Deshalb will ich euch doch wenigstens die Wartezeit auf den nächsten Winter verkürzen und endlich meinen Bericht aus der diesjährigen Dolomitenwoche schreiben
Der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier... So gab es "same procedure as last year". Papa und Sohn (der nun nicht mehr auf die Schulferien angewiesen ist) haben sich wieder im Hotel Miramonti in Badia eingemietet und wie gehabt haben wir uns sehr wohl und willkommen gefühlt bei tollem Essen und einem super netten Team. Und natürlich haben wir auch für 2025 gleich wieder reserviert. Absoluter Pluspunkt ist nach wie vor die Option "Sonntag bis Sonntag" - das macht die An- und Abreise sehr entspannt.
Anreise:
03.03. Weißdorf - A 9 - München - A 95 - Garmisch - Innsbruck - Brenner - Eisacktal - Pustertal - Hochabteital völlig stress- und staufrei in knapp 6 Stunden. Die Rückfahrt am 10.03. verlief ähnlich entspannt, ein bisschen mehr war zwar los, aber kein Vergleich mit einem Reise-Samstag.
Wetter, Temperaturen & Schnee:
Kurz vor unserer Anreise hatte es ja ordentlich geschneit, so dass sich die Dolomiten im schönsten Winterkleid präsentieren konnten. Montag und Dienstag meist heiter bis wolkig, nachts war es kalt genug, dass die Pisten morgens ausreichend durchgefroren waren. Morgens leichte Minusgrade, im Tagesverlauf zunehmend warm mit Plusgraden. Am Mittwoch dann Wetterumschwung mit einsetzendem Schneefall. Donnerstag wieder recht schön, ab Freitag dann nochmals etwas Neuschnee und eher schlechtes Wetter. Die Pistenverhältnisse waren durch die ordentliche Schneeauflage überwiegend gut: Morgens griffig und hart, vereinzelt leicht eisig, dann auffirnend und nachmittags je nach Exposition und Betrieb weicher, tief, sulzig oder (an den üblichen Stellen) verbuckelt. Im Wesentlichen hat es uns schon ganz gut getaugt. Allerdings war der Neuschnee recht feucht und bremsig.
Wartezeiten / Betrieb:
In der Regel sind wir mit dem Hotelshuttle zum Heiligkreuz oder mit dem Auto die paar Meter zum kostenlosen Sponata-Parkplatz gefahren und dort eingestiegen, nur an zwei Tagen aus Zeitgründen mit dem Auto nach Corvara. Den Liftstart um 08.30 Uhr haben wir immer ziemlich eingehalten. Auf diese Weise sind wir an den üblichen "Engstellen" eigentlich immer ohne größere Wartezeiten durchgekommen. Wir haben eine gute Woche erwischt, es war zwar gefühlt auf den Pisten einiges los, aber an den Liften hat es sich gut verteilt. Wir haben uns dabei so weit wie möglich aus den "Ronda-Pulk" herausgehalten bzw. die Runde nur kurz genutzt, um von A nach B zu kommen. Trotz (noch) Hauptsaison war es eigentlich wirklich entspannt.
Gefallen:
Neue Gebiete kennengelernt: Ciampac und Buffaure
Dolomitenpanorama
Gute Schneelage
sehr schönes Hotel mit super Essen
Nicht gefallen:
Bier- und Essenspreise auf manchen Hütten
Wechselhaftes Wetter
Skigebiet Civetta wetterbedingt nicht besucht
Sonntag, 03.03.2024
Nach der entspannten Anreise gibt es erstmal ein "da sind wir-Seidla" mit Blick zum Heiligkreuzkofel, dann holen wir uns die Skipässe und machen eine späte Mittagspause neben der Talstation Heiligkreuz.
