Anfahrt: Ettlingen - A5 - Freiburg - B31 - Bärental - Altglashütten - Menzenschwand in 1:55 h
Wetter: Wolkenlos, -5°C bis +5°C
Schnee: 5-15 cm Frühjahrsschnee, in Menzenschwand morgens noch überfroren
Anlagen in Betrieb: Alle in den besuchten Orten
Wartezeit: Menzenschwand keine; Fischbach 0-2 min; Herrischried steiler Lift 0-1 min, Übungslift 5-10 min; Herrenschwand keine
Gefallen: Nach langer Pause mal wieder in Menzenschwand und Herrenschwand Ski gefahren, neue Skigebiete kennengelernt, Alpenpanorama aus dem Hotzenwald
Nicht gefallen: Skigebiet Herrischried samt Parkplätzen überlaufen
Bewertung: Schneemangelbedingt Menzenschwand & Herrenschwand 4, Fischbach 3, Herrischried 2 von 6 Mittelgebirgspunkten
Schnee und Sonnenschein im Südschwarzwald während des Weihnachtsurlaubs, das will genutzt werden. Die Familie hatte andere Prioritäten, und so konnte ich allein eine Liftsafari nach eigenem Gusto gestalten. Der Feldberg ist in den Schulferien ein No-Go. Erfreut stellte ich fest, dass diverse Skilifte, die ich schon lange nicht mehr oder noch nie besucht hatte, geöffnet waren. Nachdem der Rotlachelift am Schauinsland nach nur wenigen Betriebstagen schon wieder geschlossen werden musste und somit ausfiel, ließ sich die Südschwarzwaldrunde einfacher gestalten.
Ich startete in Menzenschwand, wo ich zwar erst im Sommer 2024 gewandert, aber zuletzt im Winter 2010 Ski gefahren war, also vor 14 Jahren! Kinder, wie die Zeit vergeht ... An den Anlagen dort hat sich nichts geändert. Unten dient der steile, schattige Mösle-Schlepplift meistens nur als Zubringer, oben verwöhnt der Schwinbach-Schlepplift mit sonnigen, abwechslungsreichen Pisten. Bei meinem Besuch hatte man die Abfahrten beider Lifte wohl wegen der dünnen Schneeauflage nicht präpariert. Der Frühjahrsschnee auf den Abfahrten des Schwinbachlifts war morgens noch überfroren, ließ sich aber immerhin akzeptabel fahren. Stellenweise schauten Grasbüschel aus dem Schnee, aber die Abfahrten waren 100% steinfrei. Ab 10:15 Uhr taute der angefrorene Schnee wieder an. Am Skihang Schwinbach verloren sich geschätzt 50 Personen, so dass viel Platz war und es keine Wartezeiten gab. Meine zwei Skistunden dort vergingen im Sonnenschein und mit einem Stück Alpenblick wie im Flug. Gegen 11 Uhr nahm ich nach einem kleinen Imbiss in der Schwinbachhütte die steile Rückbringer-Schussabfahrt in Richtung Möslelift. Über die 14 Jahre hatte ich vergessen, dass man für den Rückweg doch einige Minuten flach aufsteigen muss. Der schattige Möslehang sah zerfahren und fürchterlich aus, fuhr sich aber deutlich besser als erwartet.
Von Menzenschwand fuhr ich in 15 min weiter nach Fischbach, einem Ortsteil von Schluchsee.
16 Fotos aus Menzenschwand:
Blick auf den Schwinbach-Skihang und das Spieshorn bei der Anfahrt nach Menzenschwand.
Mösle-Skihang am Morgen.
Talstation SCHL Mösle. Die PHB-Anlage macht auf dem steilen Hang fast 200 Höhenmeter.
SCHL Mösle. Die Abfahrt blieb - wohl wegen der dünnen Schneedecke - unpräpariert.
SCHL Schwinbach. Der mäßig geneigte, sonnige Hang ist genau das Gegenstück zum unterhalb gelegenen Mösle-Skihang.
Der SCHL Schwinbach ist m.W. eine Doppelmayr-Anlage.
Trasse SCHL Schwinbach.
Abfahrt Schwinbachlift mit Alpenblick gegen die Morgensonne.
Leichter Zoom zu den Graubündner und Glarner Alpen.
Zoom zum Bifertenstock und zum Tödi, höchster Berg der Glarner Alpen. Unten links der Sendeturm auf dem Uetliberg bei Zürich. Weiter links wäre der Glärnisch samt Bächistock, aber das Foto ist leider unscharf geworden.
