Also für mich die Chance zu beweisen, dass sich sogar am Stubai ein Permium Tag im Schnee erzeugen lässt. Dochdoch.
War der Wetterausblick gestern noch eher durchwachsen, so frohlockt tatsächlich Sonne pur. 9 Uhr.
Vom Eisgrat der keiner mehr ist, geht es erst mal gelb entlang der Piste hinab, und mit dem Sessel weiter hinauf zum Eisjoch. Jetzt geht es um Pulverstrategie: Wo zuerst hin? Was für später aufheben? Stubai ist kein Poneyhof!
Hier gleich eintauchen. Weisse Leinen hinab zur DSB Wildsiptz. 9 Uhr 12.
Rückblick aus dem Sessel. Wie das hier wohl in wenigen Jahren aussehen wird? Ja, gelb wieder die eigene Spur. Sorry für so viel Ego. Aber, nach einem agilen Pulvertag brauche ich einfach Puvler-Review und Retrospective. 9Uhr15.
Seitenblick 9Uhr16. An und für sich tolle Hänge an der DSB Wildspitz. Falls man diese zufällig steinfrei schaffen sollte..
Auf in die Sahnewelt, gleich nach dem Ausstieg aus der DSB, Hm, 3 Spuren sind bereits drin. Noch dazu Snöber. 9Uhr18.
Sowas fühlt sich gut an: Der Rückblick, nach der folgenden Rotadl Auffahrt 9:36. Eine halbe Stunde im Skigebiet. Sorry nochmal für das egozentrische gelb markieren. Denkt euch einfach, es sei Pipi.
9Uhr45 Nochmal Rotadl Sahne.
Wieder Eisjoch KSB und unterhalb der Schaufelspitze entlang. 9Uhr56. Gleich möglichst ohne Reibung generierende Umwege gerade runter zur Mittelstation 3S.
Ein bisschen rauf und runter da und dort, und schon ist es 10Uhr44. Stubai ist weitgehend zerbombt.
Es bleibt nur die Flucht. DSB Fernau, und die ersten Hoehenmeter "Out-Of-Bounds" hinab bis etwa 2850m.ü.M, unterhalb Gaiskarrestferner. Zack und Klack, Felle dran. Im Bild voraus, dort geht es gleich hinauf.
11Uhr17 Es geht Aufwärts, schnell ist jedoch nur die Zeit. Am Pfaffenferner. Die Sonne brennt mir den Sommer vorweg von hinten in die dunkle Kleidung. Oh, habe nichts zum Essen dabei, nichts für den Zucker zwischendurch, nichts. Oben links der Pfaffenjoch, 3208m.
Am weiten Gletscherplateau, Pfaffenjoch geschafft. Hier geht es erst mal eine gute Weile entlang. Diese großen wenig steilen Gletscherflächen sind etwas sehr Besonderes, der Flow nimmt mich in seinen Besitz. 11Uhr51.
Länger lässt sich die Entscheidung nicht aufschieben: Wo soll es eigentlich hingegen? Mit immer der Nase nach ist jetzt mal Schluss: Links auf den Wilden Pfaff 3456m (recht weit weg das Ding), oder von hinten auf das Zuckerhütl 3508m? Es ist 11Uhr51. Die beiden angeseilten Typen werden später die Eiswand oberhalb erkraxeln
Coch-potato-Modus siegt mal wieder: Ich wähle weder noch, sondern stapfe auf den Douchebag-mugel Pfaffenkogel: 150 Meter niedriger als das Zuckerhüttel. Um 12:20 stehe ich da, schnaufend und hungrig. Links vom Kreuz ist die Schüssel mit dem Gaiskarferner drin und der SL erkennbar.
Blick in östliche Richtung: Aufstiegsspur. Eine fremde Abfahrtsspur ist schon reingeschnitzt. Der nicht unspaltenreiche Sulzenauferner und weiter unten das Stubaital. Im Abschluss ganz hinten müsste Patsch sein, in den Wolken der Patscherkofel.
Es gibt eine geniale Abfahrt über den Sulzenauferner, dank welcher wieder die Dresdner Hütte erreicht wird über eine etwas steile Rinne. Nichts zum alleine machen, wg. den Spalten im Gletscher.
Ja mei. Das sind die Bilder, um zu Hause gebliebene Mitmenschen und AF-Leser instantmäßig zu traumatisieren (Arlbergfan beherrscht das par Excellence .-) ). Freude teilen, idealerweise an Kollegen im Büro schicken. 12Uhr35. Oben etwa mittig der Pfaffenkogel-Gipfel von vor ein paar Minuten.
Rückblick. Da verbringe ich Minuten mit Schauen und vor allem Schnaufen: Denn nach den etwa 500 Höhenmeter "Hintenrum-Abfahrt" vom (im Bild abgeschnittenen) Pfaffenkogel heißt es wieder Auffellen, und in der Mittagshitze von 13Uhr16 in einem Brennkessel wieder zum SL Gaiskarferner aufsteigen. Nur knapp 200Hm. Schnecken wären schneller gewesen. Aber, ich mag das und brauche das: Dieses Alternieren aus überschwänglichen Genuss der leichtgängigen Pulverabfahrt ,und der doch zehrenden Aufsteigerei. Im Frühjahr, bei der hohen Sonne, dem gleißenden Licht, ist das für mich immer etwas sehr Besonderes. Ich mag mich auf die "dünne Luft" rausreden, oder auf die Hitze, auf den hier klebenden Schnee, oder dass ich seit dem Frühstück gegen 8Uhr nichts mehr gegessen habe. Alles egal, es gibt keine Last.
DSB Wildspitze. Jetzt nur schnell ins SB-Resto, zum Essen! 13Uhr51
Pasta. Was sonst. Parzialmente mangibile, aber der Hunger isst alles. 14:26. Dann eine Art Capucino, dann noch so einer, zusammen mit einer Tafel Milka Schokolade. Durch die Gegend schauen, kurz mal Whatsappen und ins Internet schauen. Zeit vrergehen lassen.
Und schon ist Betriebsschluss, 16Uhr05. Eisjochsessel werden eingeholt.
Wilde Grube als auch die Talabfahrt sind geschlossen. An und für sich kein Hindernisgrund, wären die Strassen nicht groß freigebaggert worden für den Speicher"teich" Werksverkehr. Das zwang zu etwas garstigen Gemüsefahrten, wie hier. Von MitkämpferInnen quasi abgekratztes Eis, nix mehr mit Pulver hier. 16Uhr27.
So sieht es im halben Skigebiet aus, d.h. unterhalb Gamsgarten: Baustelle. Muss ja mal gezeigt werden. Ziehweg zum unteren Parkplatz, der nicht mehr zieht. 16Uhr26.
A weng chillen noch unter Parkplatzsonne. 16Uhr58. Der Wohlfühmoment, der sich nach den Strapatzen einstellt, sobald Füsse und Schädel von dem viel zu schweren klumpigen Geraffel befreit sind. Musik.
Der Track in einer alten Kompasskarte, mit uralt-Gletscherständen, und der ehemaligen Trasse der DSB-Wildspitz.
Das war der Tag.
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