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https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=53&t=67617Anreise (wieder) mit dem ÖV, hieß Auto bis zum P+R Sisach und dann 5:40 mit dem IC los. Zeit für ein "Znüni" um "Sechsi"
Nach dem Umsteigen in Bern ging dann irgendwo hinter Fribourg die Sonne langsam auf und die Alpen zeigten sich erstmalig schüchtern:
Nach weiterem Umstieg in Lausanne erreichte ich kurz vor halb 9 Aigle, wo ich dann fürs letzte Stück in die Berge die AOMC nahm.
Eigentlich war der Plan, nach ein paar Stationen auf den Bus direkt nach Morgins umzusteigen. Leider widersprachen sich da die Angaben in Google maps ein bisschen mit denen der Fahrplanauskunft, so dass ich das dann verworfen habe, um nicht eine Stunde herumzusitzen, falls es nicht klappt. Der Mist war, dass ich in "Collombey-Village" aus- und in "Collombey Centre" in den Bus einsteigen sollte. Beim Abchecken des Weges in Maps zeigte sich aber der Bahnhof nicht, sondern nur eine manuell hinzugefügte Station "Collombay-Muraz" und der SBB-Bahnhof Collombey. Nunja, ich ging auf Nummer sicher. Vermutlich hätte es nach der SBB-App-Auskunft tatsächlich funktioniert. Nun habe ich mal den Bahnhof bei Maps umbenannt, er hieß tatsächlich mal "Collombey-Muraz" und hat nun einen neuen Namen, am Bahnhof selbst steht aber der alte angeschrieben....
Da ich keine Lust hatte, mich von Champéry über die blöde Verbindung nach Morgins durchzuarbeiten, nahm ich dann den Bus nach Champoussin ab Val-d'Illiez. Dieser brachte mich dann in gut 20 min direkt an die Talstation des steilen Tellerliftes "Champeys" von Champoussin. Paradoxerweise heißt die Bushaltestelle "Champoussin télésiège", also "Sessellift", obwohl hier nur ein Schlepplift, ein Parkplatz, ein Kassenhäuschen und sonst nichts ist. Was soll's. Dummerweise hatte ich naiv auf den Kauf als Snow'n'Rail-Skipass vorab verzichtet. Der hätte 58,50 plus obligatorischen 4 CHF für die Chipkarte gekostet. Ich wollte das aber nicht, da ich schon eine Chipkarte hatte. Der Kauf über die Website der PdS hat vom Handy aus nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte und somit dachte ich, dass es ja an der Kasse nicht so viel teurer wäre. Nunja. 71 CHF... . Ökologisch zwar Schwachsinn, aber die SBB-Variante wäre am Günstigsten gewesen - trotz Neukauf der Chipkarte.
Aber nun hieß es: Hinauf ins Skigebiet. Ohne jegliche Wartezeit ging es mit dem durchaus anspruchsvollen WSO-Tellerlift hinauf. Oben angekommen dann erst einmal durchatmen und die Dents-du-midi bestaunen, der Lift im Bild ist der SL "Champeys" mit dem ich gerade fuhr.
Ein paar Meter weiter unten war ich schon an der 4SB "Aiguille des Champeys", natürlich nicht kuppelbar:
Hier ließ ich den Schwall einer Skigruppe kurz durchziehen und konnte dann tatsächlich allein hinauffahren. Oben angekommen - kein Foto gemacht - wählte ich die durchaus nette Abfahrt hinüber zum SL "Derrière Pertuis", welcher die Verbindung zum Gebiet Morgins herstellt. Bislang war ich fast allein auf den Pisten, obwohl es schon nach 10 Uhr war. Auch am Schlepplift tatsächlich null Wartezeit:
Der Schlepplift selbst erwies sich im oberen Teil als durchaus anspruchsvoll steil und ich war dann froh, endlich aussteigen zu dürfen. Nun folgte eine der bestens Abfahrten des Tages: hinab zur Sesselbahn "Chaux". Durch ein kleines Hochtal führte die Piste mit wenig Andrang und gutem Schnee hinab. Blau und rot scheinen hier von Gefälle oder Breite keinerlei Unterschied zu machen. Immerhin ist dies offenbar auch sowas wie der Haupthang von Morgins, welcher von der 6KSB "Bochasses" bedient wird. Ich aber nehme die besagte, lahme 4SB "Chaux", oben angekommen:
Nach guten 300 m über die Anfängerhänge auf dem Plateau oberhalb Morgins' erreichte ich den Einstieg zur Talabfahrt.