Unser Badia-Pub gibt es natürlich auch noch und vor dem ersten Abendessen schauen wir natürlich gleich mal dort vorbei. Der Wirt freut sich sehr uns wieder zu sehen und wir versprechen, jeden Tag (außer am Ruhetag...) vorbei zu kommen. Was wir natürlich auch halten
Skiline heute: 8.990 hm, 36 Lifte, 49 Pisten-km
Heute soll es nach Gröden gehen, die Abfahrten am Danterceppies, Ciampinoi und Monte Seura sind unser Ziel. Als wir am Sponata starten, ist es noch etwas wolkig, soll aber im Lauf des Tages schöner werden. Blick vom Piz La Ila Richtung Heiligkreuz und Conturines reißt es schon auf. Über La Fraina und Biok machen wir uns mit Blick zum Sellastock auf den Weg nach Corvara. Nach dem üblichen Geschaukel hoch zum Sellajoch lässt sich erstmals der Langkofel blicken. Seitenblick zum zerklüfteten Teil des Sellastocks. Am Grödnerjoch angekommen nehmen wir die rechte Schwarze ins Langental - klasse Abfahrt, super Zustand. Eine Wiederholungsfahrt am Danterceppies, dann wechseln wir die Seite. Wolkenstein-Blick vom Ciampinoi. Über Piz Seteur und Comici wechseln wir zum Monte Seura. Hier fahren wir alle Abfahrten, dann geht es via Tramans zurück. Wir nehmen die rote Ciampinoi-Abfahrt und lifteln zurück zum Grödner Joch und nach Corvara. Über den Col Alt - Braia Fraida - Pre dai Corf nehmen wir den schnellsten Rückweg. Schließlich wollen wir ja nochmal zum Heiligkreuz, um auf der Ütia L'Tama noch einen kleinen Einkehrschwung zu machen... Und natürlich gibt es auch wieder einen abendlichen Halt im Pub
Skiline heute: 8.596 hm, 29 Lifte, 42 Pisten-km
Heute sieht es wettertechnisch gut aus, deshalb wollen wir zur Marmolada. Gehört für mich definitiv dazu, wenn ich dort bin! Wir starten in Corvara und sind dann so früh in Arabba, dass wir an der DMC Europa noch ein paar Minuten auf den Betriebsbeginn warten müssen. Wir hätten Zeit für eine Fahrt am Vallon gehabt - das haben wir dann in der restlichen Woche leider nicht mehr geschafft. Der weitere Weg verläuft entspannt und ohne Wartezeiten.
Blick Richtung Padonkamm. Ziel in Sicht... Es ist heute ziemlich warm, die Abfahrt nach Malga Ciapela wird im unteren Bereich schon am Vormittag sulzig und bucklig. Wartezeit eine Gondel... Und schon sind wir gegen 10.15 Uhr oben
Skiline heute: 5.197 hm, 25 Lifte, 32 Pisten-km
Heute sieht es wettermäßig nicht gut aus. Über Nacht hat es etwas geschneit, die höheren Lagen sind in Wolken und im Tagesverlauf soll es zunehmend schlechter werden. Wir starten am Heiligkreuz und verbringen dann den Vormittag kreuz und quer im Blauen Meer. Es zieht zu und die Sicht wird zunehmend diffuser. Dann setzt Schneefall ein und wir machen uns auf den Rückweg. Gegen 13.00 Uhr gibt es dann eine leckere und ausgedehnte Mittagspause in der Ütia Le. Absolut super
Skiline heute: 8.806 hm, 29 Lifte, 50 Pisten-km
Für heute sieht das Wetter wieder besser aus und es ist an der Zeit, wieder einmal "Neuland" zu erkunden. Wir wollen ins Fassatal, dort die Seite wechseln und die uns noch nicht bekannten Skigebiete Ciampac und Buffaure erkunden. Angeblich soll es dort ja auch rassige schwarze Pisten geben...
Wir starten in Corvara und machen uns auf den direkten Weg nach Arabba. Die Abfahrten an der Porta Vescovo würden uns durchaus reizen, aber wir wollen ja weiter. Immer wieder ein schönes Panorama: Heiligkreuzkofel, Conturinesspitze, Fanesgruppe und die Tofanen. Und schon sind wir am Belvedere. Nach der Tal- und Bergfahrt sind wir gegen halb elf im "Neuland": Skigebiet Ciampac. Eine landschaftlich sehr schöne, weite Schneeschüssel mit eher flachen Abfahrten. Die Verbindungs"abfahrt" Richtung Buffaure ist eher ein sehr langer Ziager... Aber vorne angekommen erwartet uns dann ein völlig neues Panorama. Das Objekt der Begierde ist erreicht: Die "Vulcano" Grandiose Abfahrt im Topzustand! Absolut griffig und nichts los - wir heizen runter wie die Sau... Unten im Fassatal liegt deutlich weniger Schnee und auch Richtung Rosengarten sind die Hänge