In der Schweiz und im benachbarten Österreich werden aktuell die Gebiete und Skipisten mit Nachdruck beschneit, präpariert und geöffnet. Doch die grossen Zentralschweizer Skigebiete scheinen daran kein Interesse gefunden zu haben:
-Engelberg hatte letztes Wochenende noch nicht wirklich viel beschneit
-Andermatt hat diese Woche viel heisse Luft rausgelassen nur um lediglich eine 900 Meter kurze Sesselbahn mit zwei Pisten zu öffnen
-Stoos ist zwar flexibel aber die geöffneten Pisten noch kürzer als in Andermatt
-Dasselbe gilt auch für die Klewenalp
-Der Rest hat entweder ein nichtmal erwähnenswertes Angebot, oder noch komplett zu
Am Freitagmorgen schaute ich also etwas frustriert auf die Website des Skilift Neusell nach möglichem Wochenendbetrieb. Als ich las dass der über 1,5 Kilometer lange Schlepplift in Betrieb sein wird, war klar wohin es geht. Zumal der Lift schnell und gut zu erreichen ist und man nach dem Skifahren nicht noch mit Seilbahnen ins Tal fahren muss.
Kurz vor 9 Uhr ist es an der Talstation noch schattig und mit minus 6° auch eher kalt. Erfreulicherweise darf ich schon vor 9 Uhr hochfahren.
Wenig später bin ich schon an der Bergstation auf 1310 Meter über Meer angelangt. Der Lift ist übrigens von Städeli und mit Bohrer-Gehängen ausgestattet.
Sofort geht's die Piste hinab. Diese ist schön trassiert, allerdings ist die Schneeauflage schon sehr dünn, sodass es schon einige braune Stellen hat und der Dreck durchkommt. Leider wurde auch erst am Morgen präpariert sodass die Piste nicht durchfrieren konnte und sofort aufgebrochen wird.
Etwa auf halber Höhe des Lifts kommt zum ersten Mal eine Schneekanone zum Vorschein. Diese hat allerdings nicht zur Öffnung beigetragen. Insgesamt konnte ich Vier Schneekanonen und eine Lanze ausfindig machen. Wieso man bei diesen Temeraturen allerdings nicht beschneit, war mir ein Rätsel. Vielleicht erwartet man, dass der Schnee vor Weihnachten eh noch einmal schmilzt.
Blick auf den Lift.
Idyllisch ist die Piste sowieso. Dieser Stall mitten auf der Piste stört hier niemanden.
Blick auf den Schlussteil der Piste. Langsam kommt auch die Sonne.
Eine Schwarze Piste gibt es auch, diese wurde allerdings nur eine Bullyspur breit präpariert und hatte zudem mit Abstand am meisten Dreck drin.
Dafür bieten sich von dieser Piste aus, tolle Ausblicke auf den Schlepplift.
Schönes Talstationsgebäude und davor eine lange Schlange. Der Lift musste wegen eines Lagerschadens an einer Rollenbatterie gestoppt werden.
Dies ist die besagte Stütze.
Blick auf die schwarze Piste und den Skilift.
Es folgen noch einige Eindrücke der Piste und Landschaft:
Mit einer letzten Abfahrt beschliesse ich kurz vor 10:30 Uhr schlussendlich den Tag. Es hat aufgrund der langen und aussergewöhnlichen Piste viel Spass gemacht auch wenn die Piste leider schnell hinüber war.
Hoffentlich bleibt es lange so Winterlich damit in den zahlreichen Kleingebieten in tiefen Lagen diesen Winter mal die Kasse klingelt.
Rotenthurm-Neusell 23.11.24: Längste geöffnete Piste der Zentralschweiz!
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Re: Rotenthurm-Neusell 23.11.24: Längste geöffnete Piste der Zentralschweiz!
Hätte ich das gewusst das sie aufgemacht hätten wäre ich glaub auch mal dort gefahren.
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Re: Rotenthurm-Neusell 23.11.24: Längste geöffnete Piste der Zentralschweiz!
