Gleitschirmflieger verfängt sich in Stahlseil - und baumelt stundenlang 80 Meter über dem Abgrund

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barmuc73
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Gleitschirmflieger verfängt sich in Stahlseil - und baumelt stundenlang 80 Meter über dem Abgrund

Beitrag von barmuc73 »

Also Sachen gibt's. Ob das wirklich die Haftpflichtversicherung klaglos übernimmt? Hier dürfte mindestens Fahrlässigkeit im Spiel gewesen sein, wenn nicht gar grobe Fahrlässigkeit.

https://www.merkur.de/bayern/gleitschir ... 56740.html
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MrGaunt
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Re: Gleitschirmflieger verfängt sich in Stahlseil - und baumelt stundenlang 80 Meter über dem Abgrund

Beitrag von MrGaunt »

Mich wundert ein wenig die Länge der Aktion. Es ist von "am Nachmittag" die Rede, nehmen wir also mal 17:00 Uhr an. Den baumelnden Flieger konnten sie erst um 01:45 retten, also fast 9 Stunden oder mehr später. Es musste laut Artikel ein spezielles Seilfahrgerät organisiert werden. Sollte so etwas nicht an der Bahn oder bei der Bergwacht verfügbar sein bzw. zumindest ein schneller Zugriff darauf möglich?
Die Rettungsgondel konnte nicht eingesetzt werden aufgrund des Gleitschirmfliegers am Seil. Bin da nicht kompetent, ich dachte die wären unabhängig einsetzbar?
Kommt mir als Laie etwas komisch vor und die Länge der ganzen Aktion ist erschreckend. Im Hightech-Zeitalter und bei gutem Wetter hätte ich da - vielleicht naiv - 2 oder 3 Stunden erwartet und der Kerl wäre runter vom Seil und die Bahn führe weiter. 8O

Haftpflichtversichert sein muß der Gleitschirmflieger. Grobe Fahrlässigkeit wird wohl schwer nachweisbar sein, dazu müsste er wohl fröhlich bewußt in Seilnähe herumgeflogen und dabei beobachtet worden sein um das zu unterstellen.
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ski-chrigel
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Re: Gleitschirmflieger verfängt sich in Stahlseil - und baumelt stundenlang 80 Meter über dem Abgrund

Beitrag von ski-chrigel »

barmuc73 hat geschrieben: 05.05.2023 - 22:56 Also Sachen gibt's.
Dass Gleitschirmpiloten in Seilen hängen bleiben, kommt leider recht oft vor. Hier natürlich blöd, dass eine Luftseilbahn mit vielen Fahrgästen betroffen war.
Ob das wirklich die Haftpflichtversicherung klaglos übernimmt? Hier dürfte mindestens Fahrlässigkeit im Spiel gewesen sein, wenn nicht gar grobe Fahrlässigkeit.
Wieso solllte die Versicherung das nicht übernehmen? Genau dafür schliesst man so eine Versicherung ja ab. Wieso sollte das grobe Fahrlässigkeit sein? Er wird das Seil vermutlich schlicht nicht gesehen haben oder wurde, eher unwahrscheinlicher, infolge Turbulenz ins Seil gedrückt. Oft sind Seile auch schlecht/nicht markiert (je nach Bodenabstand legal). In diesem Falle müssten sie aufgrund des hohen Bodenabstandes hoffentlich markiert sein. Und die Hindernisdatenbanken, die zur Verfügung stehen und von ambitionierteren Piloten mit einem entsprechenden Navigationsgerät/Variometer genutzt werden, sind oft unvollständig oder ungenau.
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Re: Gleitschirmflieger verfängt sich in Stahlseil - und baumelt stundenlang 80 Meter über dem Abgrund

Beitrag von Spezialwidde »

MrGaunt hat geschrieben: 06.05.2023 - 01:15 Die Rettungsgondel konnte nicht eingesetzt werden aufgrund des Gleitschirmfliegers am Seil.
Die Rettungsgondel wird von der Bergstation zur Kabine abgelassen. Je nachdem was jetzt hier gemeint ist kann die Gondel die Kabine nicht erreichen um due Fahrgäste rauszuholen weil der Gleitschirmflieger dazwischenhängt oder man erreicht den Flieger nicht weil die Kabine im Weg steht.
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Re: Gleitschirmflieger verfängt sich in Stahlseil - und baumelt stundenlang 80 Meter über dem Abgrund

Beitrag von Theo »

Die Rettungsgondel kann gut auch imTal sein und dann hat sie meist ein endloses Zugseil und wenn die Leinen dann auch da drum gweickelt sind dann bewegt man gar nichts mehr. Genau das ist hier der Fall.
Seilfahrgeräte wo man ohne Bodenmann und Fremdsicherung fahren kann sind eine tolle Sache, man muss aber den korrekten Seildurchmesser einstellen können.
Eine Fremdsicherung vom Boden aus ging wohl wegen der Höhe und dem Gelände nicht und für eine Sicherung von der Stütze aus braucht man dann auch ordentliche Seillängen und spätestens bei der ersten Zwischenaufhängung kommt dann eben noch das Thema übersteigen und nachfahren hinzu.
Was sie da gemacht haben weis ich nicht, Zeitaufwendig ist alles.
Warum man nicht mit dem Heli zur Zwischenaufhängung oberhalb konnte ist nicht erkennbar.
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Spezialwidde
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Re: Gleitschirmflieger verfängt sich in Stahlseil - und baumelt stundenlang 80 Meter über dem Abgrund

