Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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Skipapi
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Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Beitrag von Skipapi »

https://www.srf.ch/play/tv/dok/video/to ... a7f25f807b
Interessante, spannende Dokumentation. Als Laie (Wanderer und Pistenfahrer, kein Alpinist, kein Tourengänger) denke ich:
Kombination aus risikoreichen Entscheidungen (Losgehen statt in Hütte bleiben, Trotz aufziehendem Sturm Aufstieg über Serpentinen (heisst es so?) statt Abbruch und Abfahrt)), Pech (früher aufziehender Sturm), technische Probleme und/oder menschliches Versagen (GPS und Satellitentelefon funktionieren nicht (Fehlbedienung? Kälte?)), Charaktereigenschaften des (qualifizierten) Bergführeres ("einsamer Wolf" braucht keine Hilfe) haben zum Drama geführt. Was meinen die Alpinisten?
Zuletzt geändert von TPD am 28.04.2023 - 13:40, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel korrigiert

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ski-chrigel
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Houte Route 2018

Beitrag von ski-chrigel »

Ich würde mich als Gletscherflieger und gelegentlicher Tourengeher nicht als Alpinist bezeichnen, aber der gute Mario seelig hat mE da schon sehr viele Fehler begangen.
Absolut sehenswert und fesselnd!

Auf dem Glacier de Breney, wo sie sich erstmals verirrten, bin ich auch schon gelandet. Kann man sich bei gutem Wetter gar nicht vorstellen.
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Theo
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Houte Route 2018

Beitrag von Theo »

Für die ausserhalb der Schweiz wo den SRF Link evt. nicht öffnen können.
https://www.youtube.com/watch?v=zBbtfX16UFE&t=5s Edit: Link korrigiert
Alternativ auch noch bei Sevus TV on am 1.5. um 20.15
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TPD
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Houte Route 2018

Beitrag von TPD »

War in der Tat spannend.
Habe da Gestern auch zufällig reingezappt und bin dann bis zum Schluss hängen geblieben.
Trotz aufziehendem Sturm Aufstieg über Serpentinen (heisst es so?) statt Abbruch
Nein, das Gebiet heisst "La Serpentine".
Gibt sowohl einen Gletscher, Pass und Gipfel, der so heisst.
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seku
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Houte Route 2018

Beitrag von seku »

Seltsam, dass die da oben stundenlang auf dem Plateau herumirren, das muss doch selbst mit einem handelsüblichen Handy mit Offline-Karten besser gehen.

Schaut man da nicht auch als Teilnehmer einfach mal aufs Handy?

Blindes Vertrauen in den Bergführer? Und der Sportsfreund hat keine Technik dabei, um im Nebel nicht direkt orientierungslos zu sein?
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ski-chrigel
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Beitrag von ski-chrigel »

Zumindest so, wie es in der Doku wiedergegeben wuede, scheint da tatsächlich viel Stolz und blindes Vertrauen dabei gewesen zu sein. Der US-Bergführer Steve hatte gezeigt, wie man dies besser macht.
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Highlander
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Beitrag von Highlander »

wenn man dieses anklickt bleibt man bis zum Schluss dran...
das ist eine absolut tolle Aufarbeitung dieses eigentlich unvorstellbaren Dramas...

und es wird einem deutlich eines vor Augen geführt...

der Unterschied zwischen einem verantwortungsvollem Bergführer,
und einem eher verantwortungslosem Bergführer, der sich allein auf seine Erfahrung und Ortskenntnis verlassen hat...

Ich denke jeder Skifahrer hat dieses schon einmal erlebt,
im dichtesten Nebel sind Flachstücke am schlimmsten, da man dort dann gar nicht mehr merkt, ob es nach oben oder nach unten geht...
und so sind diese dort auch stundenlang im Kreis gelaufen..
wo ich schon skifahren war:
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TPD
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Beitrag von TPD »

Schlussendlich ist es halt auch wieder der Klassiker. Viele kleine Fehler, die sich dann kumulieren und zur Katastrophen führen.

Besonders bedenklich sind in den Berghütten die vielen No-Shows, so dass die Hüttenwarte keinen Überblick mehr haben ob die Bergsteiger storniert haben oder eben unterwegs verloren gegangen sind...

