Kurzbericht Villars-Gryon - 20.01.2024

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lokfuehreraufski
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Kurzbericht Villars-Gryon - 20.01.2024

Beitrag von lokfuehreraufski »

Am 20. Januar, einem Samstag mit Traumwetter, stand der erste gemeinsame Skitag mit Sohnemann an. Da er ja noch Anfänger ist, entscheidet vor allem das Vorhandensein von blauen (und ggf. grünen) Abfahrten über die Wahl des Skiortes.

Eigentlich war La Chappele d'Abondance anvisiert für den Tagestrip, doch dann sahen wir Videos über Villars-Gryon/Diablerets und entschieden uns dafür. Schon wegen der Zahnradbahn :) - und der alten Kabinenbahn in Gryon.

Die Anreise gestaltete sich problemlos bis kurz vorm Genfersee. Dann Stau, Stau, Stau (ist das da immer so am Wochenende?) bis vor Aigle, wobei das Navi uns im Raum Vevey noch irgendwie "hintenrum" schickte.

Wir fuhren dann via Villars nach Gryon. In Villars waren alle Parkplätze belegt, in Gryon ergatterten wir aber problemlos einen kostenlosen beim Bahnhof "Gryon Barboleuse" der Bahn von Bex her. Liftpersonal am Abzweig zur Bergbahn sagte uns, die Gondel sei wegen Wind außer Betrieb und man solle den Bus bis weiter hinter ins Tal nehmen, wo ein Schlepplift raufführe ("C'ést la même chose lá!" :D ). Der Bus sollte in der Tat alsbald kommen (fährt nur einmal pro Stunde....), tat er aber nicht. Dann kam ein Bus aus der Gegenrichtung, wo der Fahrer mitteilte, die Bahn habe jetzt wieder offen. Da es ca. 400 m Fußweg bis zur Bahn sein sollten, wollten wir dennoch unseren überfälligen Skibus nehmen. Als der dann nach einer weiteren Viertelstunde nicht kam, entschieden wir uns dann doch zu laufen. An der Gondelbahn (an der der Skibus dann doch noch zeitgleich ankam) herrschte null Betrieb. Aber dennoch war es dann doch wieder kurz vor 11, ehe wir auf der Piste standen, eigentlich hatte ich auf 8:30 Uhr bis 9 Uhr gesetzt...

Auffahrt mit der 4er-Gondelbahn "Barboleuse" ab Gryon - Winterwonderland:
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Eine schöne rustikale Anlage (mit Lattensitzen noch) durch den verschneiten Wald:
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Oben auf der Barboleuse angekommen, hier der Anfängerhang am 1SL "Plan Métroz", gegenüber mittig im Bild das Tal nach Champéry mit den rechts davon liegenden Portses-du-soleil, links davon die Dents-du-midi:
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Selbe Stelle, Blick nach oben, links die 4KSB "Sodoleuvre - La Croix", rechts die Bergstationen des eben genannten 1SL und der Gondelbahn von Gryon:
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Anfängerhang von unten, rechts 1SL "Plan Métroz", links ist wieder die 4KSB zu erahnen. Talwärts geht es ab hier weiter rot oder blau nach Gryon oder zur Talstation der 4KSB:
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Blick auf die 2,5- bis 3000er östlich des Skigebietes, es sind auch noch die "Windfahnen" um die Gipfel zu erkennen:
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Kurz vor der Talstation der 4KSB "Sodoleuvre - La Croix", am Hang gegenüber rechts verläuft die im Anschluss zu nutzende Verbindunganlage in Form der 6KSB "Rasse - Chaux Ronde":
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Eben genannte 6er-Sesselbahn brachte uns auf den Chaux Ronde und somit in den Skigebietsteil Villars-sur-Ollon. Oben angekommen wieder Traum-Panorama (in der Bildmitte sollte der Montblanc zu sehen sein ?!):
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Blick Richtung dem gegenüberliegenden Gipfel des "Grand Chamossaire", scheint sowas wie der Hausberg von Villars-sur-Ollon zu sein:
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Interessant hier ist, dass die Landschaft in einer Weise geformt ist, dass einem die Pisten auf den ersten Blick eher steil vorkommen, obwohl sie dann doch nicht so wild sind. Das habe ich so bisher nur von der Familienabfahrt nach Fahl am Feldberg gekannt. Von der Draufsicht her denkst Du beim Grand Chamossaire, dass das sicher alles schwarz, aber nie und nimmer blau ist.

