Die meisten Gletscher in Italien haben eines gemein: Sie alle liegen in den Alpen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Der Ghiacciaio del Calderone, zu deutsch Calderone-Gletscher, liegt in den Apenninen. Er ist auch nicht irgendein Gletscher, sondern der südlichste Europas. [EDIT nach j-d-s' Post: Je nach Quelle ist er nur einer der südlichsten Gletscher Europas. Kommt wohl auf die Definition von Gletscher an...] Per Seilbahn ist er nicht zu erreichen, die Seilbahn in Prati di Tivo kann einem aber einige Höhenmeter abnehmen. Also eigentlich. Denn im Vorfeld gab es einige Probleme:
Beim Recherchieren, ob die Bahn geöffnet ist, bin ich über einige Artikel gestoßen, dass die Seilbahn nach 12h Sommersaison beschlagnehmt und der Betrieb eingestellt wurde. Etwas später habe ich dann die Entwarnung gefunden, man hat sich geeinigt, die Bahn ist in Betrieb. Als ich dann die richtige Website gefunden habe, kam schon das nächste Problem, die Seilbahn war wegen des starken Winds geschlossen. Und das einen Tag vor der Wanderung... Ungefähre Daten der Wanderung:
Distanz:10,9 KM
Höhendifferenz: 1240m (bergauf, ab Talstation)
683m(bergab, bis Bergstation)
Zeit: 05:10h (längere Pause an der Hütte rausgestoppt) Bilder:
#1- Der Blick in die Talstation der ehemaligen Einersesselbahn. Ersetzt wurde sie durch die jetzige Kombibahn.
#2- Da die Seilbahn tatsächlich windbedingt geschlossen war, bin ich durch den Wald hochgewandert.
#3- Nachdem man lange durch den Wald gelaufen ist, verlaufen die letzten ca. 150 HM durch baumfreies Gelände.
#4- Schmetterlinge gibt es hier auch.
#5- Blick in Richtung des Gletschers. Selbiger ist jedoch noch nicht zu sehen.
#6- Das Dach ist hier nicht mehr dicht, glaube ich
#7-Die noch immer windbedingt geschlossene EUB.
#8- Wanderweg vs. Corno Grande.
#9-Rückblick auf den Wanderweg, der hier an einem Steilhang verläuft.
#10- Nun geht es durch ein Geröllfeld.
#11- Die Aussich ist auch hier schon schön.
#12- Der Weg führt auch durch einen kleinen Tunnel.
#13- Da es recht heiß war,...
#14- ...ging ich kurz zum Schnee.
#15- Es geht auch über eine Art Klettersteig. Eine gewisse Trittsicherheit ist schon erforderlich .
#16- Leiter im schätzungsweise 50m langen Klettersteig.
#17- Nachdem ich öfter in Richtung Station geguckt habe, kam die Erleichterung: Die EUB ist doch noch in Betrieb gegangen .
#18- Aussicht in Richtung der Seilbahn.
#19- Blick hinauf zur Hütte.
#20- Bevor man dort ankommt, muss man noch an diesem Felsen entlang.
#21- Dann lief ich zur Hütte, wo ich eine Pause einlegte.
#22- Anschließend ging es weiter- Angekommen bin ich ja noch nicht...
#23- Weiterer Verlauf des Weges.
#24- Blick zum "Corno Piccolo". Mit seinen 2.655m aber auch schon nicht mehr so klein. Aber die 2.912m des Corno Grande sind natürlich größer.
#25-Blick von der Sella del dur Corni zu den honen Felswänden.
#26-Panoramafoto: links die Felswände, rechts die EUB-Bergstation La Madonnina.
#27- Blick zum Gorno Piccolo, welche auch nicht mehr über mir ist.
#28- Nun ging der Wanderweg über ein gefrorenes Schneefeld.
#29- Angekommen am Ghiaccaio del Calderone. Er ist nicht nur unter dem Schnee, sondern auch noch unter einer Geröllschicht, die dafür sorgt, dass er mit ca. 1m/10 Jahre langsamer schrumpft als so mancher Alpengletscher. EDIT: Je nach Quelle 1m/Jahr
#30- Selbstverständlich ging es auch noch auf den Gletscher.
#31- Nun geht es wieder nach unten- genauer gesagt zur Bergstation der EUB.
#32-Aber vorher über das rutschige Schneefeld.
#33-Blick zur Hütte samt schönem Panorama.
#34- Der Weg. Bei Steinschlag will ich hier nicht sein...
#35-Der "Kettenfelsen".
