> Blick von der Provinz Brescia Richtung Aprica/Sondrio
> Ein paar ältere Häuser gibt es auch, ansonsten eine bunte Mischung an Gebäuden, ohne jegliche Struktur oder einen erkennbaren Plan
> Unterhalb der Mittelstation
> Breite Abfahrt im Baradello-Gebiet, nun auch mit blauem Himmel, leider etwas zu spät
> Ein fünftes und letztes Mal zum höchsten Punkt, durch den aufgelösten Nebel nun auch mit mehr Aussicht
> Trotz weggezogenem Nebel liegt der Ort um diese Jahreszeit dennoch nicht richtig in der Sonne
> Die spezielle Talstation zog immer wieder meine Blicke auf sich
> Da ich noch eine längere Autofahrt vor mir hatte, nahm ich um 14:15 ein viertes und letztes Mal die EUB und beendete so bereits um halb drei den Skitag
> EUB Palabione, im Vergleich zur anderen EUB irgendwie schon sehr modern
> Talstationsbereich Palabione mit der kuriosen Skipasskasse vom Morgen
> Und ja, kontaktlose Skipasskontrollen gibt es hier bereits: Mir wurde morgens diese neutrale Skidata-Karte ausgegeben – auch nicht mehr so ganz frisch
> Anschließend ging es in der Nachmittagssonne über Tirano ins Poschiavo und anschließend hoch auf den Berninapass auf 2.330 m
> Leer, gut ausgebaut und mit flüssigen Kurven statt spitzen Kehren
> Noch wusste ich nicht, dass ich drei Monate später meine zweite Alpentour ebenfalls hierüber abschließen würde: viewtopic.php?f=48&t=67435
> Durchs Oberengadin ging es anschließend hoch zum nächsten Pass, dem Julier
> In schöner Sonnenuntergangsstimmung
Nach Skitagen in Davos, Sölden, Obergurgl, auf der Corviglia und nun in den Dolomiten und italienischen Alpen war eine schöne, relativ schneereiche Vorsaison beendet und der Winter konnte richtig durchstarten.