Zoom in die Graubündner Alpen mit Ringelspitz, Tristelhorn, Piz Sardona und Piz Segnas, sämtlich Bergen über Flims.
Schwinbach-Abfahrt ... zwar unpräpariert, aber trotzdem recht gut zu befahren.
Man kann auf beiden Seiten des Lifts abfahren.
Für den Rückweg zum Möslelift und zum Parkplatz muss man die Strecke ganz links im Schuss bis zur hinteren Waldkante zurücklegen. Dennoch muss man anschließend noch ein Stückchen Forstweg aufsteigen, bis man an der Bergstation Möslelift herauskommt.
Skihang Schwinbach von der Außenrum-Umfahrung gesehen.
Finale Abfahrt über den steilen Mösle-Hang, der sich wegen pulvriger Schneekonsistenz besser fahren ließ, als er aussah.
Im Schluchseer Ortsteil Fischbach befindet sich der 600 m lange Fischbachlift. Den habe ich schon jahrelang auf seiner Webcam beobachtet, aber hingekommen bin ich bis zu diesem Besuchstag nie. Für den Skilift stehen nur wenige Parkplätze an der Hauptstraße in Fischbach und auf einer zusätzlichen Stellfläche zur Verfügung. Der Lift ist bei den lokalen Familien beliebt, und nur mit viel Glück ergatterte ich sofort einen Parkplatz. Von den Parkplätzen muss man zum Lift noch 2 min Fußweg zwischen Privatgrundstücken zurücklegen. Neben dem Skilift befinden sich die Hütte des Skiclubs Fischbach und ein Übungs-Seillift. Beide nahmen zusammen ca. 60% der Besucher auf. Kurze Wartezeiten am Schlepplift gab es nur, weil ab und zu Kinder aus dem Lift fielen. Der Skihang ist oben schmal und wird unten sehr breit, so dass man steiler in der Direttissima oder flacher "außenrum" abfahren kann. Der Frühjahrsschnee war bei meinem Besuch mit ein paar Grasbüscheln und Steinen garniert. Von der Liftbergstation gibt's Alpenblick. Der Schlepplift wurde offenbar irgendwann nach oben in den Wald verlängert, denn unten hat er Portal- und oben Schräg-T-Stützen.
In Fischbach fuhr ich nur eine Stunde Ski, mehr gibt der Hang für gute Skifahrer nicht her. Dann ging es in 35 Minuten weiter nach Herrischried.
10 Fotos aus Fischbach:
So sieht man den Skilift Fischbach, wenn man vom Parkplatz kommt.
2 Minuten warten, weil Kinder im Einstieg aus dem Lift gefallen sind.
Trasse SCHL Fischbach. Unten mit Portalstützen, ...
... oben mit Schräg-T-Stützen. Offenbar wurde die Anlage irgendwann mal verlängert.
Piste nach dem Ausstieg, schmaler und schattiger Teil.
Piste weiter unten, superbreiter und sonniger Teil. Am Horizont die Schweizer Alpen mit Säntis, Churfirsten, Pizol, Ringelspitz und Piz Segnas.
Alpenzoom auf die Churfirsten: Hinterrugg, Schibenstoll, Zuestoll, Brisi, Frümsel, Selun, Schären und Nägeliberg
Schweizer Alpenzoom 2. Unten im großen Taleinschnitt in Bildmitte läge der Walensee. Am linken Bildrand der Pizol, es folgt das Sazmartinshorn mit dem Egghorn, beides noch Berge der Pizolgruppe. Der unscheinbare Buckel in der Mitte ist der Schnürligrat. Rechts davon Spitzmeilen und Magerrain überm Skigebiet Flumserberg. Am rechtren Bildrand das Panärahorn über Flims.
Schweizer Alpenzoom 3, die Fortsetzung von Nummer 2 nach rechts / Westen. Panärahorn, Ringelspitz und Tristelhorn links der Lücke, rechts davon Gross Schiben und Piz Sardone. alles Berge über Flims.
Abfahrt Skilift Fischbach.