#36- Weg mit Panorama ...
#37- ...wobei es hier auch gut bergab geht. Im Hintergrund ist die Autobahn, die in einem langen Tunnel durch den Gran Sasso führt.
#38- Nun fängt der Klettersteig an.
#39- Blick von oben auf die kleine Leiter.
#40- Nun ging es noch kurz durch das Geröll, bevor...
#41- ...der Weg wieder über die Wiese führt.
#42- Unten sieht man das niedrigste Schneefeld, das ich gesehen habe.
#43- Etwas später kam ich dann an der Bergstation der EUB bzw. Kombibahn an.
#44- Die Fahrt beginnt mit einem tollen Panorama.
#45- Der oberste Teil der Strecke ist sehr steil, dürften über 80% sein.
#46- Eine der insgesamt 4 (!) Wechsellaststützen auf der Strecke.
#47- Stütze 14 ist aufgrund der bergseitigen Mittelstation weder eine Trage-, noch eine Noederhalte- oder Wechsellaststütze, da sie bei der Bergfahrt tragend und auf der Talfahrt niederhaltend ist
#48- Auch Stützen 9 und 10 sehen aufgrund der Mittelstation interessant aus.
#492- Danach geht es eher unspektakulär durch den Wald.
#51- Einfahrt in die Talstation.
#52- Talstation von außen.
#53- Nun geht es wieder los.
#54- Der untere Teil im Wald.
#55- Nun geht es in die Mittelstation. Oder besser gesagt...
#56- ...unter die Mittelstation. Im Sommer wird sie nämlich hochgeklappt, da nur Kabinenbetrieb ist. Dafür wird die Viererrollenbatterie runtergeklappt.
#57- Stationsausfahrt
#58- Hier beginnt wieder das Steilstück.
Das zweite Mal Talfahrt erspare ich euch mal. Es war eine schöne Wanderung in einer tollen Bergwelt außerhalb der Alpen. Es bleibt zu hoffen, dass der Ghiacciaio del Calderone noch länger so langsam schmilzt. Die Schneeauflage ist ja noch da.
Zuletzt geändert von Nocki am 26.10.2023 - 21:31, insgesamt 4-mal geändert.
Es gibt in Albanien und Bulgarien noch ein paar kleine Gletscher. Außerdem liegt einer im Kaukasus südlicher, wobei das freilich von der Definition der Grenze Europa-Asien abhängt, die manche im Kaukasus ziehen, andere in der Manytsch-Niederung, da dort früher Schwarzes und Kaspisches Meer verbunden waren (da die Manytsch-Niederung nördlicher liegt, von Rostow am Don bis Artesian südlich Astrachan, wäre dann der gesamte Kaukasus in Asien).
Bitte nicht als Kritik am Bericht verstanden wissen, aber wenn du schon so einen Titel schreibst, muss man auch mal klugscheißen . Am meisten gewundert hat mich ja, dass da tatsächlich eine moderne Seilbahn steht. In Italien lässt man gerne uralt-Lifte für laaange Zeit stehen und den ESL haben sie ganz offensichtlich sogar abgebaut (wir kennen ja diverse seit Jahren oder Jahrzehnten stillgelegten Lifte in Italien, die noch immer stehen).
Trotzdem gebe ich Dir insofern recht, dass es m.E. je nach Definition von Gletscher nur einer der südlichsten Gletscher Europas ist, und habe dies in der Einleitung vermerkt.
Die Überschrift habe ich nun um ein "wohl" ergänzt.
j-d-s hat geschrieben: 07.08.2023 - 19:47
Bitte nicht als Kritik am Bericht verstanden wissen, aber wenn du schon so einen Titel schreibst, muss man auch mal klugscheißen . Am meisten gewundert hat mich ja, dass da tatsächlich eine moderne Seilbahn steht. In Italien lässt man gerne uralt-Lifte für laaange Zeit stehen und den ESL haben sie ganz offensichtlich sogar abgebaut (wir kennen ja diverse seit Jahren oder Jahrzehnten stillgelegten Lifte in Italien, die noch immer stehen).
Ersetzte Lifte, die nicht abgetragen werden, sind mir aber in IT nicht bekannt. Vorstellen kann ich mir aber, dass Lifte, die auf neuer Trasse ersetzt wurden, stehen bleiben. Moderne Seilbahnen sind um den Gran Sasso ja nicht ganz selten. Prati di Tivo besteht ja aus halbwegs modernen Seilbahnen, auch die CLDs am Campo Imperatore sind nicht sonderlich alt.