Nach der Anreise hatte ich dann aber keine Lust auf die lästige Pendelbahn und nutzte den gratis Skibus zur 6KSB "Gran Paradis". Dort dann Snow&Rail-Coupon gegen Skipass getauscht und schon ging es ohne Wartezeit rauf. Eine durchaus interessante, teils sehr steile Sesselbahn mit riesigem Sesselabstand
Oben angekommen, musste ich noch die 6KSB "Planachaux nutzen, um ganz hinauf zu kommen, wo am Croix-de-Culet dann auch die Pendelbahn von Champéry angekommen wäre.
Der erste Blick gefiel schon mal, gegenüber die Bergstation der 8KSB "Crosets" und der steile Tellerlift "Marcheson", letzterer scheint vor allem ein Gasthaus zu erschließen:
Zum Einschwingen sollte es noch einmal hinab zur 6KSB "Planachaux" gehen. Eine direkte rote Abfahrt zum Carven (Nr 9), garniert mit einer blauen Umfahrung (Nr 5) für die Ungeübten. Schön. Macht Spaß:
Wieder oben, startete ich meine geplante Tour Richtung Avoriaz. Zuerst auf der blauen 6+8 zum Schlepplift-Doppel "Ripaille 1+2", dann weiter mit der 4SB "Chavanette" zur/zum Pas des Chavanette. Also via Abfahrt 6, die führt auch sehr schön entspannt zur 8KSB "Crosets" und 8 herunter, der links am Weg liegende KSSL "Léchereuse" war leider nicht in Betrieb.
Dann mit dem 1SSL "Ripaille 1" hinauf, der "Ripaille 2" war mangels Ansturm außer Betrieb. Oben angekommen, Rückblick ins Gebiet Champéry-Les Crosets, rechts die Ripaille-Lifte, links unten die 4SB "Chavanette", hinten die 4SB "Pauvre Conche", rechterhand hinten (kaum zur erkennen) die Lifte rund um den Croix-de-Culet:
Dann ging es mit der teils sehr steilen und daher auch spektakulären 4SB "Chavanette" rauf auf den Grat, der die Grenze zu Frankreich bildet. Unterhalb bzw. rechts neben dem Lift die olle Buckelpiste Nr 12, als Route markiert und vor allem von gestürzten Skifahrern gesäumt. Man kann sie in der Gegenrichtung aber mit dem Lift um- bzw. überfahren, sogar ohne die Ski abzuschnallen. Auf dem Grat bietet sich dann ein harmonisches Bild Richtung Frankreich: sanft geschwungene Pisten in der mutmaßlich dafür adaptierten Hochgebirgswelt. Und ein KSSL-Doppel. Allerdings ohne Skifahrer, der eine lief - war aber nicht nutzbar.
Blick von der/vom Pas-de-Chavanette ins Skigebiet von Avoriaz und zum gleichnamigen "Hoteldorf", rechts die KSSL "Chavanette":
Hier gibt es wirklich tolle Pisten! Die blauen Abfahrten hier sind wahre Genusshänge. Trotz stets mehr oder weniger voller Sessel relativ wenig Leute auf den Pisten, die Landschaft passt, es ist mässig steil, aber nicht zu flach, die Sonne scheint, der Schnee ist super. Und ich habe das Gefühl, dass ich auf "Champaine powder" (freilich präpariert zur Piste) fahre, es fährt (schwebt) sich wie auf Watte.