Wir fuhren die sehr schöne, aber stellenweise schlecht einsehbare und schwer zu findende blaue Abfahrt zum Col-de-Bretaye, auf den auch die Zahnradbahn von Bex bzw. Villars hinaufführt runter. Im Bild das Hotel-du-Lac und die Hüttensiedlung oben auf der Passhöhe, der zugefrorene Lac-de-Bretaye und der KSSL "Lac Noir - Bretaye", welcher einen sehr schönen flachen Hang erschließt:
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Besagter Hang unten, links der KSSL. Hier gab es Wartezeiten von etwa 15 min, auch bedingt durch viele "vordrängelnde" Skischulgruppen, an der alternativen 6KSB "Lac Noir - Chaux Ronde" stand aber auch eine riesige Menschentraube:
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Wir fuhren mit dem KKSL rauf, dann auf Suche nach Mittagessen ab der Passhöhe die Talabfahrt nach Villars hinab. Das einzige Gasthaus am Weg lag leider an der Talabfahrt zurück Richtung La Rasse, die von der Sesselbahn aus sehr zerfahren, steil und vor allem voll aussah - obwohl offiziell blau markiert. Also ging es erstmal immer weiter runter. Der obere Teil der Talabfahrt war ganz nett, immer entlang der Zahnradbahn. Ab Col-de-Soud jeodch war es nur noch ein schmaler Weg in einen Hang mit ordentlich Querneigung gespurt. Keine Abfahrt, sondern mehr eine als Abfahrt ausgewiesene Weidequerung von mangelhafter Qualität. Davon zeugten auch die zahlreichen gestürzten Gäste. Die letzten Meter vor der Gondelbahn auf den Grand Chamossaire waren dann mit riesigen, festgefrorenen Kunstschneehaufen blockiert, um die man auf abgerutscht, eisigem Grund herumfahren musste - wer macht sowas? Die Haufen waren so 4 bis 5 m hoch und hätten breitgeschoben wohl weniger Gefahren produziert!

Unsere Mägen knurrten unterdessen immer noch. Der nächste Anlaufpunkt war das Bergrestaurant oben am Gipfel - doch: no way - alles voll, nix ohne Reservation - bitte benutzen Sie die Buvette! Doch draussen sitzen - oder eher stehen - ob Minusgraden war jetzt keine Option. Also über den steil wirkenden Hang runter zum Col-de-Bretaye. Nun gut, blau ist die Piste wirklich nicht, aber sie ist machbar. Dass sie blau markiert ist, mag der Phantasie der Betreiber geschuldet sein - es gibt einfach keine flachen Abschnitte!

Am Col-de-Bretaye war in weiteren 2 Restaurants auch kein Platz zu bekommen, den Zugang zum SB-Restaurant, dass hier wohl existiert, fanden wir nicht. Wir landeten also im Hôtel-du-Lac, wo man uns zumindest binnen 10 min einen Tisch drinnen anbieten konnte. Die Preise waren - der Schweizer würde sagen "spottbillig" - eher gehoben. Dennoch ergatterten wir eine Bratwurst und einen Kinderburger, jeweils mit Pommes mit zwei Getränken und einem Espresso für "nur" 62 Franken. 1 Liter Leitungswasser gab's gratis dazu.

