Für mich - mit meinem Herz für Schlepplifte - ganz besonders spannend: es gibt mit der S-Line eine signifikant neue Generation an Schleppliften von Doppelmayr. Die erste (vollständige) Anlage der S-Line wurde zu meiner Freude in einem nicht alzu fernen Skigebiet errichtet: nämlich auf der Turracher Höhe.
Nachdem skifahrerisch diesen Winter keine Chance mehr auf einen Skitag gegeben war - bzw. wir das zu riskant war, habe ich mich kurz entschlossen den Lift zu Fuß zu besuchen. Selbiges habe ich auch schon vor einigen Wochen mit dem neuen Gipfellift in Turnau gemacht - Bericht folgt, wenn ich die Muße dafür finde. Deshalb übrigen s auch das "vollständig" vor der S-Line Anlage zuvor: der Gipfellift Turnau hat nämlcih zwar eine "alte" Umlenkstation und "schräge Stützen", aber eine S-Line Antriebsstation mit S-Line Steuerschrank!
Aber zurück zum Hirschkogellift, dem ersten echten S-Line Schlepper.
Kurz entschlossen machte ich mich nach einem Blick auf die Wetterprognose auf Bergfex gestern auf den Weg auf die Turrach. Es solten 7 Sonnenstunden werden. Dem war leider nicht so, wie auf den Bildern zu sehen. Wieso wollte ich nicht länger warten? Ganz einfach: ich wollte die Bilder noch in etwas winterlich wirkender Umgebung und vor allem mit hängenden Bügeln... und ich denke, dass war es wert.
Mein Ursprünglicher Plan durch den Schnee zu wandern wurde von mir - zum Glück noch vor abfahrt zuhause etwas in Frage gestellt und so habe ich auch noch schnell meine Tourenski mit ins Auto geladen. Auf Verdacht.
Auf der Turrach angekommen fiel dann ziemnlich schnell meine Entscheidung. Ich probiere es mit den Tourenskiern. Im Nachhinein war es sicher die richtige Entscheidung. Am Schlusshang bei der Kornockbahn, war die Schneeauflage zwar noch recht dünn und wäre auch zufuß gangbar gewesen, im oberen Teil war ich jedoch heil froh über die der Umgebung angepassten Transportmittel. Doch genug der leeren Worte: Kommen wir zu dem Teil, weswegen die meisten diesen Beitrag wohl öffnen werden: den Bildern von der S-Line.
Optisch springt eines gleich ins Auge: die geraden Stützenschäfte. Ansich ja keine Neuheit: in Skandinavien werden Schlepplifte schon lange mit solchen Stützen gebaut und auch hierzulande gibt es ein paar Beispiele. So etwa der Filzenlift oder Funparklift in Hinterglemm. Was aber neu ist: die sehr großzügigen Arbeitspodeste. Die neuen Stützen wirken für mich damit etwas massiver und erinner eher an Stützen von grüßeren Seilbahnsystemen. Für mich doch etwas ungewöhnlich und fremd, aber man gewöhnt sich doch glaube ich recht schnell daran.
Ebenfalls neu: neue Antriebsstation und auch neue Umlenkstationen. Beide Charakteristisch mit nur einem großen schrägen Steher. Ebenfalls neu: deutlich filigranere Umlenkscheiben mit mehr Aussparungen.
Aber jetzt zum Hirschkogellift:
Die Strecke selbst kann man aufgrund der Linienführung gut in zwei Hälften teilen. Eine Obere und einen Untere. Der untere Streckenabschnitt ist dabei ziemlich Steil. Steil genug, dass ich nicht immer in der Schleppspur aufsteigen konnte, sondern auch mal ein paar Spitzkehren einbauen musste... dieser Abschnitt umfasst für mich die Stützen 1,2,3 und 4. Die obere Hälfte ist fast genau das Gegenteil: von Stütze 4 bis 7 ist die Trasse flach und steigt sanft und Gleichmäßig bis zur Bergstation. In diesem Abschnitt könnte der Lift fast als Anfängerlift durchgehen. In diesem Abschnitt findet sich aber auch der Grund für die errichtung des Liftes; nämlich der Funpark. Vor allem rechts der Trasse sind hier mehrere doch ganz eindrückliche Hügel für Kicker angelegt.
Aber genug der Worte - es folgen die Bilder:
Die Talstation - bei diesem Lift, für neue Schlepplifte doch etwas untypisch, die Umlenkstation:
Unterer Streckenabschnitt:
Neue kompakte Umlenkstation:
Rückblick zur Talstation:
Blick zur Stütze 1:
Stützen 1 bis 4:
Der untere Streckenabschnitt ist doch ziemlich steil und kuppiert.
Die Kuppe mit Stütze 3 und 4:
Oberer Streckenteil:
Stütze 4:
Stütze 5:
Stütze 7:
Ausstiegstelle:
Antriebsstation:
Auf das Pistenleitsytsem hat es der neue Lift noch nicht geschafft:
Stütze 5 bis 7:
Nochmal zum unteren Streckenteil:
Stützen 1+2
Detail: Das neues Joch
Man beachte die neuen Podeste:
Stützen 2+3:
Rückblick auf Stütze 1:
Ja, die Leiter ist verbogen
Die Streckenführung unten:
Stützen 5-7:
Stütze 3 Richtung See:
Blick gen Tal:
Pano unterer Abschnitt:
Stützen 4,5,6
Typenschild - die Geschwindigkeit von 2m/s wirkt dann doch etwas mau.
Manche Motive sind zwar zugegeben etwas redundant, aber ich folge hier dem Grundsatz. Mehr Bilder, mehr Infos.
Alles in allem gefällt mir die Anlage ziemlich gut. Die neuen Stützen sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus schick. Ebenso die Stationen. Die wirken für mich tatsächlich optisch etwas weniger inversiv, als die Alten.
Dafür erscheinen mir die Stützen wiederum etwas wuchtiger und stören damit das Landschaftsbild potenziell mehr. Das mag aber auch am leider trüben Wetter und den nicht bewirtschafteten Pistenflächen liegen. Doppelmayr hat es jedenfalls mit der S-Line - gleich wie bei der D-Line - geschafft ein bewährtes System in ein komplett neues Design zu verpacken. Mal schauen, was die Zukunft noch so bringt... vielleicht eine F-Line für fixe Sessellifte
Ich hoffe, dass der Bericht gefällt und einen ersten Eindruck der neuen S-Line gibt. Ich bin gespannt, wie gut sich die S-Line verkaufen wird und wie die "neuen Stützen" in anderen Umgebungen ausschauen werden.
Dieser Bericht ist all jenen gewidmet, die auch schon seit der Bekanntgabe der neuen S-Line auf echte Bilder einer derartigen Anlage warten.