recht braun. Aber die Pisten sind super, auch die rote "Hintenrum-Abfahrt" nach Pozza gefällt mir sehr gut. Gegen Mittag machen wir uns wieder auf den Rückweg. Die schwarze Abfahrt nach Alba macht ebenfalls sehr viel Spaß, ist aber stellenweise etwas eisig. Aus der Col dei Rossi-Gondel ein sehr schöner Blick zum Langkofel-Massiv. Oben angekommen haben wir die Wahl: Über Arabba zurück oder noch die Runde über Gröden durchfahren? Wir entscheiden uns für letzteres, Wartezeiten sind heute eh ein Fremdwort. Und schon sind wir am Col Rodella... ...direkt unter der Lankofelgruppe. Unter uns das Grödner Joch, dahinter die Sellagruppe. Am Piz Seteur machen wir eine späte Mittagspause, dann geht es über Wolkenstein und Sellajoch zurück Richtung Corvara. Wir liegen gut in der Zeit und machen noch einen Abstecher ins Edelweißtal. Leier zieht es wieder etwas zu. Wir belassen es bei einer Fahrt am Forcelles und Col Pradat, weil die Pisten schon wieder sehr weich bis sulzig sind. War auf jeden Fall ein super Tag heute, Ciampac/Buffaure stehen nächstes Jahr auch wieder auf dem Programm, dann auch mit mehr Ruhe und Zeit für Wiederholungfahrten. Das konnte ich heuer noch nicht so richtig einschätzen. Freitag, 08.03.2024
Skiline heute: 8.506 hm, 36 Lifte, 44 Pisten-km
Eigentlich sollte es heute mit dem Auto nach Alleghe gehen, um das Civetta-Skigebiet zu besuchen. Also nicht nur mal schnell auf der Grande Guerra-Tour durchrutschen, sondern einen ganzen Tag zum Kennenlernen. Aber in der Nacht gab es nochmal Neuschnee, mein Auto hat nicht mehr die besten Winterreifen und Ketten habe ich auch nicht dabei. Und der morgendliche Webcam-Blick ins Civetta-Gebiet sagt "Wie Sie sehen, sehen Sie nichts". Das bringt dann heute nix...
Wir starten wieder am Heiligkreuz. Einen Plan für heute haben wir eigentlich nicht. Es ist nur wenig los und am Ende fahren wir dann im Wesentlichen einfach die Runde gegen den Uhrzeigersinn. Nachdem der berühmte Zaun offen ist, sind wir auch wieder bereit, die Gondel zu benutzen. Daher nehmen wir die Saslong B, die an der schönen Fischburg vorbeiführt. Weiter geht es durch die Steinerne Stadt. Die Wolken hängen mal höher, mal tiefer, aber es lässt sich ganz gut fahren. Auf der Boe-Abfahrt nach Corvara wird es dann mal wieder heller. Heute ist wirklich fast nix los... Den Rückweg nehmen wir diesmal über die schwarze Gran Risa, die noch sehr gut geht und viel Spaß macht. Mit einer späten Mittagspause auf der Ütia Le lassen wir den Skitag dann ausklingen. Hat schon gepasst heute... Samstag, 09.03.2024
Skiline heute: 7.835 hm, 31 Lifte, 36 Pisten-km
Der morgendliche Webcam-Blick sieht ähnlich aus wie gestern... Es soll im Tagesverlauf aber besser werden. Ich mag die 5 Torri recht gern und daher entschließen wir uns, heute dorthin zu fahren (auch wenn morgens noch alles in der Nebelsuppe ist).
Vom Heiligkreuz aus sind wir in einer Stunde oben am Falzaregopass. Ohne Wartezeit geht es in die Gondel - und hoch in die Wolkensuppe. Das erste Stück der Abfahrt ist absoluter Blindflug, aber nach einem Stück kommen wir unter die Wolken und haben wieder ausreichend Sicht. Nach der Abfahrt vom Lagazuoi machen wir aus auf den Weg zu den 5 Torri. Die (von unten) linke Piste ist für Rennteams gesperrt, auf den anderen Abfahrten machen wir mehrere Wiederholungen. Die Cinque Torri. Die Wolken ziehen langsam höher, wir wechseln übers Joch und nehmen die Abfahrt zur Fedare-DSB. Gegen Mittag machen wir uns auf den Rückweg in die Nebelsuppe. Am Col Gallina wird es heller und die Sonne kämpft schon. Dann geht es wieder hoch zum Lagazuoi - oben ist nach wie vor alles in Wolken. Aber auf der Abfahrt reißt es dann endlich auf. Wir machen in der Scotoni-Hütte unsere Mittagspause und genießen den schönen Ausblick. Wirklich eine schöne Hütte in toller Lage! Die gefrorenen Wasserfälle sind in diesem Jahr nicht ganz so groß, werden aber fleißig von Eiskletterern genutzt. Und natürlich gibt es auch das Pferdetaxi noch