Da ich am gleichen Tag am gleichen Ort war, erlaube ich, meinen Bericht ebenfalls hier reinzustellen
Neusell Biberegg 23. 11. 24
Nachdem beim Wintereinbruch vor einem Jahr keiner der kleinen Skilifte in der Region geöffnet hatte und ich damals zu Fuss auf eine Tour ging viewtopic.php?t=69051, war es dieses Jahr soweit! Der Skilift in Biberegg war geöffnet und ich entschied mich spontan hinzugehen. Endlich konnte ich einen der wenigen verbliebenen Kleinskilifte in dieser Gegend fahren.
Der Skilift ist einer der wenigen verbliebenen in der Region Einsiedeln. In den letzten Jahren haben mit den Skiliften in Bennau, Gross, Raten, dem benachbarten Skilift Mädern (mit dem es übrigens kein gemeinsames Ticket gab) und natürlich dem "grossen Bruder" Sattel-Hochstuckli sehr viele Lifte geschlossen. Auch am Friherrenberg in Einsiedeln war der Betrieb zwischenzeitlich eingestellt. Er ist meines Wissens neben dem Skilift Schnabelsberg der einzige andere in der Region, der noch geöffnet ist. Da ich selbst an einem solchen Lift zum ersten Mal auf den Ski gestanden bin, finde ich es auch heute wichtig, diese zu unterstützen, weshalb ich heute nach Biberegg, einem Weiler neben dem bekannten Langlauf-Ort Rothenthurm, gefahren bin.
Der Skilift, der seit 1954 Skisport an diesem Hang ermöglicht, dreht in seiner heutigen Form seit 1968 seine Runden. Der Städeli-Lift mit Fachwerkportalstützen erschliesst 3 Pisten mit verschiedenen Varianten. Die auf der Website angegebenen 10 Pistenkilometer sind bei einer Liftlänge von knapp 1.5 km dennoch sehr grosszügig geschätzt. Die blaue Hauptpiste wird im oberen Teil durch mehrere Rote flankiert und verläuft mit abwechselnden Steil- und Flachstücken über die Wiesen auf der von der Talstation gesehenen linken Seite, ehe sie am Ende nach einer Kurve zur Talstation zurückkehrt. Die schwarze Piste zweigt nach etwa 2/3 der Höhe von der roten ab und verläuft parallel zum Skilift. Sie ist nicht zu unrecht schwarz markiert, da sie im untersten Teil ziemlich schmal und steil ist. Die rote Aussenrumpiste folgt der Strasse (rechts vom Skilift), wobei sie diese immer wieder mit tollen Hängen abkürzt. Bei der Talstation gibt es noch einen Anfängerbereich. Der Lift befindet sich an einem Nordwesthang zwischen 970 und 1330 müM. Einst gab es bei der Bergstation sogar noch einen sehr kurzen zweiten Skilift, der jedoch wegen Hangbewegungen abgebaut werden musste. Wer denkt, dass im Gebiet die Zeit stehen geblieben ist, irrt jedoch. Es verfügt nicht nur über ein modernes Axess Ticket-System, sondern über mindestens 4 Schneekanonen und 3 Lanzen, die ich bei meinem Besuch zählen konnte. Trotzdem gab es in den letzten beiden Jahren leider nur 22 und 18 Skitage. Der Tagespass kostet 29.- und die Vierstundenkarte 25.-.
Am 23. 11. waren die blaue und die schwarze Piste offen. Die roten Varianten waren auch ausgesteckt, sodass man sie problemlos auch fahren konnte. Die Betreiber haben tollen Einsatz geleistet für dieses eine Ski-Wochenende, obwohl die Warmfront und die darauffolgende Schneeschmelze absehbar waren. Da ich erst gegen den Mittag kam, war die Piste wegen des weichen Schnees nicht mehr im besten Zustand und die schwarze war ein totaler Acker, sodass ich sie nicht gefahren bin. In dieser schönen Landschaft war das jedoch nicht so schlimm und auch neben der Piste, bzw. auf den ausgesteckten aber nicht präparierten roten Pisten, gab es einige tolle Varianten zu erkunden.
*bitte entschuldigt die Qualität der Handyfotos, Seilbahnfans Bilder geben einen besseren Eindruck
*
Neusell Biberegg 23. 11. 24
Nachdem beim Wintereinbruch vor einem Jahr keiner der kleinen Skilifte in der Region geöffnet hatte und ich damals zu Fuss auf eine Tour ging viewtopic.php?t=69051, war es dieses Jahr soweit! Der Skilift in Biberegg war geöffnet und ich entschied mich spontan hinzugehen. Endlich konnte ich einen der wenigen verbliebenen Kleinskilifte in dieser Gegend fahren.