In Herrischried war ich noch nie Ski fahren, sei es wegen der Lage weit südlich im oberen Hotzenwald, dem Südabfall des Schwarzwalds zum Rhein hin, oder weil nicht immer beide Lifte des Skigebiets in Betrieb waren, wenn ich einen Besuch erwogen hatte. Dank der Weihnachtsferien liefen diesmal beide Anlagen, und ich war neugierig auf mein zweites neue Schwarzwälder Kleinskigebiet des Tages. Etwas irritiert nahm ich die Staumeldung meines Navigationssystems an den Skihängen zur Kenntnis. Die erwies sich vor Ort als berechtigt. Das Skigebiet von Herrischried und seine Parkplätze waren überlaufen wie der Feldberg. 20 Minuten lang musste ich um einen Parkplatz kämpfen. Auf den Stellplätzen hatten rücksichtslose Zeitgenossen die Ausfahrten zugeparkt, so dass jede Parklinie eine Sackgasse war, aus der man nur rückwärts wieder herauskam ... sofern man nicht durch weitere einfahrende Fahrzeuge blockiert wurde. Dank der Mittagszeit war es an der Liftkasse und dem steileren der beiden Schlepplifte, dem Ödlandlift, leer. Kurz nach 13 Uhr beleuchtete die Sonne nur die Abfahrt des flacheren Kehltannenlifts; die nordausgerichtete Piste des steileren Ödlandlifts (mit Kurzbügeln) war weitgehend schattig. Zwischen steilem und flachem Schlepplift gibt es eine Verbindungsabfahrt. Beide Anlagen sind ca. 600 m lang; das kleine Skizentrum ist eigentlich gut konzipiert. Bei meinem Besuch waren alle Abfahrten mit Steinen garniert; es waren klar die schlechtesten Pisten des Tages. Beide Liftbergstationen befinden sich kurz vor der Kuppe des jeweils erschlossenen Nordhangbuckels, so dass man sich den wirklich tollen Blick nach Süden auf die nahen Schweizer Alpen von den Bergstationen aus in 1-2 Minuten erlaufen muss. Das Panorama ist dann absolut sehenswert. Weiterhin sehenswert sind die vor Ort eingesetzten, uralten, ja schon musealen Schneekanonen des Herstellers Linde (!) von geschätzt 1985. Nach ein paar Abfahrten am steilen Ödlandlift versuchte ich mich am flacheren Kehltannenlift. Oh mein Gott ... der blieb alle 15-20 Sekunden stehen, woraus eine Wartezeit von gut 10 Minuten resultierte. Auf meinen 600 m Liftfahrt wurde die Anlage rund 10 mal gestoppt. Einmal und nie wieder, schade. Nur dank der Alpenblick-Fotopausen überstand ich den rund zweistündigen Aufenthalt im Skigebiet Herrischried bis 15 Uhr. Dann fuhr ich erleichtert in ca. 20 Minuten weiter nach Herrenschwand, einem Ortsteil von Todtmoos.
20 Fotos aus Herrischried:
Riesengewusel an der Gastro, wo man von den Parkplätzen zu den Skiliften laufend eintrifft. Hinten der Ödlandlift.
Talstation Ödlandlift. Hersteller sieht nach Doppelmayr aus.
Trasse SCHL Ödland.
Abfahrt SCHL Ödland, leider reichlich steinig, was man auf dem Foto nicht sieht.
Verbindungsabfahrt vom SCHL Ödland zum SCHL Kehltannen. Etwas weniger steinig.
SCHL Kehltannen, der "Übungslift", weil flacher. Auch Doppelmayr. Während meiner einzigen (zumutbaren) Fahrt wurde er alle 15-20 Sekunden gestoppt. Sonst wäre er nett.
Wegen der ständigen Liftstopps baute sich am Kehltannenlift eine 50 Meter lange Warteschlange auf. Nix wie weg hier ...
Panoramaaufnahme aus dem Kehltannenlift über den unteren Teil des Herrischrieder Skigebiets.
Kehltannenlift. Eigentlich schön.
Schneekanonen des ehemaligen deutschen Herstellers Linde (!) aus dem Technikmuseum, aber nach wie vor im Einsatz. Ich tippe auf Baujahr ca. 1985.
Weitaus besser als das kleine Herrischrieder Skigebiet ist der Blick über den Jura auf die nahen Schweizer Alpen. Hier ein Stück Berner Alpen mit Ritzlihorn, Bächlistock, Hienderstock, Hangendgletscherhorn und (die dunklen rechts) Rosenhorn, Lauteraarhorn und Schreckhorn.
Berner Alpenzoom mit Eiger, Mönch und Jungfrau und den Lauterbrunner 3 1/2-Tausendern. Die Dampfwolke hinterm Jura stammt vom Schweizer Kernkraftwerk Gösgen.
Zoom auf Rosenhorn, Lauteraarhorn und Schreckhorn in den Berner Alpen. Das aus Grindelwalder Perspektive isoliert stehende Wetterhorn befindet sich hier vor dem Schreckhorn. Die teils felsigen Höhenzüge unterhalb sind die nicht-ganz-Zweitausender Wissguber, Abnistettenflue, Fürstein und Schafmatt. Der Sendeturm unten links steht auf der Bramegg im Entlebuch.
