90 Jahre Bolgenlift
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Historisches aus Davos
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Re: Historisches aus Davos
Ein aktueller Medienartikel erzählt von einem heute fast vergessenen Projekt aus den späten 1960er‑Jahren: Auf dem damaligen Jörigletscher oberhalb der Jöriseen wollten Davos und Klosters ein Sommerskigebiet bauen. Aus einem Nachlass sind detaillierte Unterlagen aufgetaucht, die zeigen, wie stark der Glaube an touristisches Wachstum damals war – und wie wenig man ökologische Fragen berücksichtigte.
Sommerskifahren galt zu jener Zeit als Trend, angeführt von Orten wie St. Moritz und Zermatt. Ein Davoser Initiativkomitee wollte unbedingt mithalten und sah im Jörigletscher das ideale Gebiet: rund 1200 Meter lang, angeblich spaltenfrei und mit direkter Erreichbarkeit von der Flüelapassstrasse. Der Gast sollte «in unmittelbare Nähe des Gletschers fahren» können – ein Gedanke, der heutigen Diskussionen über Parkplätze an Bergbahnstationen erstaunlich ähnelt.
Geplant waren ein 1,5 Kilometer langer Zweiersessellift als Zubringer sowie ein fast 1 Kilometer langer Schlepplift auf dem Gletscher. Dazu sollte ein Bergrestaurant entstehen. Die Kosten wurden auf 1,36 Millionen Franken geschätzt. Das Komitee rechnete mit rund 20’000 Besuchenden pro Saison und einem jährlichen Reingewinn von 50’000 Franken. Risiken oder Eingriffe in die Natur wurden im Projektbeschrieb nicht erwähnt.
Der Ton der Dokumente ist geprägt von grenzenlosem Optimismus: Der Tourismus wachse rasant, längere Ferienzeiten und steigender Lebensstandard würden immer neue Gäste bringen. Sommerskilauf sei eine «unerlässliche Referenz» moderner Fremdenzentren, und die Region Davos/Klosters müsse mithalten, da der Fremdenverkehr «praktisch einziger Industriezweig» sei.
Trotz dieser Euphorie wurde das Projekt nie realisiert. Widerstand aus der Bevölkerung sowie Einwände von Natur- und Heimatschutz verhinderten den Bau. Heute ist vom einst mächtigen Jörigletscher nur noch ein kleines Schneefeld übrig – und die Pläne wirken wie ein Zeitdokument aus einer Ära, in der touristische Expansion fast grenzenlos gedacht wurde.
https://www.suedostschweiz.ch/graubuend ... en-2048035
Sommerskifahren galt zu jener Zeit als Trend, angeführt von Orten wie St. Moritz und Zermatt. Ein Davoser Initiativkomitee wollte unbedingt mithalten und sah im Jörigletscher das ideale Gebiet: rund 1200 Meter lang, angeblich spaltenfrei und mit direkter Erreichbarkeit von der Flüelapassstrasse. Der Gast sollte «in unmittelbare Nähe des Gletschers fahren» können – ein Gedanke, der heutigen Diskussionen über Parkplätze an Bergbahnstationen erstaunlich ähnelt.
Geplant waren ein 1,5 Kilometer langer Zweiersessellift als Zubringer sowie ein fast 1 Kilometer langer Schlepplift auf dem Gletscher. Dazu sollte ein Bergrestaurant entstehen. Die Kosten wurden auf 1,36 Millionen Franken geschätzt. Das Komitee rechnete mit rund 20’000 Besuchenden pro Saison und einem jährlichen Reingewinn von 50’000 Franken. Risiken oder Eingriffe in die Natur wurden im Projektbeschrieb nicht erwähnt.
Der Ton der Dokumente ist geprägt von grenzenlosem Optimismus: Der Tourismus wachse rasant, längere Ferienzeiten und steigender Lebensstandard würden immer neue Gäste bringen. Sommerskilauf sei eine «unerlässliche Referenz» moderner Fremdenzentren, und die Region Davos/Klosters müsse mithalten, da der Fremdenverkehr «praktisch einziger Industriezweig» sei.
Trotz dieser Euphorie wurde das Projekt nie realisiert. Widerstand aus der Bevölkerung sowie Einwände von Natur- und Heimatschutz verhinderten den Bau. Heute ist vom einst mächtigen Jörigletscher nur noch ein kleines Schneefeld übrig – und die Pläne wirken wie ein Zeitdokument aus einer Ära, in der touristische Expansion fast grenzenlos gedacht wurde.
https://www.suedostschweiz.ch/graubuend ... en-2048035