Blick zurück übers Anfängergelände zur Bergstation der 4SB "Chaux" (etwa in Bildmitte):
Lugt da der Mont Blanc hervor?:
Auf der mehr oder weniger roten Talabfahrt nach Morgins - oben echt eine spaßige, schöne Piste, weiter unten dann Waldweg, im Bild zu sehen das Ziel des Skiausflugs - die 3KSB "Foilleuse":
Nochmal die selbe Abfahrt, Nordhang - beste Schneequalität!:
Und rechts noch der alte Schlepplift, welche den interessanten, oberen Teil der Talabfahrt erschloss - nun ohne Seile und ohne Teller in der Station - sprich: stillgelegt. Er sah dann aber beim Hochfahren mit dem Sessel teilweise auch extrem steil aus, weiß nicht, ob der so ein Fahrgenuss war...:
Da ist die 3KSB "Foilleuse" nochmal von unten:
Nun also nochmal hinauf mit der Schönheit, ohne Wartezeit auf den Lattensitzen Platz nehmen und nach oben schweben. Leider erwies sich die Bahn trotz ihrer "Antiquität" als derart komfortabel, dass sie gar nicht so schon ruckelig-rustikal rüberkam wie die kuppelbaren Doppelmayr-3-er-Sessel, welche ich in Wagrain (alte "Höhe-Bahn 2"), dem Katschberg ("Aineckbahn") oder aus dem Ahrntal (alte "Speikboden 2"-Bahn) kenne. Schade. Da reicht dann doch eine Fahrt - ich Kulturbanause
Der weitere Plan des Tages sah das Nutzen der Verbindung nach Chatel mit Abstecher nach Torgon (und weiter via Avoriaz zurück) vor. Also in Morgins mit dem Shuttlebus auf die andere Talseite. Komischerweise fährt der Shuttlebus nicht direkt bei der 3er-Sesselbahn ab, sondern erfordert die Querung des zentralen Platzes davor. Der Bus stand schon da, jemand anders hielt ihn auf, so konnte ich noch mit hinein und er fuhr auch sofort los.
Bei der 4SB "Corbeau" auf der anderen Talseite war es auch nicht besser - die Station liegt etwas oberhalb. So muss man -wenn auch nicht weit- da hinauflaufen, wo die Skifahrer der Gegenrichtung vom Sessellift zum Bus hinunterfahren - über eine vereist-harte Schneefläche. Geht hier aber wohl echt nicht anders.
Talstation jener Sesselbahn mit den laufenden Businsassen, an der Stelle hatte man den größten Teil des Wegs geschafft. Rechts die Talabfahrt
Die Fahrt mit diesem quälend langsamen Sessellift zog sich etwas hin, aber das Wetter war ja schön...ich erinnerte mich an die noch in den 90ern ganz normalen, und für mich als Riesengebirge-zu-sozialistischen-Zeiten-gewohnter Mensch damals als Luxus empfundene fixgeklemmten, elendig langen Doppelmayr-2er-Sessel in Österreich oder Südtirol (z.B. Vals-Jochtal). Heute regt mich die Geschwindigkeit auf - wo ist meine Ruhe geblieben?
Oben angekommen stellte sich die im Pistenplan recht unklare Situation ganz klar dar: man muss entlang des KSSL "Ecottis" hinabfahren und dann mit dem anschließenden KSSL "Culet II" (nicht "Culotte"
Nicht lustig der Zustand der Abfahrt am KSSL "Ecottis", offpiste ging besser:
...am KSSL "Culet II" (rechts im Bild) war's auch nicht besser (die Verbindung in der Gegenrichtung war irgendwie durch den Wald umgeleitet):
Kurioserweise fuhren doch recht viele Skifahrer über die rote Abfahrt am Culet-Lift, also da wo fast kein Schnee war. Ich fragte mich, ob die vielleicht "aus Versehen" offen war. Die Leute haben aber offenbar nur das "gesperrt" ignoriert und genossen nun die Fahrt übers Gras von Schneefleck zu Schneefleck
Weiter oben dann sah die Verbindung nach Chatel erheblich besser aus, im Nachhinein hätte ich ein paar Wiederholungsfahrten an den KKSL "Chalet Neuf I+II" (rechts im Bild) machen sollen, hier oben war's perfekt:
Da es Richtung Torgon aber sehr "sandig" aussah, ließ ich den Sektor aus und ging direkt rüber nach Super-Chatel. Und da waren sie auf einmal, die Massen! Überall Schlangen an den Liften, wenn auch bei Weitem nicht so viele Leute wie ich es aus Österreich oder Südtirol in den Ferien kenne. Wäre ich mal in Morgins geblieben... . Immerhin, an sich sah das Gelände hier einladend aus - wenn auch sehr KSSL-lastig. Aber das kann man ja auch mögen. Ich wollte indes rüber zum Sektor Linga. Also musste ich die Verbindungsbahnen "Portes-du-soleil" und "Gabelou" nehmen. Auch hier im Nachhinein: es wäre besser gewesen, nach Chatel direkt abzufahren und sich per Skibus durchzuschlagen (ich nehme mal an, das wäre gegangen).
