Lac d'Emosson 30.09.23
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Lac d'Emosson 30.09.23
Heute habe ich mir die Bahnkette in Châtelard hoch zum Lac d'Emosson vorgenommen. Bisher bin ich dort immer vorbeigefahren auf dem Weg nach Chamonix. Die Anreise nach Chatelard habe ich auch mit dem Zug von Vernayaz MC gemacht. MC steht nicht für Motorradclub, sondern für Martigny-Châtelard. Die Strecke ist für Bahn-Fans ebenfalls interessant, es geht bis Salvan mit Zahnrad ziemlich steil den Berg hoch. Teilweise sind auch noch Stromabnehmer unten am Gleis, weil nicht überall Platz für Oberleitungen ist. Von Les Marécottes nach Finhaut ist die Zuglinie auch die einzige Verbindungsmöglichkeit, von der Bahntrasse kann man dort den sehr steilen Abhang herunterschauen. Hier möchte man definitiv keine Entgleisung erleben. Man sieht auch schon den Glacier du Trient und Tour von der Bahnstrecke aus. Am Bahnhof Châtelard befindet sich ein Pumpspeicherkraftwerk der SBB, dahinter ist die Talstation der Standseilbahn. Die ist mit 87% schon sehr steil. Hier habe ich auch zum ersten mal Niederhalter-Stützen auf einer Standseilbahnstrecke gesehen. Die sind deshalb nötig, weil das Seil punktuell in der Luft hängt je nach Inklination des Geländes. Danach geht es mit einem Bergbau-ähnlichen Mini-Bähnli weiter Richtung Talsperre, auf der Strecke sieht man den Argentière-Gletscher und den Mt Blanc. Auch hier geht es fast immer an einem Abgrund entlang. Das letzte Stück wird mit einem Schrägaufzug überwunden, der 200 P/h schafft und über eine Nivellierungsfunktion verfügt. Zur Talsperre führt noch eine weitere Seilbahn von Frankreich hoch, die ist aber nicht öffentlich zugänglich. Der Lac d'Emosson mit seiner Staumauer ist schon sehr imposant. Schon in den 1920er Jahren hatten die SBB hier einen Stausee angelegt, den Lac de Barberine. Der ist dann mit dem Bau der Emosson-Staumauer im Wasser versunken, bei niedrigem Pegelstand soll man die alte Mauer noch sehen können. Ich bin dann den Wanderweg zur Cabane du Vieux Emosson aufgestiegen, der punktuell recht steil ist. Die ausgesetzten Stellen sind mit Ketten gesichert. In der Cabane habe ich dann Mittagspause gemacht, als Spezialität wurden dort Kastanien frisch geröstet. Von der Cabane bin ich dann noch hoch zur Staumauer vom Lac du Vieux Emosson, das dazugehörige Pumpspeicherkraftwerk ist seit 2022 in Betrieb. Danach ging es wieder zurück über die befestigte Strasse, die auch recht spektakulär aus dem Felsen gehauen wurde. Und dann wieder die ganze Kette zurück. Da sich nachmittags die Wolken komplett verzogen hatten, gab es nochmal eine schöne Aussicht über alle Gletscher vom Chamonix- und Trient-Tal. Die Kombination von den drei Bahnen ist schon sehr speziell, muss man auf jeden Fall mal gesehen haben. Der Zug in Châtelard fährt noch mindestens bis Vallorcine weiter, ob man danach auf die SNCF umsteigen muss oder der gleiche Zug nach Chamonix weiterfährt, weiss ich nicht. Für das Skigebiet in Vallorcine wäre die Anreise mit der Bahn auch gar nicht so schlecht. Mit dem Auto ist man über den Forclaz kaum schneller und die Zubringerbahn ins Skigebiet ist direkt am Bahnhof. Probiere ich vielleicht mal im Winter aus.
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Re: Lac d'Emosson 30.09.23
Nach Chamonix musst Du in Vallorcine umsteigen. Trotzdem wird die Verbindung Mont-Blanc-Express genannt. Interessant ist vor allem der Tunnel des Montets zwischen Le Buet und Montroc, der bei winterlicher Sperre des Passes gleichzeitig auch als Strassentunnel dient.
So einen Niederhalter hatte ich schon mal gesehen, aber ich frage mich wo. Die Gelmerbahn war es nicht?
So einen Niederhalter hatte ich schon mal gesehen, aber ich frage mich wo. Die Gelmerbahn war es nicht?
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- sheridan
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Re: Lac d'Emosson 30.09.23
Das mit dem Tunnel war mir neu. Ich musste einmal im Winter von Chamonix über Genf zurückfahren, weil der Montets gesperrt war. Vielleicht war aber der Tunnel da auch gerade gesperrt.
