Seilbahnporträts

Fachforum für Seilbahntechnik: Technische Diskussionen zu Kuppelsystemen, Steuerungen, Seilrechnung und Innovationen im Seilbahnbau.
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Dresdner
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Seilbahnporträts

Beitrag von Dresdner »

Auf http://www.cable-car.de werden zwei weitere historische Standseilbahnen in Deutschland nun auch ausführlich dargestellt.
Es handelt sich um die Standseilbahn zum Waldfriedhof in Stuttgart sowie um die Nerobergbahn Wiesbaden, die einzige Standseilbahn mit Wasserballastantrieb in Deutschland.
Pendolino
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motorschaden
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Re: Seilbahnporträts

Beitrag von motorschaden »

Pendolino hat geschrieben: die einzige Standseilbahn mit Wasserballastantrieb in Deutschland.
ist wasserballastantrieb, wenn man oben in der bahn einen großen behälter mit (ab)wasser hineinstellt und unten wieder herausnimmt und so kein strom verbraucht wird??
kann man das nicht auch in Ö in salzburg bei der ssb auf die festung machen? ich glaube dort könnte man sogar, wenn man damit energie gewinnt, diese ins netz speisen (oder habe ich das falsch in erinnerung)?
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Dresdner
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Beitrag von Dresdner »

ist wasserballastantrieb, wenn man oben in der bahn einen großen behälter mit (ab)wasser hineinstellt und unten wieder herausnimmt
Ja, so ungefähr funktioniert das. Nur ist der Behälter fest unter dem Wagen installiert. In der Bergstation füllt man Wasser ein und in der Talstation wird es wieder herausgelassen. Das Ganze hört sich erst einmal simpel an, jedoch würde man in der heutigen Zeit keine Bahn mehr bauen, die nach diesem Prinzip funktioniert.
Folgende Gründe sind meines Erachtens dafür ausschlaggebend:
1. Da du kein Wasser kostenlos erhälst, mußt du es wieder verwerten. Also benötigst du ein Pumpsystem. Den Wasserverlust musst du mit neuem Naß ergänzen.
2. Die Betriebszeit der Anlage ist auf die frostfreie Zeit beschränkt. Ansonsten wären kostspielige Heizsysteme notwendig. Also nix für unsere Skifahrer.
3. Keine Genehmigungsbehörde würde eine neue Bahn zulassen, deren Sicherheitssysteme lediglich "Mensch" (die Wagenbegleiter mit der Hand an der Bremse) und "Fliehkraftbremse" heissen.
4. Die Bahn hat durch die beiden Wagenbegleiter einen überdurchschnittlich hohen Personalbedarf.
5. Der Arbeitsplatz der Wagenbegleiter (stehend auf offener Plattform) entspricht auch nicht dem, was Berufsgenossenschaften heute als Mindeststandard definieren.
Zu Salzburg: Dort gibt es an der Festung 2 Anlagen, die öffentliche Festungsbahn und den nichtöffentlichen Reiszug. Ich nehme an, du meinst erstere Anlage. Der Einsatz einer Wasserballastbahn würde dort schon deshalb scheitern, weil die Bahn, bedingt durch den hohen Besucherverkehr, in extrem kurzen Taktzeiten verkehrt. Die Zeit für den Wasserwechsel ist schlicht nicht vorhanden, ebenso der Platz für das Wasserreservoir an der Bergstation (Denkmalschutz) sowie die "Ablassgrube" in der Talstation (extrem enge Platzverhältnisse).
Eine Frage an Michael Meier:
Wo gibt es eigentlich in der Schweiz noch SSB mit Wasserballastantrieb?
Pendolino
Zuletzt geändert von Dresdner am 06.06.2004 - 14:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Michael Meier
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Beitrag von Michael Meier »

Neuveville - St. Pierre (Fribourg)
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Dresdner
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Beitrag von Dresdner »

Danke.
Toll, dass die Anlage 1998 nach dem gleichen Prinzip rekonstruiert wurde.
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Michael Meier
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Beitrag von Michael Meier »

Nei sind die Steuerung, Seile, Streckenbauwerke, Schienen, Stationseinrichtungen (Im alten Gebäude) und die Seilbahntechnische Einrichtung (Umlenkscheiben usw.) Die beiden wagenkästen wurden komplett demontiert und generalüberholt. Die verkleidung aus Holz wurde ausgetauscht und in der Originalen Grünen Farbe wieder gestrichen (Zwischenzeitig rot). Die Bahn fährt mit dem Abwasser der Stadt. Übrigens fahren oder besser fuhren die meisten Looren Luftseilbahnen nur mit Bremsbetrieb und hatten lediglich einen Fliehkraftregulator.
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motorschaden
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Beitrag von motorschaden »

Pendolino hat geschrieben:Zu Salzburg: Dort gibt es an der Festung 2 Anlagen, die öffentliche Festungsbahn und den nichtöffentlichen Reiszug. Ich nehme an, du meinst erstere Anlage. Der Einsatz einer Wasserballastbahn würde dort schon deshalb scheitern, weil die Bahn, bedingt durch den hohen Besucherverkehr, in extrem kurzen Taktzeiten verkehrt. Die Zeit für den Wasserwechsel ist schlicht nicht vorhanden, ebenso der Platz für das Wasserreservoir an der Bergstation (Denkmalschutz) sowie die "Ablassgrube" in der Talstation (extrem enge Platzverhältnisse).
ja ich meinte die öffentliche festungsbahn. ich habe hier auch nicht an so eine bahn gedacht, wie du sie vorgestellt hast. die bahn in salzburg ist eigentlich eine normale ssb, aber ich habe auch schon gesehen, wie sie dort (bei sehr wenig betrieb) abwasser in container (container ist vielleicht das falsche wort, es war glaube ich so ein müllkübel mit 2 rädern, wenn man ihn ein bisschen kippt, kann man ihn rollen. vielleicht weißt du was ich meine?) in den oberen wagen gestellt, so braucht der antrieb weniger strom und man könnte damit sogar strom ins netz zurück speisen (theoretisch zumindest), wenn zb der untere wagen leer ist und im oberen abwasser ist, weil der motor dann quasi zum generator wird! (so habe ich das zumindest einmal so gelesen oder gehört )
Michael Meier
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Beitrag von Michael Meier »

Ganz einfach. Man lässt immer Doppelt so viele Leute runter fahren wie rauffahren. 50 Hoch und 100 Runter. Wer hochfahren will bezahlt was. Wer hoch läuft und mit der Bahn runter fährt ist Gratis. :wink: Damit kann man sogar Strom gewinnen.
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