Beitrag von Spezialwidde »

Theo hat geschrieben: 06.05.2023 - 18:17 Die Rettungsgondel kann gut auch imTal sein und dann hat sie meist ein endloses Zugseil und wenn die Leinen dann auch da drum gweickelt sind dann bewegt man gar nichts mehr.
Das macht natürlich absolut Sinn, ich kannte dieses System gar nicht.
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Re: Gleitschirmflieger verfängt sich in Stahlseil - und baumelt stundenlang 80 Meter über dem Abgrund

Beitrag von ThomasK »

barmuc73 hat geschrieben: 05.05.2023 - 22:56 Also Sachen gibt's. Ob das wirklich die Haftpflichtversicherung klaglos übernimmt? Hier dürfte mindestens Fahrlässigkeit im Spiel gewesen sein, wenn nicht gar grobe Fahrlässigkeit.

https://www.merkur.de/bayern/gleitschir ... 56740.html
Also die Berichterstattung wird auch immer schlechter.

Die Hochfellnseilbahn kenne ich in- und auswendig. Von München aus ist man Ruck Zuck mit der Eisenbahn in Bergen (Obb) bei der Hochfellnbahn und kann dort schöne Wanderungen machen.

Zitat:

(...)Parallel arbeitende Gruppen von der Bergwacht kletterten entlang der Seile zu den Kabinen und betreuten die Fahrgäste. (...)
Deshalb mussten die Retter von der Bergwacht am Tragseil zu dem Gleitschirmflieger abfahren. „Dabei mussten sie in aufwändiger Sicherungsarbeit eine Strecke von mehreren hundert Metern bewältigen und unterwegs Stützen und Seilreiter überklettern“, so die Bergwacht weiter. Mittlerweile war es dunkel geworden.(...)


Es kann gar nicht sein, dass die Bergretter StützeN überklettern mussten, denn die zweite Sektion hat nur eine einzige Stütze und diese Stütze steht 110 m vor der Bergstation und ist mühelos von der Bergstation aus zu Fuß erreichbar. Maximal eine Stütze haben also die Bergretter überklettert.

Die obere Sektion der Hochfellnbahn ist 1430 m lang, überwindet 570 Höhenmeter (Mittelstation 1079 m, Bergstation 1649 m), wobei die einzige Stütze ca. 110 m vor der Bergstation steht, sodass das untere Seilfeld ca. 1320 m und das obere Seilfeld ca. 110 m lang ist.

Für diejenigen, die die Hochfellnbahn nicht kennen, hier die Situation vor der Bergstation:

https://youtu.be/vL1HqEjRKjc?t=213

Selbst dann, wenn noch Schneereste vorhanden gewesen sein sollten, wäre es absurd, wenn die Bergretter zwischen der Bergstation und der einzigen Stütze 110 m am Seil entlangklettern würden. Mit Steigeisen und Seilsicherung ist es bei weitem einfacher das kurze Stück von der Bergstation zur Stütze 4 (die Stützen 1, 2 und 3 gehören zur ersten Sektion) zu gehen, wenn man um den grünen Buckel außen herum geht.

Ich bin auch schon einmal im Sommer direkt zur Stütze 4 gegangen. Das ist gar kein Problem.

Aber selbst dann, wenn sie in der Bergstation gestartet sein sollten, hätte es heißen müssen: "Die Bergretter mussten eine Stütze und mehrere Seilreiter überqueren."

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Zu klären ist auch genau der Unfallhergang. Einer der beiden Kabinenführer hat die Fahrt gestoppt. Es ist zu klären, ob in diesem Fall die talfährtsfahrende Kabine bereits die Stütze überquert hat, denn sonst hätte man zur schnelleren Evakuierung die Bahn genau dann anhalten können, wenn sich die talwärtsfahrende Kabine genau auf dem Seilschuh der Stütze 4 aufhält.

Da der Unfall etwa eine Stunde vor Betriebsschluss stattfand, fuhren kaum noch Fahrgäste bergauf.

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Unabhängig davon kann ich eine Wanderung von Bergen auf den Hochfelln 1674 m (1100 Höhenmeter ab Bergen) sehr empfehlen. Da mir meistens der Hochfelln alleine zu wenig ist, nehme ich den Hochgern dann im Doppelpack mit, sodass ich dann mit Gegensteigung auf 1800 Höhenmeter bergauf und 1800 Höhenmeter bergab komme.
Von Bergen aus fahren die Züge Richtung München und Richtung Salzburg stündlich. Meistens wird Richtung München zur Minute 50 und Richtung Salzburg zur Minute 08 gefahren. Selbstverständlich ist das Deutschlandticket gültig; der Fernverkehr fährt durch Bergen sowieso ohne Halt durch. Fußweg Bahnhof Bergen - Talstation Hochfellnbahn ca. 35 Minuten. Auf dem Weg vom Bahnhof zur Talstation liegt auch ein Edeka (10 Minuten vor der Talstation an der linken Seite), der recht gut sortiert ist.

http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.ex ... 112022.pdf
http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.ex ... 112022.pdf
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