Qual der Wahl
Genussabfahrt "Bleue de Fornet", rechts 4KSB "Choucas", links 6KSB "Fornet", ganz rechts und kaum zur erkennen KSSL "Chavanette", hinten im Bild der recht leere Stausee "Lac Entrêts" und die Siedlung Avoriaz 1800:
Anschließend noch mal rauf mit der 4KSB "Choucas", nochmal runter und nochmal rauf mit der 6KSB "Fornet" und die "Bleue de Fornet" in ganzer Länge hinab, Blick hinauf zur Bergstation derselben 6KSB:
Anschließend nahm ich dann die Verbindung nach Avoriaz ("Retour chavanette"), eine dem Hang abgetrotzte Skitrasse, auf der man ohne Schieben, jedoch nichts allzu flott entlang des Stausees zur Siedlung kommt. Und dann stehe ich dort: meine erstes Industrieskidorf. Ich weiß nicht, ob es genial ist, was man hier auf und zwischen die Felsen gesetzt hat oder ob ich es für ökologisch fragwürdig halten soll. Auf jeden Fall ist es faszinierend und ein kompletter Gegenpol zum verschlafenen, völlig leeren Gebiet auf schweizer Seite. Hochhäuser an der Skipiste. Infrastruktur aller Couleur. Aber ohne Autos. Immerhin.
Einfach wirken lassen...:
...und Blick in die andere Richtung, Hinten die 6KSB "Tour", der Lift im Gebiet mit den längsten Wartezeiten von ca. 5 min:
Zur Rundfahrt gehört nun das Gebiet an den Hauts Forts. Zwei Sesselbahnen starten nebeneinander: die 6KSB "Stade" und die 4KSB "Lac Intrêts". Diese überschneiden sich nach ein paar Metern. Die "Stade" ist deutlich kürzer als die "Lac Intrêts", um raufzukommen muss man das letzte Stück auf einen KSSL umsteigen. Da fiel die Wahl leicht
Oben angekommen, 6KSB "Stade", unten Avoriaz 1800:
Umstieg auf den KSSL "Arare", mit Katapultstart und mit "Achtung, Schwieriger Schlepplift" markiert. Drei schwere Schläge bekam mein Rücken nach dem Start
Im Anschluss ging es dann auf der "Bleue d'Arare" hinab nach Avoriaz - ein wahre Pistenautobahn, links 4KSB "Lac Intrêts", rechts Doppel-KSSL "Arare":
Weiter hinab fuhr ich über die rote "Vaineuve", die einzige Sch***abfahrt an diesem Tag auf französichem Gebiet - knollig-bollig, hart, eisig, einfach unschön zu fahren, ich war froh, die blaue "Crôt" erreicht zu haben, die wieder tip top war.
Kurze Kaffeepause an einer kleinen Almhütte (Pappbecher??? - 3,40 EUR für den Café au lait) mit Blick zur 3-S-Bahn, Gondel vs. Fels vs. Hochhaus:
...und weiter hinab nach Les Prodains zur 3-S-Bahn. Schöne, lange, blaue Abfahrt. Wunderbar. Unten war ich dann im nirgendwo. Auf dem Portes-du-soleil-Gesamtplan schaut es so aus, als käme man hier nach Super-Morzine. Aber Fehlanzeige. Da ist eine Felswand im Weg
...und fährt erstmal mit der Rolltreppe zur Piste rauf, schon speziell:
Dafür steht man nun direkt im Skigebiet respektive Hoteldorf. Die 3-S-Bahn hat übrigens an den Drehkreuzen extra "Durchgänge" fürs Gepäck, nicht wenige scheinen an der Talstation dauerzuparken.
3SB "Plateau", spektakukäre, denn links gehts steil - nein, senkrecht! den Fels hinab. Scheinbar der langsamste Lift im ganzen Gebiet, aber schon speziell zwischen den Häusern durch, darunter Abfahrt "Boulevard des Skieurs" - der Name ist Programm:
Alles da, alles nah, alles klar ... Industrieski eben:
Nochmal Rückblick zu den KSB "Stade" und "Lac Intrêts", ganz hinten im Tal der Stausee "Lac Intrêts" und ganz hinten wären dann die KSB "Fornet" und "Choucas" und der Grat zur Schweiz via Chavanette:
Auf der 3SB "Plateau", mitten durchs Dorf und sogar am Schwimmbad vorbei (seltsam der Chlorgeruch auf der Piste):
Oben angekommen gönnte ich mir eine Rundfahrt durchs Dorf via Piste "Dromonts" und "Mélèzes", abschnittsweise schon sehr sehr nah im Schieben-müssen, ist eben der flache Anfängerbereich. Im Übrigen schon eigenartig, dass es hier derart viel Gastronomie, ja eben sogar Schwimmbad, Apotheke und Kino gibt...