Wartezeiten gabs schon mal an der 6KSB "Portes-du-soleil", wenn auch nur um die 5 min. Nach der Tal-Berg-Tal-Fahrt mit atemberaubender Tiefsicht nach Chatel (ich saß ganz rechts... ) hieß es aussteigen an der Passtrasse nach Morgins:
...und rüber zur 4KSB "Gabelou". Und das war jetzt wirklich blöd. Wegen des Erdrutsches und dadurch fehlender Stütze an dieser Bahn fuhr diese mit gefühlt 20 Prozent der normalen Sesselanzahl. Die übrigen Sessel wie auch die gefallene Stütze lagen in Stationsnähe im Dreck. So ergaben sich erhebliche Wartezeiten. Immerhin verteilte man gratis Kaffee. Blöd allerdings, dass man zur Station aufsteigen musste, somit rutschte man in der Schlange stehend immer mal wieder zurück und das dann noch mit Kaffeebecher???
Ich verlor hier indes gut 30 min. Es ging einfach nicht vorwärts. Die Bahn hielt ständig an. Vermutlich weil sie mit Höchstgeschwindigkeit lief und beim Aussteigen ständig jemand stürzte. In der Tat hatte man, nachdem der Sessel gebremst war und man die Ausstiegsposition erreicht hatte, nur (gezählte) 2 Sekunden Zeit, bis der Sessel schon wieder um die Kurve fuhr. Ein alternativ angebotener Shuttlebus war nicht nutzbar, da überfüllt (es wurden hier die kleinsten vefügbaren Busse eingesetzt...).
Nach der sehr rasanten Fahrt mit der 4KSB "Gabelou" erreichte ich den Linga-Sektor mit netter, kurzer Fahrt zur Stehgondelbahn "Linga". Dort gab es nun wieder null Wartezeiten und sogar eine Gondel für mich allein.
Talbereich in Chatel-Linga, links unten KSSL "Stade", außer Betrieb:
Rückschuss zur Talstation:
Insgesamt scheint mir der Sektor Linga etwas anspruchsvoller zu sein, ob rot oder blau macht weitestgehend kaum einen Unterschied, für Anfänger ist es hier eher nix.
Im Anschluss fuhr ich zur 6KSB "Echo Alpin" hinab und mit dieser hinauf aufs Joch, von wo man weiter Richtung Avoriaz kommt:
Der hiesige Sektor "Plaine Drainse" ist ein perfektes Skigelände. Zwar bestand auch hier der Unterschied zwischen "blau" und "rot" fast nur darin, dass die blauen Pisten die größeren Haufen hatten, aber die Abfahrten an sich sind sehr schön trassiert und angenehm lang, die Bahnen schnell, die Leute verteilen sich ganz gut. Wartezeiten gleich null. Hinzu kommen diverse Skihütten und ein geniales Panorama. Zeit für 'ne Wiederholungsfahrt. Und für eine Mittagspause im SB-Restaurant "Restaurant d'Altitude Le Passe-Montagne". Trotz SB erstaunlich gutes Essen (es sah alles gut aus!) und noch bezahlbare Preise. Dieser Burger mit Pommes kam 14 EUR (das Bier dazu allerdings 7,10 EUR...):
Das Panorama... <3 (links die 6KSB "La Chaux des roses"):
Dann ging's rüber Richtung Avoriaz. Nun waren die Pisten wirklich langsam unschön. Bis hier zur 6KSB "Rochassons" ging es ja noch:
Aber dann ab dem Grat rüber nach Lindarets waren es nur noch Haufen über Haufen - ebenso um Lindarets herum aus Richtung Avoriaz. Eine einzige Qual. Deshalb machte ich das einzig Richtige - Kaffeepause in einem der Lokale im Bereich "Brochaux", wo die 4KSB "Mossettes" zum Grenz-Gipfelgrat losgeht oder alternativ die 6KSB "Brochaux" nach Avoriaz. Wer meine Knie findet, darf sie behalten
Weiter fuhr ich mit der 4KSB hinauf und dann die quälend-haufige-überbevölkerte Abfahrt nach Les Crosets, dort dann noch eine Runde am Übungsschlepper "Hameau" und dann mit der sehr stark nachgefragten 8KSB "Crosets" hinauf. In der Annahme, der Zug ab Champéry führe immer kurz nach halb ab, fuhr ich ab zur 6KSB "Gran Paradis" und mit dieser hinab nach Champéry, wo der Skibus mich zum Bahnhof brachte. Der Zug war allerdings gerade weg (er fährt zur vollen Stunde...) und ich hatte gute 45 min Zeit. Gut, dass es eine Coop-Filiale am Bahnhof (täglich geöffnet!) gibt. So konnte ich etwas Proviant für die Rückfahrt kaufen. um 16:56 Uhr ging es dann los und um 20:59 Uhr erreichte ich püntklich wieder Sissach.
Fazit: viel zu viel los. Ich weiß schon, warum ich normalerweise nicht im Februar Skifahren gehe... . Am besten war's heute in Morgins, da hätte ich bleiben sollen. Immerhin ga es nirgendwo (außer am "Gabelou") wirkliche Wartezeiten an den Liften. Dafür war das Wetter perfekt - vielleicht ein bisschen warm. Gern komme ich bei mehr Schnee und weniger Leuten wieder her - oder eben in einer Woche mit meinem Sohn