Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

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Mr400Liter
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Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Mr400Liter »

Insbesondere bei längeren Bahnen (mit zum Teil auch großen Spannfeldern) fällt von Zeit zu Zeit auf, dass im Bereich der Gegenstation die "Soundkulisse" den Anschein erweckt, als würde die Bahn nicht gleichmäßig laufen sondern alle paar Sekunden die Geschwindigkeit leicht reduzieren und anschließend wieder beschleunigen. Meistens ist das Phänomen dann auch noch am Summen in der Gondel wahrnehmbar und in Extremfällen (Einbildung??) an einem minimalen Schwanken der Fahrgeschwindigkeit bemerkbar. Je näher man dann zur AST kommt, desto regelmäßiger wird die Fahrt dann wieder.

Wie entsteht dieses Phänomen? Liegt es am Auf- und Abschwanken der Bahn in langen Spannfeldern? Liegt es an der Abspannung im Spannschacht (auf- und abpendeln der Spanngewichte)?

Jedenfalls tritt das Phänomen nicht immer und im selben Ausmaß an einer Bahn auf.

Butters
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Butters »

Geraten: Das ist wenn die schwerere (von unten kommende) Gondel kurz vor einem Masten ist, weil das durchhängende Seil da am steilsten ist? Nach dem masten ist das Seil flacher und die Bahn kann vermutlich wieder beschleunigen.
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Cervin
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Cervin »

Ich tippe auf das selbe wie der Kommentar über mir. Insbesondere bei langem Bahnen. Ein super Beispiel ist die Sesselbahn Mossettes France. Die ganze Stationstechnik im Tal wird lauter und leiser weil das Seil "schwankt" (Antrieb ist am Berg) .
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Mr400Liter
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Mr400Liter »

Butters hat geschrieben: 24.01.2024 - 08:17 Geraten: Das ist wenn die schwerere (von unten kommende) Gondel kurz vor einem Masten ist, weil das durchhängende Seil da am steilsten ist? Nach dem masten ist das Seil flacher und die Bahn kann vermutlich wieder beschleunigen.
Das kann sich aber eigentlich nur bei Pendelbahnen in dieser Form bemerkbar machen und ist natürlich auch nachvollziehbar. In einer Pendelbahn "spürt" man auch die Stützenüberfahrt des anderen Wagens.

Meine Frage bezieht sich jetzt aber lediglich auf Umlaufbahnen (CLD und MGD) - da sollte eine Stützenüberfahrt eines einzelnen FBM aufs ganze System gesehen doch vernachlässigbar sein. Auch variiert der Sound / die Geschwindigkeit nicht synchron mit der Ein- / Ausfahrt von FBM aus der Station, sodass zB die Ausfahrtsstütze eine Rolle spielen könnte.
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Wost.EUB
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Wost.EUB »

Ich hoffe ich kanns dir beantworten.

Mann mus dazu auch die Last bzw. die Trägheit der Last sehen.
Wenn z. B. die Strecke voll ist mit Personen und man schaltet auf Langsam 2 zurück, dann bremst der Motor die Anlage auf die Geschwindigkeit ab.

Aber natürlich wenn Tonnen in Bewegung sind muss ja die Kraft bzw. die Bewegungsenergie auch wo hin.
Da die Umlenkscheibe ja nicht gebremst wird dreht die sich immer mit der Seil Geschwindigkeit mit.

Beschleunigt man wieder dreht die Antriebsscheibe immer konstant wieder schneller bis die Eingestellte Geschwindigkeit erreicht ist.
Je schwerer die Last um so mehr Trägheit hast und das braucht immer Zeit bis sich die Energie gleichmäßig übertragen hat auf die komplette Strecke, dadurch dreht die Umlenkscheibe mal schneller und mal langsamer.

Bei schweren Anlagen wie eine 3S wird das Zugseil mit dem Gegengewicht abgespannt.
Sprich das Gewicht reagiert sofort auf Lastunterschiede wie Stützenüberfahrt, Fahrgeschwindigkeitsänderung. usw.

Dadurch dreht sich die Umlenkscheibe oder Spannseilscheibe wieder schneller und dann mal wieder langsamer, je nach dem was das Gewicht macht.
Dazu spielt die Last und die Trägheit auch wieder eine große Rolle.
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Mr400Liter
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Mr400Liter »

Danke für die Erklärung... Macht auch Sinn, da es mir im Speziellen bei Einseilanlagen mit Spanngewicht und Spannschacht aufgefallen ist, bei Anlagen mit hydraulischer Abspannung kommt es seltener vor.

https://www.youtube.com/watch?v=Dn3n1MqGszg

Hier wirds gut ersichtlich: In diesem Video befindet sich die Bahn zwar im Langsamlauf und beschleunigt im Laufe des Videos auf Nenngeschwindigkeit, dennoch merkt man am Klang der Anlage, dass sie nicht gleichmäßig läuft.
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Wost.EUB
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Wost.EUB »

Ja weil die Abspannung mit Spanngewicht am schnellsten von allen auf Lastunterschied reagiert.
Die Abspannung mit dem direkt wirkenden Spanngewicht im Spannschacht ist immer in Bewegung.
Fallst die Chance mal hast musst dir das anschauen dann siehst das auch gut.