Bei der Gelmerbahn ist mir das gar nicht aufgefallen, es gibt aber tatsächlich im unteren Teil eine Stütze. Siehe hier bei 1:17 https://youtu.be/9ymTPpzAnjA?si=bY2gHluH4wPeYA-7
Allerdings geht das Seil dort trotzdem kaum vom Boden. Bei der Emosson-Standseilbahn geht das Seil wirklich oben auf die Rollen, sieht man hier bei 8:25
https://youtu.be/KGG5y7BC4i0?si=O5zh_zHYsyoW-4AP
Bei der Gelmerbahn ist mir das gar nicht aufgefallen, es gibt aber tatsächlich im unteren Teil eine Stütze. Siehe hier bei 1:17 https://youtu.be/9ymTPpzAnjA?si=bY2gHluH4wPeYA-7
Allerdings geht das Seil dort trotzdem kaum vom Boden. Bei der Emosson-Standseilbahn geht das Seil wirklich oben auf die Rollen, sieht man hier bei 8:25
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Re: Lac d'Emosson 30.09.23
Es gibt sehr wohl durchgehende Züge, allerdings nur wenige pro Tag. Das Klima zwischen der MC und der SNCF war jahrelang gar nicht gut, das hat sich zum Glück in den letzten dreissig Jahren geändert. Trotzdem wurstelt noch jede Bahn mehrheitlich für sich. So haben beide Bahnunternehmen ähnliche Züge bei Stadler beschafft. Die aufgrund technischer Unterschiede doch nicht die Gesamtstrecke befahren können! Die Schweizer Züge haben keine Bremsausrüstung für die Steilstrecke St-Gervais - Chamonix mit ihren 90 Promillen (ohne Zahnstange), den französischen Zügen fehlt der Zahnradantrieb und die Dachstromabnehmer für die Fahrleitung auf Schweizer Seite. Denn in Frankreich ist noch durchgehend Stromschiene vorhanden. Der Bahntunnel wird nur dann vom Strassenverkehr genutzt, wenn die Passstrasse wegen Lawinengefahr gesperrt werden muss. Ansonsten bemüht man sich, sie auch im Winter offen zu halten.
Die Standseilbahn der ersten Sektion ist ein Beispiel für eine Totmodernisierung, bei der die Bahn jeglichen Charme verlor. Sowie eine weltweit einzigartige Besonderheit. Das Problem war, dass aufgrund der starken Steigung das Seil des talwärts fahrenden Wagens immer schwerer wurde. Ein Gegenseil um das auszugleichen wollte man vermeiden. Die Lösung war sehr speziell. Im oberen Abschnitt war an Prellböcken links und rechts des Gleises ein Wagen mit Ballast stationiert. Der bergwärts fahrende Wagen nahm diesen Wagen mit und der darauf platzierte Ballast glich das Seilgewicht aus. Bei der Talfahrt blieb der Ballastwagen dann wieder an den Prellböcken hängen und wartete auf den bergwärts fahrenden.
Die erwähnte Werkseilbahn hat auch eine Besonderheit, aber keine technische, sondern eine politische. Die Talstation steht, wie ebenfalls erwähnt, in Frankreich, die Bergstation in der Schweiz. Aber die Grenze wird nicht etwa einmal überquert, nein gleich dreimal! Fragt mich jetzt bitte nicht, wie sie das mit der Zuständigkeit und Konzessionen gelöst haben!
Die Standseilbahn der ersten Sektion ist ein Beispiel für eine Totmodernisierung, bei der die Bahn jeglichen Charme verlor. Sowie eine weltweit einzigartige Besonderheit. Das Problem war, dass aufgrund der starken Steigung das Seil des talwärts fahrenden Wagens immer schwerer wurde. Ein Gegenseil um das auszugleichen wollte man vermeiden. Die Lösung war sehr speziell. Im oberen Abschnitt war an Prellböcken links und rechts des Gleises ein Wagen mit Ballast stationiert. Der bergwärts fahrende Wagen nahm diesen Wagen mit und der darauf platzierte Ballast glich das Seilgewicht aus. Bei der Talfahrt blieb der Ballastwagen dann wieder an den Prellböcken hängen und wartete auf den bergwärts fahrenden.
Die erwähnte Werkseilbahn hat auch eine Besonderheit, aber keine technische, sondern eine politische. Die Talstation steht, wie ebenfalls erwähnt, in Frankreich, die Bergstation in der Schweiz. Aber die Grenze wird nicht etwa einmal überquert, nein gleich dreimal! Fragt mich jetzt bitte nicht, wie sie das mit der Zuständigkeit und Konzessionen gelöst haben!
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Re: Lac d'Emosson 30.09.23
Der Ballastwagen war schon etwas ganz spezielles - man kam angefahren und da stand dieser Wagen mitten auf der Strecke ...
Ein sehr gutes Foto in meinem Katalog:

Der Ballastwagen wog 3'500 kg !
Weitere Informationen:
https://www.standseilbahnen.ch/chatelard-emosson-1
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Re: Lac d'Emosson 30.09.23
Schau an, der Wagen hatte Achsen. welche die Abt'sche Weiche befahren konnte. Aber warum, er verkehrte nur oberhalb dieser.
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Re: Lac d'Emosson 30.09.23
Vermutlich muss man manchmal den Ballastwagen ganz nach unten fahren zur Instandhaltungszwecken.
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Re: Lac d'Emosson 30.09.23
Ah ja, das macht Sinn, da hätte ich auch selber drauf kommen können! Ich habe mir das Foto nochmals angeschaut, und es könnte tatsächlich sein, dass man die äusseren Enden des Balken, welcher den Wagen an den Prellböcken zurückhält, nach hinten klappen konnte. Dann musste man nur noch darauf achten, das man zum Runterfahren ja den richtigen Wagen nahm. Sonst wurde es an der Ausweiche...
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