Eiger, Mönch und Jungfrau im Zoom. Die Bergkette davor mit dem markanten weißen Querstreifen drin sind Strick, Hächle und Hängst zwischen Marbach und Sörenberg.
Lauterbrunner 3 1/2-Tausender im Zoom. Zunächst das Breithorn. Dann schaut als Pyramide frech das Walliser Bietschhorn durch die Wetterlücke in den Bernern. Es folgen Tschingelhorn, Tschingelspitz und Gspaltenhorn und (als kleiner Anhang rechts) die Bütlasse. Der breite Kamm davor ist der Hohgant.
Märchenlandschaft.
Fleckistock, Titlis und Sustenhorn im Zoom. Der Berg davor ist der Lopper.
Tödi, Gross Schärhorn und Gross Düssi in den Glarner Alpen im Zoom.
Abfahrt Kehltannenlift.
Finale Fahrt mit dem Ödlandlift.
In Herrenschwand bin ich zuletzt 2008 Ski gefahren, also vor sage und schreibe 16 Jahren! Mein Alpinforums-Avatar-Foto stammt von dort. Dem damaligen Besuch war ein Besuch an den seinerzeit noch existenten Todtmooser Hochkopf-Skiliften vorausgegangen, die mittlerweile leider ebenso Geschichte sind wie der früher unterhalb des Skilifts Herrenschwand gelegene Skilift Präg, den ich nicht mehr erleben durfte. Der ca. 900 m lange Skilift Herrenschwand erschließt den 1200 m hohen Berg namens Hochgscheid. Der Lift verfügt über zwei Besonderheiten: Erstens handelt es sich um einen uralten Kurvenlift, zweitens erschließt die Anlage einen flachen Südwesthang mit Sonne bis zum Liftschluss um 16:30 Uhr. Auch hier gibt es so etwas wie eine "Goldene Stunde" analog der Stübenwasenlifte in Todtnauberg. Der Kurvenschlepper in Herrenschwand erschließt zwei flache, recht breite Abfahrten, die bei meinem Besuch ebenfalls eine dünne Frühjahrsschneedecke mit etwas Grasdekor, aber ohne Steine hatte. Von der Bergstation gibt es Alpenblick und - über den nebelverhangenen Elsässer Sundgau - Jurablick. Von hier sieht man sogar den Montblanc! Leider ist von der Liftbergstation auf dem Hochgscheid aus der Blick aufs Berner Viertausender-Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau durch Windräder massakriert worden. Für mich ein ärgerlicher Beweis, dass Windkraftanlagen (als Industrieanlagen) nicht in Erholungsgebiete gehören. Meine Skistunde am Skilift Herrenschwand war für mich das Tageshighlight ... ich sollte öfter herkommen, aber leider ist die in Hotelbesitz befindliche Liftanlage außerhalb der Ferien nur selten in Betrieb.
18 Fotos aus Herrenschwand:
Blick vom Parkplatz zum Skilift.
SCHL Herrenschwand. Herrlicher, alter Kurvenlift.
Kurve SCHL Herrenschwand.
Abfahrt SCHL Herrenschwand mit Blick über den Sundgau zum Schweizer Jura.
Zoom zum Chasseral im Schweizer Jura.
Windrad-zerstörter Zoom zu den Berner 4000ern Eiger, Mönch und Jungfrau (ja, der Eiger hat nicht ganz 4000 m).
Zoom auf Lauterbrunner Berge links (mit Bietschhorn im Wallis) und Blümlisalp rechts.
Ja, und vom Skilift Herrenschwand sieht man tatsächlich über 231 km Luftlinie den Montblanc!
Abfahrt SCHL Herrenschwand.
Trasse SCHL Herrenschwand.
Abfahrt SCHL Herrenschwand.
Abfahrt SCHL Herrenschwand.
Abfahrt SCHL Herrenschwand.
Portalstützen mit Einzelspur.
Trasse & Abfahrt SCHL Herrenschwand.
Abfahrt SCHL Herrenschwand mit Blick über den Sundgau zum Schweizer Jura im Nachmittagslicht.
Lauterbrunner Berge im Nachmittagslicht.
Montblanc im Nachmittagslicht.
[Edit 1.1.2025: Fotokommentierung.]
[Edit 20.2.2025: Bergnamen bei den Alpenzooms korrigiert / ergänzt.]