Schön auch die Durchfahrt der spektakulären 6KSB "Tour" zwischen den Hochhäusern, es ist schon seltsam, wenn du da drauf sitzt, der Lift stoppt und Du realisierst, dass Du dich über dem Dach eines zehnstöckigen Gebäudes befindest:
Im Anschluss fuhr ich den Sektor Super-Morzine ab. Schöne Genusspisten, änfänger- und carverfreundlich, menschenleer, macht mir Spaß. Das ist purer Genuss. Die kuppelbaren Sesselbahnen "Proclou", "Séraussai" und "Zore" erschließen das Gebiet flott, der KSSL "Baron" war außer Betrieb, erschließt aber auch kaum neues Terrain. Was in Avoriaz schwierig ist, ist die Orientierung. Man muss wirklich stur von Schild zu Schild fahren und dabei sowohl Pisten- und Ortsnamen, als auch Liftnamen im Kopf haben, sprich: genau wissen, wo man letztendlich hin will. Gerade die Abfahrt "Proclou" ist schwer zu verorten, vermutlich ist sie deshalb so leer - es findet einfach niemand.
Leider sind meine Fotos hier nichts geworden. Ihr hättet flache, leere Genusspisten gesehen
Da es schon 13 Uhr war und ich die Dauer des Rückwegs Richtung Schweiz recht schlecht einschätzen konnte (ich hatte noch Großes vor), entschloss ich mich, das Essen nicht hier, sondern an einer Bahn Richtung Grenz-Gipfelgrat einzunehmen. Die Wahl fiel auf Les Lindarets.
Daher nun Foodp**n, nur scheinbar gesund, ein frisch gezapftes Bier gab's dazu. Preislich - nunja - durschnittlich, aber am Feldberg im Schwarzwald ist es auch nicht günstiger, lecker war's mal und mehr als die Portion Pommes zu 8 Euro war's auch:
Nach dem Essen erspähte mein Auge einen KSSL - den Anfängerlift "Barmettes". Der musste natürlich gefahren werden! Dies ist wahrlich der sanfteste KSSL, welche ich jemals benutzt habe. Kein Rucken, kein Ziehen, keine Schläge im Rücken - nichts. Wunderbar.
Oben angekommen, Blick zurück nach Les Lindarets, links der besagte KSSL, unten 4 Sesselbahnen in alle Richtungen, die Bergstation der vom Tal kommenden Kabinenbahn "Ardent" und ein großes Gebäude mit Picknickraum und - terasse!:
Ich musste ja nun zurück Richtung Schweiz, daher nahm ich die 6KSB "Léchère", meines Wissens meine erste Bartholet-Anlage, topmodern und wie fast alle Lifte ohne Wartezeit.
Oben angekommen:
Auch dieser Sektor präsentiert sich mit Genusspisten. Nicht zu steil, nicht zu flach und wenig los.
6KSB "Cases" wäre auch eine Option, aber die "Mossettes" (ganz links im Bild) sieht "cooler" aus:
Also ziehts mich zuerst hinab und dann weiter rauf mit der 4KSB "Mossettes (France)": Die sieht wie gesagt schön lang und spektakulär aus. Das ist sie auch, die Trassierung hat schon was und das letzte Stück zur Pointe de Mossettes ist auch extrem exponiert und windig.
