Ende Februar betitelte die Passauer Neue Presse das Skigebiet Arber als "Retter der Wintersportler". Denn während in der Saison 2023/24 rings herum an Skifahren meist nicht zu denken war, ragte der nur gut 1.450 Meter hohe Berg als weiße Spitze aus der grünen Landschaft des Bayerischen und Böhmerwaldes empor. So war das auch schon Anfang Januar, als es mich zum Jahreswechsel in die Nähe von St. Englmar verschlagen hatte. Entspanntes Skifahren an den alten Schleppern der Region fiel bei Plusgrad ins Wasser. Und so blieb (mit 1,5 Ausnahmen) nur die Fahrt zum Arber. Ich sollte es nicht bereuen.
Aus Gründen kam ich an diesem Tag erst spät los und erreichte den (kostenpflichtigen) Parkplatz der Arber-Bergbahnen erst gegen 11:30 Uhr. Obgleich es sehr voll war, gab es noch freie Parkplätze. Man ist dort auf viele zahlungswillige Kunden eingestellt.
Blick auf den Großen Arber mit seiner EUB, den markanten Radomen und den geschlossenen schwarzen Direttissimas. Schön zu sehen ist auch die Schneefallgrenze.
Die Fotos werden noch ansehlicher.
Gebiets-Neulingen wie mir empfiehlt sich ein Blick auf den Pistenplan:
https://www.arber.de/skigebiet/pistenpanorama/
Rechts neben der EUB gibt es zwei 6-KSBs sowie ein Übungsgelände mit einem Doppel-SL, den Thurnhofliften. An diesen startete ich in den Skimittag. Alle Anlagen waren geöffnet.
An den Thurnhofliften war ordentlich was los. Dort probierten sich auch einige Anfänger im Schlepperfahren, was meist bereits beim Einstieg scheiterte. Nicht schlimm, sind ja Anfängerlifte. Schlimm waren jedoch die Durchsagen des urbayerischen Liftlers auf Denglisch (für die tschechischen Gäste) mit bayerischem Akzent.
Gleich links der Lifttrasse hat man einige Betonfundamente im Dickicht entsorgt. Von wem war hier der Vorgängerlift?
Über die Verbindungspiste quert man rüber ins kuppelbare Gebiet: Vorn die Sonnenhang-, dann die Nordhang- und hinten die Gondelbahn. Bei dem Andrang werden die drei Hochgeschwindigkeitsbahnen definitiv benötigt. Auf diesem Motiv kommt es nicht so rüber. Aber im Gebiet war es sehr voll.
Zuerst zur Nordhangbahn.
Diese ersetzte zwei parallele Kurven-Schlepper, deren Trasse noch zu sehen ist.
Fotos der Anlagen gibt es hier: viewtopic.php?p=4962871#p4962871
Während Anfang Januar überall ringsherum schon Frühlingsgefühle aufkamen, war am Arber noch echter Winter - zumindest in den obersten Gebietsteilen.
Das Tal unten hingegen zeigte sich grün.
Ganz hinten ist der Bereich mit den Thurnhofliften, mittig die Sonnenhangbahn. Mich zog es jetzt aber erstmal hoch hinaus. Also ab zur Gondelbahn.
Die Bahn erschließt neben einer roten auch drei schwarze Pisten. Hier geht es steil zur Sache. Von 1949-62 gab es hier einen ESL, danach bis 1999 eine DSB.
Wie an allen Liften stand ich auch hier in einer Warteschlange. Zum Skifahren gab es Anfang Januar in der Region halt fast keine Alternativen.
Oben wartete auf mich das Highlight des Gebiets: Der Osthanglift.
Nur 250 Meter kurz, aber mit knapp 100 Höhenmetern knackig steil. Hochfelln-Südhanglift reloaded
Sah nur kurzzeitig so schlimm aus.
Eine der geschlossenen schwarzen Talabfahrten und hinten die grünen Hügel Tschechiens.
Eine Anlage aus der beliebten Kategorie "Hier noch ein Lift, das wärs".
Nach dem Niederhalter gehts ohne Umschweife gleich hinauf.
Ein Hauch Rot für die Farb-Freunde
Da hatte es jemand besonders eilig.
So kurz sind sonst nur Übungslifte.
Aber bei weitem nicht so fotogen.
Früher gabs solche Höhenlifte häufiger, für den Fall, dass wie heuer der Winter unterhalb der Zubringerbahn ins Wasser fiel. Ich denke da an die Südhanglifte am Hochfelln und am Unternberg oder an den Gipfellift am Tegelberg. Die hat man alle längst geschliffen.
Nix los auf den tschechischen Pisten.
Nach ein paar Malen Auf und Ab kam ein weiterer Vorzug des Großen Arbers zum Vorschein: Die Aussicht auf die Alpen.
Wow!
Hier etwas anders bearbeitet
Etwas weniger Wow war die Aussicht auf den Geisskopf. Da ging nämlich genau nix.
Ebenfalls nicht schön anzusehen - weil lsap - der Pröller Nordhang bei St. Englmar.
Auch andere genossen des Schneekönigs Weitblick.
Die Kombination aus Lift und Ausblick gefällt mir ebenfalls gut.
Die Gondelbahn zieht da lieber den Kopf ein.
Noch einige unkommentierte Impressionen
Irgendwann war dann auch diese Traum-Episode vorbei - und meine Zeitkarte fast ausgefahren. Also ein letztes Mal Anstehen an der Sonnenbahn, um zurück zum Parkplatz an den Thurnhofliften zu kommen. Die Wartezeiten hier waren nochmal etwas länger, weil die Bahn auch Rodler nach oben transportiert.
"Sessel nicht einseitig belasten"
Letzter Blick zum großen Schneekönig. Von unten siehts nicht so toll aus, oben aber ganz großes Kino - nicht nur für Fans kurzer, steiler Gipfellifte.
Die Verbindungspiste zu den Thurnhofliften ist eher Anfänger-geeignet und war damit ein entspannter Abschluss dieses Skimittags.