Der Skilift ist einer der wenigen verbliebenen in der Region Einsiedeln. In den letzten Jahren haben mit den Skiliften in Bennau, Gross, Raten, dem benachbarten Skilift Mädern (mit dem es übrigens kein gemeinsames Ticket gab) und natürlich dem "grossen Bruder" Sattel-Hochstuckli sehr viele Lifte geschlossen. Auch am Friherrenberg in Einsiedeln war der Betrieb zwischenzeitlich eingestellt. Er ist meines Wissens neben dem Skilift Schnabelsberg der einzige andere in der Region, der noch geöffnet ist. Da ich selbst an einem solchen Lift zum ersten Mal auf den Ski gestanden bin, finde ich es auch heute wichtig, diese zu unterstützen, weshalb ich heute nach Biberegg, einem Weiler neben dem bekannten Langlauf-Ort Rothenthurm, gefahren bin.
Der Skilift, der seit 1954 Skisport an diesem Hang ermöglicht, dreht in seiner heutigen Form seit 1968 seine Runden. Der Städeli-Lift mit Fachwerkportalstützen erschliesst 3 Pisten mit verschiedenen Varianten. Die auf der Website angegebenen 10 Pistenkilometer sind bei einer Liftlänge von knapp 1.5 km dennoch sehr grosszügig geschätzt. Die blaue Hauptpiste wird im oberen Teil durch mehrere Rote flankiert und verläuft mit abwechselnden Steil- und Flachstücken über die Wiesen auf der von der Talstation gesehenen linken Seite, ehe sie am Ende nach einer Kurve zur Talstation zurückkehrt. Die schwarze Piste zweigt nach etwa 2/3 der Höhe von der roten ab und verläuft parallel zum Skilift. Sie ist nicht zu unrecht schwarz markiert, da sie im untersten Teil ziemlich schmal und steil ist. Die rote Aussenrumpiste folgt der Strasse (rechts vom Skilift), wobei sie diese immer wieder mit tollen Hängen abkürzt. Bei der Talstation gibt es noch einen Anfängerbereich. Der Lift befindet sich an einem Nordwesthang zwischen 970 und 1330 müM. Einst gab es bei der Bergstation sogar noch einen sehr kurzen zweiten Skilift, der jedoch wegen Hangbewegungen abgebaut werden musste. Wer denkt, dass im Gebiet die Zeit stehen geblieben ist, irrt jedoch. Es verfügt nicht nur über ein modernes Axess Ticket-System, sondern über mindestens 4 Schneekanonen und 3 Lanzen, die ich bei meinem Besuch zählen konnte. Trotzdem gab es in den letzten beiden Jahren leider nur 22 und 18 Skitage. Der Tagespass kostet 29.- und die Vierstundenkarte 25.-.
Am 23. 11. waren die blaue und die schwarze Piste offen. Die roten Varianten waren auch ausgesteckt, sodass man sie problemlos auch fahren konnte. Die Betreiber haben tollen Einsatz geleistet für dieses eine Ski-Wochenende, obwohl die Warmfront und die darauffolgende Schneeschmelze absehbar waren. Da ich erst gegen den Mittag kam, war die Piste wegen des weichen Schnees nicht mehr im besten Zustand und die schwarze war ein totaler Acker, sodass ich sie nicht gefahren bin. In dieser schönen Landschaft war das jedoch nicht so schlimm und auch neben der Piste, bzw. auf den ausgesteckten aber nicht präparierten roten Pisten, gab es einige tolle Varianten zu erkunden.
*bitte entschuldigt die Qualität der Handyfotos, Seilbahnfans Bilder geben einen besseren Eindruck
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Re: Rotenthurm-Neusell 23.11.24: Längste geöffnete Piste der Zentralschweiz!
Super Bericht
. Ich hätte nicht gedacht, dass noch jemand anderes ausdem Forum dort ist, den es wurde glaube ich nirgends gepostet, dass geöffnet wird.