Und selbst wenn es der US-Bergführer Steve und die anderen Gruppen "besser" gemacht haben, ist es für mich fraglich ob man bei einer solchen Wetterprognose nicht ein gewaltiges Risiko eingeht, wenn man dann trotzdem auf die Tour geht.
Und anscheinend wurden ja alle überrascht, da der Sturm schon viel früher tobte als angekündigt.
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Beitrag von Nico05 »

Skipapi hat geschrieben: 28.04.2023 - 07:59 Aufstieg über Serpentinen (heisst es so?)
Ja es heisst "die Serpentine". Es ist ein Ort zwischen dem Val des Dix und dem Vallon d'Arolla.

Reaktion unseres berühmten Bergführers Dédé Anzévui in der Zeitung WatonNews über den SRF-Bericht und das Drama:
https://www.watson.ch/fr/sport/valais/3 ... e-d-arolla
www.skiliftplanet.wixsite.com/remonteesmecaniques

Ich spreche Französisch. Ich verwende einen Übersetzer (Deepl). Bitte entschuldigt ihr eventuelle Rechtschreib- oder Syntaxfehler.
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Kris
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Beitrag von Kris »

Sehr valide Fragestellung im von Nico05 verlinkten Artikel:

Les Américains savaient que deux cordées (celle de Mario Castiglioni et celle des quatre Français) étaient derrière eux. Steve House explique en effet que «dans la montée vers le Pigne d'Arolla, il y avait deux autres groupes. En l'espace de quinze minutes, on est tous arrivés au pied de la Serpentine.» Pourquoi dès lors n'a-t-il pas prévenu les secours en ne voyant personne arriver à la cabane? Surtout que les Français avaient réservé leur place dans le refuge et n'avaient pas appelé pour décommander. Leur vie était peut-être en danger.

Als der Ami Steve House mit seiner Gruppe die Vignettes-Hütte erreichte, verlor House offenbar keine Gedanken über die anderen zwei Gruppen (die Castiglioni Gruppe, sowie die 4 Frazosen). Die drei Gruppen sahen sich alle am großen Eisplateau der "Serpentine", als der Sturm bereits voll reinzog. Die Franzosen hatten zudem in der Vignettes Hütte reserviert.

Dennoch hat House kein Alarm geschlagen, oder dem Hüttenwirt die Situation mit den zwei anderen Gruppen geschildert, damit der Hüttenwirt hier richtig handeln hätte können (Wobei, vorsicht, Einheimsiche werden stets protegiert in solchen Fällen. Ob der Hüttenwirt etwas von House erfuhr oder nicht, weiß wohl nur er selbst....).

Der Ami zeigte sich im Dokumentarfilm für mich als starker selbstsicherer Bergführer, der aber letztendlich genau so fahrlässig in den Sturm aufbrach, wie die zwei anderen Gruppen...
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Beitrag von gerrit »