Bratwurst (ja, es waren wirklich nur so 10 bis 15 Pommes-Stäbchen :) :
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Kinder-Burger:
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Nunja, der Service war sehr gut, flott und aufmerksam, das Essen hat geschmeckt und wir waren ansatzweise satt. Was will man mehr? Eine Tartiflette! Gab's aber nicht! Was soll's! Alternativ hätte es Fleischgerichte um die 40-50 Franken oder große Burger ab 34 Franken gegeben. Das Bier kam 10 Franken, der Espresso glaub 6,90. Freilich waren auch Schnecken und Fondue im Angebot.

Hôtel-du-Lac von außen, sehr schön gelegen:
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Da kommen die Pisten von der Chaux Ronde runter, vorn die Trasse des KSSL, darüber die blaue Abfahrt von der Chaux Ronde, daneben rechts die beiden roten Abfahrten und ganz rechts im Wäldchen verlaufen die parallelen Anlagen des Doppel-Schlepplifts "Chaux Ronde" (je 1x Anker und 1x Teller, sehr flott in der Fahrt und mit abschnittsweise steiler Trasse)-
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Nochmal Blick zum Grand Chamossaire: das wirkt doch schon arg steil?!, die blaue Piste verläuft am linken Rand, wo auch ein Mehrfach-Kurven-Ultrasteil-KSSL raufführt:
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Hier oben auf der Chaux Ronde gibt's eine Open-Air-Bar. Links gegenüber grüßt der Petit-Chamaossaire mit seinen roten Abfahrten:
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Nach einige wenigen weiteren Abfahrten fuhren wir dann 16 Uhr mit der Zahnradbahn runter nach Villars-sur-Ollon:
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War recht voll, wir standen. Was ich bissel fies fand, ist dass sehr sportlich wirkende Männer saßen, während kleinere Kinder wie mein Sohn und sogar Behinderte stehen mussten. Wie egoistisch ist denn das? Soweit zum Thema, Schweizer seien nicht so egoistisch wie Deutsche (siehe andernorts in diesem Forum :D).

Nach der guten halben Stunde im Stehen in Schräglage kam dann in Villars direkt der Bus nach Gryon, der uns zurück zum Parkplatz brachte. Im Plan war der nicht, aber wäre er pünktlich gewesen, hätten wir ihn wohl verpasst.

Fazit:

Das Skigebiet scheint mir sehr attraktiv. Ich komme wieder ohne Sohn, und fahre dann auch den Rest und den Teil in Les Diablerets noch ab. Für pure Anfänger eignen sich nur der Anfängerhang oben am Berg in Gryon und die Piste im Talkessel am Col-de-Bretaye. Sonst eher was für bessere Skifahrer, wobei die blaue Piste von der Chaux-Ronde auch von meinem Sohn gut gemeistert wurde. Die Beschilderung ist stark verbesserungswürdig. Nur Stangen zu stecken, dazu noch teils falsche rote statt blaue, genügt zumindest an den Abzweigungen eben nicht. Auch der Skibus ist ein Witz. Zwar verkehren mehrere Linien, die sich überlagern, aber in den Relation Villars <-> Gryon sollten doch Standardbusse (statt der eingesetzten Kleinbusse) fahren - und zwar mindestens alle 15 min und püntklich (der Zug fährt auch nur 1 Mal pro Stunde). So richtig aufs Auto verzichten kann man jedenfalls nicht.
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Re: Kurzbericht Villars-Gryon - 20.01.2024

Beitrag von TPD »