Selbst wenn gar keiner mit der Bahn fährt ist das Spanngewicht immer in minimalster Bewegen.
Eben weil das Gewich auf die geringsten Lastunterschiede reagiert und ausgleicht.

Durch das dreht die Scheibe eben mal ein wenig schneller und dann ein wenig langsamer.
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Mr400Liter
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Mr400Liter »

Hab ich mir bis jetzt nur bei Pendelbahnen und Standseilbahnen vor Ort angesehen, da mich da die Technik eigentlich noch mehr fasziniert. Bei Umlaufbahnen noch nie im Detail, wobei bei manchen alten Sesselliften (zB 3-CLD Sonnkogel in Zell am See) die Abspannung ja eh gut ersichtlich war.

Aber danke für die ausführliche Antwort.
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von markus »

Das ganze nennt man Pumpen. Das haben auch Anlagen mit Hydraulischer Abspannung. und auch kurze Anlagen. Du hast sogar so eine Bahn vor der Türe, Wost.

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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von GIFWilli59 »

markus hat geschrieben: 24.01.2024 - 22:03 Das ganze nennt man Pumpen. Das haben auch Anlagen mit Hydraulischer Abspannung. und auch kurze Anlagen. Du hast sogar so eine Bahn vor der Türe, Wost.
Ist das die, bei der immer die Hauben geschlossen sind? ;-)
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von markus »

Nein. Die mit den Blauen Hauben.
Aber das stört nicht sehr.
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Wost.EUB
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Wost.EUB »

markus hat geschrieben: 24.01.2024 - 22:03 Das ganze nennt man Pumpen. Das haben auch Anlagen mit Hydraulischer Abspannung. und auch kurze Anlagen. Du hast sogar so eine Bahn vor der Türe, Wost.
Ich kenne ein paar Anlagen mit dem Problem im Umkreis von 50 km. 😂😂
markus
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von markus »

Ist kein Problem sondern ein Schönheitsfehler.
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Wost.EUB »

Oder so
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von GIFWilli59 »

markus hat geschrieben: 25.01.2024 - 06:25 Nein. Die mit den Blauen Hauben.
Aber das stört nicht sehr.
Hast du uns auch gar nicht gezeigt bei dem kleinen Rundgang 😮
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Drahtseil »

Das Phänomen wird, wie bereits von markus erwähnt, als "pumpen" bezeichnet und beschreibt vertikale Seilfeldschwingungen. Insbesondere lässt sich dieses Verhalten feststellen, wenn die Stützenabstände mehrerer Seilfelder ein Vielfaches oder annäherndes Vielfaches des Betriebsmittelabstandes darstellen. Verstärkt wird das Problem durch zusätzliche Faktoren wie
- große Einzellasten
- geringe Seilspannungen und somit resultierende, große Durchhänge
- große Seilfelder (horizontaler und/oder vertikaler Abstand)
- Resonanz der Seilfelder mit der Erregungsfrequenz (sprich der Betriebsmittelabstand und die Fahrgeschwindigkeit).

Das Ganze ist unter 4.63 von Artur Doppelmayr mit einer Ausführung der Anfälligkeit unterschiedlicher Systeme für vertikale Seilfeldschwingungen beschrieben worden.
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Mr400Liter »

Vielen Dank für die vielen ausführlichen Erklärungen. Dann lag ich also mit der Annahme, dass es im weitesten Sinne mit langen Spannfeldern und der oft auftretenden Schaukelbewegung in diesen Spannfeldern zusammenhängt, nicht ganz falsch. :D

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Wost.EUB
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Re: Ungleichmäßiges Fahren bei Seilbahnen

Beitrag von Wost.EUB »

Drahtseil hat geschrieben: 25.01.2024 - 22:19 Das Phänomen wird, wie bereits von markus erwähnt, als "pumpen" bezeichnet und beschreibt vertikale Seilfeldschwingungen. Insbesondere lässt sich dieses Verhalten feststellen, wenn die Stützenabstände mehrerer Seilfelder ein Vielfaches oder annäherndes Vielfaches des Betriebsmittelabstandes darstellen. Verstärkt wird das Problem durch zusätzliche Faktoren wie
- große Einzellasten
- geringe Seilspannungen und somit resultierende, große Durchhänge
- große Seilfelder (horizontaler und/oder vertikaler Abstand)
- Resonanz der Seilfelder mit der Erregungsfrequenz (sprich der Betriebsmittelabstand und die Fahrgeschwindigkeit).

Das Ganze ist unter 4.63 von Artur Doppelmayr mit einer Ausführung der Anfälligkeit unterschiedlicher Systeme für vertikale Seilfeldschwingungen beschrieben worden.
Oder der passende Wind der bei so manchen DM Anlagen dazu führt....😂😂

Aber beim Pumpen merkst in der Gegenstation keine Änderung der Fahrgeschwindigkeit wie auf dem Video im Link.
Da hat das eine nichts mit dem anderen zu tun.

Es kann dazu führen durch schnell hintereinander folgende Fahrgeschwindigkeitsänderung aber legt sich im Normalfall wieder.

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