House hatte allerdings lt. den Aussagen im Film einen von ihm selbst am Tag vor dem Sturm erstellten GPS-Track bis zur Pigne d´Arolla und einen Track eines Kollegens von dort bis zur Cabane des Vignettes, ob allerdings auf einem sturmtauglichen professionellen Navigationsgerät (wie das von dem italienischen Architekten) kommt aus der Dokumentation nicht heraus. Auch hatte er offenbar mit seinen Klienten die Wahlmöglichkeiten besprochen und sie wollten die Passage trotz des Sturmes machen. Wobei es ja offenbar auch bei dem Gerät des Architekten zu einem GPS-Ausfall für mehr als eine Stunde kam, die Gruppe war ja schon mit dem Gerät auf dem richtigen Weg zur Pigne, hat sich dann aber nocheinmal gehörig verfranzt. Ob und was House und der Hüttenwirt hätten wirklich machen sollen in dieser Situtation möchte ich mir keinesfalls anmaßen zu bestimmen. Tatsache ist zwar, dass House wusste, dass noch 2 Gruppen das Steilstück zur Serpentine überwunden hatten, die Aussage in der Dokumentation, dass man von dort nicht doch noch umkehren und nach Arolla abfahren hätte können, ist insoferne zweifelhaft, als ja House selbst am Tag davor - zwar bei gutem Wetter, aber alleine - den Rückweg von der Pigne d´Arolla zur Cabane des Dix bewältigt hat. Und ein Ausrücken aus der Cabane des Vignettes auf Verdacht ohne jede Kenntnis über den Aufenthaltsort der Gruppen wäre bei dem Sturm und der Sicht meines Erachtens höchst unvernünftig gewesen. Nur aus der Tatsache, dass die Verirrten nur knapp 600m von der Hütte entfernt waren und, da die Route zurück ja an den Steinmännern vorbei führt, von ausrückenden Suchenden sicher gefunden worden wären, kann man ex post nicht fordern, dass man hätte suchen gehen müssen. Hätten sich die Verirrten an irgendeiner anderen Stelle der Hochfläche zwischen dem Col de la Serpentine und der Pigne d´Arolla befunden, so hätte man sie wohl nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit "zufällig" gefunden. Ich gehe aber davon aus, dass House und der Hüttenwirt sicher ausgerückt wären, hätte es einen Notruf über das Satellitentelefon oder z.B. ein Garmin-Gerät der neuesten Generation gegeben, mit dem man - Abo vorausgesetzt - direkt Notrufe absetzen kann und dann natürlich auch gleich die Position übermittelt wird.
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Beitrag von srj »

Ich habe vor ein paar Jahren diese Geschichte gelesen, und schon damals fand ich das alles sehr beeindruckend. Ich habe auch schon mal ein Whiteout erlebt, allerdings bei fast keinem Wind und nur um die -5°C.
Das hat mich damals schwer beeindruckt - dass man wirklich überhaupt nicht mehr erkennen kann, wo oben und unten ist, glaubt man erst, wenn man es erlebt hat.
Ich denke, dass der am schwerwiegendste Fehler wirklich der der mangelnden Kommunikation war. Der Bergführer hatte eine viel zu große Gruppe und wusste das. Anstatt sich aber die Stärken der Gruppenteilnehmer zunutze zu machen, wollte er es offensichtlich alleine stemmen.
Und deswegen kommen dann die Fehler 2 und 3 in der Reihe, nämlich einfach losgehen und dann oben das GPS nicht nutzen.
Vermutlich hätte ein frühzeitigerer Einsatz des GPS die Gruppe gerettet, weil einfach weniger Kräfte für das Erreichen der Passhöhe verschlissen worden wären.
Tatsächlich fragt man sich auch, warum in aller Welt der Ami nicht früher Alarm geschlagen hat - die Aussage, er hätte nicht gewusst, dass da noch Menschen draußen sind, kann man angesichts der Aufnahmen der anderen Gruppen bei den Pausen seiner Gruppe nur schwer glauben.
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Re: Dok Rekonstruktion Drama Haute Route 2018

Beitrag von don pipone »

Letztlich hätte es ja schon lebensrettend sein können, sich noch die letzten 50m in einen Windschatten zu retten, statt direkt an der Stelle mit den größten Windgeschwindigkeiten zu biwakieren. Siehe die 4 Franzosen.

Wirklich eine dramatische Geschichte mit einer unglaublichen Häufung von Fehlentscheidungen und Pech.

Mag man sich gar nicht vorstellen. Wir (6 Leute) waren bei unserem liftunterstütztem Skitour-Japantrip auch an einem Tag im absoluten whiteout unterwegs. Mit einem Südtiroler und einem japanischen Bergführer. Ich hatte immer das Gefühl, die wissen, was sie tun. Aber die "Abfahrt" (bzw. war es eher ein runterschieben, weil sie natürlich die steileren Sachen umfahren haben) bei mind. 50cm pow, -15 Grad und Sturm im totalen white out war bis zum Erreichen der Baumgrenze schon auch wild....

Wobei das ganze natürlich sehr Skigebietsnah war und man im Zweifel wohl auch Rettung hätte anfordern können.

Am nächsten Tag gaben wir das ganze dann bei bluebird gemacht. Eine andere Welt.... Und eine meiner besten Tiefschneeabfahrten.
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