man solle den Bus bis weiter hinter ins Tal nehmen, wo ein Schlepplift raufführe ("C'ést la même chose lá!" :D ).
Eine Gondelbahn oder ein relativ steiler Skilift ist sicher das Selbe... :lach:
Von der Draufsicht her denkst Du beim Grand Chamossaire, dass das sicher alles schwarz, aber nie und nimmer blau ist.
Grand Chamossaire ist rot. Erst die Piste ab dem Roc d'Orsay ist blau
La Rasse, die von der Sesselbahn aus sehr zerfahren, steil und vor allem voll aussah - obwohl offiziell blau markiert.
Wirklich steil ist diese Piste nicht.
Herausforderung für die Anfänger ist eher der matschige Schnee und die daraus resultierende Buckelbildung.
Auch der Skibus ist ein Witz. Zwar verkehren mehrere Linien, die sich überlagern, aber in den Relation Villars <-> Gryon sollten doch Standardbusse (statt der eingesetzten Kleinbusse) fahren
Das ist kein Skibus, sondern die reguläre Linie des öffentlichen Verkehrs ;)
Wärst Du mit dem Bus weiter nach Alpes des Chaux gefahren, hättest Du es sicher verstanden weshalb hier mit Kleinbusse gefahren wird. Keine Ahnung ob hier ein Standardbus wirklich hoch kommt???
Und der Stundentakt auf dieser Strecke ist sogar eine massive Verbesserung. Früher gab es während der Hauptsaison so 3 Kurse und sonst fuhr gar nichts.
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Re: Kurzbericht Villars-Gryon - 20.01.2024

Beitrag von Mt. Cervino »

Du scheinst ein Faible für Skigebiete zu haben die auch mir gefallen. Abseits des Mainstreams von AT, den Dolomiten oder den bekannten CH Skigebieten...
Da gibt es viel zu entdecken und die Mischung aus verschiedenen Liftarten (inkl. KSSL) ist immer interessant.

Was mir auch gut gefällt, ist, dass du dir Zeit nimmst mit deinem Sohn skizufahren und er gemeinsam mit dir Fortschritte macht.
Natürlich hat man auch mal den Wunsch steileren Pisten oder schneller zu fahren, aber das muss man dann eben, wie du hier, und auch im Aprica Bericht geschrieben hast, ein anderes Mal machen, wenn man alleine unterwegs bist. Diese gemeinsamen Skitage mit meinen Kindern fand ich immer sehr schön und haben mir und den Kindern schöne gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen beschert.
Und eines kann ich dir schon vorwegnehmen. Dein Sohn wird schnell besser werden und in wenigen Jahren hast du viel Freude mit ihm und er kann mit dir ganze Skigebiete zumindest auf den roten Pisten abfahren und wird es lieben. Und dann sind schwarzen Pisten dran und du bist beeindruckt und mächtig stolz wie gut er Skifahren kann.
Und dann noch 2-3 Jahre später fährt er dir davon und du hast Mühe hinterherzukommen. Letzteres bahnt sich bei mir und meiner Tochter gerade an ;).
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Re: Kurzbericht Villars-Gryon - 20.01.2024

Beitrag von burgi83 »

lokfuehreraufski hat geschrieben: 19.02.2024 - 11:25 Am 20. Januar, einem Samstag mit Traumwetter, stand der erste gemeinsame Skitag mit Sohnemann an.
Finde toll dass du mit deinem Sohn so einen Vater-Sohn-Skiausflug machst.
lokfuehreraufski hat geschrieben: 19.02.2024 - 11:25Die Preise waren - der Schweizer würde sagen "spottbillig" - eher gehoben. Dennoch ergatterten wir eine Bratwurst und einen Kinderburger, jeweils mit Pommes mit zwei Getränken und einem Espresso für "nur" 62 Franken. 1 Liter Leitungswasser gab's gratis dazu.

Bratwurst (ja, es waren wirklich nur so 10 bis 15 Pommes-Stäbchen :) :
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Kinder-Burger:
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Nunja, der Service war sehr gut, flott und aufmerksam, das Essen hat geschmeckt und wir waren ansatzweise satt. Was will man mehr? Eine Tartiflette! Gab's aber nicht! Was soll's! Alternativ hätte es Fleischgerichte um die 40-50 Franken oder große Burger ab 34 Franken gegeben. Das Bier kam 10 Franken, der Espresso glaub 6,90.
Schon schweineteuer, habe hier in Österreich für Gerstensuppe, eine Johnisberrenschorle und ein Colaweizen 17 Euro gezahlt.
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