Oben angekommen grüßt schon die Schweiz, hinten Im Bild reicht der Blick bis ins Jura:
Bergstation 4KSB "Mossettes (France)", schon sehr exponiert aufgestellt, untendurch führt die blaue Gratabfahrt in alle Richtungen, sieht etwas "schlimm" aus, aber ist halb so wild - von den steilen Abhängen links und rechts der nur durch Bänder gesicherten Abfahrt mal abgesehen...:
Rückblick Richtung Gebiet Avoriaz:
Welcome Back - immerhin ein kleiner Hinweis, denn es gibt Teilgebietsskipässe, und es wäre blöd, führe man hinab und käme nicht mehr hinauf - in der Gegenrichtung gibt es da null Infos, ein Drehkreuz könnte ne Option sein, ist aber wenig praktikabel auf dem teils schmalen Grat:
Anschließend fuhr ich dann noch ein bisschen auf der schweizer Seite herum. Mangels Erfahrung in Sachen Zeit traute ich mich nicht, die lange blaue 31 bis Morgins abzufahren, ich wollte ja noch zurück bis Champéry. Bei späterer Überlegung hätte ich ja zur Not genauso gut ab Morgins oder Champoussin mit dem PostAuto bzw. Bus zurückfahren können *kopfklatsch* - Vorteil der Anreise ohne Auto! Aber schon die Abfahrt zum 4SL "Pointe de l'Au" war eine Katastrophe. Teilweise braun, fast durchweg schmal als Weg an steiler Bergflanke, rechts gehts ungesichert steil runter - hat nicht so richtig Spaß gemacht! Der Verbindungslift "Gueilly" erwies sich als kultiger, aber sehr sehr ruppiger Stangenschlepper, der kaum Höhenmeter macht, aber den Körper dreimal komplett knacksen lässt
..und ein Feierabendbierchen mit Panaroma:
Die Talabfahrt nach Champéry war irgendwie nicht auffindbar, unklar ob nun offen oder nicht oder nur teilweise Abfahrt und Rest Route. Oder was auch immer. Auch der Online-Pistenplan war da wenig nützlich. Der Einfachheit halber bin ich dann doch lieber mit der 6KSB "Gran Paradis" wieder runter, mit angeschnallten Ski sehr bequem. Und sehr steil, besonders nach der Ausfahrt aus der Ablenkstation Richtung Tal wird es "kribbelig"
Fazit:
Sehr schönes Gebiet, auch wenn ich nur einen Bruchteil befahren habe. Der französische Teil scheint mir jedoch attraktiver als der schweizerische. Aber vielleicht ist es weiter Richtung Morgins ja besser. In Champéry selbst ging es ja mit den Abfahrten sehr gut. Nur die Verbindung rüber nach Champoussin war halt einfach nur Mist. Ich schaue mir das auf jeden Fall nochmal komplett an. Ich muss diesen Winter nochmal her. Denn Ich las auf dem Pistenplan (später zuhause), dass die 3KSB in Morgins, die wohl älteste noch fahrende kuppelbare Sesselbahn der Schweiz, diesen Winter zum letzten Mal verkehrt und dann durch eine Gondelbahn ersetzt wird. Da MUSS ich mal mitfahren, bevor sie verschwindet, habe ich doch schon etliche inzwischen "gestorbene "schweizer Lifte verpasst. Und der Bereich Morgins - Châtel muss ja auch noch abgearbeitet werden. Kleine Anmerkung noch: die beanstandete Verbindung nach Champoussin soll offenbar auch zur nächsten Saison hin entschäft und blau werden.
Was man auf jeden Fall sagen kann, ist dass es sich um ein durchaus anfängertaugliches Großgebiet handelt. Wenn man die roten und schwarzen Abfahrten vermeidet sollte es für einen "nicht ganz so blutigen" Anfänger durchaus machbar sein. Für die ganz neuen Neulinge im Skisport bietet Avoriaz selbst mit den Dorfliften und dem Sektor Super-Morzine perfekte Bedingungen und zum Teil recht lange, breite Abfahrten.
Ich komme auf jeden Fall wieder.
Gefallen:
- Genusspisten
- viele einfachere Abfahrten
- keine Wartezeiten (bis auf eine Ausnahme)
- auf französischer Seite viele kleinere Skihütten und sonstige Gastronomie
- Panorama
- Preis-Leistungs-Verhältnis (habe 58,50 CHF für den Gesamtgebietespass bezahlt)
-ÖV-Anbindung schweizer Seite
Nicht gefallen:
- Pisten/Ski-Fahrwege Verbindung Les Crosets-Champoussin
- nicht kuppelbare schweizer Anlagen
- teilweise sehr unübersichtlich, Beschilderung könnte eindeutiger sein